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Geschichte des Moments
Eulenpost für Lily Evans (Abs: James Potter) von Slytherins Princess
(ab 6)

James Potter. Seines Zeichens beliebter, arroganter Zauberer aus dem Hause Gryffindor. Und vor allem: Total verknallt in Lily Evans. Zu dumm nur, dass sie gar kein Interesse an ihm zeigt. Also greift James zu anderen Mitteln als nur dem mündlichen Weg sie nach einem Date zu fragen. Ein Brief muss her! Aber Briefe schreiben ist gar nicht so leicht, wie gedacht, besonders mit Sirius, Remus und Peter.

Zitat des Tages

Und ich muss auch eine Anzeige für den Tagespropheten entwerfen«, fügte er nachdenklich hinzu. »Wir brauchen einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ... meine Güte, wir verschleißen sie alle recht schnell.«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Autor des Monats (März 2013)
Wenn Magie und Wissenschaft verschmelzen ... Thorsten Oberbossel

Zu Beginn würden wir gerne etwas mehr darüber erfahren mit wem wir es zu tun haben, z.B. wer Du bist, woher Du kommst und was für die Leser sonst noch von Interesse sein könnte.

Ich stamme ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, wohne aber nun schon bald seit 29 Jahren in Marburg in Mittelhessen. Dort habe ich das Gymnasium besucht und studiert. Schon in meiner Kindheit habe ich mich sehr für andere Welten interessiert. Da galten meine Interessen aber vor allem der Science Fiction und der Welt der Dinosaurier. Durch die Schule, besonders durch den Lateinunterricht im Gymnasium, entdeckte ich mein Interesse für die Götterwelten der Antike. Da ja viele Sagen aus Rom und Griechenland ja auch mit der Herkunft von Sternen- und Planetennamen zusammenhängen, konnte ich mein Interesse für reale Naturwissenschaften mit dem für Mythologien wunderbar verbinden. Über die Mythologien kam ich dann auch zur Fantasy. Allerdings habe ich diese Erzählgattung zunächst erst einmal nur konsumiert, so natürlich die Geschichten von Tolkien, die Chronik der Drachenlanze und einige andere Sachen. So kann ich zusammenfassend sagen, dass mich die Naturwissenschaften genauso faszinieren wie Sagenwelten und rein erfundene Handlungswelten und ich diese Interessen mit dem, was ich in den letzten zehn Jahren veröffentlicht habe, wunderbar vereinen kann.

Auf deiner Homepage http://www.thorsten-oberbossel.de/deutsch/ können die Leser erfahren, dass Du bereits in den Vierzigern bist. Wie genau hat Dich das Harry Potter Fieber gepackt? Wann bist Du das erste Mal über die Bücher gestolpert?

Ich hörte so um 1997, dass da gerade zwei Romane über einen Jungen aufgekommen waren, der als Zauberer erkannt wurde und in ein Zaubereiinternat ginge. Erst habe ich dem nicht so viel abgewonnen. Dann bekam ich aber, weil ich ja auch Fantasy-Sachen höre und lese, „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ als ungekürztes Hörbuch geschenkt. Der Sprecher Rufus Beck hat sich ja ganz darauf festgelegt, jedem Charakter eine eigene Stimmfärbung zu geben. Das gefiel mir schon. Zum anderen gefiel es mir, dass der Held Harry Potter zunächst in einer gewöhnlichen, magiefreien Welt aufgewachsen ist. Die Idee, dass neben der uns vertrauten Welt jene sagenhafte, magiehaltige Welt voller Zauberwesen, Monster und Wunderdinge existieren kann, hat mich begeistert. Andere Fantasy-Universen enthalten ja eine eher mittelalterliche Welt, in der alle handelnden zurechtkommen müssen. Wegen der Art, wie Rufus Beck gelesen hat und der Begeisterung für das HP-Handlungsuniversum wollte ich dann auch alle anderen Bände kennen und besorgte mir die Bände 1 bis vier. Zudem wurden auch meine Freunde und Bekannten von dem angesteckt, was später als Harry-Potter-Fieber bezeichnet wurde. So gab es immer wieder Möglichkeiten, über die Handlung und die Charaktere zu diskutieren, wer, was und warum usw. Da ich beim Lesen bzw. Hören gemerkt habe, dass das HP-Universum so viel Freiraum lässt, um noch Sachen hinzuzufügen oder unbeantwortete Fragen genauer zu betrachten, kam ich 2000 darauf, erste eigene Fanfiction-Stories zu schreiben, die in diesem Handlungsuniversum spielen.

Deine Geschichte „Julius Andrews: Auf seinem Weg in die Zaubererwelt“, sowie die Parallelgeschichte „Das Netz der schwarzen Spinne“ gehören vermutlich zu den längsten existierenden FanFictions im Internet (bei „Julius Andrews“ sollten die 5.000 Din A4 Seiten bereits überschritten sein). Gehen wir doch einmal zurück ins Jahr 2000 und zu den Anfängen Deiner Geschichten. Wie ist Julius Andrews entstanden, was gab den Anstoß dazu, mit der Geschichte zu beginnen?

