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Geschichte des Moments
Lily & James von Romina
(ab 10)

James war schon seit einigen Jahren in Lily verliebt, doch Lily hatte James immer für arrogant, überheblich und selbstsüchtig gehalten, bis ein schlimmes Ereignis Lilys Meinung über James ändert.

Zitat des Tages

Und ich muss auch eine Anzeige für den Tagespropheten entwerfen«, fügte er nachdenklich hinzu. »Wir brauchen einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ... meine Güte, wir verschleißen sie alle recht schnell.«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Autor des Monats (Dezember - 2009)
yoho kann sich nicht drücken yoho
Du kannst dich noch so sehr wehren und noch so bescheiden sein, auch du musst dich den neugierigen Fragen der Eule und des hpffa stellen. Und, da es nach zwei Interviews ja schon fast Tradition ist, würde ich auch dich als erstes bitten, etwas über dich zu erzählen, damit die Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben.
ich hoffe jetzt nicht, dass jeder nach der Antwort auf diese Frage weiß‚ 'mit wem er es zu tun hat', denn das würde bedeuten, dass die Hauptereignisse meines Lebens in einige wenige Zeilen passen, was eigentlich auf ein ziemlich trauriges Leben schließen ließe. Was ich bieten kann, ist ein bisschen Biographie: Dass ich irgendwas mit ‚Schreiben’ machen würde, war schon ziemlich früh klar. Auch meinem Biologielehrer, der mich vor den Abiturprüfungen zur Seite nahm und fragte: ‚Bernd, du machst doch sicher nie was mit Naturwissenschaften?’ – Heftiges Kopfnicken meinerseits. – ‚Gut, dann bereite dich mal auf das und das vor.’ Ich habe mein Versprechen gehalten und bin ‚Journalist’ geworden. Als ich dann mit 22 Jahren auf einem plüschigen Redakteurssessel in einer Provinzredaktion saß, fand ich das alles andere als erfreulich. Die Aussicht, 45 Jahre lang diesen Job zu machen, trieb mich flugs an die Schreibmaschine, um mein Kündigungsschreiben aufzusetzen und weiter an die Universität nach Dortmund. Da habe ich dann ziemlich viele tolle und nicht ganz so tolle Jobs gemacht und nebenher studiert. Das Beste an den vielen Jobs war sicherlich, dass ich dabei die Frau kennen gelernt habe, die es immer noch mit mir aushält. Das war auf einer kleinen Insel mitten in der finnischen Seenplatte. Ich führte eine Kanu-Gruppe rüpelhafter Studenten, die gerade von der Bundeswehr in die Freiheit entlassen worden waren. Sie hatte eine Gruppe reicher und äußerst gesitteter Schweizer bei sich. Sie hat mir hinterher gestanden, dass sie froh war, als wir schnell weiter fuhren. Der erste Eindruck zählt eben nicht immer. Trotz aller Ablenkungen habe ich noch in Saarbrücken im Crash-Kurs Radio-Machen gelernt und bin irgendwann als freier Journalist bei einem großen Hörfunksender gelandet und geblieben. Dass ich nicht am ersten Tag gleich wieder geflogen bin, war allerdings ein Wunder. Da baute sich nämlich eine korpulente Rothaarige vor meinem Schreibtisch auf, schob ihre Brille hoch, musterte mich und fragte dann: ‚Was ist das denn für einer?’ Da ich die Frau unsympathisch fand, habe ich zurückgefragt: ‚Und was ist das für eine?’ – Es war die Redaktionsleiterin.
Dann, wenn du es nicht schon erwähnt hast: Was sind deine persönlichen Lieblingsbücher und dein Lieblingsautor?
