Anmelden
Eingeloggt bleiben
Spenden

Das HPFFA hat keine Werbung. Damit das so bleiben kann, brauchen wir eure Spenden um unseren Server zu bezahlen.

Geschichte des Moments
Lieber Fred von SunsetDawn
(keine Altersempfehlung)

OS. Einer von vielen. George schreibt einen Brief an Fred.

Zitat des Tages

"Dein Onkel und deine Tante werden doch sicher stolz sein", sagte Hermine, (...)"Stolz?", sagte Harry. "Bist du verrückt? Wo ich doch so oft hätte sterben können und es nicht geschafft habe? Die werden sauer sein ..."

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Sie sieht mich nicht" angegeben

Die Alterskennzeichnungen werden von den Autoren vergeben und stellen daher lediglich eine Orientierungshilfe dar. Alterskennzeichnungen sind dabei nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben und aus diesem Grund auch nicht verbindlich. Alle Geschichten entsprechen, unabhängig von der Kennzeichnung, unseren Nutzungsbestimmungen.

Mit dem Klick auf den "Gelesen"-Button bestätigst du uns, diese Meldung gelesen und verstanden zu haben. Diese Meldung wird danach für Kennzeichnungen mit niedrigerer oder gleichhoher Altersanforderung nicht mehr angezeigt.

Sie sieht mich nicht ( von )