Als ich auf die Idee kam, eine eigene HP-Fanfiction zu schreiben, habe ich überlegt, ob ich jemanden nehme, der magische Eltern hat oder einen sog. Muggelstämmigen als Hauptcharakter. Die Entscheidung fiel dann für mich sehr schnell, dass es ein Muggelstämmiger Junge sein sollte. Um dem noch eins draufzusetzen sollte dieser Junge akademisch hochgebildete Eltern haben, die absolut nichts mit Magie zu tun hatten und im Falle von Julius’ Vater auch nichts damit zu tun haben wollten. Ich wollte einmal darstellen, was die Zaubererwelt antreibt, Muggelstämmige nach Hogwarts einzuladen und wie jemand, der vom Elternhaus her seinem körperlichen Alter vorausgelernt hat in eine für ihn ganz neue Welt mit völlig anders erzogenen Menschen hineinfindet. Genau deshalb habe ich die Serie auch „Julius Andrews auf seinem Weg in die Zaubererwelt“ genannt. Erst wollte ich den Jungen Tim Raymond nennen. Doch dann entschied ich mich für den altrömischen Vornamen Julius. Vielleicht habe ich dabei auch ein wenig an die drei Fragezeichen gedacht. Doch nicht so viel, denn sonst hätte ich den Jungen ja Justus Andrews nennen und ihm neben einer hohen Auffassungsgabe und Vorbildung auch einen korpulenten Körperbau und eine Brille zuteilen müssen. Das Julius Andrews durch die Versuche seiner Eltern, ihn von Hogwarts fernzuhalten eine zaubererweltgeborene Hexe trifft, die ihm zeigen kann, warum er nach Hogwarts soll gehörte für mich unmittelbar zum Plot der ersten Geschichte. Da spielte auch zum ersten Mal mein Interesse für alte Sagen- und Götterwelten hinein. So konnte diese Hexe nur Aurora Dawn heißen, das doppelte Morgenrot, das dem neuen Zauberer den Beginn eines neuen Lebens ankündigt und erleuchtet. Aurora Dawn wurde dann zu einer sporadischen Wegbegleiterin für Julius Andrews. Weil ich ihren Charakter auch weiter ausbauen wollte gab ich ihr auch zwei eigene Serien: „Die Jugendjahre der Aurora Dawn“ und „Aus dem Leben der Aurora Dawn“. Diese beiden Serien habe ich dann in unregelmäßigen Abständen bis 2010 weitergeschrieben, bis der Zeitpunkt erreicht war, wo Aurora Julius trifft.

Was hat für Dich den Reiz ausgemacht, ab 2003 parallel die Geschichte „Das Netz der schwarzen Spinne“ niederzuschreiben? Gab es zu viele Ideen für eine einzelne Geschichte, wolltest Du einfach noch viel mehr Details und Nebenstränge aufbauen oder war es eine spontane Idee, der Du einfach nachgeben musstest?

Die Idee zum „Netz der schwarzen Spinne“ kam mir nach dem Lesen von HP 4, wo es ja darum ging, dass Voldemort zurückgekommen ist. Ichwollte mal meine „dunklen Phantasien“ austesten und diesem Erzbösewicht eine gleichartige, nicht mit den Zaubereiministerien zusammengehende Widersacherin entgegenstellen, die erst aus dem Hintergrund und dann gezielt in das magische Weltgeschehen eingreift. Bevor ich aus HP 6 erfuhr, was ein Horkrux ist, hatte ich schon die Idee, dass die Gegenspielerin ihren körperlichen Tod durch eine Auslagerung ihrer Seele überdauern und mit dem Auslagerungsartefakt auf eine Wiederverkörperung ausgehen würde. Der Name dieser Hexe war auch sofort klar: Anthelia (Anti = gegen, Helia als weibliche Entsprechung zu Helios = Sonne, also gegen die Sonne, das Licht, die rein schöpferisch tätige Kraft). Dass es tatsächlich Orte mit diesem Namen gibt verriet mir das Internet erst, als meine ersten Stories online waren und ich mal danach gesucht habe, wo der Name Anthelia überall vorkommt. Erst dachte ich, den LeserInnen ab dreizehn die Geschichten zumuten zu können, musste dann aber erkennen, dass die Action, die Gewalthandlungen mit und ohne Magie, dann doch besser eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen sollen. Wenn ich bedenke, was im Nachmittagsprogramm der privaten Fernsehsender läuft, hätte ich das mit der erhöhten Altersfreigabe vielleicht auch lassen können. So wissen die LeserInnen aber vorher schon, worauf sie gefasst sein müssen. Wie erwähnt gab und gibt mir die Serie um das Netz der schwarzen Spinne die Möglichkeit, düstere Plots auszuprobieren, die für die Freunde des idyllischen Internatsromans nicht erwünscht und/oder geeignet sind. Dass es zwischendurch zu Berührungen mit der Serie um Julius Andrews kam und kommt liegt daran, dass sich die Charaktere im Laufe der Serien immer weiter entwickeln. So bedingte „JAADWIDZ“ eine massive Richtungsänderung bei „DNDSS“, nachdem „DNDSS“ Julius Andrews beeinflusst hat. Die die Zeiten überdauernde Magierin Naaneavargia sollte das nicht statische Element bei der Suche nach dem Artefakt sein, mit dem Julius die große Gefahr aus dem alten Reich abwenden musste. Ich wurde von einer Leserin wortwörtlich gefragt: „Wozu brauchst du die Tante noch?“ Die Antwort gab ich dann in der Geschichte „Die schwarze Spinne“. Der Name Naaneavargia (die Unersättliche)entspringt den beiden wesentlichen Sachen, auf die dieses Frauenzimmer bezogen ist. Mehr möchte ich dazu nicht ausführen. Jedenfalls begeistert es mich immer noch, diese Geschichte voller Action und düsterer Verwicklungen und Gestalten weiterzuschreiben.

In Deiner Biographie unter http://www.thorsten-oberbossel.de/deutsch/thorsten.htm kann man nachlesen, dass Du wohl in mehr als einer Hinsicht ein besonderer Autor bist, der sich mitunter vielleicht auch anderen Problemen gegenübersieht. Wie erleichtert Dir die heutige Technisierung das Leben als Autor, welche Unterstützung kann sie Dir bieten und wo ist sie vielleicht auch ein Hindernis?

