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Geschichte des Moments
Introduction en français von Merlins Bart
(keine Altersempfehlung)

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Zitat des Tages

»Was allerdings heißt, dass selbst die Besten von uns manchmal die eignen Worte wieder schlucken müssen«, fuhr Dumbledore lächelnd fort.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 14) wurde für "Severus Snape - Das zweite Leben" angegeben

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Severus Snape - Das zweite Leben ( von )

3. Kapitel: 2. Snapes Trauer

Betaleser: Sefa
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Niemand achtete in dem freudigen Tumult auf Severus Snape, der Maries Körper die Stufen zum Turm hinauftrug. Keiner sah die Tränen, die ihm über die bleichen Wangen liefen - nur Harry.
Genau in diesem Augenblick kam ihm ein absurder Gedanke. Er blickte sich nach Hermine um und sah sie an Rons Seite bei den um Freds Leichnam knienden Weasleys stehen. Sie hatte einen Arm um Ginny gelegt. Eine eisige Faust umklammerte Harrys Herz. War Ginny verletzt?
Er sprintete durch den Saal. Die Erleichterung, die ihn durchfuhr, als sie sich schluchzend in seine Arme warf, war so gewaltig, dass er sich schrecklich schäbig vorkam, als sein Blick auf Fred fiel. Ihr Bruder war tot, doch Harry war einfach nur glücklich. Schuldbewusst blickte er zu den trauernden Weasleys hinab. Da fiel ihm Snape wieder ein.
"Hermine, ich brauch deine Hilfe!" Sanft löste er sich aus Ginnys Umklammerung und sah sie ernst an. "Es ist wichtig, Ginny, glaub mir!"
Er zog Hermine mit sich zum Portal. Draußen angelangt, ließ er sich auf die steinerne Stufe sinken. Der Plan, der in seinem Kopf Gestalt annahm, war so absonderlich, dass er beinahe nicht wagte, Hermine einzuweihen. Bevor er es sich anders überlegen konnte, begann er zu erzählen.
"Als ich in den Wald ging, um mich Voldemort zu stellen, öffnete sich der Schnatz. Es war ein Stein darin, ziemlich groß, aber eindeutig geschliffen um in einen Ring gefasst zu werden."
Hermine setzte sich neben ihn. "Der Stein der Auferstehung", flüsterte sie ehrfürchtig und starrte Harry ungläubig an. "Es gibt ihn wirklich?"
"Ja. Als ich ihn herausnahm, erschienen die Geister meiner Eltern. Sie begleiteten mich zur Lichtung und sprachen mir Mut zu. Alles war ganz einfach. Ich steckte meinen Zauberstab weg und trat unbewaffnet vor Voldemort hin. Der Todesfluch traf mich und ich wurde zu Boden geschleudert, aber ich lebte. Der Elderstab gehorchte ihm nicht. Er befahl Narzissa nachzusehen, ob ich tot sei. Sie beugte sich über mich, so dass ihr langes Haar ihr Gesicht verhüllte. Sie spürte meinen Herzschlag und flüsterte: "Lebt Draco noch?" Als ich unmerklich nickte, stand sie auf, wandte sich zu Voldemort um. "Der Sieg ist unser, mein Gebieter. Der Auserwählte lebt nicht mehr!" Jubel brach unter den Todessern aus, doch Voldemort schien noch nicht überzeugt. Er richtete den Elderstab auf mich und schrie: "Crucio!"."
Hermine packte ihn am Arm. "Harry", stöhnte sie erschrocken.
"Mein Körper wurde in die Luft geschleudert, aber ich hab nichts gespürt, Hermine - gar nichts. Als ich zu Boden fiel, verlor ich den Stein. Ich wagte nicht, die Hand zu bewegen. Er liegt noch im Wald, verstehst du?"
Hermine sah in verblüfft an. "Aber Harry, es ist vorbei - du brauchst ihn jetzt nicht mehr."
