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Geschichte des Moments
84 x von ardsmair
(ab 12)

Ein Malfoy als Bittsteller bei einem Mädchen. Wann wird sie ihn wohl endlich erhören?

Zitat des Tages

Und ich muss auch eine Anzeige für den Tagespropheten entwerfen«, fügte er nachdenklich hinzu. »Wir brauchen einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ... meine Güte, wir verschleißen sie alle recht schnell.«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Sie sieht mich nicht" angegeben

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Sie sieht mich nicht ( von )

3. Kapitel: Kapitel 3

Betaleser: Mella
Anmerkungen des Autors: Wird Zeit, dass Lily mal auftaucht, findet ihr nicht? ;)
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Das Schloss war wie ausgestorben, als Sirius von seinem Spaziergang zurückkehrte. Er war morgens mit Absicht in die feuchte, graue Dezemberkälte geflohen, um nicht mit ansehen zu müssen, wie die Scharen der aufgeregt plappernden Schüler mit ihren riesigen Koffern fröhlich nach Hause aufbrachen. Einsilbig hatte er sich von seinen Freunden verabschiedet, hatte die Fäuste in seine Manteltaschen gestoßen und war mit hochgezogenen Schultern Stunde um Stunde über die Ländereien gestapft, bis er sich sicher war, dass der Hogwartsexpress den Bahnhof von Hogsmeade verlassen hatte.
Nun eilte er durch die leere Eingangshalle, ohne einen Blick an den riesigen, in allen Regenbogenfarben dekorierten Weihnachtsbaum zu verschwenden und erklomm die Treppen zum Turm der Gryffindors. Er traf niemanden auf den Fluren außer zwei Erstklässler aus Hufflepuff, die gelangweilt umherschlenderten.
Sirius seufzte leise, als er sich der Fetten Dame näherte. Das würde ein verdammt trauriges Weihnachtsfest werden.
"Taranteltoffee", grummelte er.
"Ganz recht, mein Lieber", säuselte die Fette Dame. Sie hatte sich eine Christbaumkugel an ihr linkes Ohr gehängt. "Und denk dran, nur weil fast alle Gryffindors ausgeflogen sind, werde ich keine Ausnahme machen, was nächtliche Ausflüge angeht." Damit schwang sie zur Seite.
Als wenn er alleine auf nächtliche Ausflüge Lust hätte, dachte Sirius verärgert, während er durch das Porträtloch kletterte.
Der Gemeinschaftsraum war so leer, wie sonst nur Mitten in der Nacht. Lediglich eine Drittklässlerin saß mit Grabesmiene am Feuer und spielte Zauberschach gegen sich selbst. Auf einem Sofa lag Lily Evans. Sie hatte sich zwei Kissen in den Rücken gestopft und las in einem dicken Wälzer.
Als Sirius an James' Bitte dachte, verschlechterte seine Laune sich noch mehr. Womit hatte ausgerechnet er all das verdient? Nächstes Mal würde er sich das mit der Stinkbombe drei Mal überlegen. Nicht, dass er auf den Spaß verzichten wollte. Er würde sich nur nicht mehr erwischen lassen.
Als er an ihrem Sofa vorbeiging, sah Lily kurz von ihrer Lektüre auf. Ihre Augen trafen Sirius', dann wandte sie sich ohne ein Wort des Grußes oder auch nur ein Nicken wieder ihrem Buch zu.
Oder eventuell, dachte Sirius, würde er die Stinkbombe auch in Lily Evans Schlafsaal hochgehen lassen.
Mit düsterer Miene stapfte er hoch in seinen Schlafsaal, legte seinen Mantel ab und warf einen Blick auf die Uhr. Zeit für sein Treffen mit McGonagall. Er konnte es kaum erwarten, herauszufinden, was sie sich für ihn ausgedacht hatte. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass es seine Laune nicht bessern würde.
Und er sollte recht behalten.
McGonagall erwartete ihn bereits in ihrem Büro und legte ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, einen Arbeitsauftrag vor.
