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Geschichte des Moments
Weihnachten von Annhede
(keine Altersempfehlung)

 

Es ist Weihnachten in Hogwarts. Alle freuen sich und sind gespannt auf die Geschenke. Schaut zusammen mit Harry, Ron und Hermine, was es Lustiges zu entdecken gibt!

Zitat des Tages

Ron sah ganz danach aus, als würde er unter Qualen mit sich selbst ringen. Schon hatte sich Krum ein paar Schritte entfernt, als es aus ihm herausplatzte: »Kann ich ein Autogramm von dir haben?«

Harry Potter und der Feuerkelch, Kap.36

Eine Alterseinschränkung (ab 12) wurde für "Lily Potter und die grünen Yetis" angegeben

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Lily Potter und die grünen Yetis ( von )

14. Kapitel: Briefe

Betaleser: Cata
Anmerkungen des Autors:

Endlich mal wieder ein Kapitel von meiner Hauptstory :) Ich hoffe es gefällt euch trotzdem!

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Als Lily draußen war, faltete sie den Zettel auf und lief lesend weiter.

Potter,

wenn du das nächste Mal Zeit hast, komm in meinen Übungsraum. Feste Zeiten auszumachen passt mir nicht.

S. H. Malfoy

Da sie schon die Stufen in die Eingangshalle hochgestiegen war, kehrte Lily schnaubend um und lief direkt in eine kleine, weiß gekleidete Figur hinein. Verwundert schaute Lily nach unten. Direkt vor ihr beugte sich eine kleine, hässliche Gestalt so tief nach unten, dass seine Hakennase fast den Boden berührte. 

„Miss Potter! Wie gut, dass ich Sie treffe. Mein Name ist Kreacher. Ich soll Sie zu Master Malfoy bringen. Kommen Sie, kommen Sie!“, der alte Hauself nahm Lily bei der Hand und führte sie in das kleine Klassenzimmer.

„Gut, Kreacher“, sagte Scorpius über seine Bücher gebeugt, ohne aufzusehen. „Wenn wir dich brauchen, rufen wir dich.“ “ „Miss Potter, Master Malfoy.“ Kreacher verbeugte sich und verschwand mit einem lauten Knall.

„Also“, endlich bequemte Scorpius sich Lily anzuschauen. „Ich möchte, dass du wann immer möglich, Verteidigung gegen die Dunklen Künste übst. Ich habe gehört, dass dies einen Großteil der Prüfung ausmachen wird. Deine Defizite in Heilkunde klären wir, wenn du im Januar immer noch vorhast die Klasse zu überspringen. Im Moment ist das Problem zu gravierend, um es zu bewältigen. Kreacher hast du bereits kennen gelernt. Ich weiß nicht, ob dir klar ist, dass dieser Hauself deiner Familie dient, also wenn du nach ihm rufst, muss er erscheinen, egal, wo du bist. Du wirst mit ihm üben.“ “ „Und wenn ich ihn verletze?“

Scorpius schaute sie ungläubig an: „Ha, Potter, dieser Hauself könnte dich problemlos umhauen, wenn du nicht seine Meisterin wärst. Außerdem “ er ist ein Hauself. Wen interessiert’s ob er verletzt wird?“ Lily riss die Augen auf. Diese Art zu denken war sehr grausam, aber sie meinte sich zu erinnern, Castor ebenfalls abfällig über ein Zauberwesen gesprochen zu haben. Vielleicht war das die typische Überheblichkeit der Familie Malfoy, von der ihre Brüder immer sprachen. Lily nickte ihm knapp zu und verließ das Zimmer erhobenen Hauptes.

Da noch Zeit war bevor das Mittagessen begann, setzte Lily sich in den Gemeinschaftsraum und begann mit dem Aufsatz für Madam Pomfrey. Dafür, dass Lily erwartet hatte, zumindest Hailey um Hilfe bitten zu müssen, war die Hausaufgabe vergleichsweise einfach ausgefallen. Las man das Kapitel, das sie im Unterricht begonnen hatten, weiter, kam man auch zu den verschiedenen Diskussionspunkten. Diese jedoch in einen strukturierten Aufsatz zu packen, würde schwieriger werden, und so machte Lily sich daran, eine vorläufige Struktur für ihren Text zu finden.

ooOOoo

Nach dem Mittagessen machte Lily sich auf den Weg  zur Bibliothek, lief aber direkt in James hinein.

