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Geschichte des Moments
Das Mysterium des großen Sees von Delenn Dumbledore
(ab 6)

Harry, Hermine und Ron sind fest entschlossen, das Mysterium des großen Sees zu lüften und planen, ein vor langer Zeit verschwundenes Artefakt wieder zurück nach Hogwarts zu bringen.

Zitat des Tages

»Denkt an Cedric. Erinnert euch an ihn, wenn einmal die Zeit kommt, da ihr euch entscheiden müsst zwischen dem, was richtig ist, und dem, was bequem ist.«

Harry Potter und der Feuerkelch, Kap.36

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Harry Potter und der Erbe Voldemorts" angegeben

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Harry Potter und der Erbe Voldemorts ( von )

12. Kapitel: Kapitel 11: Das Monster in mir

Betaleser: supernerbd
Anmerkungen des Autors: In diesem Kapitel passiert so einiges: Artis Geburtstag, der mit dem Todestag von Harrys Eltern auf einen Tag fällt, nämlich Halloween, Arti macht eine unheimliche veränderung durch, es gibt ein Quidditch-Spiel, und... Arti hat eine Idee, wie er die Sünden seines Vaters zumindest ein wenig wieder gut machen will... aber, lest selbst...
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Es kamen nicht so viele zu Artis Party, wie er gedacht hatte. Selbst einige Gryffindors schienen die Gesellschaft Voldemort's Sohn noch mit Vorsicht zu genießen. Doch ihn störte das nicht, denn seine Freunde waren ja da. Er traf gerade mit Katie letzte Vorbereitungen, als die Ersten, nämlich Harry, Ron, Hermine und Ginny ankamen.

„Hi Leute. Schön, dass ihr da seid!“

„Logo sind wir da“, lächelte Ron.

„Also, ich hab jede Menge Butterbier und für nachher noch scharfen Alk...“, grinste Arti und reichte den Vieren jeweils eine Flasche Butterbier.

Hermine sah sich um und meinte: „Nett, was du aus dem Raum gemacht hast.“
„Ja, hab ihn wie so nen Club in New York eingerichtet. Nehmt Platz.“ Er bot ihnen die großen Ledersessel an.

„Woher weißt du wie es in Clubs aussieht? Bist du dafür nicht ein bisschen zu jung?“, fragte Hermine skeptisch. Arti lachte.

„Würdest du mich auf 15 schätzen?“, fragte er.

„Nicht wirklich...“, antwortete Hermine.

„Die meisten Türsteher auch nicht... So, wird Zeit für ein bisschen Mucke, oder?“, sagte Arti nun und ging zum DJ Pult. „Habt ihr nen speziellen Wunsch?“

„Hast du nur Muggelmusik?“, wollte Ron wissen.

„Ja. Kennt ihr davon was?“, erkundigte sich Arti.

„Ich weiß nicht was so 'In' ist, ich hab das letzte Mal Musik gehört, das war, bevor ich nach Hogwarts gekommen bin“, erklärte Hermine.

„Ich kann ja mal ein bisschen was spielen, dann sehen wir schon, ob es euch gefällt.“ Arti legte eine CD ein und ließ sie einfach durchlaufen. Wie sein CD-Player an Hermines Geburtstag, liefen auch das Pult und die Lichtanlage mit Magie. Arti drückte auf Play, und aus den Boxen begannen E-Gitarren zu klingen.

„Alice Cooper“, erklärte Arti, „ganz großer Rock!“

Eine krächzende Stimme begann zu singen.

Your cruel device
your blood, like ice
One look, could kill
My pain, your thrill...

I wanna love you but I better not touch (don’t touch)
I wanna hold you, but my senses tell me to stop
I wanna kiss you but I want it too much (too much)
I wanna taste you but your lips are venomous poison
You’re poison, running through my veins
You´re Poison
I don’t wanna break these chains

Arti schnappte sich auch ein Butterbier und setzte sich neben Kati zu seinen Freunden in die Sofa-Sessel-Ecke.

„Klingt cool“, sagte Ron und nahm einen weiteren Schluck aus seiner Flasche.

„Die Worte kenne ich, doch ich versteh den Zusammenhang nicht...“, sagte Harry nachdenklich und lauschte der Musik.

„Macht nichts, es geht nicht um den Sinn.“ Arti nahm sein noch verschlossenes Butterbier, biss auf den Kronkorken, es machte 'Klack' und das Bier war offen.

„Das ist nicht gut für die Zähne“, sagte Hermine schockiert.

„Meine Zähne sind daran gewöhnt, ich mach das, seit ich elf bin.“

„Du trinkst seit du elf bist Bier?“, fragte Hermine.

„Nein, nein, erst seit 13. Aber Colaflaschen haben doch auch Kronkorken...“

„Seit 13? Oh mann, New York klingt wirklich übel...“, meinte Hermine nun.

Arti erklärte lachend: „Naja, nicht alle Kids saufen drüben, im guten alten Big Apple. Aber da ich nun mal um einiges Älter aussehe als ich bin, ist es für mich halt leichter an Alkohol zu kommen. Mein Aussehen öffnet mir alle Türen.“

In diesem Moment kam ein weiterer Schwung Gäste herein. Dabei waren Neville, Dean, Parvati mit ihrer Schwester Padma und Luna.

„Servus Leute, machts euch gemütlich, nehmt euch ein Bier und fühlt euch wie zu Hause. Schön, dass ihr da seid!“

Die Neuankömmlinge hockten sich zu den anderen.

„Die Musik ist klasse!“, sagte Neville spontan.

Aus den Boxen dröhnte gerade ein zweites Lied von Alice Cooper: „Man behind the Mask“

Nach einiger Zeit stellte Arti auf Techno um, von dem ein paar nicht ganz so begeistert waren, dämmte das große Licht und stellte die Anlage an. Immer mehr Gäste kamen, auch ein paar aus den anderen Häusern, die Arti beim letzten DA Treffen eingeladen hatte.

„So, Leute, wird Zeit für den Feuerwhiskey, oder?“, sagte Arti und griff nach einer Flasche.

„Sei vorsichtig mit dem Zeug!“, warnte ihn Ernie.

„Nun denn...“ Er öffnete die Flasche und nahm einen großen Schluck. Um ihn herum waren die Gespräche verstummt.

„Ja, ganz nett“, sagte Arti und wischte seinen Mund mit seinem Ärmel ab.

„Aber knallt nicht so richtig. Hab schon härteres Muggelzeug gesoffen, der lässt sich ja wegschütten wie Wa... Wa... Wascher... Wascher... WASCHER!!!!“, brüllte er plötzlich. Seine Kehle fühlte sich an, als ob sie brennen würde. Nun wusste Arti, warum es 'Feuer'-Whiskey hieß. Ein Gelächter hob an, während Arti im Kreis hüpfte. Katie packte ihn und schüttete ihm ein Glas Wasser in den Rachen. Langsam beruhigte sich Arti wieder.

