Anmelden
Eingeloggt bleiben
Spenden

Das HPFFA hat keine Werbung. Damit das so bleiben kann, brauchen wir eure Spenden um unseren Server zu bezahlen.

Geschichte des Moments
Unter der Trauerweide von bamboo
(keine Altersempfehlung)

Voldemort ist besiegt! Endlich kann Harry ohne Angst und in Ruhe leben, doch was bringt das ohne die Person, die du liebst?

Zitat des Tages

Also war Fleur doch eine Art Veela, dachte Harry und nahm sich fest vor, es gleich nachher Ron zu erzählen ... dann fiel ihm ein, dass Ron ja nicht mehr mit ihm sprach.

Harry Potter und der Feuerkelch, Kap.18

Eine Alterseinschränkung (ab 14) wurde für "Severus Snape - Das zweite Leben" angegeben

Die Alterskennzeichnungen werden von den Autoren vergeben und stellen daher lediglich eine Orientierungshilfe dar. Alterskennzeichnungen sind dabei nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben und aus diesem Grund auch nicht verbindlich. Alle Geschichten entsprechen, unabhängig von der Kennzeichnung, unseren Nutzungsbestimmungen.

Mit dem Klick auf den "Gelesen"-Button bestätigst du uns, diese Meldung gelesen und verstanden zu haben. Diese Meldung wird danach für Kennzeichnungen mit niedrigerer oder gleichhoher Altersanforderung nicht mehr angezeigt.

Severus Snape - Das zweite Leben ( von )

