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Geschichte des Moments
Rons Geschichte von Sirina Schnuffles
(keine Altersempfehlung)

Ron begegnet einem Muggel und erzählt ihm seine Geschichte, vielmehr die Geschichte, wie er seine Frau kennenlernte.

Zitat des Tages

(Tom:) »Meinem Tagebuch. Die kleine Ginny hat Monat für Monat darin geschrieben [...] dass sie nicht glaubt, der berühmte, gute, große Harry Potter würde sie jemals mögen ...«

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.17

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Lily Potter und die grünen Yetis" angegeben

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Lily Potter und die grünen Yetis ( von )

13. Kapitel: Novembertage

Betaleser: Cata
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Als sie vor dem Gemälde der Fetten Dame ankam, das den Eingang zum Gryffindorturm versperrte, war ihre Wut immer noch nicht abgeklungen, denn ihr kurzes „Panthera Leo“ wurde von der stets rosa gekleideten Frau lediglich mit einem entrüsteten Schnauben wahrgenommen. Lily zwängte sich durch das runde Loch in der Wand hindurch und suchte gleich nach einem Platz zum Lernen.  Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors war ein großes rundes Zimmer mit einem großen Kamin in dem ein Feuer prasselte und vielen weich gepolsterten Stühlen. Es gab ein paar niedrige Tische und ein Teil des Raumes war mit Hilfe von Regalen abgetrennt worden. Genau hinter diese Regale ging Lily nun, denn von dort führte sie eine Tür zu einer Wendeltreppe zu den Mädchenschlafsälen. Schnell packte sie zusammen, was sie zum Lernen benötigen würde und eilte wieder nach unten. Ihr Lieblingsplatz vor dem Kamin war wie immer nachmittags von älteren Schülern belegt, die über riesigen Bücherstapeln brüteten.

„Lily, hier drüben!“, Hailey winkte ihr zu und deutete auf einen dunkelroten Sessel neben sich. „Und? Wie war’s? Hat er dich doll rumkommandiert? War es schwierig? War er fies?“

Lily schüttelte mit zusammengepressten Lippen den Kopf. „Es war in Ordnung. Weiter will ich nicht darüber sprechen, schließlich will ich nicht stumm werden, wie die anderen Vollidioten.“

„Du klingst aber noch ziemlich sauer. Vielleicht sollten wir Castor fragen, ob er nicht auf seinen Bruder einwirken kann?“ “ „Nein, das ist eine miserable Idee ... Castor hat auch so schon zu viel Angst vor seinem Bruder. Da ist es besser ich klär das selbst.“ „Irgendwann“, fügte Lily in Gedanken hinzu und nahm sich einen Keks aus der Dose auf dem Tisch.

Damit war das Thema für sie beendet und sie widmete sich mit großem Interesse ihren Hausaufgaben in Zaubertränke.

ooOOoo

Als sie damit fertig war, schuf sie sich gemeinsam mit Hailey und Latika eine Übersicht über die Hausaufgaben für die nächsten Tage. Besonders die Hausaufgaben für Heilkunde waren schwierig, da sie nur Theorie auswendig lernen mussten.

„Ich kann das einfach nicht“, stöhnte Lily schon nach zehn Minuten Auswendiglernen auf. „Dieses ganze Zeug ist einfach nicht meins!“

Latika lächelte ihr mitfühlend zu, während Hailey nicht so diplomatisch reagierte, sich mit einer Nadel in den Finger stach, ihren Zauberstab zog und „Curabo!“ rief. Sie vollführte exakt die Bewegungen, die in dem Buch beschrieben waren. Der Tropfen Blut, der aus der kleinen Wunde ausgetreten war, wurde wieder hineingesaugt und die Wunde verheilte problemlos.

„Siehst du? Ist doch gar nicht so schwer. Stell dich nicht so an und versuch es doch auch einfach mal statt rumzujammern. Man muss nur genau das machen, was im Buch steht. Hier.“ Und damit stach sie Lily blitzschnell in den Zeigefinger der linken Hand.

„Aua! Hailey, was soll das? Madam Pomfrey hat verboten, dass wir die Sachen alleine versuchen!“ Lily war entsetzt von dem Vorschlag ihrer besten Freundin.