„Was für ein Burner...“, sagte Arti. Später wurde das Faß Purpurwein angestochen und es wurde ausgeschenkt. Der Wein schmeckte absolut köstlich. Sehr süß, mit einem leicht säuerlichen Unterton, richtig fruchtig und sogar ein bisschen scharf. Die Schärfe kam sicherlich vom Alkoholgehalt. Je später der Abend wurde, desto mehr wurde getrunken. Die ersten Hemmungen fielen und als Arti die nächste Techno-CD einlegte, begannen die ersten zu tanzen. Es hatten sich einige Pärchen gebildet, die nun in der Sofalandschaft zusammenhockten und knutschten. Bei einem besonders melodischen Lied hatte Neville Susan Bones zum tanzen aufgefordert, die gerne annahm und mit Neville auf der Tanzfläche verschwand. Arti saß bei Ernie, Dean und Seamus, die gerade ein kleines Wettsaufen veranstalteten.
„Ok, die Regeln“, begann Seamus.

„Auf drei wird getrunken. Wer absetzt, ist raus. Wer als erstes ausgetrunken hat, knallt die Flasche auf den Tisch. Alles klar?“

„Yo.“ „Ja.“ „Klar.“

„Dann eins, zwei, drei!“ Die Vier setzten unter „EX, EX, EX“-Rufen der Umher stehenden an und tranken das Butterbier runter. Dean konnte als erstes nicht mehr und setzte ab. Arti wurde mit Ernie zeitgleich fertig und ein Stechen musste gemacht werden.
„Net schlecht, Amerikaner“, sagte Ernie mit einem Grinsen.

„Oh, du wirst dich wundern“, entgegnete Arti und das zweite Bier wurde geext. Diesmal gewann Arti. Die anderen applaudierten.
„Gut gemacht“, gratulierte Ernie.

„Du bist endlich mal ein würdiger Gegner...“, lachte Arti. Arti stand auf und wechselte wieder die Musik. Diesmal auf 80er-Jahre-Partymusik, was bei den meisten ziemlich gut ankam.

Arti fiel nun auf, dass Harry ziemlich ruhig in einer Ecke saß, Ron, Hermine und Ginny unterhielten sich mit Katie angeregt über irgendetwas. Arti beschloss, Harry anzusprechen, der einen recht einsamen Eindruck machte.

„Harry, alles okay?“, fragte Arti.

„Ja.“

„Sieht aber nicht so aus... willst du kurz mit rausgehen?“, fragte Arti. Er kannte das von früher. Wie oft war er schon mit einem Kumpel vor der Disko gesessen und hatte einfach nur geredet.

„Warum?“, fragte Harry.

„Weil dich irgendwas bedrückt, das sieht ein Blinder. Drüber reden hilft.“

„Wenn... wenn du meinst“, sagte Harry und stand auf.

„Wir sind gleich wieder da“, gab Arti Ron, Hermine, Ginny und Katie Bescheid. Dann verließen sie den Raum. Die Musik dröhnte selbst durch die geschlossene Tür.

„Also, was ist los? Wollen wir ein bisschen spazieren?“

„Okay“, sagte Harry tonlos.

„Also, rede mit mir. Geht’s um ein Mädchen?“

„Nein, nein... es ist nur...“, druckste Harry herum.

„Was?“, hakte Arti nach.

„Mir ist nur irgendwie nicht nach Party.“

„Und warum?“, fragte Arti einfühlsam. Sein Freund schien wirklich etwas schwer auf dem Herzen zu liegen.

„Nun... heute ist...“ Harry stockte. Er sah Arti an und realisierte, mit wem er gerade redete.

„Sorry“, sagte er schnell, „Ich will deinen Geburtstag nicht kaputt machen...“

„Hör auf mit dem Blödsinn... Was ist heute?“

„Naja...“ Sollte Harry es Arti erzählen? Das heute, an Artis Geburtstag, vor 15 Jahren, dessen Vater seine Eltern ermordet hat? Genau an dem Tag, an dem er geboren wurde... überlegte Harry nun.

Arti wurde ungeduldig.

„Sag schon.“

„Heute ist der Todestag meiner Eltern...“

„WAS? Du meinst, an meinem Geburtstag hat... Mann, warum haste das nicht gesagt? Ich hätte doch meine Feier verschieben können...“

„Siehst du, darum wollte ich es nicht sagen... Du machst dir wieder diese Scheißvorwürfe...“, sagte Harry nun.

„Harry, ich...“

„Du hast es doch selbst den anderen gesagt... DU KANNST NICHTS DAFÜR. Glaubst du nicht mal deinen eigenen Worten?“

„Harry... schließlich war es mein...“

„Du kannst nichts dafür“, sagte Harry nun etwas ruhiger.

„Harry!“ Arti begannen Tränen in die Augen zu schießen.

„Alter... Du bist mein Freund!“ Harry packte Arti am Arm.

„Harry, es tut mir echt...“

„DU kannst nichts dafür. Du KANNST nichts dafür. Du kannst NICHTS dafür. Du kannst nichts DAFÜR!“, sagte Harry, und betonte jedesmal ein anderes Wort, als ob er es Arti ins Hirn brennen wollte.

„Ich mochte dich von Anfang an. Du bist echt ein Freund“, sagte Arti nun.

„Du auch. Mir ist egal wenn andere reden. Sollen sie doch. Du bist unser Freund... du hast uns sogar schon das Leben gerettet!“, sagte Harry entschlossen. Arti wischte sich die Tränen weg.

„Es ist nur... es ist so komisch...“, meinte Arti und setzte sich hin.

„Ja, das ist es wirklich.“ Harry legte Arti freundschaftlich die Hand auf die Schulter und meinte: „Ich bin nur heilfroh, dass es endlich raus ist...“

„Und ich bin froh, dass wir drüber geredet haben...“, sagte Arti. Die beiden schwiegen eine Weile, bis Arti die Stille brach: „Wollen wir wieder auf die Party?“

„Ja, es ist ok“, antwortete Harry.

„Gut, dann lo...“, Arti wurde von einem Schrei unterbrochen.

„Was war das?“

„Keine Ahnung. Es kam aus der Eingangshalle...“ Die beiden sahen sich an und stürmten los.

Eine der großen Eichentüren stand offen. Sie war blutverschmiert. Sie kamen näher und sahen die beiden Wachauroren, oder was von ihnen übrig war, am Boden liegen.

„Irgendwas ist im Schloss...“, sagte Harry leise. Da waren weitere Schreie zu hören.

„Das kommt von oben...“

„LOS!“, schrie Arti und stürmte die Treppen hoch, Harry dicht hinter ihm.


Suzie wollte mit Sven, Garfield, Ida und Martha auch mal bei Artis Party vorbei schauen. Sie hatten sich im Gemeinschaftsraum verabredet und gingen nun zu dem Raum, den Arti ihnen beschrieben hatte. Plötzlich hörten sie einen Schrei.

„Was war das?“, fragte Sven.

„Keine Ahnung“, antwortete Suzie.

„Gehen wir lieber weiter“, schlug Ida mit zittriger Stimme vor.

„Gute Idee“, bestätigte Sven. Als sie am Ende des Ganges angekommen waren, hörte Sven hinter sich etwas.

„Habt ihr das auch gehört?“

„Was?“, wollte Suzie wissen.

„So eine Art... Knurren.“ Sie drehten sich langsam um und sahen... Nichts. Nur den dunklen, leeren Gang.

„Das ist echt unheimlich...“, sagte Martha.
„Keine Angst, ich pass auf dich auf“, sagte Garfield mutig und nahm sie in den Arm.

„Los, gehen wir weiter.“

Als sie sich zum Gehen wandten, stand etwas vor ihnen. Etwas großes behaartes. Etwas Wolfsartiges mit gelben, glühenden Augen.

