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Geschichte des Moments
Die Flucht von Elice
(ab 14)

Tja, Peter "Wormtail" auf der Flucht. Was hat ihn eigentlich dazu gebracht, so tief zu sinken, dass er seine Frende verraten hat? Wer's wissen will - LESEN!

Zitat des Tages

"Dein Onkel und deine Tante werden doch sicher stolz sein", sagte Hermine, (...)"Stolz?", sagte Harry. "Bist du verrückt? Wo ich doch so oft hätte sterben können und es nicht geschafft habe? Die werden sauer sein ..."

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Sie sieht mich nicht" angegeben

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Sie sieht mich nicht ( von )

9. Kapitel: Kapitel 9

Betaleser: Mella
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Sirius und Lily saßen im Gemeinschaftsraum am Kaminfeuer. Es war der letzte Abend, bevor alle Schüler zurück nach Hogwarts kommen würden und Sirius genoss noch einmal die Stille. Draußen war es kalt geworden und der Nieselregen ging langsam in zarte Schneeflocken über, die gegen das Fenster tanzten.
Sirius versuchte sich auf die Arbeit für McGonagall zu konzentrieren. Doch er war abgelenkt. Immer wieder blickte er auf und sah Lily zu, die an einem Aufsatz für Alte Runen arbeitete. Ihr Haar fiel ihr offen über die Schultern und wieder und wieder strich sie es sich hinter die Ohren. Nachdenklich biss sie sich auf die Unterlippe, während sie in ihrem Grammatikheft blätterte. Dann wanderte ihr Blick in die Ferne, die Feder glitt ihr aus den Fingern und fiel auf ihr Pergament. Ein riesiger Tintenfleck breitete sich auf dem Geschriebenen aus.
Sirius beugte sich vor und griff nach der Feder.
"Oh", machte Lily erschrocken und starrte auf ihre Arbeit.
"Du kannst dich also auch nicht mehr konzentrieren", stellte Sirius grinsend fest.
"Nein", meinte Lily etwas abwesend. "Es ist nur... ich habe gerade über etwas nachgedacht."
"Na, erzähl mal" Sirius lehnte sich zurück und faltete locker die Arme vor der Brust.
Lily schüttelte den Kopf. "Nein, das ist... albern. Ich geh lieber schlafen. Es ist ja auch schon spät." Sie begann, ihre Sachen zusammen zu packen.
"Oh nein, so kommst du mir nicht davon", meinte Sirius. "Also, worüber hat dein kleines Köpfchen gegrübelt?"
"Ach, das ist nicht so wichtig" Lily mied seinen Blick, während sie eilig ihre Sachen in ihre Tasche warf.
"Du weißt, dass wir jetzt keine Geheimnisse mehr voreinander haben", erinnerte Sirius sie grinsend. Langsam fing ihn wirklich an zu interessieren, was Lily so verlegen machte.
Lily sah auf und seufzte. "Es war nur... ein im Ansatz poetischer Gedanke. Ich schreibe gerne und... manchmal denke ich über seltsame Dinge nach."
"Zum Beispiel?"
"Du lässt nicht locker, oder?"
"Nein. Ich bekomme immer, was ich will."
"Du musst mir versprechen, dass du nicht lachst."
"Versprochen."
"Okay...", Lily holte tief Luft. "Und unterbrich mich nicht. Sonst rede ich nicht weiter."
"Dann fang halt endlich an", meinte Sirius amüsiert.
"Es war nur... als ich das hier in der Hand hatte", sie wedelte mit ihrem Grammatikheft für Alte Runen, "da habe ich darüber nachgedacht, wie schwierig es doch ist, Regeln für Sprache aufzustellen. Ich meine, überleg dir das doch mal. Sprache wird jeden Tag benutzt, von jedem, in jeder erdenklichen Situation, in jedem Land auf der ganzen Welt. Wie will man etwas so Allgegenwärtiges in ein paar starre, trockene Regeln zwängen? So einfach ist das nicht. Es gibt immer Ausnahmen, Sonderfälle, für die die Regeln ungültig sind. Und das ist nur logisch, denn Sprache bleibt nie gleich. Sie wird gewandelt, verändert, angepasst - und das von jeder Person, die sie nutzt. Und das lustige ist... alles, was ich gerade über Sprache gesagt habe, gilt auch für die Liebe.
Man kann keine Regeln für Liebe aufstellen. Jeden Tag geschehen Dinge aus Liebe, in jeder erdenklichen Situation, in jedem Land dieser Welt. Etwas, was so allgegenwärtig ist, kann nicht in ein Konstrukt aus Regeln gezwängt werden. So einfach ist das nicht. Es gibt immer Ausnahmen, weil Liebe für niemanden auf dieser Welt das gleiche ist. Liebe ist omnipräsent, man fühlt sie, sucht sie, redet über sie, verneint sie, beweint sie, schreibt und singt über sie. Sie kennt keine Regeln, denn sie hat immer ein anderes Gesicht. Manche Leute finden vielleicht zwei Mal im Leben die große Liebe, manche niemals. Manche lieben vielleicht zwei Menschen gleichzeitig, andere nur sich selbst. Und manche verlieben sich in den Menschen, den sie jahrelang so abgrundtief gehasst haben. Wie ich."
Sirius war nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen.
Sprachlos saß er in seinem Sessel und starrte Lily an. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass sie schon einmal so schön gewesen war, wie während ihres Redeschwalls. Ihre Wangen hatten sich gerötete, während sie sprach, ihre Augen blitzten bei jedem Wort, das sie sagte. Sie hatte wild gestikuliert, manchmal gelächelt, dann wieder die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt.
Jetzt kauerte sie in ihrem Sessel, stumm und etwas in sich zusammen gesunken, als wäre sie selbst überwältigt von ihrem Monolog.
"Oh mein Gott", brach es schließlich aus ihr heraus. "Das ist so kitschig! Tut mir leid, Sirius, aber ich... ich gehe jetzt lieber!"
Sie griff ihre Tasche und kam eilig auf die Füße.
Doch Sirius war schneller. Er sprang auf und packte sie am Handgelenk. "Warte mal... Was meinst du damit? Dass du jemanden liebst, den du... du weißt schon."
Er fing ihren Blick ein und hielt ihn fest. Waren ihre Wangen am Anfang gerötet gewesen, so glühten sie jetzt. Doch sie sah nicht weg.
"Ach", würgte sie hervor. "Die Sache mit James und mir... die lässt mir die letzten Tage keine Ruhe. Ist nicht so wichtig, ich möchte nicht drüber reden."
Damit wand sie sich aus seinem Griff, drehte sich um und floh aus dem Gemeinschaftsraum.
Sirius blieb zurück, allein gelassen mit sich jagenden Gedanken und Lilys Worten, die in seinem Kopf widerhallten. Und dann war da dieses bohrenden Gefühl. Diese seltsame Gewissheit, dass er sich gewünscht hätte, sie hätte über ihn gesprochen. Und nicht über James.
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Sonorus
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