„Na, kleine Schwester? Hab gehört du bist Dauergast im Krankenflügel? Scheint dir aber besser zu gehen“, sagte ihr ältester Bruder, während er sie prüfend von Kopf bis Fuß musterte. „Ja, es geht mir besser. Al war ja da und hat mir geholfen. Warum  bist du so abgehetzt?“ “ „Ach, Lil. Komm du erstmal ins vierte Jahr. Das ist Stress pur. Und dann auch noch diese Extraarbeit für McGonagall. Kannst du mir einen Gefallen tun? Geh in die Eulerei und schau, ob die Briefe von Mum und Dad angekommen sind? Ich hab dafür jetzt einfach keine Zeit und es ist schließlich auch Post für dich dabei, Schwesterchen.“  Wirklich bittend war der Tonfall ihres Bruders nicht gewesen, aber Lily nickte nur und James hastete weiter.

Sie durchquerte die fast leere Eingangshalle und lief durch den ebenfalls verlassenen Innenhof, wobei Lily laut fluchte, weil sie ihren Schal und ihre Handschuhe in ihrem Zimmer gelassen hatte. Und um einen Umweg zu laufen, war sie einfach zu faul. Während sie noch darüber nachdachte, ob die Handschuhe, die sie besaß, sich nicht mit ihrer Schulkleidung beißen würden, stieg sie die Treppe hoch und bog in den kleinen Gang ein, der zur Eulerei führte. Als sie die massive Holztür mit dem verwitterten Schild „Owlery“ aufstieß, war sie zunächst von dem Ausblick geblendet. Egal wie oft man die Ländereien überblickte, es war immer atemberaubend. Direkt hinter der kleinen Hütte des Wildhüters tat sich ein riesiger Wald auf, der aussah, wie ein großer dunkelgrüner See. So etwas sollte James fotografieren und nicht nur Menschen, schoss es Lily durch den Kopf. Dann stieg ihr der Gestank in die Nase, der wortwörtlich atemberaubend war, und sie blickte sich um.

Der Boden des Kreisrunden Raumes war mit Stroh bedeckt, das dringend hätte gesäubert werden müssen. Neben ausgefallenen Feder und Kotresten lagen hier auch allerlei abgenagte Überreste von Mäusen und ähnlich kleinen Tieren auf dem Boden verstreut. In den steinernen Wände waren überall kleine Nischen mit Nestern, in denen Eulen saßen, sich putzten oder schliefen. Scheinbar unabsichtlich waren hier und da glaslose Fenster in die Wände gehauen und ein paar Eulen flogen sowohl mit Beute als auch mit Briefen herein.

Und tatsächlich saß James‘ große Schleiereule auf ihrem Platz und streckte Lily ihr Bein entgegen. Lily nahm sich ein paar von den Eulenkeksen, um sie zu beruhigen und band dann vorsichtig die drei Briefe ab. Auf jedem Umschlag stand fein säuberlich ein Name. Lily steckte die Briefe für ihre Brüder ein und riss den ihren auf.                            

            London, 2. November

Liebe Lily,

zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, dass du es nach Gryffindor geschafft hast. Es tut mir sehr leid, dass wir dir erst jetzt schreiben, aber hier in London ist zurzeit ziemlich viel zu tun. Dein Vater ist fast jeden Tag unterwegs und auch der Tagesprophet hat einiges mehr zu bearbeiten. Ich hoffe, du hast nicht allzu viel Heimweh, aber wie ich Hogwarts kenne, werdet ihr gut auf Trapp gehalten. Besonders, da du in diesem Bestenprogramm bist. Ich weiß nicht, ob es klug ist eine Klasse zu überspringen, aber Professor McGonagall schien sehr zufrieden mit deinen Leistungen bis jetzt zu sein ... Ich möchte nicht, dass du dich nach den Wünschen deiner Eltern richtest, ein Jahr länger in Hogwarts bist und es uns hinterher übel nimmst. Ich möchte nur, dass du gut darüber nachdenkst, ob du wirklich ein Jahr früher fertig werden willst. Deinen Brüdern habe ich dasselbe geraten, auch wenn es für dich noch einfacher wäre zu überspringen. Doch gerade die Grundlagen sind sehr wichtig!