Die fünf begannen zu schreien. Das Biest schlug nach ihnen und erwischte Ida am Bein. Sie stürzte.
„IDAA!!!“, rief Martha und sprang zu ihr. Der Werwolf schnappte nach ihr und hob sie hoch.

„LASS SIE IN RUHE!“, brüllte nun Garfield und stürzte sich auf den zwei Meter großen Wolf. Der ließ Martha fallen und fiel rücklings um.

„SCHNELL! ZUM TURM!“ Garfield packte Martha und begann zu laufen. Sven und Suzie halfen Ida auf, die am Bein verletzt war und stützten sie. Zusammen rannten sie in Richtung Aufenthaltsraum. Da schossen Arti und Harry um die Ecke. Arti sah die Kinder und dann die Bestie. Der Werwolf hatte sie wieder eingeholt und Sven, Suzie und Ida wieder zu Fall gebracht. Arti stürmte los ohne zu überlegen, als er sah, dass Suzie von dem Wolfsding bedroht wurde.

„Was zum... ARTI!!!“, rief Harry und stürzte hinterher. Arti schmiss sich dem Werwolf voll entgegen und schleuderte ihn von den dreien fort.

Der Wolf schüttelte Arti ab und warf ihn von sich. Arti sprang wieder auf.

„Harry, bring die Kinder in Sicherheit, und hol Hilfe!“, rief Arti.

„Arti, warte, du kannst nicht...“, wollte Harry entgegnen, doch er verstummte. Arti hatte sich zu ihm umgedreht. Seine Augen funkelten rot und er schien von einer bedrohlichen Aura umgeben zu sein.

„Was zum...“

„ICH SAGTE... HAU AB!“ Artis Stimme wurde bedrohlich tief und hallend. Harry überlegte nicht lange und half den Kindern zurück in den Gryffindorturm zu kommen. Als er sich noch einmal umsah, sah er, wie Arti schreckliche, schwarze Klauen wuchsen.

„Was zur Hölle...“, war alles was Harry herausbrachte.

Komm, Wolfie, wir spielen“, sagte Arti in dieser komischen Stimme und ging langsam auf den nun winselnden Wolf zu...


Arti erwachte. Er hatte üble Schmerzen im ganzen Körper. Er hielt die Augen geschlossen. Arti konnte sich an nichts erinnern, alles, was er noch wusste, war, dass er mit Harry geredet hatte... dann hatten sie einen Schrei gehört und... DER WERWOLF!

Arti riss die Augen auf und schaute sich um. Es war hell... zu hell für seine Augen.

„Endlich wach!“, rief eine Stimme.

Katie fiel Arti um den Hals.

Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Helligkeit. Er lag in einem Krankenbett, seine Freunde saßen um ihn herum.

„Was ist passiert?“, fragte er. Er richtete sich auf.

„Das wollte ich dich eigentlich fragen“, sagte Harry.

„Was ist los? Da war ein Werwolf... sind die Kinder...?“

„In Sicherheit“, sagte Harry, „und bis auf ein paar Kratzer unverletzt.“

„Was man von dem Wolf nicht sagen kann...“, meinte Hermine.

„Was ist passiert?“, fragte Arti nochmal.

„Ich hab Hilfe geholt. Als ich mit Dumbledore wieder zu dir und dem Wolf kam... es war grauenhaft. Du hast den Wolf irgendwie... zerfetzt. Alles voller Blut, Fleisch, Knochen und Fellfetzten. Und du lagst bewusstlos mittendrin. Du warst wieder normal. Deine Klamotten waren allerdings... zerrissen“, beendete Harry seine Erzählung.

„Wieder... normal?“

„Ja. Was ist das, in das du dich verwandelt hast?“, fragte Harry.

„Ver... VERWANDELT?“

„Du hattest rote Augen, warst total blass und hattest schwarze, lange Klauen... Was war das?“

„Ich hab keine Ahnung...“, antwortete Arti ehrlich.

„Der Junge braucht jetzt seine Ruhe“, kam Dumbledores Stimme von der Tür her.

„Was immer es war, du hast damit einigen Leuten das Leben gerettet...“, meinte Harry. Er und die anderen standen auf, als Dumbledore ans Bett kam.

„Ihr geht nun am besten alle. Und kein Wort darüber!“, sagte Dumbledore. Die anderen verließen die Krankenstation. Katie gab Arti schnell einen Kuss, und verschwand dann auch.

„Professor? Wissen Sie, was mit mir los ist?“

„Ich habe eine Ahnung. Es würde für eine Theorie von mir sprechen, doch die ist noch sehr lückenhaft. Soviel sei gesagt: Es scheint, dass dir dasselbe widerfährt wie deinem Vater. Und ich vermute, es ist auch die Erklärung, warum du so talentiert bist...“

„Professor... Das ist mir schon einmal passiert...“

„Ach? Erzähl mir bitte davon.“

„Es war... kurz bevor Hagrid mich besucht hat und mir von der Zauberei erzählt hat. Ich war wütend, sehr wütend auf ein paar Kerle. Dann bin ich im Krankenhaus zu mir gekommen, und meine Mom hat mir was erzählt, von wegen, man hätte die Kerle sehr schwer verletzt in der Stadt gefunden.“

Dumbledore lauschte Artis Geschichte aufmerksam.

„Und nun sagt Harry, ich hätte mich in ein Monster verwandelt...“

„Ja, das sagte Harry.“

„Was ist mit mir los, Professor?“, wollte Arti wissen.

„Ich habe nicht die geringste Ahnung. Eine Erklärung wäre, dass du dich unbewusst in etwas viel Stärkeres verwandelst, wenn du in Gefahr bist...“

„Nein, ich war schon öfter in Gefahr. Wurde schon tausendmal zusammengeschlagen...“

„Ist sowieso unwahrscheinlich. Die Verwandlung ist eine Sache, die nicht viele beherrschen, und noch nie habe ich davon gehört, dass das jemand unbewusst macht. Erinnerst du dich daran, was du gefühlt hast, bevor es passierte?“, fragte Dumbledore nun.

„Ich hab gesehen, wie das Ding Suzie bedrohte. Ich hatte eine Todesangst um sie, sie bedeutet mir viel. Und eine Scheißwut auf diesen Werwolf. Es war wie damals. Ich hatte damals Angst um meine Mom.“

„Hattest du schon mal ernsthaft Angst um dein Leben?“

„Wenn man in New York lebt, lebt man ständig mit der Angst im Hintergrund, ein irrer Junkie könnte einen für fünf Doller umlegen...“

„Ich meine...“

„Ich weiß, was Sie meinen. Nein, nicht wirklich“

„Aber du hattest Angst deiner Mutter, oder Miss Bell könnte was passieren?“

„Ja, natürlich.“

Dumbledore schien kurz zu überlegen.
„Danke Arti. Du brauchst jetzt Ruhe.“ Professor Dumbledore stand auf und wandte sich zum gehen.

„Professor?“ Arti standen Tränen im Auge.

„Ja?“ Dumbledore drehte sich um.

„Ich hab Angst... was ist mit mir?“

Dumbledore lächelte milde.
„Ich weiß nicht. Vermutlich gar nichts“, und damit verließ auch er die Krankenstation.