Da ich, wie ich auf meiner Seite ausführe, zu 100 % sehbehindert bin, muss ich natürlich beim Schreiben auf technische Zusatzmittel zurückgreifen. Im Wesentlichen ist das eine alle Anwendungen begleitende Software, die die textlichen Bildschirminhalte mit künstlicher Stimme vorlesen kann und mir Rückmeldungen bei der Bedienung von Programmen gibt. Da ich in meiner frühen Kindheit noch Farben und Umrisse sehen konnte, habe ich bis heute ein gewisses Vorstellungsvermögen von Farben behalten, das mir hilft, vor allem bei den Details von Handlungsort, Personen oder Ereignissen nicht nur einfach „Rot“, „Grün“ oder „Blau“, „Schwarz“, „Grau“ oder „Weiß“ schreiben zu müssen. Dabei hilft mir auch, dass ich aus anderen Romanen und Hörspielen weiß, wie wichtig genauere Farbbeschreibungen für Atmosphäre oder auftretende Protagonisten sind. Um wirklich bestehende Gegenden wie „New Orleans“ oder „Paris“ zumindest annähernd stimmig beschreiben zu können greife ich auf die den LeserInnen dieses Interviews sicher auch bekannten Suchmaschinen und Onlinenachschlagewerke zurück. Überhaupt hat gerade die Möglichkeit, im Internet zu surfen, meine Begeisterung für das Schreiben und das Weiterspinnen von Geschichten erst richtig in Schwung gebracht. Denn nur so kann und konnte ich ja denen, die wollen, meine Stories auf einen Schlag vorstellen und über die Hintergründe von Ereignissen oder Handlungsorten nachlesen, sofern sie nicht, wie das alte Reich, vollkommen aus meiner eigenen Phantasie geschöpft werden. Leider kann ich nicht auf rein graphische Informationen zugreifen. So kann ich beispielsweise keine Stadtkarten oder Landkarten lesen, um noch genauer zu beschreiben, wie jemand durch London, durch Paris oder New Orleans fährt, welche Straße mit welcher anderen Straße verbunden ist oder welche Stadt westlich von der gerade als Handlungsort erwähnten Gegend liegt. Das sehe ich als ein Hindernis, um die Stories noch detailreicher machen zu können. Sicher, wo ich in Wirklichkeit schon mal gewesen bin kann ich mit Geschichte und räumlichen Gegebenheiten genauer beschreiben. Vielleicht können die LeserInnen das auch ohne meine eigene Homepage gelesen zu haben herausbekommen. Auch wurde ich mal gefragt, warum ich keine Bilder von den wichtigsten Charakteren ins Netz stellen wollte. Ich habe es damit begründet, dass ich die Bilder nicht selber erstellen kann und ich auch nicht unabhängig von sehenden Personen nachprüfen kann, was das Bild nun darstellt. Ihr kennt ja den Spruch: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Ich wollte keine gesetzwidrigen Bildinhalte ins Netz stellen, nur weil mir jemand geschrieben hat, das Bild würde die Knieselin Goldschweif auf einem Kissen oder über einem Feld fliegende Quidditchspieler zeigen und dann doch herauskommt, dass abstoßendes oder für Jugendliche ungeeignetes Bildmaterial auf meiner Seite auftaucht. Insofern bleibe ich nur beim Text.

Für jeden anderen Autor ist es sicherlich spannend zu erfahren, was Du an Hilfsmitteln für deine komplexe Schreibarbeit nutzt. Hast Du vielleicht ein komplettes Storyboard, auf dem die Geschichte schon fertig ist? Wie behältst Du bei den ganzen Handlungssträngen den Überblick, wie versuchst Du es zu verhindern, Dich zu verzetteln oder logische Fehler einzubauen? Was machst Du mit neuen Ideen, die Dir mit der Zeit kommen? Wie baust Du diese ein? Hat jeder Deiner Figuren einen kompletten schriftlichen „Lebenslauf“ oder behältst Du alles im Kopf?

Um die Charaktere nicht andauernd anders zu beschreiben habe ich für jeden wichtigen Charakter einen Hintergrund mit Beschreibung, Lebenslauf und Interessenlage erstellt. Wenn bestimmte Gegenstände, Orte oder vergangene Ereignisse in meine Stories einbezogen werden, die so komplex sind, dass ich genau aufpassen muss, sie nicht andauernd anders zu beschreiben, bekommen auch Dinge, Orte oder Ereignisse eigene Hintergrundtexte, so die Artefakte aus dem alten Reich oder die Elfenbeininsel. Um nicht den Faden eines laufenden Handlungszyklusses zu verlieren und auf bereits frühere Handlungsstränge zurückgreifen zu können habe ich nach dem zweiten Handlungszyklus von Julius Andrews ein Exposé erarbeitet, aber immer unter dem Vorbehalt, dass die Originalromane eine andere Fortführung erzwingen. Das heißt aber nicht, dass ich mich immer an das Exposéhalte. Wenn mir eine Idee kommt, wie ich etwas anders oder noch interessanter beschreiben kann, kommt es auch schon mal vor, dass ich davon abweiche. Im Wesentlichen aber arbeite ich nach einem vorgeplanten Handlungsschema. Zudem sind die Original-Harry-Potter-Bände der Rahmen, in den ich meine Geschichten einbauen kann. Dazu gehören für mich auch die drei Extrabücher „Quidditch im Wandel der Zeiten“, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, sowie „Die Geschichten von Beedle dem Barden“, wobei letztere ja nur für die Sache mit den Heiligtümern des Todes wichtig sind. Des Weiteren baue ich, wo es nicht bereits erwähnten Sachen in meinen Stories komplett widerspricht, Antworten von Joanne K. Rowling ein, beispielsweise, wann genau die Schlacht von Hogwarts stattfand, wann Victoire Weasley und Harry Potters Kinder geboren wurden und wie es mit den Malfoys weiterging.