Erarbeiten Sie Sir Matthew Kensingtons Theorie über die Wirkung von Verwandlungen auf den menschlichen Körper und präsentieren Sie sie Ihrem Kurs in einem 30minütigen Vortrag in der ersten Unterrichtsstunde nach den Ferien!
"Ist das Ihr Ernst, Professor?", fragte Sirius entsetzt. Er hatte gehofft, dass es mit dem Entstauben einiger alter Akten getan war.
"Mein voller Ernst, Mr Black. Und Sie werden unter meiner Aufsicht arbeiten, alle zwei Tage zwei Stunden lang, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Sie können jetzt anfangen."
Damit wies sie auf einen Stapel Fachliteratur, den sie für ihn bereit gestellt hatte. Danach sagte sie zwei Stunden lang gar nichts mehr, bis sie Sirius schließlich mit einem "Einen schönen Abend noch" entließ.
Sirius brummte der Kopf, als er aus McGonagalls Büro trat. Vor seinem inneren Auge tanzten noch immer Tabellen und Grafiken, die sich mit Bildern von James, Peter und Remus vermischten, die jetzt in irgendeinem warmen Wohnzimmer saßen und Quidditchbildbände betrachteten.
Er brauchte dringend eine Ablenkung.
Wild entschlossen lief er zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws. Die seltsamen Fragen, die der adlerförmige Türklopfer stellte, bevor er Einlass gewährte, konnte er sowieso nie beantworten. Also übte er sich in Geduld - was nicht gerade eine seiner Stärken war.
Zwanzig Minuten nach seiner Ankunft hatte er Glück. Loreley Loon näherte sich über den Flur dem Eingang zu ihrem Gemeinschaftsraum. Sie ging ins sechste Jahr und Sirius hatte noch nie zuvor ein Wort mit ihr gewechselt. Loreley gehörte nicht gerade zu den Kreisen, in denen er sich bewegte. Eigentlich gehörte sie zu gar keinem Kreis, sondern lebte vielmehr in ihrer eigenen, kleinen Welt.
Doch just in diesem Moment kam sie Sirius gerade recht.
Loreley ging nur langsam. Sie schien darauf bedacht zu sein, ihre Füße nicht auf die Rillen zwischen den Steinfliesen zu setzen. Dabei summte sie leise vor sich hin und neigte ihren Kopf von einer Seite zur anderen.
Sirius dankte Gott dafür, dass es keine Zeugen dafür gab, wie er Kontakt zu dieser Eigenbrötlerin aufnehmen würde.
Er holte tief Luft und ging ihr ein Stück entgegen. "Hey, Loreley. Alles klar bei dir? Loreley?"
Loreley schien aus einem Paralleluniversum in die Wirklichkeit zu stürzen. Sie blieb stehen und sah sich mit großen Augen einen Moment orientierungslos um, bevor ihr Blick an Sirius hängen blieb. Sie blinzelte verwirrt. Wahrscheinlich versuchte sie, sein Gesicht einzuordnen.
Sirius war darauf bedacht, dieses Gespräch so schnell wie möglich abzuwickeln.
"Könntest du mir vielleicht helfen? Ich komme nicht in euren Gemeinschaftsraum hinein. Könntest du Lauren Bleaker herausschicken, wenn du sie siehst? Du würdest mir echt einen großen Gefallen tun."
Das waren eindeutig zu viele Informationen für Loreley gewesen. Sie neigte ihren Kopf nach links, sodass ihre riesigen Rübenohrringe leicht klimperten.
"Du bist nicht aus Ravenclaw", stellte sie dann fest.
Sirius ermahnte sich zur Ruhe. Immerhin hatte sie das Grundproblem schon einmal erkannt.
"Nein", sagte er.
"Du bist aus Gryffindor, siebtes Jahr", fuhr Loreley fort. Sirius war sich nicht ganz sicher, ob sie mit ihm oder mit sich selbst sprach.
"Ehm... ja", sagte er. "Kannst du mir helfen?"
Loreley musterte ihn nachdenklich. Doch anscheinend fielen ihr keine Einwände ein. "In Ordnung."
"Sagst du Lauren Bleaker Bescheid? Ich warte hier auf sie."
"Lauren Bleaker", wiederholte Loreley langsam. Dann nickte sie und setzte ihren Weg fort, wobei sie die Füße langsam von Fliese zu Fliese bewegte.