Glücklicherweise blieb die Geschichte mit der Verwandlung ein Geheimnis zwischen Arti, Harry, Ron, Hermine, Ginny, Katie und Dumbledore. Doch die Tatsache, dass ein Werwolf in Hogwarts eingedrungen war, zwei Auroren getötet und Schüler verletzt hatte, stand am nächsten Morgen im Tagespropheten. Rufus Scrimgeour ordnete sofort an, die Sicherheit um Hogwarts, die erst kurz zuvor reduziert worden war, wieder zu erhöhen. Dies schien die aufgebrachte Bevölkerung wieder zu beruhigen, denn unzählige besorgte Eltern hatten sich an das Ministerium gewandt.

In Hogwarts wusste jeder, dass Arti die fünf Erstklässler gerettet hatte, aber nicht wie, so kursierten die wildesten Spekulationen. Doch diese gute Tat schien die meisten überzeugt zu haben, dass Arti tatsächlich ungefährlich war, zumindest, wenn man auf seiner Seite stand. Arti jedoch hatte von da an ziemlich üble Alpträume. An einem Abend, eine Woche nach Artis Party, war es wieder mal soweit...

Arti ging durch einen langen Korridor, dessen Wände aus Stein waren. Links und rechts waren Türen. Er konnte weder das Ende des Ganges sehen, noch, was hinter ihm war. Nach einer Weile sah er zwei Gestalten vor ihm. Als er näher kam, sah er, dass es er selbst und Suzie waren. Er ging noch näher ran und erkannte, dass der Arti, der vor ihm stand, unheimlich aussah. Er blickte böse grinsend das Mädchen an und packte sie am Arm. Jetzt sah Arti, dass sein Traum-Spiegelbild blasser als er selbst war, etwas längere Haare und einen Stoppelbart hatte. Suzie sah den blassen Arti an. Sie sagte etwas, aber Arti verstand es nicht. Dann begannen der blasse Arti und Suzie den Gang entlang zu gehen. Arti folgte ihnen. Sie schienen endlos weiter zu gehen. Der blasse Arti und Suzie entfernten sich immer weiter und weiter, so dass Arti rennen musste, es aber nicht schaffte, zu ihnen aufzuholen.

Schließlich blieben sie vor einer Tür stehen. Der blasse Arti schien Arti nun direkt anzusehen, grinste sein bösestes Grinsen und schob Suzie in das Zimmer hinter der Tür. Arti rannte schneller, so schnell er konnte. Als er an der Tür ankam, fiel sie gerade zurück ins Schloss. Dann hörte Arti Suzie schreien.

Arti erwachte schweißgebadet. Er starrte in die Leere seines Zimmers. Neben ihm lag Suzie, wie schon so oft, und schlummerte friedlich. Arti legte sich wieder hin und kuschelte sich an das Mädchen.

„Ich werde nie zulassen, dass dir was passiert!“, sagte er.

'Aber wer beschützt sie vor dir?', fragte eine Stimme in Artis Hinterkopf.

„NEIN“, sagte er, „ich werde ihr niemals wehtun...“

'Nicht solange ich klar denken kann', fügte er in Gedanken hinzu. Er lauschte Suzies sanftem Ein- und Ausatmen. Und schon bald schlief er wieder seelenruhig ein.

Die Zeit verging und Arti wurde immer besser in seinem Training. Er benutzte beim Zaubern mittlerweile gar keine Sprache mehr. Selbst neue Sprüche konnte er nun problemlos direkt zaubern. Harry war in der DA mittlerweile auch dazu übergegangen, das Zaubern ohne Worte zu trainieren, und wurde immer zufriedener mit seiner Truppe. Auch im normalen Unterricht wurde es von Harry und den anderen in seiner Jahrgangsstufe erwartet, zu zaubern ohne zu sprechen. Neville konnte es sehr gut. Liegt wohl daran, dachte Harry, dass Neville sowieso ein eher ruhiger Typ ist. Allgemein war Harry erstaunt über Neville, denn er hatte inzwischen sogar eine Freundin. Neville hatte viel mit Susan Bones unternommen, seit er sie auf Artis Party zum Tanzen aufgefordert hatte. Harry freute sich für ihn. Auch in Moodys Duellierclubs lief alles ganz rund. Da so viele mittlerweile bei der DA ein festes Mitglied waren, konnte Moody nichts an ihnen aussetzen. Er ließ sie ab und zu wieder gegen Auroren antreten und die meisten schlugen sich recht gut.


Eine Woche später war das erste Quidditch Spiel der Saison für die Gryffindors. Es ging gegen Slytherin. Alle freuten sich sehr auf die Begegnung der alten Kontrahenten. Harry sah dem Spiel mit gemischten Gefühlen entgegen, denn er hatte schon lange kein Training mehr abgehalten, weil mit der DA und dem Duellierclub, sowie den ganzen Hausaufgaben nicht wirklich viel Zeit dafür übrig geblieben war. Das wollte er aufholen. Er bestellte seine Teamkollegen nun jeden Abend auf das Quidditchfeld. Während Harry, Ron, Katie und die Neuzugänge Shelly, Perdibus und die Creevy Brüder übten, saßen Hermine, Ginny, Arti und Kirsten Morris, Perdys Freundin, auf der Tribüne und sahen zu.

Die Woche verging und der Tag des Spiels kam. Man merkte es auch an der Stimmung im Schloss. Die üblichen Gesprächsthemen, nämlich die Todessermorde und die Werwolfüberfälle, rückten in den Hintergrund. Alle waren gespannt auf die neuen Spieler der Gryffindormannschaft. Die neuen Spieler von Slytherin hatten ihren erbärmlich einstand ja schon im Spiel gegen Ravenclaw gegeben.

Ron war beim Frühstück nervös wie immer, und dass seine Freunde auf ihn einredeten, schien nicht zu helfen. Er war so flatterhaft, dass er Kürbissaft über die Pfannkuchen schüttete und erst dann seinen Irrtum bemerkte, als er einen kräftigen Schluck aus der Ahornsirupflasche nahm. Er hustete und Hermine klopfte ihm auf die Schulter.

„Ron, du weißt ganz genau, dass du keine Panik zu schieben brauchst. Du bist gut!“

„Außerdem glaube ich nicht“, meinte Ginny, „dass es zu größeren Torchancen für die Slytherins kommen wird.“

„Und wie kommst du darauf?“, wollte Ron wissen.

„Na ganz einfach“, erwiderte Ginny keck, „mit dem Thunderbird wird Harry den Snitch binnen Sekunden gefangen haben. Oder Harry?“

„Naja, der Thunderbird ist schnell, aber ich hab noch einige Probleme bei engen Kurven... Haken kann man damit wahrlich nicht schlagen...“, sagte Harry unsicher. Hermine und Ginny stießen ihm gleichzeitig mit den Ellenbogen in die Rippen und warfen ihm böse Blicke zu. Als Harry sich fragend nach Ginny umsah, flüsterte sie ihm ins Ohr: „Glaubst du, das hilft, Ron zu beruhigen?“

Harry sah schuldbewusst zu Boden, während Hermine sich wieder an Ron wandte: „Ron, du bist wirklich ein sehr guter Hüter. Im Training diese Woche hast du jeden Ball gehalten...“

„Als Älteste im Team“, mischte sich nun Katie ein, „kann ich sagen, dass du der beste Hüter bist, den Gryffindor seit Oliver hatte...“

„Kunststück, ich bin der EINZIGE Hüter, den Gryffindor seit Wood hatte“, sagte Ron.