In Deinen Geschichten hast Du eine schier unglaubliche Weiterentwicklung der, von JKR in vielen Bereichen nur grob skizzierten, Zaubererwelt geschaffen. Du hast eigene Zaubersprüche erfunden, die Zauberei physikalischen Gesetzen unterworfen, neue Handlungsorte platziert, eine eigene Geschichte der Zaubererwelt erschaffen. Wie bist Du hierbei vorgegangen? Wie werden neue Zaubersprüche bei Dir geboren, woher nimmst Du die Ideen dafür?

Das mit den Zaubersprüchen kommt daher, dass ich selbst Latein gelernt habe und mich auch für darauf aufbauende Sprachen wie Spanisch und Französisch begeistere. Daher war es auch eine wesentliche Triebfeder, zu den in den Harry-Potter-Bänden erwähnten Zaubersprüchen eigene dazuzubauen. Hierbei musste ich nicht nur lateinische oder altgriechische Übersetzungen aus dem Kopf oder dem Internet finden, sondern auch überlegen, wie die Sprüche rhythmisch rüberkommen sollen und wo ich einzelne Wörter zusammenschieben konnte. Kofferwort heißt das ja, wenn aus drei oder mehr Wörtern ein einziges Wort gebildet wird, wie im Zauberwort „Expelliarmus“ oder „Tarantallegra!“. So habe ich dann aus „Sonitos Incarcero“ „Ich sperre die Töne/Klänge ein“ „Sonincarcero“ als Auslösewort für den Klangkerkerzauber gebildet. Ich weiß nicht, ob J. K. R. für den Lichtzauber „Lumos“ ähnliche Gedanken hatte, die ich in der Geschichte „Fluchthilfe“ ausgeführt habe. Aber zumindest überlege ich beim Schaffen neuer Zaubersprüche oder Eigennamen für Tierwesen und Pflanzen, wie ihre Eigenschaften in einem Wort zusammenfließen können. Natürlich verwende ich dann auch richtige lateinische Sätze wie bei den Zaubern zum Erzeugen und Abbauen des geräuschlosen Raumes. Was die Unterordnung der Zaubererwelt unter die physikalischen Gesetze angeht, so möchte ich dem widersprechen. Ich habe die Zaubererwelt vielleicht wissenschaftlicher geschildert als J. K. Rowling. Aber in den allermeisten Fällen überwindet Magie immer noch die Gesetze der Physik, wie sie in der Science Fiction durch das Phänomen Hyperraum überwunden werden. Wie bei den Zaubersprüchen bin ich auch bei der Benennung von Zaubergegenständen vorgegangen, nämlich wie ein Gegenstand was bewirkt. J. K. Rowling bezog sich bei ihren Büchern ausschließlich auf die britischen Inseln. Daher fiel es mir und wohl auch jedem anderen Fanfiction-Autor leicht, eigene Ereignisse und Personen der restlichen Zaubererwelt zu erfinden und weiterzuentwickeln. Was die Skyllianri angeht, so konnte ich diese deshalb so frei von der Originalhandlung auftreten lassen, weil J. K. Rowling im siebten HP-Band ja lange Passagen stehen hat, wo die drei Hauptcharaktere nur mit sich selbst beschäftigt waren. Da diese Handlungen über fast ein halbes erzähltes Jahr gingen, konnte ich da wunderbar eigene Ideen einbauen. Dass Voldemort auf seiner Heimatinsel schalten und walten konnte wie er wollte musste ich irgendwie begründen. Denn da ich mich auch für Geschichte und Politik interessiere, wollte mir nicht in den Kopf, dass der ganze Rest der Zaubererwelt dem einfach tatenlos zusehen wollte, was auf den britischen Inseln ablief. Es musste also eine einleuchtende Begründung, eine Abschreckung, eine magische Abwehrglocke her, die jeden ausländischen Zauberer daran gehindert hat, gegen Voldemort und seine Leute zu kämpfen.

Deine Geschichten sind von Anfang an parallel zu den Harry Potter Büchern verlaufen, d.h. Du hast sie bis zum Ende des siebten Bandes um die eigentliche Handlung von JKR herum aufgebaut. Wie schwierig war es, hier immer auf das nächste Buch zu warten und dann erst zu wissen, was passieren wird? Musstest Du viele Ideen wegen den neuen Daten und Fakten verwerfen oder hast Du in den Pausen einfach keine Zeit auf neue Ideen verwandt? Auf viele Dinge bist Du in Deinen Büchern dann genauer eingegangen, hast auch andere Seiten beleuchtet, z.B. Voldemorts Weg näher skizziert. Hat Dir bei JKR einfach zu viel gefehlt oder war es eine Chance, Deiner Phantasie hier freien Lauf zu lassen?