„Versuch es doch einfach mal!“, ermunterte jetzt auch Latika Lily.

Curabo“, hauchte Lily vorsichtig und führte zaghaft  Bewegungen durch, die nicht mal im Entferntesten der Bewegung glich, die Hailey gemacht hatte. Prompt sprudelte noch mehr Blut aus der kleinen Wunde im Finger und besudelte eines der schönen goldrot gestreiften Kissen zu Lilys Füßen. Ab da geschah für Lily alles wie in Zeitlupe. Sie blickte auf und sah in Haileys schreckgeweitete Augen, wandte den Blick zu Latika und sah gerade noch, wie diese die Augen verdrehte und nach hinten umkippte. Ihr Blut sprudelte munter weiter.

„Da kann wohl jemand kein Blut sehen, hm?“

Die Zeitlupe verschwand und Lily sah Albus hinter Haileys Sessel auftauchen.

„Was macht ihr da auch? Curabo. Lily, Hailey, ich hatte mehr von euch erwartet. Wenn Maggie oder Adriano euch so sehen gibt das Ärger!“

„Danke, Albus. Ich ... mir ... ziemlich schwindelig ...“, schaffte Lily noch zu stammeln, bevor sie in die Dunkelheit der Ohnmacht gesogen wurde.

ooOOoo

Lily wachte im Krankenflügel auf und hätte die Augen am liebsten sofort wieder zugemacht. Über sie gebeugt stand kein geringerer als Scorpius Malfoy.

„Guten Abend, Miss Potter. Sie beehren uns schon wieder.“ Miss Mamford erschien auf der anderen Seite ihres Bettes. Die Heilerin stellte ihr ein Glas Wasser auf den Nachttisch und legte einen Schokoladenriegel daneben.

„Für den Rest des Abends haben Sie im Bett zu bleiben und wir lassen Sie zur Sicherheit auch die Nacht hier verbringen. Wenn es Ihnen dann morgen wieder besser geht, gehen Sie zum Unterricht. Da Mr. Malfoy heute Abend Dienst hat, wird er sich ausschließlich um Sie kümmern; außer Ihnen ist momentan niemand krank.“ Der Slytherin sah aus, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Lily zog sich schon während des letzten Satzes der Heilerin die Decke über den Kopf. Am besten stellte sie sich einfach tot. Oder schlafend für den Anfang.

„Deine Freunde waren ja ziemlich besorgt um dich ... Potter, hör auf dich zu verstecken, das ist feige. Wobei -  das ist ja typisch für euch Potters.“ Lily konnte Scorpius’ herablassende Miene in seinen Worten hören.

„Wir haben gerade für Heilkunde gelernt ... Das Buch gelesen“, gab Lily wiederstrebend zu und wies auf ihren Nachttisch. Er würde ja doch nicht verschwinden. Mit einem Ruck wurde die Decke von ihrem Gesicht gezogen.

„Ich muss schließlich sehen, ob du zuhörst, Potter.“ Castors Bruder zog das Buch hervor und begann Lily daraus vorzulesen. Sie setzte sich vorsichtig im Bett auf und begann den Schokoladenriegel zu essen und ein bisschen Wasser zu trinken.

Obwohl sie versuchte sich nur auf die Worte zu konzentrieren und zu vergessen, dass da der größte Feind ihrer Brüder saß, war diese Tatsache einfach zu präsent.

Während Scorpius also monoton vor sich hin las, lernte Lily quasi mit offenen Augen zu schlafen. Sie merkte nicht, dass er das Buch schon nach zehn Minuten auf ihr Bett warf und ging, und schlief ungestört durch bis zum nächsten Morgen.

ooOOoo

Der Unterricht in Heilkunde war anstrengend für Lily. Auch wenn Castor wie immer neben ihr saß, verfolgte er krampfhaft den Unterricht. Dieser Umstand machte es Lily möglich, ihn genauer zu mustern. Dunkle Augenringe verstärkten den prägenden Eindruck seiner tiefliegenden Augen und seine Lippen waren farblich kaum noch von der restlichen Haut zu unterscheiden. So schlecht hatte er schon lange nicht mehr ausgesehen. Doch seine blauen Augen strahlten förmlich aus seinem blassen Gesicht.