„Du vergisst diesen, wie-hieß-er-noch, der letztes Jahr ein Spiel für dich eingesprungen ist? Der war richtig erbärmlich...“

„Viel schlimmer als ich kann er nicht gewesen sein...“ Ron stocherte lustlos in seinem Pfannkuchen-Kürbissaft-Brei.

Arti seufzte: „Ach Ron. Wenn du nur halb soviel Energie in das Spiel steckst, wie du jetzt aufwendest, um zu beteuern, dass du schlecht bist, dann werden die Slytherins den Ball nicht einmal in die Nähe der Torringe bekommen...“



Um halb elf war es soweit. Die ganze Schule machte sich mit Schal, Wimpel und Fahne bewaffnet auf den Weg ins Quidditch-Stadion. Die Mannschaften gingen in die Umkleiden und die Fans begaben sich in die Ränge. Arti, der Katie noch einen leidenschaftlichen Viel-Glück-Kuss gegeben hatte, ging den anderen hinterher. Oben angekommen, kämpfte er sich durch die Menge Richtung Hermine, Ginny und Kirsten. Er klopfte Hermine auf die Schulter, die sich sofort umdrehte.

„Ja?“

„Tschuldigung, sitzen hier die Spielerfrauen?“

„Ja, Witzbold“, lachte Hermine und rückte ein Stück, um Arti neben sich setzen zu lassen.

Arti sah sich um. Die Stimmung war unglaublich. Das ganze Stadion war ein rot-goldenes Meer. Nur eine kleine Ecke schimmerte grünlich silbern.

„Sieh mal! Sogar die Hufflepuffs und Ravenclaws unterstützen Gryffindor“, sagte Arti.

„Es ist weniger, das sie für Gryffindor sind... vielmehr sind sie gegen Slytherin“, erklärte Hermine. Arti nickte verstehend.

„Es ist ja der Wahnsinn, wie die Fans abgehen. Das ist ja ärger als bei einem Baseballspiel. Ich war mal bei einem, als ich noch klein war...“

„Was ist Baseball?“, fragte Ginny.

„Ein Sport. Ziemlich kompliziert. Nicht wirklich spannend, man schaut es sich nur an, um eine Ausrede zum Saufen zu haben“

„Da kommen sie!“ Kirsten deutete auf die Kabinenausgänge.


Die Mannschaften verließen ihre Umkleiden und marschierten aufs Feld. Sie trafen sich in der Mitte. So wie es bei anderen Sportveranstaltungen Tradition ist, das die Mannschaftskapitäne sich die Hand schütteln, so ist es bei Gryffindor und Slytherin Brauch, dass die Kapitäne sich giftige Blicke zuwerfen.

„Ok, ich will ein sauberes, faires Quidditchspiel sehen“, sagte Madam Hooch und entließ den Schnatz und die Klatscher.
„Auf drei. Eins, zwei, drei.“ Sie warf den Quaffel in die Luft und lies einen gellenden Pfiff hören. Sofort schossen die vierzehn Besen der Spieler in die Höhe. Allerdings waren nur dreizehn Spieler darauf. Mortimer Pucey, der kleine Bruder des ehemaligen Jägers, der nun dessen Position eingenommen hatte, hatte vor Schreck den Besenstiel losgelassen und sein Besen war ohne ihn abgehoben. Ein lautes Lachen hallte über die Tribüne.

„Das ist ja ein wundervoller Start für die Slytherins, Pucey ist mal grade direkt auf seinem Ar-“

„Mr. Finnigan!“, herrschte Professor McGonnagal Seamus an.

„...Allerwertesten gelandet. Und damit herzlich Willkommen zu dieser Weltklasse Begegnung Gryffindor gegen Slytherin, ich bin Seamus Finnigan, euer neuer Kommentator. Nichts gegen die bezaubernde Lisa, welche das klasse Spiel Ravenclaw gegen Slytherin moderierte, aber sie hat leider eine böse Erkältung und ist ganz heiser, von dieser Stelle nochmal gute Besserung, Lisa! Doch es gibt noch mehr neue Gesichter dieses Jahr. Die Gryffindor Mannschaft hat Verstärkung bekommen und zwar die beiden Jäger Perdibus Grant und Michelle Callahan sowie die Gebrüder Creevy, Colin und Dennis als Treiber. Aber auch Slytherin hat drei neue Gesichter, besonders hässliche noch dazu...“

„MR. FINNIGAN!“

„Tschuldigung. Als da wären Mortimer Pucey, der nun endlich auch am Spiel teilnimmt, Philleaus Hagger und Blaise Zabini, allesamt Jäger. Doch nun zum Spiel, Hagger ist im Ballbesitz er fliegt auf Gryffindors Torringe zu, doch da stellt sich ihm die Altmeisterin Katie Bell in den Weg. Hagger versucht auszuweichen, doch was ist das? Da taucht Shelly von unten auf und reißt ihm den Quaffel aus der Hand. Gut gemacht Mädel! Jetzt fliegt Gryffindor den Angriff. Bell und Grant fliegen mit vor. Callahan gibt ab an Grant, der wirft zu Bell und die zurück zu Callahan, schönes Passspiel. Tja, da wissen die Slytherins nicht, wem sie den Quaffel abnehmen sollen. Nicht dass sie sonst IRGENDWAS wüssten... Jaja, ist ja gut Professor... Und da ein weiterer Pass auf Grant. JA WAS MACHT DER DENN?“

Perdibus sprang von seinem Besen und kickte den Quaffel mit seinem Fuß direkt auf die Torringe zu und...
„TOOOR! Mit dem Fuß! Wahnsinn! Dieser Grant ist wahrlich ein Teufelskerl. Es steht 10 zu zero für Gryffindor. Und das nach nicht mal knapp einer Minute! Weiter so!“

Harry hörte den Jubel und unterbrach seine Suche nach dem Schnatz für eine Sekunde.

'Ja', dachte er, 'da hab ich die richtige Mannschaft beisammen.'

Bis jetzt hatte Harry seinen Thunderbird noch ganz sachte und langsam geflogen, er wollte Malfoy nicht direkt zeigen womit er es zu tun hatte. Er setzte seine Runden um das Stadion fort, auf der Suche nach dem goldenen Schnatz. Einen Moment lang glaubte er, ihn entdeckt zu haben, er wollte schon losstürzen, da erkannte er, dass es nur eine Uhr von einem Zuschauer gewesen war, die kurz in der Sonne aufgeblitzt war.

„Slytherin wieder in Ballbesitz. Zabini wirft den Ball zu Pucey... UND DER KOMMT NICHT RAN! LOS GRYFFINDOR, EURE CHANCE! Mist, da hat ihn Hagger sich schon geschnappt. Er fliegt jetzt einen Angriff auf das Gryffindor Tor. Er kommt an der Verteidigung vorbei, er SCHIESST UND... WEASLEY HÄLLT! WELCH EINE SCHÖNE PARADE! Weasley wirft den Ball Callahan zu. Wie geschickt sie ihn auffängt! Ein äußerst talentiertes und auffallend hübsches Mädchen! Sorry, Professor... und die Gryffindors gehen wieder in die Offensive. Ihr Passspiel ist mal wieder vorbildlich, Bell, Callahan, Grant, zurück zu Callahan, Bell, Grant und OH NEIN! Grant wurde getroffen... Ein Klatscher von Crabbe... oder Goyle... nein es war Crabbe... ich kann die beiden nicht auseinander halten, sie sehen beide aus wie Trolle...“

„Mr. Finnigan, ich verwarne Sie ein letztes Mal...“

„Tut mir aufrichtig leid, Professor, aber ich bin so verwirrt... ich habe noch nie Trolle fliegen sehen...“

„MR. FINNIGAN!!!“

Ein lautes Gelächter schallte von den Rängen.