Mir lag beim Schreiben was daran, dass jeder Leser, ich eingeschlossen, nach Erscheinen des nächsten Originalbandes die bereits stehenden Geschichten immer noch lesen konnte, ohne zu sagen, dass J. K. R. was anderes gemeint und geschildert hat. Daher wollte ich meine Geschichten von Anfang an immer in der Handlungsgegenwart der Harry-Potter-Romane spielen lassen. Bei Aurora Dawn bin ich davon abgewichen und habe Dinge in der Vergangenheit erwähnt, die nicht durch die Originalbände vorbestimmt und bestätigt waren. Das führte dann mal dazu, dass ich die Anzeigevorrichtungen für die Hauspunkte umändern musste und dafür eine Begründung (er)finden musste. Das einzige mal, wo es einen unausfeilbaren Widerspruch zu den Originalbänden gab, war die Geschichte um die Geisterbraut des blutigen Barons. Den und dessen Umtriebe hat J. K. Rowling ja im siebten Band genauer erwähnt und dann eben anders, als ich es mir ausgedacht habe. Doch die Story rundweg umschreiben wollte ich dann nicht. Was die Gegenwartshandlung anging musste ich wie vorhin erwähnt Ausweichmöglichkeiten in mein Exposé einbauen, um auf den nächsten Originalband entsprechend eingehen zu können. So wusste ich bis zum Erscheinen von Band 5 nicht, ob Julius weiterhin in Hogwarts bleibt oder nach Beauxbatons wechselt. Seine Begabung und seine Kontakte in die Zaubererwelt hätten es unmöglich gemacht, ihn in Hogwarts zu belassen, ohne dass er oder seine Kontakte sich in das sadistische Treiben von Dolores Umbridge eingemischt hätten. Er musste also aus der Originalhandlung herausgehalten werden. Damit er nicht in die Schlacht um Hogwarts und das Duell zwischen Harry und Voldemort eingreifen konnte, musste ich was erdenken, was ihn zwang, anderswo zu bleiben. Zumindest durfte er dann mitverfolgen, wie die Entscheidungsschlacht ausging. Um die Pausen zwischen den Originalbänden zu überbrücken habe ich dann länger über die Ferienereignisse geschrieben. Dafür waren und sind die zwischen den Schuljahren stattfindenden Sommerferienstränge vordringlich entstanden, die ja auch als Bestandteil des nächsten Handlungszyklusses hätten dienen können. Zum Abschluss dieses Punktes möchte ich sagen, dass es J. K. Rowling gegenüber grob undankbar wäre, wenn ich behaupten würde, dass viel gefehlt hätte. Vielmehr möchte ich sagen, dass ich mich gefreut habe, trotz der Originalhandlung noch so viel Frei- und Spielraum für eigene Ideen gefunden zu haben. Wie erwähnt galt das vor allem für die Ereignisse, die von Band 7 geschildert werden.

Warst Du vielleicht auch schon einmal an dem Punkt, alles hinzuwerfen? Was machst Du, wenn Du Schreibblockaden hast, wie versuchst Du, aus diesen wieder herauszukommen?

Als ich fast mit Julius’ letztem Schuljahr fertig wurde habe ich mich gefragt, warum ich aus der Mailingliste keine Rückmeldungen mehr über die Handlung bekommen habe und ob es noch wen interessiert, was ich schreibe. Die Zugriffszahlen auf die neuen Geschichten, vor allem die der ersten 24 Stunden, haben mir dann aber immer wieder gezeigt, dass es genug Leute gibt, die meine Stories weiterlesen wollten und hoffentlich noch wollen. Wenn ich an einem Punkt bin, wo ich nicht weiß, wie ich was weiterschreiben kann, lenke ich mich damit ab, Sachen zu lesen oder zu hören, die nichts mit dem HP-Universum zu tun haben. Außerdem fand und finde ich immer wieder neue Inspirationen, wenn ich verreise oder mich mit Freunden und Verwandten über dieses oder jenes unterhalte.

Seit über einem Jahrzehnt stellst Du jeden Monat pünktlich ein neues Kapitel Deiner Geschichten online. Wie hält man diese Disziplin aus, ohne die eigene Kreativität zu unterbinden? Brauchst Du den Zeitdruck, um die Geschichte voranzutreiben?

Zum einen wollte ich mein eigenes Zeitmanagement in übersichtlichen Bahnen halten. Zum zweiten wollte ich verhindern, dass Interessenten an meinen Geschichten jeden Tag die Seite anklicken, um dann gefrustet, noch immer keine neue Geschichte gefunden zu haben, das Interesse zu verlieren. Daher habe ich das mit den Terminen gemacht, damit ich wusste, wofür ich in den nächsten Wochen Zeit finden musste und damit Leute sich auf die neuen Stories einstimmen konnten. Rückmeldungen aus der Mailingliste, die ich für meine Stories eingerichtet habe, bestätigen, dass das für mich und die LeserInnen die beste Lösung war. Denn einige haben sich extra die Termine freigehalten oder entsprechend vorplanen können, um die Zeit zu haben, die Geschichten zu lesen. Die Ideen, wie es weitergeht habe ich ja wie vorhin erwähnt in einem Exposé vorgemerkt, wenngleich ich dann dieses oder jenes dazunehme oder aus dem Exposé weglasse. Am wichtigsten ist jedoch, dass ich nach dem Studium viel mehr Zeit hatte als jemand, der eine übliche Arbeitswoche einzuhalten hat. So konnte ich mir auch aussuchen, wann und für wie lange am Tag ich schreibe oder mich mit anderen Sachen beschäftigte. Ob mir dieser Freiraum in Zukunft noch zur Verfügung steht weiß ich nicht. Jedenfalls half und hilft mir die genaue Terminvorgabe, verlässlich zu bleiben, den LeserInnen, meinen Freunden, Verwandten und mir selbst gegenüber. Das wird mir bei jeder Erwerbsarbeit helfen.

Beschreibe uns doch bitte einmal die Erschaffung eines Kapitels, wenn Du am Anfang eines Monats stehst. Welche einzelnen Schritte durchläuft ein Kapitel bei Dir, was steht jeden Monat an?

