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Geschichte des Moments
The Calamity von Lavatory Attendant
(ab 12)

Bellatrix' Hang zur Provokation ist bekannt. Doch als sie ihren Neffen herausfordert, überschreitet sie eine Grenze, die schwerwiegende Folgen hat. Hermine x Draco (Lucius x Narzissa)

Zitat des Tages

Und ich muss auch eine Anzeige für den Tagespropheten entwerfen«, fügte er nachdenklich hinzu. »Wir brauchen einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ... meine Güte, wir verschleißen sie alle recht schnell.«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Autor des Monats (Oktober 2012)
Der Phantasie freien Lauf lassen artis magica

Zunächst einmal für alle, die Dich noch nicht kennen oder noch besser kennenlernen wollen:
Wer bist Du, woher kommst Du und wie alt bist Du?

Ich hoffe, Ihr versteht, dass ich meine Identität nicht preisgeben möchte, dafür ist mir das Internet zu heiß. Aber ich kann sagen, ich bin weiblich, komme aus einer kleinen Stadt in Südthüringen ganz nah an der Grenze zu Bayern und bin vierundvierzig Jahre alt. Ich gehöre somit wohl zu den ganz Alten der FF-schreibenden Zunft.
Du bist ja quasi eines unserer Urgesteine im Archiv und schon über 5 Jahre dabei. Wie hat es Dich damals in unser Archiv verschlagen und was genau fasziniert Dich an Harry Potter Fanfictions?
Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Ich beginne einmal mit der Frage, was mich an HP fasziniert. Nun, ich bin relativ spät zum Fandom gekommen und damit meine ich erst einmal nicht die FF-Schreiberei, sondern die Bücher von Frau Rowling. Drauf gebracht hat mich meine jüngere Schwester, als der dritte Band gerade veröffentlicht war. Ich müsse das unbedingt lesen, meinte sie, und ich habe mich breitschlagen lassen ... und war von Anfang an gefangen. Warum? Nun, es war etwas Neues, so wunderbar anders, phantasievoll, vielschichtig durchdacht und liebenswert, dass man sich dessen Zauber beim Lesen einfach nicht entziehen konnte. Ich habe dann sehnsüchtig auf jeden neuen Band gewartet. Und da sind wir auch schon bei den Fanfictions. Nach Band 5 begann ich im Internet zu stöbern, um vielleicht an Informationen zum weiteren Verlauf der Geschichte zu kommen und bin just auf die Fanfictions gestoßen. Ziemlich neugierig habe ich mich auf dieses - mir durchaus nicht unbekannte - Genre eingelassen. Ich war begeistert und habe mir durch die vielen wunderbaren Geschichten auf sehr angenehme Art und Weise die Wartezeit bis zum nächsten HP-Band verkürzt.
Gefesselt von den Ideen und der sprühenden Phantasie der FF-Schreiberlinge und immer auf der Suche nach neuen, guten Geschichten bin ich schließlich auch hier gelandet. Zuerst als nicht angemeldeter Leser und später dann, nach Erscheinen des sechsten Bandes, als Schreiber.
Bei Deinen veröffentlichen Texten finden wir eine große Bandbreite an verschiedenen literarischen Formen. Gedichte, Drabbles, Oneshots, aber auch sehr lange Mehrteiler. Was schreibst Du am liebsten und was macht für Dich den Reiz der verschiedenen Formen aus?
Das stimmt, die Bandbreite meiner Texte ist relativ groß. Ich kann aber gar nicht mit Bestimmtheit sagen, was mir am liebsten ist, denn je nach Gemütsverfassung bevorzuge ich mal die eine, mal die andere Form, mich auszudrücken. Ich kann zum Beispiel in bester Hochstimmung die traurigsten Texte schreiben, sei es nun ein Gedicht, ein Drabble oder ein längerer bis sehr langer Text.
Der Reiz an den verschiedenen Formen liegt für mich darin, dass ich mich im Schreiben ausprobieren kann, spielen kann und zwar mit Worten, Gefühlen und Gedanken, und nicht zuletzt meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, was sie alles hervorzubringen in der Lage ist, wenn man sich darauf einlässt, sie nicht in gängige Konventionen zu zwängen.
Bei Deinen Geschichten ist ein Schwerpunkt auf das Pairing Hermione Granger & Severus Snape zu erkennen, eine Konstellation, die wohl mit am umstrittensten im Fanfiction Bereich ist, die einen lieben es, die anderen hassen es. Also, wieso HG/SS Geschichten?