„Jedenfalls hat einer der beiden rausgefunden, für was der Schläger gut ist und wir hatten die erste Klatschersituation. Grant hat sich aber wieder erholt. Katie Bell ist im Ballbesitz. Sie fliegt aufs Tor zu und... TOR! 20 zu Nada für Gryffindor“

„Strengt euch gefälligst an, ihr Halbaffen!“, brüllte Malfoy von seinem Besen seinen Spielern zu. Allerdings brachte das wenig, denn Gryffindor erziehlte noch weitere 6 Tore, sodass Seamus Finnigan fröhlich verkünden konnte: „Gryffindor 80, Slytherin Niente!“

Shelly flog gerade einen weiteren Angriff, als Pucey und Hagger auf sie zustürzten. Sie wollte ausweichen, doch Hagger war schon bei ihr und gab ihr einen heftigen Tritt, genau gegen den Kopf. Shelly fiel sofort mit einem Schmerzensschrei vom Besen. Madam Hooch reagierte blitzschnell und bremste ihren Fall mit einem Schwebezauber. Ein Ruf der Empörung ging durch die Reihen. Am lautesten schrie Seamus, man hätte ihn auch gut ohne den Sonoruszauber verstanden.

„ER HAT SIE ZU FALL GEBRACHT! ICH VERLANGE VERGELTUNG! ICH VERLANGE BLUTIGE RACHE! BRECHT IHM DIE BEINE!“ McGonnagal war selbst zu wütend auf Hagger, als dass sie Seamus gebremst hätte.
„Letzte Verwarnung, Mr. Hagger, sonst werden sie für den Rest der Saison gesperrt!“, sagte Madam Hooch scharf. Als Shelly sich erholt hatte und wieder auf den Besen gestiegen war, ging das Spiel unvermittelt weiter. Gryffindor erzielte noch drei Tore, bis Harry den Schnatz entdeckte. Diesmal war es der Schnatz, ganz unzweifelhaft. Auch Malfoy hatte ihn ausgemacht und flog nun darauf zu. Harry visierte den kleinen goldenen Ball und startete durch. Sein Besen ging so schnell ab, dass die Zuschauer Probleme hatten zu sehen, was dort auf dem Spielfeld geschah. Binnen Sekunden hatte Harry den Schnatz in der Hand. Im Stadion war es ruhig. Auch die Spieler starrten auf den Streifen, der mitten durchs Stadion geschossen war. Es dauerte einige Sekunden, bis man realisiert hatte, was geschehen war. Harry drehte bereits seine Ehrenrunde, als der Applaus losbrach.

„GEWONNEN! HARRY POTTER HAT DEN GOLDENEN SCHNATZ GEFANGEN! GRYFFINDOR SIEGT 260 ZU NULL KOMMA GARNICHTS!!!“

Harry drehte noch ein paar Runden, bevor er bei seiner Mannschaft landete. Die ersten Fans stürmten auf das Spielfeld und bejubelten ihre Mannschaft. Allen voran Arti, Ginny, Hermine und Kirsten. Arti schlang seine Arme um Katie, Ginny und Harry versanken in einem innigen Kuss, und Kirsten hing Perdibus am Hals. Hermine stand vor Ron, begann breit zu grinsen und nahm ihn in die Arme.
„RON! Du hast es geschafft! Du bist der beste Hüter der Welt!“, sagte sie und gab Ron einen Kuss auf die Wange. Dieser wurde auf der Stelle knallrot. Doch bevor er irgendwas erwidern konnte, wurde er mit den anderen Spielern von den Gryffindors auf die Schultern genommen und gefeiert, als ob sie soeben den Pokal geholt hätten.


Nach dem Sieg über Slytherin, war die Stimmung im Schloss deutlich besser. Die Todessermorde waren langsam in den Hinterkopf verschwunden, und da Weihnachten nun immer näher rückte, dominierte das Gesprächsthema, wo man seine Ferien verbringen würde. Harry saß mit den anderen eines Abends wie üblich im Gemeinschaftsraum.

„Fahrt ihr zum Fuchsbau?“, fragte Harry Ron und Ginny.

„Nein, wir bleiben dieses Jahr hier. Mom dachte, es sei sicherer hier“, antwortete Ron.

„Und du, Arti?“, fragte Hermine.

Arti brütete wie immer über einem Buch.

„Ja?“, sagte er nun. Er hatte nicht mitbekommen, worum es ging, nur seinen Namen hatte er gehört.

„Hey, Harry, hier sind einige nützliche Zaubersprüche drin! Solltest dir mal angucken, für DA“, sagte Arti.

„Was ist das für ein Buch?“

„'Elemente – Die Macht der Natur' von Forrest Saltus“, antwortete Arti. „Hier, der Feuerball sieht interessant aus...“ Arti streckte die Hand aus und sagte: „Ingnifaxius“ Eine kleine, kokosnussgroße Kugel aus Feuer erschien in seiner Hand.

„Aus’m Weg!“, rief Arti und zwei Viertklässler, die vor dem Kamin gesessen hatten, sprangen zur Seite. Arti schickte den Feuerball direkt in das prasselnde Kaminfeuer. Die Flammen loderten kurz auf und brannten dann gemütlich weiter.

„Überleg mal, wenn du den einem dunklen Zauberer in die Fresse jagst...“

„Nett“, sagte Ron und grinste.

„Was wolltet ihr?“, fragte nun Arti.

„Wo du deine Weihnachtsferien verbringst“

„Ich bleib hier. Wollte zwar nach New York, aber ich denke, ich bleibe so lange, bis meine Aufgabe erfüllt ist...“, antwortete Arti.

„Tja, einige von uns würden Weihnachten gerne woanders verbringen... mit jemand anderem“, sagte Harry traurig.

„Sirius?“, fragte Ginny mitfühlend.

„Ja“, antwortete Harry. Arti legte das Buch beiseite.

„Sag mal...“, begann er, „was genau ist eigentlich mit deinem Patenonkel passiert?“

„Er fiel im Sommer im Ministerium durch einen Schleier ins Reich der Toten“, antwortete Harry.

„Mein Beileid...“, sagte Arti.

„Naja... so bleiben wir also alle hier?“, sagte Harry, um das Thema zu wechseln.

„Ja, wird ne gemütliche Weihnachtsfeier unter Freunden“, sagte Arti.


Am darauffolgenden Dienstag fiel das erste Mal Schnee. Arti saß am Fenster und las, als die ersten Flocken fielen. Er sah von seinem Buch auf und nach draußen. Er beobachtete, wie die Landschaft langsam aber sicher immer weißer wurde. Es war wunderschön anzuschauen. Es sah fast so aus, als ob jemand mit einer gewaltigen Puderzuckerdose das ganze Gelände zudeckte. Hagrids Hütte sah nun wie ein altes Hexenhäuschen aus, so wie Arti es sich als Kind immer vorgestellt hatte. Eines hatte Arti bereits begriffen: Wenn auf Hogwarts etwas geschah, dann richtig und so dauerte es keine zwei Stunden, bis vor dem Fenster eine hübsche Schneelandschaft war. Beim Abendessen wurde ausgemacht, dass man sich am nächsten Nachmittag zu einer Schneeballschlacht auf der Wiese vor dem Schloss traf.