Ich guck mir an, was im Exposé steht. Dann überlege ich mir, wie die ersten Sätze lauten sollen, schreibe oder verwerfe die Anfänge, bis ich im richtigen Fluss bin. Dabei lege ich fest, ob in dem laufenden Kapitel mehr Atmosphäre, mehr Dialoge oder mehr Action vorkommen sollen. Danach stricke ich dann die ausgeschriebene Handlung. Zudem ist es auch vom laufenden Handlungszyklus abhängig, wie genau ein Kapitel in das nächste übergeht, oder welche Erzählbausteine ich einfügen kann. Im Handlungszyklus um den Totentänzer, den blauen Vampir Volakin und Anthelias „Lebenswandel“ habe ich jedes Kapitel mit einem Ereignis in der Vergangenheit angefangen, das für den Verlauf des aktuellen Kapitels wichtig war.

Wenn man einige Reviews zu Deinen Geschichten im Gästebuch nachliest, dann gibt es teilweise Kritiken, dass Julius Andrews zu glatt, zu erwachsen, zu rational ist und manchmal scheinbar mühelos durch gefährliche Situationen kommt, bei denen sich Harry Potters Erlebnisse wie Kindergartenspiele auslassen. Als Autor ist man immer in der Gefahr, seine Hauptprotagonisten etwas zu perfekt werden zu lassen. Wie versuchst Du, hier ein Gleichgewicht zu behalten? Und einmal ganz ehrlich: Wie viel von Dir und Deinen Träumen steckt in Julius Andrews?

Es gibt Leute, die wollen immer, dass der Held leidet, sich an seinen Schmerzen nach oben entwickelt und immer wieder auf andere Wege gerät, als er will. Ebenso gibt es Leute, die einen Superhelden brauchen, der alles schafft und mit jeder Lage fertig wird. Als kleiner Junge habe ich auch die Abenteuer von Old Shatterhand und Winnetou verschlungen, als Hörspiele, Filme oder Bücher. Dem Autor wurde damals zum Verhängnis, dass er sich in seiner eigenen Traumwelt verstrickt hat und später behauptet hat, wirklich selbst Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi gewesen zu sein. Kommen wir erst mal zur Kritik, Julius würde aus allem locker herauskommen. Das stimmt so nicht. In den allermeisten Fällen kam er nur deshalb davon, weil er gewollte oder unerwünschte Hilfe bekommen hat. So wäre er garantiert in Slytherins Galerie umgekommen, wenn Lady Medea ihm nicht geholfen hätte. Er hätte Hallitti keine Sekunde mehr widerstanden, wenn Anthelia nicht ihr eigenes Ding durchgezogen hätte. Gleiches gilt für Bokanowskis Burg. Die Sache mit der Stimme Ailanorars konnte er nur schaffen, weil er von Millie und Darxandria unterstützt wurde. Ebenso verhielt es sich mit dem Angriff der Skyllianri. Gut, das mit dem Zeitpaktzauber könnte jemand als „er hat’s ganz allein geschafft“ auslegen. Ist aber völlig falsch. Denn ohne Anthelia hätte Julius keine Gelegenheit gehabt, den Zauber aufzurufen. Ohne das Ministerium hätte er den Zauber erst gar nicht gekonnt. Insofern ist die Kritik, er wäre aus schlimmen Sachen glatt herausgekommen unberechtigt. Was seine geistige Entwicklungsstufe angeht: Er hatte eben durch seine Eltern und Verwandte viel früher viel mehr zu lernen gehabt, auch wenn seine Grundschulnoten das nicht widerspiegelten. Der Druck, in einer für ihn unbekannten aber lebensnotwendigen Welt zurechtkommen zu müssen, hat seine geistige Entwicklung beschleunigt. Es gibt auch in der Wirklichkeit viele Kinder, die wegen gravierender Lebensumstände wesentlich schneller erwachsen werden (müssen), als solche, die in einem „behüteten Umfeld“ aufwachsen (dürfen). Des Weiteren muss ich wie jeder Autor damit leben, dass es immer verkehrt ist, egal, wie man es macht. Allen rechtmachen kann und will ich es nicht. Ich freue mich zwar mehr über Zustimmung, empfinde aber auch Verrisse als Bestätigung dafür, dass sich die Zeit gelohnt hat, die ich beim Schreiben gebraucht habe. Da gilt nämlich auch der Grundsatz: „Ein Verriss ist besser als überhaupt keine Kritik.“ Zur Frage, wie viel von Julius in mir steckt so viel: Er und ich waren Internatsschüler und mussten uns gegen gewisse Anfeindungen oder Maßregelungen behaupten. Ich bin stolz und froh, vieles alleine schaffen zu können. Ich empfinde es als Befriedigung, eine umfassende Allgemeinbildung zu haben. Außerdem habe ich gelernt, dass es auch wichtig ist, sich Leuten anzuvertrauen und zumindest die nötige Hilfe zu erbitten oder anzunehmen. Da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Denn ich habe keine akademisch überkandidelten Eltern, bin glücklich damit, Single zu sein, lebe wunderbar damit, keine eigenen Kinder auf den Weg gebracht zu haben, außer denen, die allmonatlich im Internet herumtollen und kann nicht zaubern, auf einem Besen fliegen oder apparieren, so gerne ich dieses oder jenes ganz gerne mal gemacht hätte.

Du lebst jetzt schon über ein Jahrzehnt mit Julius, Millie, Madame Faucon und all den anderen. Sind sie Dir nach all der Zeit ans Herz gewachsen? Sprechen sie vielleicht ab und zu schon mit Dir, wenn die Handlung nicht mit ihren Wünschen übereinstimmt? Oder geistern sie immer im Hintergrund in Deinem Kopf herum, bereit, Dir eine neue Idee zuzuflüstern?