„Miss Potter! Lesen Sie bitte den nächsten Abschnitt über unser heutiges Thema“, rief Madam Pomfrey sie auf und brachte Lily so zum Aufschrecken. Hatte sie gerade tatsächlich über Castors blaue Augen nachgedacht?

Lily räusperte sich und blätterte hastig an die richtige Stelle im Buch.

„Ähm, Also ... Heutzutage kann man mit diversen Methoden an unterschiedliche Krankheiten herangehen. Im Gegensatz zu den Behandlungsmethoden der Muggel hat die magische Gesellschaft schon immer körperschonendere Methoden bevorzugt. Doch auch wenn wir weiter sind als die Muggel, so ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft.  Manche Heiler sagen, sie spüren wie etwas von ihnen in den kranken Körper fließt. Was genau das „Etwas“ ist, konnte bisher nicht geklärt werden.  Weiterhin werden in der ´Gesellschaft der Heiler` die Kombination der heilenden Magie und der medizinischen Methoden der Muggelärzte kontrovers diskutiert.“

„Was sagt uns das, Mr. Oman?“, fragte Madam Pomfrey den Ravenclaw, der neben Hailey Platz genommen hatte.

  „Es sagt uns, dass das Heilen eine sehr komplexe Angelegenheit ist, die in alle Richtungen immer weiter ausgebaut werden kann“, antwortete er gewissenhaft.

  „Sehr gut, 10 Punkte für Ravenclaw. Nun denn, ich habe gehört, dass ein paar von Ihnen mit Zaubern experimentiert haben. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich das Ihnen bereits in der ersten Stunde verboten. Miss O’Hara, Miss Patil und Miss Potter, bleiben Sie bitte hier.“ Die Namen spuckte Madam Pomfrey förmlich aus, und bei ihrem letzten Wort klappte sie das Buch vor sich so laut zu, dass Lily, Latika und Hailey gleichzeitig zusammenzuckten. Madam Pomfrey fuhr mit zuckersüßer Stimme fort: „Der Rest kann gehen, die Stunde ist für heute beendet. Als Hausaufgaben will ich eine schriftliche Diskussion zu den Kombinationsmöglichkeiten von Muggel- und magischer Medizin. Und wenn Sie nicht mindestens zwei Bögen voll kriegen, bringen Sie es gar nicht erst mit. Auf Wiedersehen!“ Während Lily, Latika und Hailey betreten sitzen blieben, stürmten die anderen Erstklässler heraus, um die verlängerte Pause zu genießen.

„Was haben Sie sich dabei gedacht, Miss Potter? Miss Patil? Miss O’Hara? Haben Sie gedacht? Wissen Sie überhaupt wie das geht?“ Madam Pomfrey starrte die drei Erstklässler in den Boden. „Wie könnte es sonst passieren, dass eine von Ihnen im Krankenflügel landet? Warum glauben Sie, habe ich Ihnen das Zaubern außerhalb meines Klassenzimmers verboten? Miss Potter, wir alle hier wissen, dass Ihre Stärken mit Sicherheit nicht im Heilen liegen! Wie konnten Sie denn mit diesem Wissen um Ihre Unfähigkeit nicht damit rechnen, dass es nicht gut ausgehen wird? Die Schulleiterin und ich haben viele Strapazen auf uns genommen, damit Sie alle hier in der Kunst des Heilens unterrichtet werden können. Und wie danken Sie uns das? Ich bin schwer von Ihnen enttäuscht, Miss Potter. Gehen Sie besser jetzt, bevor mir eine bessere Strafe als die Nacht im Krankenflügel einfällt. Und tun Sie so etwas niemals wieder!“ Mit einem letzten Blick auf Lily wandte sich Madam Pomfrey Hailey und Latika zu.