'Platsch' „JAAA TREFFER!“, rief Arti. Er hatte bereits zum dritten Mal Dean direkt am Kopf erwischt.

„Das kriegst du zurück!“, rief Dean und formte einen weiteren Schneeball. Er warf ihn Richtung Arti, der geschickt auswich. Doch da bekam er einen Schneeball direkt ins Genick.

„Ahh, ein Hinterhalt!“ Er drehte sich in die Richtung, aus der das Geschoss gekommen war. Dort stand Ron und grinste breit.

„Attacke!“, befahl Arti und sein Team Sven, Garfield, André, Suzie, Ida und Martha stürmten auf die Sechstklässler zu.

„Dean, Vorsicht!“, rief Harry und zog seinen Freund in den Schneegraben.

„Lasst sie noch näher kommen und auf drei wird geworfen!“, bestimmte Hermine.

„Eins... Zwei... JETZT!“ Harry, Dean, Seamus und Hermine sprangen auf und warfen einen Ball nach dem anderen, die sie in ihrer Deckung bereits geformt hatten, auf die heranstürmenden Erstklässler. Doch Arti hatte sich von hinten angeschlichen, packte nun Harry und warf ihn zu Boden.

„EINSEIFEN!“, rief er und wälzte Harry im Schnee.

„JA, DICH!“, lachte Seamus und er und Dean stürzten sich auf den Widersacher.

Später, zurück im Schloss, gab es beim Abendessen einen übel riechenden Tee, der vor Erkältung schützen sollte. Arti sah das Gebräu vor sich an.

„Absolut widerlich!“, sagte er und rümpfte die Nase.

„Ja, aber so muss es sein, sonst hilft es nicht“, klärte ihn Hermine auf.
„Na ja... Cheers Ex it“, sagte er und kippte sich den Tee in einem Zug runter. „Pfui Teufel!“


Arti verbrachte fast den ganzen Donnerstag in der Bücherei, sehr zu Katies Leidwesen. Sie hätte gerne mehr Zeit mit ihrem Freund verbracht, doch der hatte nur eines im Sinn... Bücher.

Arti hatte den ganzen Morgen schon damit verbracht, nach einer bestimmten Information zu suchen. Er legte gerade den vierten Registerband beiseite.

„Boah... Ich hab jetzt echt nach allen möglichen Stichpunkten gesucht. Ich find einfach nichts“, murmelte er betrübt. Er hatte sich vorgenommen, seinem Freund Harry ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk zu machen. Er suchte verbissen nach Informationen über diesen ominösen Schleier, durch den Harrys Patenonkel gefallen war. Irgendwie hatte er tief in sich drinnen das Gefühl, die Geschichte mit seinem Vater und Harrys Eltern wieder gut machen zu müssen. Seine Theorie war folgende: Wenn es möglich war, ins Jenseits zu gehen, dann muss es auch einen Weg zurück geben.

„Du suchst in der falschen Abteilung“, sagte plötzlich eine Stimme. Arti kannte diese düstere Stimme mittlerweile sehr gut.

„Shaddow!“, sagte Arti und drehte sich um. Hinter ihm stand die vermummte Gestalt seines mysteriösen Freundes.

„Was meinst du mit 'falsche Abteilung'“, fragte Arti.

„Die Verbotene!“, sagte Shaddow geheimnissvoll.

„Soll ich dir mal das Geheimnis der Verbotenen Abteilung verraten?“, fragte Arti mit sarkastischem Unterton, „SIE IST VERBOTEN!“

„Ja, das ist richtig. Darum hab ich dir das Buch herausgesucht. Hier steht alles drin!“ Er reichte Arti einen schweren Wälzer. Es war relativ neu. Auf dem Einband stand: „Die Rätsel der Mysteriums Abteilung – Was das Ministerium niemandem verrät.“

„Klingt nach so einem Verschwörungsblödsinn“, sagte Arti und starrte auf den Titel.

„Das meiste darin ist auch Blödsinn... Aber das mit dem Tor in die Welt der Toten ist ganz interessant“, meinte Shaddow.

„Danke... Shaddow“, sagte Arti und lächelte. Doch Shaddow war bereits verschwunden.

„Wer?“, fragte Madam Pince, die Bibliothekarin.

„Tschuldigung, hab mit mir selbst geredet.“

Madam Pince schüttelte den Kopf und murmelte etwas von der verrückten Jugend heutzutage.

Arti setzte sich hin und begann zu lesen.

Harry saß mit den anderen im Gemeinschaftsraum. Er hatte seinen Kopf in Ginnys Schoß gelegt und sie strich abwesend über seine Haare. Hermine schrieb gerade an einem Aufsatz, den sie über die Ferien aufbekommen hatten. Ron sah ihr dabei immerzu über die Schulter.

„Ron, bitte, das ist sehr irritierend!“, sagte sie nun.

„Tut mir Leid, doch ich dachte, so lern ich vielleicht ein bisschen was“, entschuldigte sich Ron.

„Der Aufsatz ist für Arithmantik, das verstehst du eh nicht“, sagte Hermine.

„So doof bin ich auch wieder nicht“, entgegnete Ron nun beleidigt.

Hermine beruhigte ihn: „So mein ich das nicht. Ich meinte, du bist einfach mit der Materie nicht vertraut...“

Ron schnaubte nur und sah weg.

„Oh Ron, du bist wirklich doof...“, sagte Hermine nun.

Harry begann plötzlich zu lachen.

„Und was bitte findest du so komisch?“, schnauzte Ron ihn an.

„Arti hat vollkommen recht... Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar...“, lachte Harry.

„Halt die Klappe, Harry“, sagten Ron und Hermine gleichzeitig. Nun begann auch Ginny zu lachen.

„Ach, ihr seid doof“, sagte Hermine nun zu den beiden.

„Wenn wir alle so doof sind, warum gibt sich denn dann Fräulein Ich-bin-so-klug mit uns ab?“, fragte Ron. Jetzt musste auch Hermine lachen.

„Ach, hör auf“, sagte sie, „das sagt man halt so...“

„Na gut“, sagte Ron und begann ebenfalls zu lächeln.

„Wir sind schon ein Haufen...“, sagte Harry und wischte sich ein paar Lachtränen aus den Augen. Da stand plötzlich Arti mit ernstem Gesichtsausdruck in der Tür.

„Harry? Kann ich dich kurz sprechen?“, sagte er langsam.

„Ja, klar...“, antwortete Harry und richtete sich auf.

„Unter vier Augen!“ Harry sah seine Freunde überrascht an, stand dann jedoch auf.

„Gehen wir in mein Zimmer?“ Arti fügte an die anderen gerichtet hinzu: „Nichts für ungut, Leute!“ Harry folgte Arti die Treppen nach oben. In Artis Zimmer angekommen schloss er die Tür.

„Worum geht es denn?“, wollte Harry nun wissen.

