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Geschichte des Moments
Nachts sind alle Ka(t)zen grün. von unicorn
(ab 14)

Orla Quirke und Misu Xiānghuā, eine Amour Fou.

Zwei mutige, junge Frauen, die sich nicht ihrer Stärken, aber umso mehr ihrer Schwächen bewusst sind.

Zweifel nisten sich leichter ein als Glück. Denn den Zweifeln vertrauen wir.

Zitat des Tages

Und ich muss auch eine Anzeige für den Tagespropheten entwerfen«, fügte er nachdenklich hinzu. »Wir brauchen einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ... meine Güte, wir verschleißen sie alle recht schnell.«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Sie sieht mich nicht" angegeben

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Sie sieht mich nicht ( von )

11. Kapitel: Kapitel 11

Betaleser: Hedwig - danke!!!
5 Reviews
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Sirius hörte seine Freunde schon auf der Treppe. Lachend und lärmend stampften sie die Stufen zum Schlafsaal hinauf, James Stimme war die lauteste.
Sirius lag auf seinem Bett und starrte an die Decke. Tagelang hatte er sich James, Remus und Peter herbeigesehnt. Und jetzt, wo sie nur noch ein paar Meter entfernt waren, würde er sich am liebsten unter seinem Bett verkriechen, ihren Fragen und aufgeregten Geschichten entfliehen. Er wollte seine Ruhe. Er wollte niemanden sehen. Nicht Lily, nicht James, nicht Loreley. Niemanden.
"Das Leben ist kein Ponyhof, Alter", sagte er sich selbst.
Dann flog die Tür zum Schlafsaal auf.
"Sirius, Mann!", James stürmte in den Raum. Er strahlte von einem Ohr zum anderen, während er seine Umhängetasche auf sein Bett feuerte. "Es ist unglaublich, dich wieder zu sehen! Wie war es hier im guten alten Hogwarts?"
Sirius schob sich langsam in eine sitzende Position und zwang ein Lächeln auf sein Gesicht. "Doch, war in Ordnung..."
Aber es schien ihm niemand zuzuhören. Peter schmiss sich auf Sirius Bett und schüttelte die Schuhe von seinen Füßen.
"Du glaubst nicht, was wir Silvester gemacht haben", sprudelte er los. "Wir waren in dieser total abgefahrenen Muggelbar, wo sie uns natürlich kein Alkohol verkaufen wollten. Aber James hat sich breitschlagen lassen, Karaoke zu singen und dann ist eines dieser verrückten amerikanischen Mädchen auf die Bühne gesprungen und hat ihr T-Shirt..."
"Peter, langsam hängt mir die Geschichte zum Hals heraus", stöhnte Remus.
"Aber Tatze kennt sie noch nicht", verteidigte Peter sich beleidigt.
"Sirius, ganz ehrlich, wir müssen reden", James lehnte an der Fensterbank, seine Augen funkelten. Sein Haar sah noch wirrer aus als normalerweise.
"Müssen wir?", fragte Sirius etwas verunsichert.
"Ja, klar. Junge, was hast du mit Lily angestellt?"
"Ehm...", Sirius blinzelte verwirrt. Er hatte Schwierigkeiten, James in die Augen zu sehen. Dieses Gefühl kannte er nicht, es war komplett neu.
"Ja, ich habe sie eben im Gemeinschaftsraum gesehen. Sie hat ihre Freundinnen begrüßt. Und auf einmal dreht sie sich zu mir um und lächelt mich an. Einfach so. Das hat sie noch nie gemacht!"
"Oh ja", machte Sirius gedehnt. Mehr fiel ihm nicht ein.
"Wie hast du das angestellt?", fragte James und rang hilflos die Hände. "Das ist... unglaublich! Ich meine... was hast du gemacht?"
Sirius Hand glitt fahrig durch sein dunkles Haar. "Ach, ich weiß nicht... Wir haben uns einfach ein bisschen unterhalten. Es war ja kaum jemand anderes da, da kommt man irgendwann ins Gespräch... Anscheinend konnte ich sie davon überzeugen, dass wir alle nicht die sind, für die sie uns gehalten hat..."
"Du hast mit ihr geredet?", fragte Peter beeindruckt. "Und sie ist nicht hysterisch geworden? Hat nicht um sich geschlagen? Und gedroht zur Schulleitung zu laufen?"
Sirius schüttelte stumm den Kopf.
"Junge, du bist ein Genie!", stellte James begeistert fest. "Wir müssen das feiern. Ich habe ein paar Flaschen Butterbier mitgeschmuggelt. Und Schokofrösche sollte ich auch noch von Weihnachten übrig haben. Was meint ihr?"
"Oh nein, ich muss leider los", Sirius erhob sich von seinem Bett und war schon halb an der Tür. Noch immer schaffte er es nicht, James direkt in die Augen zu sehen.
"Was? Wohin denn?", fragte Remus verblüfft.
"Ehm... McGonagall, diese blöde Strafarbeit, wisst ihr. Tut mir echt leid, aber wir unterhalten uns morgen in Ruhe."
Damit floh aus dem Zimmer. Weg von den fragenden Blicken. Weg von James' glücklichem Strahlen. Weg von aufgeregten Geschichten über Silvester.
Silvester. Er musste an Lily denken, wie sie im Büro der Vertrauensschüler lachend im Takt der Musik auf und ab sprang.
Ärgerlich schüttelte er den Kopf und versuchte, die Erinnerung weg zu schieben.
Er wollte nicht mehr nachdenken. Er wollte alleine sein. Er fühlte sich so schrecklich müde.
Sirius glitt als nächtlicher Schatten durch das dämmrige Hogwarts, durch leere Flure und über unzählige Treppen. Im Schatten einiger Säulen ging er auf die Knie. Er fühlte das sanfte Prickeln der Verwandlung in seinen Knochen. Dann rannte er in Hundegestalt durch die Eingangshalle und hinaus auf die Ländereien.
Nur weg, weit weg.

Als er zurückkehrte, war es kurz vor elf. Die Fette Dame bedachte ihn mit einem tadelnden Blick, bevor sie ihn einließ. Es war ihm egal. Alles war egal. Er konnte einfach nicht aufhören zu grübeln. Er konnte nicht aufhören, sich wie ein kompletter Vollidiot zu benehmen.
Im Durchgang des Porträtlochs blieb er wie erstarrt stehen und spähte vorsichtig in den Gemeinschaftsraum. Lily kauerte auf einem Sofa, ein Kissen auf dem Schoß, das sie mit den Armen umschlungen hielt. James saß neben ihr, einen Arm lässig auf die Lehne des Sofas gelegt und erzählte ihr etwas, wobei er wild mit der freien Hand gestikulierte. Lily hatte den Kopf amüsiert schief gelegt und von Zeit zu Zeit kicherte sie leise. Jedes Mal, wenn er sie zum Lachen brachte, glitt ein Strahlen über James' Gesicht und seine Gesten wurden noch größer.
Sirius lehnte sich gegen die Wand und schloss resigniert die Augen. Er kam sich vor wie ein Spion, wie ein Eindringling, dass er diese vertraute Szene beobachtete. Und dabei hatte gestern noch er dort mit Lily gesessen.
Er konnte es nicht ignorieren. Er konnte die Eifersucht nicht ignorieren, die ihm Stiche versetzte wie mit einem Messer. Es tat so weh. Und er konnte James nicht mehr in die Augen sehen.
Er musste mit Loreley sprechen.


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Sonorus
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