Richtig, das ist wohl ein Pairing, welches polarisiert. Es hat glühende Anhänger und wahrscheinlich genau so viele, die es strikt ablehnen.
Bei mir war es von Anfang an gar nicht so, dass ich dieses Pairing bevorzugt habe. Bei mir gehörte Hermine zu Ron, genau wie in den Büchern. Ich kann nicht einmal genau sagen, weshalb ich mich dann davon habe abbringen lassen. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach liegt es daran, dass ich mir nach gründlichem Überlegen Ron als gleichwertigen Partner an der Seite von Hermine nicht vorstellen konnte und kann. Ich möchte damit aber nicht zum Ausdruck bringen, dass ich Ron nicht mag. Er ist für mich integer und ein wahrer Freund, immer da, wenn man ihn braucht, ein Kumpel, ein guter Kerl, mit dem man Pferde stehlen kann ... aber eben kein Partner für Hermine. Er könnte nie mit ihr mithalten und früher oder später würde sie ihm intellektuell davonlaufen.
Wen stelle ich also an die Seite von Hermine? Zuerst sah ich Harry, hatte dann aber so gar nichts dagegen, dass Frau Rowling Ginny an seine Seite schrieb und so schied er für Hermine aus. Unwillkürlich suchte ich mir jemanden, der Hermines Intellekt, ihren Fleiß, ihre fast schon bedingungslose Hingabe an etwas, wovon sie überzeugt war, anzuerkennen bereit wäre, wenn man ihn nur ließe oder aber auch dazu zwang. Und da man in dieser Hinsicht nicht auf Frau Rowling bauen konnte, habe ich mein Laptop aufgeklappt und meine erste HG/SS-Fanfiction getippt und darüber Spaß an diesem Pairing mit all seinen Konsequenzen, die es mit sich brachte und noch bringen würde, gefunden.
Gehen wir noch einmal zurück zum Anfang. Wieso schreibst Du überhaupt? Was für ein Gefühl ist es für Dich, zu sehen, dass es Menschen gibt, die Deine Geschichten lesen und Dir danach auch noch ihre Meinung dazu kundtun?
Warum ich überhaupt schreibe? Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Das liegt gewiss daran, dass ich kein Geld damit verdienen muss, sondern ich einfach - je nach Lust und Laune - meine Gedanken zu Papier bringen kann.
Nachdem ich aber über den Grund, weshalb ich eigentlich schreibe, nachgedacht habe, kann ich sagen: Schreiben ist für mich das Ausleben meiner Ideen, meiner Phantasie, ist Spaß am Spiel mit der Sprache, ist der Spaß sich auszudrücken und in gewissem Maße auch ein Stück Selbstreflexion. Ich stelle immer wieder mit Erstaunen fest, dass viel Selbsterlebtes oder auch Gesehenes in meine Texte mit einfließt.
Und ich gebe zu, es ist ein wunderbares Gefühl, zu sehen und zu lesen, dass es Menschen gibt, die sich auf diese Texte einlassen, sich auf eine Reise in meine Phantasie begeben, die mit den Helden meiner Geschichten lachen oder weinen, mit ihnen kämpfen, lieben, leiden ... Es wäre Heuchelei zu sagen, dass ich nur für mich schreibe, weil ich mich selbstverwirklichen will. Das stimmt nämlich nur zum Teil. Im Grunde genommen suche auch ich - wie jeder andere Schreiberling auch, der seine Texte im Internet veröffentlicht - nach Anerkennung, nach Bestätigung und auch nach konstruktiver Kritik. Schließlich möchte ich wissen, wie meine Geschriebenes auf die Leserschaft wirkt. Von daher bin ich für ein offenes Wort immer dankbar.
Hast auch Du manchmal Tiefpunkte oder Schaffenskrisen bei Deinen Geschichten? Wenn ja, was machst Du dagegen? Verbannst Du die Geschichte aus Deinem Kopf, unternimmst Spaziergänge oder lenkst Dich ab, bis Deine Kreativität wiederkommt?
Natürlich habe ich Tiefpunkte oder auch mal eine Schaffenskrise beim Schreiben, aber ich lasse mich nicht darauf ein. Meist kommen beim Lesen des bisher Geschriebenen die Ideen wieder oder auch ganz neue, die sich wunderbar in den Kontext einfügen. Was mich auch inspiriert, sind bisweilen Rückmeldungen oder Reviews der Leser. Das ist ein Luxus, den ich mir leisten kann, da ich jemand bin, der jedes Kapitel online stellt, sobald es fertig ist, noch lange, bevor ich die Geschichte überhaupt zu Ende geschrieben habe. Dafür sollte ich meinen Lesern wohl einmal in aller Form danken. :-)