Ich habe auch von deinem Tutor gehört. Die Malfoys waren unserer Familie gegenüber nie sehr freundlich, doch immerhin haben sie das Leben deines Vaters gerettet; vergiss das nicht. Sollte Scorpius jedoch ungerecht zu dir sein, zögere nicht, Neville um Hilfe zu bitten, er weiß Bescheid. 

Bitte gib gut Acht auf dich. Als ich von der Yeti“Attacke auf dich hörte, wäre ich beinahe in Ohnmacht gefallen. Hätte ich nicht gewusst, dass Madam Pomfrey eine absolut fähige Heilerin ist, wäre ich sofort vorbeigekommen. Ich hoffe, das wusstest du!            

Liebe Grüße von deinem Vater und tausend Küsse,

deine dich liebende Mama

                 

Lily standen auf einmal Tränen in den Augen. Erst jetzt merkte sie, dass es vielleicht doch schön gewesen wäre ihre Mutter hier gehabt zu haben, als die Yetis sie verletzt hatten. Heimweh hatte sie hauptsächlich abends, kurz vor dem Einschlafen, wenn alle anderen Mädchen schon schliefen. Zu anderen Zeitpunkten war die Ablenkung durch Unterricht, Hausaufgaben und ihre Freunde wirklich zu groß.

Lily blickte aus dem Fenster der Eulerei auf die Turmuhr und erschrak. Vergessen war die Bibliothek, sie wollte sich auf keinen Fall Ärger mit einem Slytherin einhandeln. So lange hatte sie gar nicht brauchen wollen und so beeilte sie sich, zu den Kerkerräumen zu kommen.

Der Raum war leer und Lily holte kurz Luft, bevor sie nach Kreacher rief. Es fühlte sich sehr merkwürdig an, einfach einen Namen in einen leeren Raum zu sagen. Der Knall, der entstand, als der Elf vor ihr erschien, hallte von den Wänden wieder und Lily fürchtete schon, dass jemand auf sie aufmerksam werden würde. Der Hauself verbeugte sich wieder tief und sah Lily dann gespannt an.

„Sie haben  gerufen, Miss Potter?“

„Ja, Kreacher. Hat Malfoy dir schon gesagt, dass wir üben sollen?“, fragte Lily zögernd. Der Hauself nickte, wischte sich die Hände an seinem weißen Küchentuch ab, das er wie einen Kittel trug, und ging auf die andere Seite des Raumes.

„Ich werde jetzt ein paar Flüche ausprobieren. Du kannst dich schützen, ja?“ “ „Oooh, Miss Potter, Sie sind zu nett, dass Sie fragen. Natürlich, beginnen Sie einfach“, säuselte der Hauself.

Lily begann zunächst mit ein paar leichten Flüchen, bis sie sich sicher war, dass Kreacher sich wirklich verteidigen konnte. Auch wenn Latika und Hailey ihr versichert hatten, dass Hauselfen eigenständige Magie hatten und wirklich sehr fähige magische Wesen waren, wollte Lily besser kein Risiko eingehen.

Nach einiger Zeit tauschten sie die Rollen, sodass Kreacher Gegenstände auf Lily zufliegen ließ und Lily sie magisch abwehren musste. Kreacher zog dabei ganz merkwürdige Grimassen und Lily wollte schon aufhören, als Scorpius den Raum betrat.

„Gut, Potter. Kreacher, es wurde dir befohlen, du musst dich dafür nicht selbst bestrafen. Deine Meisterin ist nicht in wirklicher Gefahr durch dich. Deine Grimasse lenkt sie eher ab, als das sie ihr hilft. Hör auf damit! Potter, versuch es auch ungesagt, dann kann ich vielleicht ein wenig lernen.“

Entgegen seiner Worte saß er noch ein wenig an seinem Tisch und beobachtete nickend Lilys Reaktionen auf Stühle und Kerzenständer, die auf sie zuflogen.

ooOOoo

Die Übungsstunden mit Kreacher wurden für Lily zum Alltag, und manchmal zeigte sich, dass der Hauself sogar Sinn für Humor hatte, wenn er zum Beispiel Peeves dazu brachte, Lily zu reizen, sodass sie zwei Gegner auf einmal hatte.