Lily stürmte mindestens genauso schnell aus dem Klassenzimmer, wie ihre Klassenkameraden vorher, blieb jedoch schon einen Korridor weiter stehen. Obwohl sie sich geschworen hatte auf Hogwarts niemals wegen dem Unterricht zu weinen, liefen ihr Tränen die Wangen herunter. Lily setzte sich mit dem Rücken an die Wand gelehnt in eine Nische hinter eine der Rüstungen. Hoffentlich würde Hailey sie dort nicht finden, die würde bestimmt lachen.

Nach einer Zeit merkte Lily, dass sie zwar nicht mehr weinte, jetzt aber Schluckauf hatte. Während sie fieberhaft überlegte, wie sie den am besten loswerden würde, wurde Geschrei aus der Richtung laut, aus der auch sie gekommen war. Stritten sich jetzt etwa Hailey und Latika? Nein, sie schrien eher unisono.

„Schnell, hier rein, Latika!“, hörte Lily Hailey rufen, kurz bevor etwas laut zuschlug und das Kreischen verstummte. Lily beschloss sich einfach ganz klein zu machen und zu hoffen, dass es nur Peeves gewesen war, der die beiden so erschreckt hatte. Sie zog die Knie bis ans Kinn an und schlang die Arme um die Beine. Dann schloss sie die Augen. Als kleines Kind hatte es auch immer geholfen “ nichts sehen und nicht gesehen werden.

Plötzlich hörte sie ein Geräusch. Etwas lief auf sie zu und stieß bei jedem zweiten Schritt stoßweise Luft aus. Irgendwie kam ihr das Geräusch bekannt vor, aber Lily wagte nicht aufzublicken.

Etwas Kaltes stupste ihre Hand an und Lily riss den Kopf hoch. Direkt vor sich sah Lily eine schwarze Hundenase und wurde von dem Hund mit einem Schlecker über die rechte Wange begrüßt. Lily kraulte den Hund hinter den Ohren und wurde mit einem leisen Bellen belohnt.

„Was machst du denn hier, Süße? Oder Süßer? Mhm? Ich habe noch nie von einem Hund in Hogwarts gehört ...“ Nach einer weiteren Streicheleinheit setzte der dunkelbraune Hund sich auf und spitzte die Ohren, während sein Schwanz seitlich auf den Boden klopfte.

„Stark? Wo bist du?“ Jetzt konnte auch Lily die Stimme hören.

„Ist das dein Name, Hundi? Stark? Ist das dein Herrchen, der dich da ruft?“, flüsterte Lily dem Hund zu. Statt zu antworten, lief er weg und hinterließ nur ein paar braune Haare auf Lilys Umhang.

„Schade“, murmelte Lily zu sich selbst, stand auf und klopfte ihren Umhang sauber. Immerhin war der Schluckauf verschwunden.

„Au, Stark, hörst du bitte damit auf?!“, hörte Lily wieder den Hundebesitzer, kurz bevor ein braunes Ungeheuer um die Ecke auf sie zusprang und sie umhaute. „Stark! Lass sie in Ruhe! Keiner hat gerne Hundespucke im Gesicht!“

Lily musste ob seiner letzten Worte schmunzeln. „Nein, nein. Ist schon in Ordnung. Hey, ich kenne dich!“, rief Lily laut aus. Er war der Gryffindor im zweiten oder dritten Jahr, der von Hailey bei Selbstgesprächen beobachtet worden war. Nur konnte sie das so schlecht als Begrüßung sagen. Verlegen verwuschelte er jetzt seine pechschwarzen Haare, die ihm sowieso zu Berge standen.

Inzwischen hatte sich der Hund soweit beruhigt, dass Lily sich aufsetzen konnte. Sie streckte dem Jungen die linke Hand entgegen und ließ sich von ihm auf die Füße ziehen.

„Ich bin Booker. Also eigentlich Aspen Booker, aber sag einfach Booker.“ Er lächelte sie verschlagen an.