Harry wagte nicht, Hermine anzusehen, als er sprach. "Es ist total verrückt, dass weiß ich selber, aber als Snape Marie die Treppe hoch trug, da war es wie ein Blitz in meinem Kopf. Ich sah die drei Heiligtümer ganz deutlich vor mir, als könnten sie Marie helfen. Alle drei zusammen! Ich muss es versuchen, sie ist immerhin meine Tante!"
"Du wusstest das die ganze Zeit?" Hermine sah ihn empört an.
"Ich musste ihr schwören, es euch erst zu sagen, wenn der Kampf vorbei ist", rechtfertigte sich Harry. "Sie hat's mir in Malfoys Verließ erzählt, zusammen mit Snapes Geschichte. Wir reden später darüber, erklärst du's bitte Ron. Ich muss den Stein suchen!"
Hermine blickte nachdenklich in Richtung Wald. "Gib mir mal den Schnatz, Harry!"
Sie zog ihren Zauberstab, richtete ihn auf die kleine geflügelte Goldkugel in ihrer Hand, schloss konzentriert die Augen und murmelte: "Accio, Stein der Auferstehung!"
Dann gab sie ihn Harry zurück.
"Sieh mal nach!", forderte sie ihn auf.
Harry schob den Schnatz in den Mund und sofort öffnete der sich und in ihm lag der schwarze Stein. "Hermine, du bist einfach einmalig!" Er strahlte sie an.
Sie grinste selbstgefällig. "Da sagst du mir nichts Neues!" Gleich darauf wurde sie wieder ernst. "Und jetzt?", fragte sie gespannt.
"Ich hab keine Ahnung!", antwortete Harry niedergeschlagen. "Wenn nur Dumbledore noch hier wäre."
Hermine seufzte bedrückt. Plötzlich hellte sich ihre Miene auf. "Mensch Harry - das Porträt. Sein Porträt im Schulleiterbüro." ergänzte sie, als Harry sie begriffsstutzig ansah. "Das kannst du fragen! Einen Versuch ist's auf jeden Fall wert. Los, mach dass du rauf kommst!" Sie ergriff Harrys Hand und zog ihn in die Höhe.
Er zögerte, ihm graute davor, jetzt Snapes Büro zu betreten. "Auf in die Höhle des Löwen", murmelte er mehr zu sich selbst als zu Hermine. "Hilft ja sowieso nichts. Snape hat den Elderstab. Drück mir die Daumen, Hermine!"
Er blieb abrupt stehen, als sein Blick auf Hermines Gesicht fiel. Sie starrte ihn an wie vom Donner gerührt. "Harry ..., Harry, er hat ihn fallenlassen. Snape hat den Elderstab fallenlassen, als er Marie hochhob."
Harry rannte durchs Portal in den Saal zurück und erblickte gerade noch Draco Malfoy, der sich nach etwas bückte, das er verstohlen in seinen Ärmel schob. Er schoss auf Malfoy zu und riss ihn zurück.
"Gib ihn sofort her!", schrie er und alle Blicke im Saal wandten sich ihnen zu. Malfoys Gesicht wurde krebsrot und er sank erschrocken auf die Knie.
"Ich wollte ihn nicht für mich, mein Vater ..." winselte er und sah aus wie ein geprügelter Hund.
"Lasst Lucius nicht entkommen!", rief Harry zu Georg Weasley hinüber.
Aus dessen Zauberstab schoss sofort eine silberne Schlange, die sich um Malfoys Arme schlang und ihn fesselte. Das Gleiche geschah bei allen Todessern, die noch am Leben waren. Arthur und Molly kamen Georg zu Hilfe. Zu dritt errichteten sie einen magischen Käfig, der sich über die Gefangenen senkte, nachdem Ginny ihnen die Zauberstäbe abgenommen hatte.
Ginny - Harrys Herz machte einen Satz - es ging ihr wieder gut. Aber Marie war tot.
Harry packte den Elderstab, stürmte die Treppe zum Büro des Schulleiters hinauf und prallte gegen die verschlossene Tür.
"Passwort!", krächzte der Wasserspeier, der ziemlich lädiert auf seinem Podest hing.
"Lass mich rein du Trottel - ich muss zu Marie!"  
Kaum hatte er Maries Namen ausgesprochen, glitt der Wasserspeier zur Seite, gab die Wendeltreppe frei und ließ ihn zu Harrys Überraschung eintreten.