6. Kapitel: 5. Ein Traum?

Betaleser: Sefa
0 Reviews
Zurück zur Titelseite

Der Krankenflügel war genauso verlassen wie die Halle zuvor. Sämtliche noch anwesenden Schüler hatten Hogwarts am Nachmittag mit dem Fahrenden Ritter verlassen und auch die meisten der Lehrer waren abgereist.
Völlig außerplanmäßig hatte der vorläufige Minister Shacklebolt in Vertretung des im Moment abwesenden Schulleiters Severus Snape, der aufgrund triftiger Beweise vollkommen rehabilitiert sei und auch künftig dieses Amt weiter innehaben solle, das Schuljahr vorzeitig für beendet erklärt. Die Aufräumarbeiten sollten sofort beginnen, um den Schulbeginn am 1. September zu sichern. Was bedeutete, dass sämtliche Prüfungen entfallen und die Ferien über drei Monate dauern würden, worüber niemand wirklich traurig war.
Die drei näherten sich leise dem einzigen Bett, um das ein Vorhang gespannt war und blickten auf Severus Snape hinab, der mit geschlossenen Augen und einem dicken grünen Verband um den Hals vor ihnen lag.
Hermine biss sich auf die Lippen, dann sagte sie so laut, dass Ron und Harry vor Schreck zusammenzuckten: "Verdammt, das sind Walburgisblätter. So lang er den Verband trägt, wird er nicht aufwachen."
"Was ist jetzt daran so schlimm?", fragte Ron sarkastisch.
"Idiot!", fuhr ihn Hermine an. Dann begann sie vorsichtig, die Blätter von Snapes Hals zu entfernen.
"Mensch Hermine, wenn Madam Pomfrey dich erwischt, ist's Essig mit deiner Karriere als Krankenschwester."
"Ich muss ihn etwas fragen. Er ist der einzige, der Legilimentik beherrscht außer Marie."
Snape begann sich zu regen. Er keuchte, packte Hermine am Arm und starrte sie mit funkelnden Augen fassungslos an. "Wie bin ich hierhergekommen? Ich muss hinunter, ...Marie?"
Er versuchte zu Hermines Schrecken, sich aufzusetzen.
"Nein, Professor, nicht! Beruhigen Sie sich! Wir kümmern uns um Marie. Sie sind hier, weil wir Sie heute morgen bewusstlos neben ihr gefunden haben. Wir mussten Madam Pomfrey holen und sie hat Sie hierher gebracht, sonst wären Sie jetzt tot. Das Gift oder der Biss, was auch immer, hat Sie so geschwächt, dass ihr Herz kaum noch schlug. Sie müssen hierbleiben und erst wieder zu Kräften kommen. Bitte Professor, legen Sie sich wieder hin."
Zu ihrer Erleichterung ließ sich Snape tatsächlich in die Kissen sinken und schloss für einen Moment die Augen. Dann seufzte er tief und sah Harry an. "Es ist wirklich vorbei, oder?"
Harry konnte nur nicken. Fast war es, als begriffe er erst in diesem Moment die Bedeutung dieser Frage. Alles, was sein bisheriges Leben bestimmt hatte, existierte nicht mehr. Kein Verstecken mehr, keine Angst - er war frei, vollkommen frei und für Snape galt das Gleiche. Für einen Moment fühlte er sich diesem Mann, den er doch eigentlich verabscheute, tief verbunden. Erneut nickte er und blickte ernst in die schwarzen Augen. "Ja, es ist vorbei!"
Snape schluckte schwer, dann wanderte sein Blick zu Hermine. "Und Marie lebt?"
Hermine lächelte ihn strahlend an. "Sie ist immer noch bewusstlos, aber ja, ja, sie lebt."
Ganz langsam verschwand die Anspannung aus Snapes Gesicht und die harten, kantigen Züge lockerten sich. Sein Blick wurde sanfter, freundlicher und dann, dann lächelte auch er. Nicht hämisch oder grausam, wie sie es von ihm gewohnt waren, sondern unsicher, beinahe scheu, als versuche er sich an etwas, dass er selbst verloren glaubte.
Ron starrte ihn so schockiert an, dass Harry und Hermine bei seinem Anblick kichern mussten. Aus Snapes Lächeln wurde ein Grinsen und plötzlich begann auch er zu lachen. Ein tiefes, kehliges Geräusch war es, rau und ungeübt, aber durchdrungen von unsäglicher Erleichterung.
Das war zuviel für Ron. Er sank auf einen Stuhl neben Snapes Bett, schüttelte den Kopf und murmelte. "Das muss ein Traum sein, ... ich träume!"
Hermine zwickte ihn fest in den Arm. "So, jetzt bist du wach und wir haben noch viel zu erledigen."
Sie wandte sich an Snape, der sich unbeholfen die Augen an der Bettdecke abwischte. "Professor," begann sie, aber Snape hob die Hand und unterbrach sie.