„Lily Potter. Und wer ist das hier? Hab ich das richtig gehört? Stark?“ “ „Ja, das ist mein Labrador Rüde. Seit gestern wirkt der Unsichtbarkeitszauber nicht mehr und jetzt muss ich mir überlegen, wie ich das Professor Longbottom beibringen soll.“ “ „Was musst du ihm beibringen?“ “ „Na, dass Stark das ganze letzte Jahr und bis gestern mit in meinem Schlafsaal gewohnt hat. Nur eben unsichtbar.“

Lily riss schockiert die Augen auf: „Der Hund hat die ganze Zeit in deinem Schlafsaal gewohnt?! Zusammen mit den anderen Schülern? Und keiner hat es gemerkt?! Und wenn er mal äh ...?“ “ „... Gassi muss? Willst du das sagen? Dann geh ich nach draußen, Joggen. Ich bin doch kein Tierquäler ... Hey, alles in Ordnung bei dir?“ “ „Warum? Sieht man mir das so an?!“ Lily wischte sich noch einmal schnell mit dem Ärmel ihres Umhangs durch das Gesicht und hoffte diesmal alle Tränenspuren und Hundesabber zu erwischen.

„So besser?“ “ „Ja, so geht das ... Komm ich bring dich zu deinem nächsten Unterricht und du erzählst mir so lange wie es ist die Tochter von Harry Potter zu sein. Zaubertränke, mhm?“ Booker zwinkerte Lily zu, als sie ihn spielerisch knuffte.

ooOOoo

Tatsächlich hatte Lily auf dem Weg zu den Kerkern sehr viel Spaß mit Booker und Stark, der neben seinem Herrchen hertrottete und ein hündisches Grinsen aufgesetzt zu haben schien. Außerdem redeten sie so gut wie gar nicht über ihren berühmten Vater, sondern eher über Eltern im Allgemeinen. Lily erfuhr, dass Bookers Eltern sich getrennt hatten, als er noch ein kleines Baby gewesen war. Sein Vater war kurz darauf gestorben und seitdem stritten sich seine Großeltern und seine Mutter um das Sorgerecht. Er war der erste Magier in seiner Familie und hatte den Hund zum Abschied von seiner Großmutter bekommen, die nicht wusste, dass in der Magierwelt hauptsächlich Katzen und Eulen als Haustiere angesehen wurden. Den Unsichtbarkeitszauber hatte er selbst ausgesprochen, und das beeindruckte Lily fast genauso sehr, wie sein lockeres Auftreten. Normalerweise hielten sich die älteren Schüler von den Erstklässlern fern.

Am lustigsten war der Moment, als sie zusammen mit Booker und Stark in Hailey und Latika hineinlief. Während Letztere wieder einen lauten Schrei ausstieß, hatte Booker alle Hände voll damit zu tun, Stark festzuhalten, der begeistert auf die zwei Mädchen zustürmen wollte. Schließlich verabschiedete Lily sich mit einem befreiten Lächeln von Booker und bekam einen weiteren feuchten Hundekuss von Stark, bevor ihre neuen Freunde hinter einer Tür verschwanden, die vorgab ein Spiegel zu sein.

„Oooh, Lily, ich glaube du hast uns einiges zu erzählen!“, begann Latika und wurde von Hailey unterbrochen:

 „Pfft, das wird genauso wie mit Castor! Ich weiß noch genau wie das war: ‚Hailey, der ist so nett! Ist doch egal, wie er heißt, oder ob er verrückt ist! Der ist wirklich nett, Latika, ihr müsst nur mal mit dem reden!’ Und wenn du jetzt wieder mit diesem typischen ‚Darüber-rede-ich-nicht’“Gesichtsausdruck kommst, den nur du kannst, Lily, gibt’s Ärger!“

Latika und Hailey hakten sich jeweils auf einer Seite bei Lily ein und bombardierten sie mit Fragen, während sie hinab in die Kerker stiegen.

„Hailey, Lily! Kommt mal her“, Carolines Stimme wehte ihnen entgegen. Mit einem Schulterzucken entschuldigte Lily sich bei Latika und ging zusammen mit Hailey tiefer in den Kerkerflur hinein, sodass sie am Ende direkt vor dem Raum standen, in dem sie den Unterricht bei Castors Bruder hatte.