„Die Geschichte mit deinem Paten geht mir nicht aus dem Kopf... Ich habe dazu in der Bibliothek gesucht, und das hier gefunden“, erklärte Arti und zeigte Harry das Buch. „Die Rätsel der Mysteriums Abteilung – Was das Ministerium niemanden verrät“. Harry schwieg und starrte auf den Einband.

„Nun, hier steht, dass man durch den Schleier mit den Verstorbenen kommunizieren kann... Und dass sie auch antworten.“

„Ja, ich habe Flüstern in der Nähe des Schleiers gehört.“

„Das bedeutet, es gibt einen Weg zurück... Wenn Schall durchkommt, müsste das auch für alles andere gelten... Zum Beispiel für Menschen!“

„Du meinst...“

„Wir müssen ins Ministerium. Am besten während der Ferien, da fällt es nicht auf, wenn wir länger weg sind.“

„Hast du etwa vor...“

„Wenn ich dir deinen Patenonkel zurückbringen kann... nun, das würde die Schuldgefühle, die mich quälen, zumindest lindern...“

Harry war sprachlos. Nach einem kurzen Augenblick fiel er Arti um den Hals.

„Hey, hey, noch hab ich nichts getan…“

„Du bist ein wahrer Freund!“

„Allerdings stehe ich noch vor ein paar Problemen... Wie kommen wir nach London, wie schaffen wir es ungesehen ins Ministerium und dann zu dem Schleier, und wie sollen wir es anstellen, dass wir Sirius da rausholen...?“ Arti dachte nach. So gesehen erschien es tatsächlich unmöglich.

„Wir können auf den Thestralen zum Ministerium fliegen, das haben wir schon einmal gemacht. Und ich kenne den Weg zum Schleier... das mit dem ungesehen...“ Harry stockte. Sollte er Arti tatsächlich von dem Unsichtbarkeitsumhang erzählen? Er entschied sich dafür. „...ist auch kein Problem. Aber wie wir Sirius da rausholen sollen...“

„...lass mal meine Sorge sein. Wann wollen wir es tun?“

„Morgen ist letzter Schultag, Heilig Abend ist am Montag. Wie wäre es mit Samstag?“

„Samstag also... in zwei Tagen...“, sagte Arti nachdenklich. „Und wenn wir schon morgen Abend losfliegen? Wenn wir Glück haben, sind wir bis zum nächsten Morgen wieder da.“

„Wenn das hinhaut... Alter...“, Harry schossen Tränen in die Augen.

„Wenn was hinhaut?“, kam Ginnys Stimme von der Tür. Harry und Arti fuhren zusammen und drehten sich um.

„Ginny...“

„Was habt ihr vor?“, fragte sie und stemmte die Arme in die Hüften.

„Nichts... wir...“, stammelte Harry.

„Harry James Potter, du sagst mir sofort, was ihr beide im Schilde führt!“ Harry wurde schlagartig bewusst, dass Ginny die Tochter ihrer Mutter war...

„Okay. Wir versuchen morgen Sirius zurückzuholen...“ Ginny klappte der Kiefer runter. Plötzlich drängten sich zwei weitere Personen durch die Tür. Es waren Ron und Hermine. Hermine war sehr aufgebracht.

„SEID IHR WAHNSINNIG? Ihr wollt zu zweit in das Ministerium einbrechen?“

„Nix da. Ihr braucht Rückendeckung!“, warf Ron ein.

„Und zwar uns...“, fügte Ginny hinzu.

„Seid ihr denn nun alle völlig durchgedreht? Wisst ihr, gegen wie viele Regeln wir verstoßen... und wie viele GESETZE wir dabei brechen?“

„Willst du Harry allein gehen lassen? Ich kenne diesen Blick“, sagte Ginny nun zu Hermine und blickte Harry noch einmal an. „Er wird gehen. Und wir sind dabei!“

„Vergesst es“, sagte nun Arti.

„Ich werde keinen von euch in Gefahr bringen“, sagte Harry.

„Das hast du bereits, vor fünfeinhalb Jahren, als du mich in dein Abteil hast setzen lassen, Alter“, sagte Ron.

„Das ist kein Angriff wie beim letzten Mal... wir müssen unbemerkt rein“, sagte Harry.

„Gut, dann lassen wir Neville und Luna eben hier...“, sagte Ron, der daraufhin böse Blicke von Hermine und Ginny bekam.
„Abgesehen davon“, sagte nun Harry, „wir passen nie alle unter den Umhang...“

„Den Impurgio vergessen, Harry? Size doesn´t matter, mein Freund“, sagte Arti und lächelte.

„Ein bisschen Rückendeckung schadet nicht... Und zu fünft haben wir im Falle eines Falles sogar eine Chance“, fuhr er fort. Nach einiger Diskussion ließ Harry sich breitschlagen. Auch Hermine war nun davon überzeugt, dass, wenn sie schon gingen, sie sie nicht allein gehen lassen würde.


Am nächsten Abend gingen alle nach dem Abendessen in ihre Zimmer, um sich vorzubereiten. Sie hatten beschlossen, einzeln den Turm zu verlassen und auf das Gelände zu gehen, um kein Aufsehen zu erregen. Als sie sich am verabredeten Treffpunkt beim Wald trafen, dachte Arti, dass es aufgrund des Schnees wohl besser gewesen wäre, weiße Umhänge anzuziehen. Als nächstes mussten sie die Thestrale suchen. Sie stapften durch den Wald und Harry hielt Ausschau.

„Wonach suchen wir eigentlich?“, fragte Arti nach einer Weile.

„Unsichtbare Pferde“, sagte Ron.

„Und wie...“, setzte Arti zu einer Frage an, doch Harry kam ihm zuvor.

„Für euch Glückliche schon...“, sagte er, dann, an Arti gewandt: „Wenn du schon mal jemanden hast sterben sehen... dann siehst du sie.“

„Und wie sehen sie aus?“, fragte Arti.

„Kein hübscher Anblick... Schwarz, skelettartig...“

„Mit Fledermausflügeln?“, hakte Arti nach.

„Ja. Warum?“

„Da stehen welche...“, er deutete zwischen zwei große Bäume. Harry schaute hin und konnte die unheimlichen Thestrale dort versammelt stehen sehen. Die Tiere schienen sie mit ihren starren, weißen Augen zu beobachten.
„Du siehst sie?“, fragte Hermine.

„Man kann nicht in New York aufwachsen, ohne einen Toten zu sehen“, sagte Arti nachdenklich. Die Freunde gingen langsam auf die geisterhaften Pferde zu. Einige der Thestrahle schienen die Jugendlichen wiederzuerkennen, denn sie machten ein paar Schritte auf sie zu. Harry stand als erster vor der Herde. Er streichelte das erste Tier sanft und gab ihm zu verstehen, dass sie sie noch einmal für einen Flug benötigten. Er und Arti halfen den anderen aufzusteigen. Hermine tastete nach einer Möglichkeit, sich festzuhalten. Es dauerte eine Weile, da sie das Tier ja nicht sah, fand aber schließlich etwas, das sich nach Mähne anfühlte. Sie klammerte sich an dem unsichtbaren Wesen unter ihr fest. Harry wusste, dass Hermine absolut nicht gern flog, schon gar nicht, wenn sie nicht sah, worauf. Schließlich hoben die Thestrale ab und die Reise ins Ungewisse begann.

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