Da sind zunächst mal Hemingways Kurzgeschichten. Nicht dass ich den Autor als Mensch toll finde. Der Typ war ein unverbesserlicher Macho. Nicht gerade mein Fall. Aber man kann stilistisch eine Menge von ihm lernen. Dann von Harper Lee ‚Wer die Nachtigall stört’. Es gab immer wieder Gerüchte, dass Truman Capote, mit dem die Autorin befreundet war, daran mitgeschrieben hat. Das würde auch erklären, wieso ich das Buch so mag. Auch Truman Capote war ein meisterhafter Stilist. Da sitzt jedes Wort. Letzt habe ich von Kirsten Boie ‚Man darf mit dem Glück nicht quengelig sein’ vorgelesen. Alleine der Titel hat mich neugierig gemacht. Ich finde Kinderbücher, die Kinder ernst nehmen, immer des Lesens wert. Und es war das erste Kinderbuch über das Thema ‚Glücklichsein’, das ich gelesen habe. So was trauen sich nicht viele Autoren.
So, ein Blick in die Top Ten verrät schon so einiges über deine schriftstellerische Leistung im hpffa. Mit 69 Geschichten eindeutig der produktivste Autor hier weit und breit. Ebenso zählst du ja nun nicht unbedingt, vorsichtig ausgedrückt, zu der Hauptzielgruppe von Fan-Fiction-Foren. Und trotzdem bist du so aktiv. Warum? Was reizt dich an Harry Potter und dem Phänomen Fan-Fiction?
Ich habe, schon bevor es das world-wide-web gab, Geschichten geschrieben. Nur zu dieser Zeit gab es kaum Möglichkeiten, sie zu veröffentlichen. Mal hier ein Leseabend, dann eine Anthologie mit hundert Exemplaren. Mehr war nicht. Dass es im Internet Seiten gibt, auf denen jeder seine Geschichten posten kann, habe ich erst recht spät entdeckt. Und wie es der Zufall wollte, war die erste Seite, die ich gefunden habe, hpffa.de. Ich hatte gerade ziemlich viel Harry-Potter gelesen und da war ein kleiner Wettbewerb für den Valentinstag ausgeschrieben. Also habe ich mitgemacht. Ich habe mich mit den Figuren in den Büchern beschäftigt, mir überlegt, wie sich weiter entwickeln lassen oder nach fehlenden Handlungssträngen Ausschau gehalten und das dann in meinen Geschichten umgesetzt. Und so sind es immer mehr geworden. Was mich an der Fan-Fiction reizt, ist einmal die Gemeinschaft Gleichgesinnter, die es so in der freien Literaturszene nicht gibt. Und dann habe ich Dank meiner Leserinnen und Leser unendlich viel über das Geschichtenschreiben gelernt. Da gibt es natürlich die Reviews, die durchaus schon mal kritisch sind. Da inzwischen alle Archive Hitzähler haben, kann ich aber auch sehr genau beobachten, welche Titel und welche Teaser die Archiv-Besucher dazu animieren, meine Geschichten anzuklicken, welche Themen ankommen und welche floppen. Und ich muss sagen, ich bin manchmal schon überrascht von den Ergebnissen. Ich hätte zum Beispiel niemals gedacht, dass eine Geschichte über Sex im Alter (Bis ans Ende unserer Tage) es bei den Hits unter die Spitzenreiter schaffen würde.
69 Geschichten sind natürlich eine ganze Menge, ich kann mich erinnern, ganz am Anfang als ich hier war, waren es „gerade Mal“ an die 20. Gibt es einen persönlichen Favoriten von dir? Eine Story, die dir ganz besonders am Herzen liegt? Und auch andersherum, eine Geschichte, die du selbst gar nicht gerne liest?