Die Tage zogen vorbei, bis Lily am Vorabend ihres Geburtstages, völlig fertig vom Üben mit Kreacher, in die Eulerei hochstieg und einen Brief von einer anmutigen Schulschleiereule entgegennahm. Die Eule pickte so lange nach ihren Fingern, bis Lily den Brief von ihren Eltern wegsteckte und ihr ein paar Nüsse anbot, die sie kreischend entgegennahm. Die Eule schwang sich mit der letzten Nuss im Schnabel in die Lüfte und verschwand in einem der oberen Nester.

Lily öffnete den Brief sofort, auch wenn dort draufstand, dass sie ihn zu ihrem Geburtstag öffnen solle. Nur um ein wenig Aufmunterung von ihren Eltern zu bekommen. In der Zeit mit Castors Bruder erhielt sie schließlich so gut wie gar kein Lob oder Unterstützung und wenn sie mal frei hatte, weil Scorpius üben wollte, hatten meist ihre Freunde und auch ihre Brüder Unterricht.

Lily erkannte sofort die Schrift ihres Vaters und schmunzelte.

Liebe Lily,

ich wusste, du würdest nicht warten den Brief zu öffnen, erst recht, wenn dort steht, dass er zu bleiben soll. Ich möchte dir nur kurz sagen, dass ich immer noch für das Ministerium hin und her reise und darum deine Mutter deine Geschenke verschicken wird - Sie konnte sich Geburtstage eh immer besser merken!

Außerdem sollst du wissen, dass ich unheimlich stolz auf dich bin, dass du in dieses Sonderprogramm aufgenommen wurdest! Deine Zaubertranklehrerin hat sich bei uns erkundigt, ob wir heimlich mit dir gelernt hätten, aber auch ich musste ihr sagen, dass ich nicht weiß, woher dein Talent kommt ...

Dein Papa

P.S. Ich hoffe die Geschenke zum Schulanfang haben dir gefallen. 

Lily faltete den Brief wieder zusammen und stopfte ihn in ihre Umhangtasche. Von welchen Geschenken sprach er denn? Cange? Nein, da hatte er ihre Reaktion ja gesehen. Grübelnd verließ Lily die Eulerei und schlenderte zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors.

   „Lily? Alles in Ordnung?“ Albus stand mit besorgter Miene vor ihr. Lily lächelte ihn beruhigend an.

   „Klar. Ich war nur in Gedanken ... Sag mal, Al, Papa hat mir was wegen Geschenken geschrieben ... Was meint er?“

Jetzt war es an Albus zu lachen. „Na, er meinte die Sachen, die er und Mum dir zur Einschulung geschenkt haben. Die sind bestimmt noch immer schön verpackt in deinem Koffer. Hoffentlich ist dein Koffer nicht ganz so unordentlich wie der von James! Da würdest du nichts mehr finden ... Soll ich dir suchen helfen?“ Er warf einen kurzen Blick auf seine Uhr und seufzte dann. „Tut mir leid, ich kann nicht. Ich muss da zu so einer Sache. Ähm ... Nachhilfe, na du weißt schon. Bis dann!“

Und mit einem kurzen Winken lief er weiter. Auch Lily hatte es jetzt eilig in ihren Schlafsaal zu kommen. Was ihre Eltern ihr wohl geschenkt hatten? Neugierde ist schon ein nervendes Gefühl, dachte Lily bei sich, als sie hektisch ihren schweren Koffer öffnete und sich dabei fast die Finger einklemmte.

Sie wühlte sich durch verschiedene Kleidungsstücke, die sie einfach im Koffer gelassen hatte, bis sie ganz am Boden endlich drei einzeln verpackte Geschenke fand. Alle drei waren mit wunderschönem goldfarbenem Papier umwickelt und auf einem war sogar eine rote Schleife. Ihre Eltern waren sich wohl der Wahl des Sprechenden Hutes sehr sicher gewesen. Gespannt riss sie das kleinste Päckchen auf und blickte auf eine kleine türkisfarbene Schachtel.

„Oh, wie schön! Hailey, schau mal!“, rief Lily, ohne aufzusehen als die Tür aufging.