10. Kapitel: Kapitel 10

Betaleser: Mella
2 Reviews
Zurück zur Titelseite

Sirius lief ziellos durch die Korridore von Hogwarts. Er wusste nicht, wohin er wollte und es war ihm auch vollkommen egal. Er wollte nur raus aus dem Gemeinschaftsraum, raus aus dem Gryffindor-Turm, raus aus Lilys unmittelbarer Nähe.
Er musste nachdenken.
Doch er konnte nicht.
Alles war wirr. Ein Chaos aus Gefühl, Panik, Unglaube, Entsetzen, Logik, Anstand und Vernunft. Das ging nicht. Das war absurd. Vollkommen unmöglich. Allein, dass er darüber grübelte, war schon ein Unding ...
Er musste sich ablenken, sagte er sich, während er wahllos eine Treppe nach oben stieg. Er musste etwas tun, sich abreagieren, wieder runterkommen. Vernünftig sein. Durchatmen.
Vielleicht sollte er einfach nach draußen gehen, hinaus in die Dunkelheit, und in Hundegestalt durch den Schnee jagen, bis der kalte Wind all diese Dummheiten aus seinem Gehirn gepustet hatte.
Ja, eine gute Idee.
Sirius verlangsamte seinen Schritt, bis er ganz stehen blieb.
Erst jetzt bemerkte er, wo er sich befand. Er stand genau vor der kahlen Wand, hinter der der Raum der Wünsche lag.
Sirius erlaubte sich ein schiefes Grinsen. Das war entweder ein schlechter Scherz oder ein Wink des Schicksals.
Er sah nach rechts und links den Gang hinunter. Wie erwartet, war niemand zu sehen.
Er könnte ... aber das war albern ... oder ... na ja, wieso eigentlich nicht? Einen Versuch war es vielleicht wert. Sirius seufzte leise, vergewisserte sich noch einmal, dass ihn niemand beobachtete und begann dann, vor der Wand auf und ab zu laufen.
"Ich brauche Hilfe, weil ich anfange, verrückt zu werden", murmelte er dabei in sich hinein. "Ich brauche Hilfe, Hilfe, Hilfe, weil ich über bescheuerte Dinge nachdenke ..."
Schon erschien eine Tür in der Wand. Sirius blieb stehen. Na ja. Immerhin schien nicht nur er der Auffassung zu sein, dass er dringend hilfebedürftig war.
Sirius drückte die Klinke hinunter und verschwand mit einem letzten verstohlenen Blick im Raum der Wünsche.
Der Anblick, der sich ihm bot, ließ ihn im Türrahmen erstarren. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass das magische Zimmer ihn schon einmal so enttäuscht hatte.
Enttäuscht ... oder vielleicht sogar verarscht?
Bei dem Gedanken musste Sirius leise lachen. Er wurde vom Raum der Wünsche verarscht. Weil er sich so bescheuert und hysterisch verhielt, setzte er ihm Loreley Loon vor die Nase. Er hatte keine Ahnung, was das sollte. Aber es hatte ihn definitiv aufgeheitert.
"Hallo, Loreley", grüßte er die Ravenclaw.
Loreley zuckte zusammen und sah mit großen, erstaunten Augen auf.
Der Raum der Wünsche zeigte sich heute als riesige Bibliothek. Loreley saß auf einem äußerst antik aussehenden Sofa, neben sich einen Stapel Bücher, und war bis vor wenigen Sekunden in ein staubiges Lexikon vertieft gewesen. Jetzt klappte sie es langsam zu, legte er sorgsam neben sich und erhob sich wie in Zeitlupe.
"Sirius?", fragte sie dann.
"Höchstpersönlich. Ich wollte dich nicht erschrecken, tut mir leid. Bin auch gleich wieder weg."
"Aber ..." Sie blinzelte. "Was machst du hier? Willst du ... recherchierst du auch die Theorie, dass Hogwarts das geheime Hauptquartier einer Armee von Gunkelhumpfs ist?"
"Gunkel- was?", fragte Sirius verblüfft. Doch als er sah, dass Loreley zu einer ausführlichen Antwort ansetzen wollte, fuhr er schnell dazwischen. "Nein, deswegen bin ich sicher nicht hier. Ich hab von den Viechern noch nie was gehört."
"Oh", machte Loreley enttäuscht. "Das ist schade. Wenn du willst, kann ich dir etwas über sie erzählen. Ich bin so etwas wie eine Expertin." Ein verschmitztes Lächeln breitete sich über ihr Gesicht aus. "Weißt du, ich war die letzte Woche oft hier."
"Das ist nett, aber ich muss jetzt echt weiter. Ein anderes Mal, ja?"
Damit hatte er eigentlich die Flucht ergreifen wollen, denn Gunkelhumpfs waren das letzte, auf das er zur Zeit Lust hatte. Doch er hatte die Tür noch nicht erreicht, da rief Loreley ihn zurück.
"Sirius?"
Sirius hielt inne, zwang sich, tief durchzuatmen und drehte sich langsam um.
"Jaaa?", fragte er gedehnt und konnte nicht verhindern, dass ein genervter Unterton in seiner Stimme mitschwang. Doch Loreley war von Natur aus immun gegen jede Art von Untertönen.
"Wenn du nicht wegen der Gunkelhumpfs hier bist, was wolltest du dann hier?", fragte sie interessiert.
"Ehm", machte Sirius. Dann verstummte er. Er war selten um Ausreden, Flunkereien und Lügengeschichten verlegen. Doch in diesem Moment fehlten ihm die Worte.
"Also ...", versuchte er es noch einmal. "Das war ... eher ein Versehen, dass ich hier gelandet bin ..."
Loreley runzelte die Stirn, wobei sie automatisch ihre Stupsnase rümpfte. Im Normalfall hätte Sirius über den Anblick gelacht, doch im Moment war leider gar nichts normal.
"Man kann nicht aus Versehen in den Raum der Wünsche kommen", bemerkte Loreley bedächtig und schien dabei einen Punkt über Sirius Schulter mit den Augen zu fixieren.
Hilflos zuckte Sirius mit den Schultern. "Du, ist ja auch nicht so wichtig ... Ich bin dann weg. Schönen Abend und ..."
"Bist du dir sicher, dass ich dir nicht irgendwie helfen kann?", fragte Loreley. Sie starrte immer noch nachdenklich auf die Wand hinter Sirius. Ihm wurde die Sache langsam ein bisschen unheimlich.
"Nee, alles super. Mach dir keinen Kopf, ich bin ..."
"Du siehst irgendwie ... unausgeglichen aus", stellte Loreley fest. Sie schien Sirius' Ausflüchten gar keine Beachtung zu schenken.
"Hey, nichts gegen mein Aussehen, Baby", versuchte Sirius zu scherzen. "Darauf schwören unzählige deiner Mitschülerinnen."
Scheiße, der Spruch war so schlecht. Doch eigentlich war es auch egal, denn wieder schien Loreley seinen Einwurf gar nicht zu hören.
Stattdessen wickelte sie nachdenklich eine Strähne ihres weißblonden Haars um ihren Zeigefinger. Dann stieß sie einen leisen Seufzer aus und biss sich auf die Unterlippe.
"Hat es etwas mit Lily Evans zu tun?", fragte sie die Wand.
Jetzt wusste Sirius wirklich nicht weiter. Er starrte sie sprachlos an.
Woher zum Teufel wusste sie –?!
"Du kannst es mir ruhig erzählen", meinte Loreley. "Vielleicht kann ich dir helfen." Zum ersten Mal löste sie den Blick von der Wand und sah Sirius direkt in die Augen. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass sie in ihm las wie in einem offenen Buch.
"Ich gehe jetzt", sagte er heiser.
Dann drehte er sich ohne einen weiteren Gruß um und verließ den Raum.

Zurück zur Titelseite

Einen Review für "Sie sieht mich nicht ~ Kapitel 10" verfassen

Sonorus
Lade ...
Neuerscheinungen