Zunächst mal sagt die pure Menge ja nichts über ihre Qualität aus. Von da her bilde ich mir auf die Zahl neunundsechzig gar nichts ein. Aber es gibt natürlich Geschichten, die mir auch mit etwas Abstand immer noch sehr gut gefallen. Dazu gehören zum Beispiel ‚Abgestürzt’, meine Weihnachtsgeschichte 2008. Ich mag sie, weil sie die Ruhe, die wir uns vielleicht alle in dieser Jahreszeit wünschen, in Bildern transportiert, die ich sehr schön finde. ‚Nach Muggelart’ ist das glatte Gegenteil davon. Hier wird gekämpft, aber das Hauptthema der Geschichte ist die Schuld derjenigen, die Töten. Egal für wen oder was sie kämpfen. Sie werden immer Schuld auf sich laden. Mein dritter momentaner Favorit ist ‚Zweck und Mittel’. Auch hier bringe ich meine Protagonisten in eine Zwickmühle. Sie geraten in eine Situation, aus der es keinen sauberen Ausweg gibt. Ich mag diese Geschichten, bei denen sich Gut und Böse vermischen. Das ist sehr lebensnah. Meine frühen ‚Werke’ sehe ich inzwischen ziemlich kritisch. Es ist aber jetzt keine Geschichte dabei, für die ich mich richtiggehend schäme.
Nun geisterst du ja im hpffa unter zwei unterschiedlichen Nicks umher. yoho ist der, wo man mit Sicherheit Geschichten findet, die zum Nachdenken anregen, die oft ernste Grundthemen haben und sich mit den Problemen und Ängsten des Lebens auseinander setzen. Und dann gibt es noch saimaa, dort sind die Fans von Fluff und Romance ganz richtig. Warum diese Trennung?
Der Nick ‚yoho’ ist mit der Zeit so eine Art Markenname für einen bestimmten Typ Geschichten geworden. Wer eine yoho-Story anklickt und mich als Autor kennt, der erwartet keine seichte Romanze. Andererseits schreibe ich so was schon mal ganz gerne. Also habe ich ‚saimaa’ erfunden. Das klingt weiblich und passt dann schon eher zu Fluff und Romance. Doch inzwischen gibt es bei den saimaa-Geschichten durchaus einige anspruchsvollere Texte. Ich konnte es eben doch nicht lassen. Zum Ausgleich wird yoho aber auch mal fluffig. Die Grenzen sind da fließend. Der Hauptgrund, warum ich den saimaa-Nick brauchte, war aber, dass meine yoho-Geschichten in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen. Und alle Plots, die da nicht rein passen, die landen sowieso schon mal bei saimaa.
Und auch dir stelle ich die gleiche Frage wie deinen Vorgängerinnen. Was inspiriert dich bei deiner Arbeit an Geschichten und Texten der literarischen Art? Sitzt auf deinem Schreibtisch eine Muse und schlägt lasziv die Beine übereinander oder sind die Ideen einfach da? Und was tust du, wenn du mitten im Text einfach hängen bleibst und nicht weiter kommst?
Die laszive Muse auf meinem Schreibtisch würde mich höchsten auf dumme Gedanken bringen, aber bestimmt nicht zum Schreiben. Und am Schreibtisch habe ich sowieso keine Einfälle. Aber wenn mein Kopf auf Stand-By ist, beim Kochen, Geschirrspülen, Staubsaugen, Wäsche falten oder Fußböden wischen, habe ich die besten Ideen. Oft sind es Alltagsereignisse, die mich auf ein Thema bringen. Ich schnappe etwas auf, sehe etwas, lese was und es macht Klick. Ich denke mir die komplette Geschichte im Kopf aus. Die Kerndialoge sind das Schwierigste. Viele davon sind auf Autofahrten entstanden. Ich spreche sie mir dann laut vor. Teste Variationen, bis sie echt klingen. (Das geht natürlich nur, wenn ich alleine unterwegs bin.) Erst dann fange ich an zu schreiben. Da ich die ganze Geschichte ja schon kenne, ist das Schreiben an sich ziemlich langweilig, eine Pflichtübung eben. Dass ich mitten im Text hängen bleibe, passiert deshalb eher aus Lustlosigkeit, aber nicht, weil ich nicht weiß, wie es weiter geht.