Nein, die Charaktere haben sich nicht zu in meinem Kopf eigenen Lebewesen entwickelt. Zumindest kann ich tagsüber und beim schreiben ohne Kritik von aus meiner Phantasie herausgeschlüpften Leuten arbeiten. Sie gehören aber zu meinem Leben, und ich werde, solange ich es kann, weiter Geschichten mit ihnen schreiben. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass ich bereits geschriebene Szenen nachträume oder auf Reisen daran denke, wie dieser oder jener Charakter sich dazu geäußert oder gehandelt hätte. Das hält sich wie erwähnt im überschaubaren Rahmen. Als ich die Folge „Ammayamiria“ geschrieben habe, wurde mir jedoch etwas wehmütig, auch wenn die Handlung am Ende mehr tröstliches als trauriges beinhaltet. Heftiger empfand ich, als ich „Die goldene Harpyie“ aus der Serie „Aus dem Leben der Aurora Dawn“ schrieb. Andererseits musste ich eine einleuchtende Begründung bieten, woher Julius jenes Bild von Aurora Dawn hat, das ihm schon viel Hilfe aber auch Einstieg in haarsträubende Erlebnisse war.

Bei dem riesigen Umfang Deiner Geschichten hast Du Dir bisher nie einen Betaleser gesucht und trotzdem eine erstaunlich geringe Anzahl an Fehlern in Deinen Texten. Nutzt Du hierfür technische Hilfsmittel, hast einfach eine gute Deutschausbildung hinter Dir, liest Du die Kapitel vielleicht mehrmals hintereinander und korrigierst immer wieder Fehler oder wie schaffst Du das?

Also, ich werde wohl noch genug Rechtschreibfehler und vor allem Kommafehler in den Stories haben, auch wenn ich mich freue, eine brauchbare Deutschausbildung bekommen zu haben. Ich habe deshalb keinen Betaleser, obwohl es genug Anfragen dazu gab, weil ich völlig unabhängig bleiben wollte. Betaleser suchen ja nicht nur nach Schreibfehlern, sondern interpretieren auch die Handlung und melden zurück, was ihnen vielleicht besser gefiele oder am besten ganz rausgelassen werden sollte. Ich wollte und will weiterhin, dass die LeserInnen sich an dem erfreuen oder ärgern sollen, was meine ganz eigene Idee war, sofern sie nicht in den Originalbänden ausgeführt wurde. Ich sehe immer zu, eine neue Geschichte früh genug fertig zu haben, um sie mindestens zweimal Korrekturlesen zu können, bestenfalls dreimal. Wenn dabei immer noch missverständliches oder Schreibfehler übrig bleiben, kann ich die ja noch nach Veröffentlichungstermin ausbügeln. Ich habe ja die alleinige Zugriffs- und Veränderungsbefugnis für meine Seiten und muss daher niemanden bitten, bestimmte Dateien zu verändern oder von mir erstellte Änderungen einzupflegen.

Du hast Deine Geschichten, bis auf die ersten Kapitel, nur auf Deiner eigenen Seite online gestellt. War dies ein bewusst gewählter Schritt, um den Arbeitsaufwand zu verringern oder hatte es andere Gründe? Und was vielleicht auch wichtig hierfür ist: Hat es der Bekanntheit Deiner Geschichten in Deinen Augen geschadet? Kannst Du uns ungefähr sagen, wie viele treue Anhänger Deine Geschichten in den letzten Jahren angezogen haben?

Ich habe ja erwähnt, dass ich gerne die Zugriffs- und Änderungsmöglichkeiten für meine Stories behalten wollte. Daher sind sie nur auf meinen Seiten, dürfen aber gerne von Interessenten verlinkt werden. Hierbei mögen sie bitte jedoch den Quellennachweis auf ihrer eigenen Seite einbauen. Durch die termingerechten Veröffentlichungen konnte ich immer erkennen, dass am ersten Tag nach Freischaltung zwischen 70 und 100 Zugriffe auf die Story erfolgten. Am Tag darauf tröpfelten dann noch weitere Zugriffe ein. Ich schätze im Moment, dass ich zwischen 100 und 200 Stammleser habe, wobei das mal nach oben oder unten abweichen kann, je nachdem, worum es im nächsten Kapitel gehen muss. Ich weiß zumindest, dass wohl gerade halb so viele LeserInnen „Das Netz der schwarzen Spinne“ als „Julius Andrews auf seinem Weg in die Zaubererwelt“ lesen. Zumindest verraten mir die unter jedem Kapitel erhobenen Zugriffszahlen das.

Selbst wenn Du nur einen Leser Deiner Geschichten hättest, würdest Du weiterschreiben? Ist Dir das Schreiben ein inneres Bedürfnis? Und einmal Hand aufs Herz: Wie viel bedeutet Dir das Feedback der Leser? Ist es für dich Ansporn und Motivation oder vielleicht etwas ganz anderes?

Wenn ich nur noch einen Leser hätte, würde ich zum einen keinen Veröffentlichungstermin festlegen und zum zweiten keine für alle Internetnutzer zugleich verfügbare Veröffentlichung auf einer Homepage mehr machen. Ich würde dem verbleibenden Leser die neue Story per E-mail zuschicken, wenn ich damit fertig und zufrieden bin. Konstruktive Kritik empfinde ich als sehr wichtig, auch wenn sie zunächst nicht konstruktiv wirken mag. So habe ich die Sache mit Utopia und dem scheinbaren Widerspruch zwischen der Höchststrafe für unangenehm aufgefallene Pflegehelfer und den zehn Heilerdirektiven auf den berechtigten Einwand eines Lesers ausgearbeitet. Schreiben ist für mich die Möglichkeit, meine Phantasie lebendig zu halten. Früher habe ich viel mit Freunden oder auch für mich gespielt. Ab dem dreizehnten Lebensjahr musste ich aber einen anderen Weg finden, meine Ideen umzusetzen. So kam ich darauf, zu schreiben, damals nur für mich und gute Freunde und seit 1996 für interessierte LeserInnen und Leser.