„Ihr zwei wisst doch immer so gut Bescheid! Habt ihr das von dem neuen Schüler in dem ‚Nachhilfeprogramm’ gehört? Er soll sogar ein Gryffindor sein!“, erzählte Caroline aufgeregt. Lily hoffte sehr, dass Caroline durch den Bann verstummen würde, denn irgendwie nervte sie sie mit ihrer ewigen Neugierde. Eigentlich war Hailey daran schuld, denn schließlich hatte sie Caroline dazu überredet, doch an dem Programm teilzunehmen. Inzwischen wäre Latika jedoch sowohl Lily als auch Hailey lieber gewesen. Nur war das leider unmöglich zu ändern.

Lily hatte eine gewisse Idee, wer dieser neue Schüler sein könnte und lächelte.

„Hey, ihr drei! Schnell, Professor Rutiba ist da!“, Latika winkte zu ihnen herüber und lächelte Caroline entschuldigend zu, als diese an ihr vorbei in den Unterrichtsraum hetzte. „Hab ich dich etwa unterbrochen, Caro? Tut mir wirklich leid!“

Caroline tat ihre Entschuldigung mit einem Nicken ab und setzte sich hin, starrte Lily und Hailey, die sich inzwischen auch gesetzt hatten, aber weiterhin neugierig Löcher in den Rücken.

„Guten Tag, liebe Klasse. Liege ich richtig, wenn ich sage, dass für heute ein Test angesetzt ist?“ Ein Stöhnen ging durch die Klasse.

„Professor, entschuldigen Sie, aber das haben Sie nie gesagt“, meldete sich Janie Hill vorlaut zu Wort. „Das ist ungerecht! Nur weil wir die erste Klasse in der Woche sind, sind wir nie vor Ihren Tests gewarnt. Dabei sind wir doch Ihr Haus!“ Ein Raunen ging durch die Klasse und viele Slytherins verdrehten die Augen.

Professor Rutiba nickte mit leidendem Gesichtsausdruck: „Ja, und leider gibt es dafür zehn Punkte Abzug für Slytherin. Miss Hill, wie oft muss ich Ihnen noch sagen, dass Sie sich in meinem Unterricht zu melden haben, wenn Sie etwas sagen wollen? Also, ein unangekündigter Test.“ Sobald sie das letzte Wort gesagt hatte, erschienen auf jedem Tisch mehrere Bögen mit Fragen. „Sie haben die restliche Unterrichtsstunde frei, wer früher fertig ist kann gehen. Und jetzt los!“

Lily schielte auf Haileys Blatt und schon bevor sie ihre eigenen Fragen durchgelesen hatte, war ihr klar, dass es verschiedene Versionen gab. Sie konnte Hailey hier also nicht viel helfen. Lily seufzte und schaute sich die erste Frage auf ihrem Test an.

Nennen Sie ein wirkungsvolles Mittel gegen Vergiftungen aller Art!

Lily fiel auf Anhieb eine Antwort ein und musste lächeln. Ihr Vater hatte ihrem Onkel das Leben gerettet, indem er ihm einen Bezoar in den Hals gestopft hatte. Eifrig machte  sie sich ans Beantworten der restlichen Fragen.

ooOOoo

Nach etwa anderthalb Stunden war Lily fertig und blickte um sich. Janie Hill war bereits nach einer halben Stunde gegangen und auch Latika hatte schnell aufgegeben. Caroline schrieb noch immer verbissen über ihren Test gebeugt und auch Maria Hill konzentrierte sich noch. Viele der Gryffindors blickten sich um, als könnten sie die Antworten aus der Luft fischen. Zumindest wirkte es so auf Lily bis sie merkte, dass auch Hailey das tat, aber ihr Blick immer wieder kurz auf Lilys Blatt huschte.

„Miss Potter! Sind sie fertig?“, ertönte die Stimme ihrer Lehrerin direkt hinter Lily und ließ sie reflexartig nicken. Nur gut, dass sie tatsächlich fertig war, denn mit einem Wisch von Professor Rutiba landete ihr Test auf dem Lehrerpult. Mit einem Kopfnicken wies die Lehrerin auf die Tür des Kerkerraumes und Lily packte ihre Sachen zusammen. Als sie am Lehrerpult vorbeiging, drückte Professor Rutiba ihr unauffällig einen Zettel in die Hand.

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