Es gab vor einiger Zeit auch mal einen dieser sogenannten Verrisse von einer deiner Geschichten. Wie war das für dich als Autor? Kann man so etwas überhaupt mit Humor nehmen, oder fasst man es direkt als Beleidigung auf? Gibt es da Abstufungen, also sagt man bis zu einem gewissen Grad, okay, das ist stellenweise wirklich witzig, aber die Zeile da geht zu weit?
Das ist sogar zwei Mal passiert. Beim ersten Mal hat es wirklich wehgetan. Das war eine völlig neue Erfahrung. Es geht bei diesen Verrissen ja nicht um Kritik, sondern darum, sich auf andere Leute Kosten einen Spaß zu machen. Aber für die Betroffenen ist es nicht lustig. Ich fand es verletzend. Beim zweiten Mal wusste ich ja schon, mit welcher Sorte Mensch ich es zu tun hatte. Je mehr man seine Geschichte verteidigt, desto mehr Spaß hatten DIE. Ich habe ihnen deswegen ersatzweise und kommentarlos einige Zeilen aus Georg Kreislers Lied ‚Der Musikkritiker’ ins Forum gepostet: Heute findet jede Zeitung Größere Verbreitung durch Musikkritiker, Und so hab auch ich die Ehre Und mach jetzt Karriere als Musikkritiker. Ich hab zwar ka Ahnung, was Musik ist, Denn ich bin beruflich Pharmazeut, Aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist: Je schlechter, um so mehr freun sich die Leut. Das Schöne war: die, die den Verriss geschrieben hatte, studierte etwas in dieser Richtung. Irgendwann möchte ich mal so viel Selbstbewusstsein haben, wie der Regisseur George Lucas. Ich habe ‚Star Wars’ nie gesehen, aber seine Reaktion auf einen Verriss im ‚New Yorker’ zeugt doch von Format. Er erschien mit einem T-Shirt bei Dreharbeiten, auf dem folgendes Zitat gedruckt war: "Star Wars: … ein Film mit Comic-Heft-Figuren, einer unglaubwürdigen Story, ohne politische oder soziale Kommentare, mit lausigen Darstellern, absurden Dialogen und einer lächerlich einfachen Moral. Mit anderen Worten – ein SCHLECHTER FILM."
Ich weiß ja, da ich gut informiert bin ;-) das du schon den einen oder anderen Schreibwettbewerb gewonnen hast und auch sonst, an der einen oder anderen Stelle im Internet mit Originalen vertreten bist. Das lässt Raum für viel Spekulation. Ein eigenes Buch und somit eine Veröffentlichung über einen Verlag, ist das für dich persönlich ein Thema?
Es ist nichts, auf das ich hin arbeite. Ich habe bereits einen kreativen Beruf, in dem ich mich ganz gut verwirklichen kann. Von mir aus darf das Geschichten-Schreiben auch Hobby bleiben. Als Junge war ich ein begeisterter Fotograf. Mit der Zeit wurde ich ziemlich gut und irgendwann habe ich entdeckt, dass man mit Fotos auch Geld verdienen kann. Aber in dem Moment als Zwang dahinter war, ist mir der Spaß am Fotografieren verloren gegangen. Ich habe jahrelang keine privaten Bilder mehr aufgenommen. Ich befürchte, dass es mir mit dem Schreiben genau so geht, wenn da plötzlich ein Verleger steht, der mir sagt, über was ich schreiben soll und dann noch quengelt, wann ich denn endlich fertig werde. Eine vorsichtige Anfrage gab es schon und man hat, befürchte ich, gar nicht verstanden, warum ich Nein gesagt habe.
Okay, und das war es dann auch schon, dir wirklich vielen, lieben Dank für das Interview und die Zeit. Das letzte Wort gehört natürlich dir.
„Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek! – Danke sehr!“
Wir danken yoho im Namen aller Leser
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Sonorus
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