Du bist eine der wenigen Autorinnen, deren Rechtschreibung und Grammatik bei den ersten Geschichten so einwandfrei waren, dass Du den Staus „autorisierte Autorin“ erhalten hast und Deine Geschichten somit nicht mehr zur Prüfung durch die Schlussredaktion bearbeitet werden. Wie gehst Du mit der Verantwortung um, diesen hohen Standard stets zu halten? Ist es für Dich zusätzliche Arbeit?
Das ist ein Punkt, den ich sehr zu schätzen weiß, wenngleich es nie verkehrt ist, wenn noch jemand ein Auge auf den fertigen Text wirft. Auch ich bemühe von Zeit zu Zeit eine Freundin, einen Text noch einmal gegenzulesen. Das ist wichtig für mich, da ich sehr gerne mit der Sprache spiele und es ab und an schon einmal vorkommt, dass ich mich in einer Formulierung, einem Satz oder einer Szene verlaufe. Allerdings habe ich entschieden etwas dagegen, wenn jemand bestrebt ist, meinen Text seinem eigenen Anspruch an Ausdruck und Form oder gar Inhalt anzupassen. Alles schon vorgekommen ...
Um sich des erwiesenen Vertrauens würdig zu erweisen, habe ich angefangen, meine alten Texte wieder zu lesen. Und da ich bestrebt bin, mich ständig zu verbessern, habe ich bei diesem Lesen beschlossen, die Texte hinsichtlich unglücklicher Formulierungen und Wiederholungen, übersehener Kommata, grammatikalischer Brüche und natürlich orthographischer Fehler hin zu überarbeiten. Ab und an rutscht dem schärfsten Adlerauge mal was durch.
Und ja, es ist zusätzliche Arbeit, für welche ich die Zeit richtig freischaufeln muss, aber es hetzt mich ja keiner und von daher kann ich mir diese Zeit einteilen wie ich möchte.
Wird es von Dir auch einmal ein Werk außerhalb des Harry Potter Universums geben, vielleicht sogar ein Buch, dass irgendwann im Schaufenster einer Buchhandlung stehen wird?
Das kann ich mit Bestimmtheit nicht sagen, dazu sind die Ideen, die mir ab und an im Kopf herumspuken viel zu unausgegoren. Allerdings wäre es wirklich toll, einmal einen Bestseller zu schreiben, den man in den Auslagen der Buchläden bewundern kann. Wer weiß ... nichts ist unmöglich.
Was ist momentan Dein aktuelles Projekt? Woran arbeitest Du zurzeit und worauf können sich unsere Leser freuen?
Mein „aktuelles“ Projekt ist nahezu drei Jahre alt und es ist eine Geschichte, die in meinem Kopf schon fertig ist und aufgrund akuten Zeitmangels seit zwei Jahren gerade mal mit zwei neuen Kapiteln aufwarten kann. Das ist für mich sehr unbefriedigend, aber im Augenblick leider nicht anders machbar.
Daneben - und das macht die Sache nicht gerade einfacher - hat sich die Idee zu noch einer neuen Geschichte in meinem Kopf festgesetzt. Wenn ich damit jetzt auch noch anfange, wird es gewiss noch zehn Jahre dauern, bis sie schließlich niedergeschrieben ist. ;)
Und da es für mich aus Erfahrung heraus sehr anstrengend ist, an zwei langen Geschichten zugleich zu schreiben, lasse ich die Ideen vorerst in meinem Hirn, um sie dann zur richtigen Zeit hervorzuholen.
Allerdings reicht es trotz eingeschränkter (Schreib)Freizeit immer mal noch für einen Oneshot oder ein Drabble.
Auch bei Dir darf unser beliebtes Assoziationsspiel natürlich nicht fehlen. Was fällt Dir als Erstes zu den folgenden Begriffen ein?

Severus Snape - wäre interessant, diese Nuss zu knacken
Der Verbotene Wald - verlockend verboten
Das Diadem von Rowena Ravenclaw - schaurig-schön
Grindelohs - schwimme nie im See
Enervate - könnt ich morgens immer gebrauchen ;-)
George Weasley - einsam
Der Honigtopf - süüüüüüße Verführung
Haushaltszauber - Wo kann man den lernen?
Nimbus 2000 - einmal fliegen können
Feuerwhisky - abends zu zweit am Kaminfeuer

Zum Abschluss überlassen wir Dir das letzte Wort an alle Leser und bedanken uns für das Interview.
Ein letztes Wort? Nun ... bleibt uns Schreiberlingen gewogen und lasst ab und an das eine oder andere Wort da, denn es ist schließlich die einzige Anerkennung, die wir haben.
Ich habe mich zu bedanken. Es hat Spaß gemacht, Eure Fragen zu beantworten.
Wir danken artis magica im Namen aller Leser
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Sonorus
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