Harry stockte der Atem. Das Zimmer war grau - sämtliche Farben waren verschwunden, alles war erfüllt von einer so tiefen Traurigkeit, dass er im ersten Moment glaubte, die Dementoren wären in Snapes Büro eingedrungen. Dann sah er Snape, in dessen Gesicht sich eine so tiefe Verzweiflung widerspiegelte, dass es Harry die Kehle zuschnürte und er verstand, dass das Büro des Schulleiters sich dessen Gefühlen angepasst hatte.
Snape stand an seinem Schreibtisch, der Zauberstab in seiner Hand bewegte sich wie von selbst und was er erschuf war grandios.
Die Szenerie war so phantastisch, dass Harry zuerst nicht begreifen konnte, was er da sah. Mitten im Raum befand sich ein Stück des Verbotenen Waldes. Graue Nebelfetzen krochen zwischen den düsteren Bäumen hindurch und verschluckten jedes Geräusch. Im Innern des Kreises, den die uralten knorrigen Eichen bildeten, lag eine Lichtung. Wie sonnenbeschienen leuchtete sie in der unheimlichen Umgebung und sah so wundervoll einladend und zugleich völlig unberührt aus, dass es Harry schien, als wäre es der schönste Platz, der er je gesehen hatte.
Maries Körper, der auf weichem Moos in einem Bett aus Eichenblättern ruhte, fügte sich so vollkommen in dieses Bild, als wäre sie ein Teil des Waldes. Ihr braunes zerzaustes Haar, das sich um ihr Gesicht ausbreitete, passte so perfekt zur Rinde der Bäume, wie ihr grüner Umhang zur Farbe des Mooses. Selbst ihr verunstaltetes Gesicht wirkte in dieser Umgebung nicht erschreckend, sondern seltsam glücklich und zufrieden.
"Warum hast du mich nicht sterben lassen?"
Snapes brüchige Stimme riss Harry aus seiner Erstarrung und ihm fiel wieder ein, warum er hier war.  
"Professor, vielleicht gibt es einen Weg, sie zurückzuholen - die Heiligtümer des Todes, ich hab sie hier, alle drei!"
Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Harry, Hoffnung in Snapes Augen zu erkennen, doch der Funke erlosch sofort wieder.
"Was faseln Sie da, Potter? Niemand kann Tote wiedererwecken, das sollten selbst Sie wissen und jetzt lassen Sie mich allein!"
Snape hatte seine Selbstbeherrschung zurück gewonnen und blickte Harry zornig an.
"Nein", entgegnete Harry entschlossen, "ich gehe nicht, bevor wir es versucht haben, aber dazu brauche ich die Hilfe von Prof. Dumbledore."
Er wandte sich von Snape ab und trat zu Dumbledores Porträt, das schwarz und leer an seinem Platz zwischen all den anderen Schulleiter-Porträts von Hogwarts hing.
"Wo sind sie alle? - Professor Dumbledore, kommen Sie zurück ins Büro!"
Dumbledores Stimme erklang, bevor er zu sehen war. "Ich komme, ich komme. Es war gerade so fesselnd, den Weasleys zuzusehen, wie sie die Todesser ..." er stockte, als er sich im  Turmzimmer umblickte und wandte sich dann an Snape.
"Severus, das ist das Schönste, was Sie je zustande gebracht haben - wunderbar, wirklich wunderbar!"
Schlagartig verließ Snape seine mühsam aufrechterhaltene Beherrschung. Er klammerte sich an den Schreibtisch, sank in seinen Sessel und begann zu Harrys großem Schreck hemmungslos zu schluchzen.
"Hab ich was falsches gesagt?", wandte sich Dumbledore an Harry.
"Verdammt Professor, Marie ist tot - Snape hat sie getötet und sie finden das wunderbar?"
"Aber ja, Harry. Für Marie gab es nichts wichtigeres als Voldemort endgültig zu vernichten und außerdem wollte sie sterben. Der Tod war eine Erlösung für sie. Ich verstehe nicht, warum Severus so außer sich ist - es sei denn ..." er verstummte.
"Diese Schuld, diese schreckliche Schuld. Meinetwegen hat sie soviel Leid ertragen müssen. Hätte ich Voldemort nicht von der Prophezeiung erzählt, wäre all das Schreckliche nie geschehen. Sie hätte mich gehasst, wenn sie davon gewusst hätte. Ich bin an allem schuld und jetzt auch noch an ihrem Tod!"
Verzweifelt ließ Snape den Kopf sinken und verbarg sein Gesicht in den Händen.
"Das ist nicht wahr!" Diesmal war es Harry, der sprach.
"Du - was weißt du denn davon?"
In Snapes Augen flackerte der Wahnsinn, während auf seinen Wangen im matten Licht des Mondes Tränenspuren glänzten. Harry musste allen Mut zusammennehmen um weiterzusprechen.
"Es gibt Dinge, über die Marie noch nie mit jemandem gesprochen hat. In den Stunden in Malfoys Verließ geschah etwas," Harry errötete leicht, "das sie veranlasst hat, mir die ganze Wahrheit zu erzählen. Ich erfuhr, dass sie die Schwester meines Vaters ist. Sie erzählte mir, was vor 16 Jahren geschah, denn sie wusste alles darüber, auch über Sie. Und", jetzt blickte er Snape fest in die rotgeränderten Augen, "sie hat Sie nicht gehasst!"
Ungläubig schnappte Snape nach Luft. "Du lügst. Sie hat nie versucht, in meine Gedanken einzudringen."
Dumbledore unterbrach ihn. "Beruhigen Sie sich, Severus. Harry hat recht. Marie kannte all ihre Geheimnisse. Woher, das soll ihres bleiben. Und noch etwas stimmt: Sie hat Sie nicht gehasst!"
Snape hatte es augenscheinlich die Sprache verschlagen.

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Sonorus
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