Du hast schon in Deiner Kindheit angefangen, Science Fiction Geschichten zu schreiben. Hast Du von diesen auch welche online gestellt oder vielleicht sogar veröffentlich?

Eine von den Geschichten steht vielleicht noch im Netz online. Ich habe die Stories damals im zwei-Wochen-Rhythmus auf Papier geschrieben, sofern mir Schule und Umfeld die Zeit gelassen haben. Die eine Story ist „Der rote Mond von Planulak“ und wurde damals im Rahmen des Perry-Rhodan-Fanzines „Intercom“ später Terracom veröffentlicht. Überhaupt habe ich vor den HPFFs hauptsächlich Geschichten im Handlungsuniversum des Weltraumhelden Perry Rhodan geschrieben. Dass ich davon noch nicht restlos abgekommen bin zeigen einige Elemente meiner Stories, die durchaus auch in einem utopischen Handlungsuniversum ohne Magie existieren könnten.

Arbeitest Du neben Deinen HP Geschichten auch an einem anderen Projekt, vielleicht einem eigenen Buch?

Der Gedanke kam mir mal, meine bisherigen Reiseerlebnisse in brauchbarer Form zu einem Buch zu verarbeiten. Ich bin aber im Moment davon abgekommen, da ich zum einen nicht weiß, für welches Publikum ich so was schreiben soll und bei wem ich derlei veröffentlichen kann, ohne dass der Verlag mir dreinredet, was ich zu erwähnen habe und wie genau. Gerade aus meiner Situation heraus gibt es für Verleger und Leser gerne die Extreme, entweder alles als unerwartet phänomenal oder als bemitleidenswert anzusehen. Wie genau ich den für mich nötigen Mittelweg finden kann weiß ich derzeit nicht. Daher schreibe ich im Moment ausschließlich die Fanfictions, weil ich mit denen ohne dazwischengeschalteten Verlag mit den LeserInnen zu tun bekomme. Deshalb schreibe ich ja auch Fanfiction, weil ich diese ja nicht zu Geld machen darf und daher jede Freiheit habe, zu schreiben, wie ich es will, ohne dass mir ein möglicher Verleger dreinredet, womit er oder sie noch mehr Geld aus dem Schrifterzeugnis rausholen kann und ohne mir vorwerfen lassen zu müssen, dass ich welche Talente auch immer für völlig umsonst dem Internetpublikum gebe.

In unserem Archiv haben wir bei den Interviews schon seit längerer Zeit ein Spiel eingeführt, das jeder Autor absolvieren muss, das Assoziationsspiel.
Daher jetzt auch für Dich die verschiedenen Begriffe, wir sind gespannt, was Dir spontan dazu alles einfällt.

Sirius Black – Wichtige Bezugsperson für Harry Potter, auch als Erkenntnis, dass Schein nicht immer Sein ist.
Durmstrang – Trotz unverständlicher Beschränkung der Schüler sicher sehr wichtig und hoch interessantes Institut.
Apparation – Gefährlich, verführerisch, aber die höchste Form magischer Beweglichkeit.
Evanesco – Guter Abfallbeseitigungszauber, würden die Muggel sicher gerne für ihren Atommüll einsetzen.
Pepper Up Trank – Der sagt mir jetzt nichts.
Peeves – Nervig, immer dann da, wenn er nicht gebraucht oder eingeladen wird, wie unliebsame Verwandtschaft.
Der Fahrende Ritter – Ruckelig aber praktisch.
Firenze – Ein Beispiel dafür, wie wichtig Zivilcourage ist und ein Beispiel dafür, mit den Folgen des richtigen Handelns zu leben, auch wenn sie einem selbst unangenehm sind.
Denkarium – Ein Schlüssel, um schwere Erinnerungen wie auch die wichtigsten Erlebnisse längst verstorbener zu erfahren und daraus zu lernen.
Lakritz-Zauberstäbe – Lecker!

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür, dass Du Dir Zeit für das Interview genommen hast. Zum Abschluss überlassen wir Dir das letzte Wort an alle Leser.

Ich möchte mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die mich seit dem Anfang meiner Veröffentlichungen begleiten, ihre wertvolle Zeit dafür hergeben, meine Geschichten zu lesen und mir bis heute die Treue halten wollten, auch wenn ich für den einen oder die andere mal unerwünschte Sachen geschrieben habe. Ohne euch hätte ich die Geschichten sicher nicht so lange und umfangreich weitergeführt. Ich hoffe, dass ihr auch weiterhin mehr Freude als Verärgerung beim Lesen meiner Stories haben werdet. Ich schreibe nur zu meiner und eurer Unterhaltung. Doch wenn jemand meint, aus meinen Geschichten was lernen zu wollen oder zu müssen, dann hoffe ich, dass es die Erkenntnis ist, trotz Überragender Fähigkeiten niemals dem Größenwahn zu verfallen und bei allem, was ihr tut, immer mehr Leute zu kennen, die aufrichtig froh sind, dass es euch gibt, als solche, die am liebsten eure Geburt verhindert hätten.
Frequens Homo solus non sufficit.*


* Anmerkung der Redaktion: "Häufig reicht ein Mensch allein nicht aus"

Wir danken Thorsten Oberbossel im Namen aller Leser
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