„Ich, ähm ... ich bin nicht ..., ähm Hailey. Lily? Ich soll dir was ausrichten. Von Scorpius“, seufzte das Mädchen in der Tür den Namen heraus, sodass Lily sie genauer betrachtete. Blonde Wellen fielen ihr bis kurz übers Kinn und sie schaute Lily aus dunkelbraunen Augen fragend an. „Er sagte, ´morgen, wie immer abends‘.“

„Ah, danke fürs Ausrichten.“ Lily schüttelte den Kopf und wandte sich wieder dem silbernen Armband in ihrer Hand zu.

„Hübsches Armband. Was ... was hast du mit ihm zu tun? Was macht ihr morgen?“ “ „Ich kenne nicht mal deinen Namen, ist dir die Frage nicht peinlich? Kannst du die Tür zumachen, bitte? Von außen.“

Mit einem lauten „Hmpf!“ knallte die Tür des Schlafsaals ins Schloss. Mit einem lautlosen Lachen band Lily sich das Armband um und wandte sich dem nächstgrößeren Päckchen zu. Schon beim Aufreißen kam ihr feiner grüner Stoff entgegen und bald floss ein wunderschöner, waldgrüner Seidenschal durch Lilys Finger. „Wow“, vorsichtig legte sie ihn zusammen und auf die Seite und wandte sich dem letzten und größten Paket zu. Auch darin war eine Schachtel, allerdings in beige.

Ehe Lily sie öffnen konnte, schlug die Tür auf und Hailey platzte kichernd herein.

„Lily, du bist ja wirklich hier! Was hast du Linna angetan? Sie verbreitet gerade unglaubliche Lügen über dich vor den anderen Viertklässlern! James stand bestimmt fünf Minuten dabei, bis sie ihn bemerkt hat. Und dann ist sie so rot angelaufen, dass sie aussah, wie die Wand hinter ihr. Ich hab noch nie so gut gelacht! Oh, hast du ein neues Armband? Das ist doch von Tiffany´s!“ Lily nickte lächelnd.

„Und schau mal das Tuch! Haben mir meine Eltern geschenkt!“ “ „Lily! Hast du etwa deine Geburtstagsgeschenke schon heute bekommen? Und dann machst du sie auch noch auf? Hast du etwa vergessen, dass du erst morgen Geburtstag hast?“

Lily schüttelte nur den Kopf. Für mehr hatte sie auch keine Zeit, den Hailey holte schon wieder Luft: „Oh, du hast da ja noch ‘ne Schachtel liegen! Zeig mal her. Hmm, toller Karton, edles Beige. Verdient dein Papa gut beim Ministerium? Komm schon, mach’s auf!“

Lily stand vom Boden vor ihrem Koffer auf und setzte sich neben Hailey aufs Bett. Dann hob sie langsam den Deckel des Kartons an. Sie wusste, dass die Spannung Hailey furchtbar nerven würde. Aber ihre beste Freundin hatte es ja nicht anders gewollt. In dem Moment, als sie den Inhalt entdeckte, war Lily hin und weg. Und selbst Hailey war sprachlos. Zumindest für kurze Zeit.

„Los, Lily! Nimm. Es. Raus.“

Ohne mit ihrer Freundin zu diskutieren, nahm Lily das Kleid an sich und stellte sich vor den Spiegel. Ein langärmliges dunkelrotes Kleid. Direkt unter der Brust begann ein knielanger Plisseerock. Er war leicht heller als das samtene Oberteil. An dem runden Ausschnitt, dem Übergang zwischen Samtoberteil und Plissee und den Ärmelenden, waren seidene Bänder in der Farbe des Rockes angenäht.

Sofort zog Lily sich die Bluse über den Kopf und schlüpfte in das neue Kleid.

Hailey band ihr mit dem Band um Lilys Taille eine Schleife auf ihrem Rücken, während Lily sich noch aus dem Uniformrock strampelte.

„Wow! Dreh dich“, forderte Hailey sie auf und machte eine kleine drehende Bewegung mit ihrem Zeigefinger.

Lily drehte und drehte sich, irgendwann streckte sie die Arme zu beiden Seiten aus und lachte ihre Freude einfach laut hinaus. Bald schon lachte auch Hailey mit.

„Das hättest du anhaben müssen an Halloween!“ “ „Ha! Und am Ende wärst du vor Neid erstickt “ meinetwegen diesmal!“

Die beiden Mädchen alberten und kicherten noch, als die Sonne unterging und die anderen in den Schlafsaal kamen, um sich bettfertig zu machen.

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Sonorus
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