Es war kurz vor elf, als Sirius zum Gemeinschaftsraum zurückkehrte. Es war nicht besonders aufregend mit Lauren gewesen. Das war es nie, wenn er ehrlich war. Aber sie gab ihm immer das Gefühl, einzigartig und unfehlbar zu sein. Und genau das hatte er gerade gebraucht.
Die Fette Dame schwang mit einem "Gerade noch rechtzeitig" zur Seite und gewährte ihm den Eintritt in den Gemeinschaftsraum.
Im ersten Moment dachte Sirius, dass niemand mehr hier war. Es war totenstill, alle Lampen waren gelöscht, es glomm nur noch die Asche im Kamin.
Er wandte sich dem Eingang zu den Jungenschlafsälen zu, als er beinahe über ein Buch gestolpert wäre, das jemand auf dem Boden hatten liegen lassen. Schmerzhaft stieß sein Fuß gegen den harten Einband und er taumelte leise fluchend ein paar Schritte zurück.
Wer, zum Teufel - ?!
Da fiel sein Blick auf das Sofa neben ihm.
Lily Evans lag noch immer dort, zusammengerollt unter einer der roten Decken des Gemeinschaftsraumes. Sie war eingeschlafen und das Buch war ihr wohl aus den Händen auf den Boden gerutscht. Sie hatte den Kopf zur Seite geneigt, dem Kamin zu, und das orange Licht, das die glühende Asche ausstrahlte, zauberte gleißende Reflexe auf ihr kupferrotes Haar. Ihre dunklen Wimpern warfen zarte Schatten auf ihre Wangen und ihre Brust hob und senkte sich regelmäßig, bei jedem tiefen Atemzug.
Sirius blieb nachdenklich neben ihr stehen.
Eines musste er James lassen. Sie war hübsch. Sogar sehr hübsch. So lange sie ihr Gesicht nicht abfällig verzogen hatte - und das hatte sie meistens, wenn sie auf die Rumtreiber traf. Doch jetzt war sie vollkommen entspannt. Sie sah so unschuldig aus, wie sie da lag, das Haar offen und ein bisschen wirr. Man konnte fast denken, dass sie um einige Jahre jünger war.
Lily bewegte sich im Schlaf und die Decke verrutschte ein Stück nach unten.
Fasziniert beobachtete Sirius, wie sich im Ausschnitt ihres Shirts eine zarte Gänsehaut  bildete.
Ganz automatisch beugte er sich vor, griff nach der Decke und zog sie wieder nach oben. Es war ein Handgriff, über den er nicht nachgedacht hatte, sondern vielmehr ein Reflex. Im Nachhinein hätte Sirius sich dafür ohrfeigen können.
Denn genau in diesem Moment schlug Lily die Augen auf.
Sirius erstarrte in der Bewegung, über sie geneigt, die Decke noch in der Hand.
Hilflos öffnete er den Mund, um irgendetwas zu sagen. Doch er brachte kein einziges Wort heraus.
Schon war Lily in eine sitzende Position geschossen, hatte die Knie schützend an sich gezogen und die Decke aus Sirius Hand gerissen.
"Was sollte das werden?!", zischte sie.
"Hey, ganz ruhig!", es dauerte nur ein paar Sekunden, da hatte Sirius sich wieder gefangen. Er richtete sich auf und verschränkte lässig die Arme vor der Brust. "Kein Grund, gleich an die Decke zu gehen, Evans."
"Du bist dir nicht mal zu schade dafür, deine Spielchen mit schlafenden Leuten zu spielen. Das ist so erbärmlich!"
"Nun mal ganz langsam..."
"Lass mich bloß in Ruhe und verschone mich mit deinen dummen Sprüchen!", Lily schleuderte die Decke von sich und kam auf die Füße. Sie reichte Sirius gerade bis zum Kinn, wie sie sich da vor ihm aufbaute, vor Wut bebend. "Was sollte das werden? Noch eine Stinkbombe? Wasser resistente Tinte in meinem Gesicht? Juckpulver unter meiner Decke? Werde endlich erwachsen, Black!"
Damit wirbelte sie herum und stürmte aus dem Gemeinschaftsraum.
Sprachlos sah Sirius ihr nach. Dann trat er nach dem Buch, das immer noch auf dem Boden lag.
Er musste James dringend sagen, dass es zu viele hübsche Mädchen in Hogwarts gab, um dieser hysterischen Furie auch nur einen Tag nachzuweinen.
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Sonorus
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