"Gleich, Miss Granger, erst muss ich etwas wissen. Potter ...", er stockte kurz, wie falsch der Name sich plötzlich anhörte. Dieser Junge war nicht Potter, würde es nie wieder sein. Ein Kloß steckte ihm im Hals, er schluckte schwer und musterte Harry als sähe er ihn zum ersten Mal. Der wich seinem Blick nicht aus, in den grünen Augen lag die gleiche Befangenheit, die er selbst verspürte, fast als warte er auf etwas und Snape wusste genau worauf. Er holte tief Luft. "Harry?", sagte er dann leise, fragend und Harry lief ein Schauer über den Rücken. Was für ein seltsames Gefühl es war, diesen Namen aus Snapes Mund zu hören, ganz mulmig war ihm auf einmal und er fühlte entsetzt, wie seine Augen feucht wurden. Er biss sich auf die Lippen. Hermine schniefte leise und ihre Hand drückte sanft die seine und um seine Fassung war es endgültig geschehen. Verdammt! Er wandte sich ab, wollte nichts wie raus hier, aber etwas hielt ihn fest. Er blickte auf die langen, schmalen Finger, die auf seinem Arm lagen und ungewollt sah er doch wieder in Snapes Gesicht. Die schwarzen Augen glitzerten feucht und plötzlich schämte er sich seiner Tränen nicht mehr. "Ja", sagte er wieder und zu seinem Erstaunen klang seine Stimme fest und sicher, "ja, ich bin Harry." und Snape nickte.
Ein paar Sekunden herrschte fast andächtige Stille, dann sagte Harry: "Sie wollten mich etwas fragen, Professor?" und Snape räusperte sich.
"Harry, woher wusstest du von dem Etui und dem Bezoar? Und weshalb warst du in der Heulenden Hütte?"
Den letzten Teil der Frage zuerst zu beantworten, erschien Harry ungefährlicher. "Ich hab im Schutz des Tarnumhangs nach Voldemort gesucht, wegen Nagini. Dabei traf ich auf die Malfoys. Zufällig hörte ich, wie Lucius Narzissa zuflüsterte, der dunkle Lord habe Sie in der heulenden Hütte treffen wollen und er hoffe ...", Harry verhaspelte sich. Er konnte Snape unmöglich erzählen, was Lucius gesagt hatte.
Aber Snape lächelte schon wieder, wenn auch eindeutig boshaft. "Kann mir schon denken, was der gehofft hat! Sprich weiter!" Er nickte Harry aufmunternd zu.
"Als ich die Treppe rauf bin, hab ich Stimmen gehört. Ich hab durch die angelehnte Tür gespäht. Voldemort lehnte am Kamin. Naginis Käfig schwebte neben ihm." Wieder unterbrach Harry sich. "Aber das wissen Sie ja! Das Etui und der Bezoar - nun", er warf Hermine einen raschen Blick zu, "Marie erzählte mir davon. Sie hatte schreckliche Angst um Sie, Professor."
"Ja", sagte Snape bitter, "Angst, ich könnte zu früh sterben."
"Marie ..." liebt sie, wollte Harry sagen, aber seine Stimme gehorchte ihm nicht. Der Verschweigezauber wirkte immer noch.
Snape stieß einen tiefen Seufzer aus, dann wandte er sich an Hermine.
"Professor, ist es möglich, dass Marie versucht hat, sich zu schützen, ihren Geist so abzuschirmen, dass der Fluch ihm nichts anhaben konnte?" Die Aufregung stand ihr ins Gesicht geschrieben.
"Maries Gedanken sind überaus mächtig. Voldemorts Seele zu beherrschen, muss sie in all den Jahren unendlich viel Kraft gekostet haben. Es wäre denkbar, dass ihr Geist Dinge zu tun vermag, die wir uns nicht vorzustellen wagen."
"Es gibt eine Möglichkeit, herauszufinden, was wirklich geschehen ist, nicht wahr, Professor Snape?" Hermine blickte Snape erwartungsvoll an.
"Ja, Miss Granger, es gibt eine, aber ich verabscheue es zutiefst, in Maries Erinnerungen einzudringen. Es ist unverzeihlich, so etwas ohne ihr Einverständnis zu tun, doch ist es wohl die einzige Möglichkeit, zu erfahren, was mit ihrem Geist geschah."
Snape versuchte wieder, sich aufzurichten, doch Harry hielt ihn zurück. "Nein, Professor! Ich habe selbst erlebt, wie die Legilimentik den  Geist und den Körper schwächt. Sie müssen erst wieder zu Kräften kommen."
Snape wollte widersprechen, aber dann nickte er, ließ sich zurück in die Kissen fallen und schloss erschöpft die Augen.
"Hermine, leg ihm den Verband wieder an, schnell. Madam Pomfrey kommt!"
Gerade noch rechtzeitig schaffte es Hermine, die Walburgisblätter um Snapes Hals zu wickeln, bevor Madam Pomfrey den Vorhang zurückzog und erstaunt sagte: "Oh, Besuch!"
Hermine lächelte sie an. "Ja, wie wollten sehen, wie's ihm geht, aber er schläft so tief. Wegen der Walburgisblätter, nicht wahr?"
Beifällig nickte diese. "Gut erkannt, Miss Granger, diese Blätter und stündlich ein Löffel Alraunensaft. In 1 - 2 Tagen ist er wieder der Alte."
"Na, hoffentlich nicht!", brummte Ron leise.
"Ich komme grade aus dem Schulleiterbüro. Es ist ein Rätsel. Marie, äh ... Miss Potter, sie hat nicht einen Kratzer. Trotzdem ist es unmöglich, sie wach zu bekommen. Ein so mächtiger Fluch, der keine magischen Spuren hinterlässt, ist mir noch nie untergekommen. Das arme Ding, als sie damals hier war, dachten wir alle, sie wäre Hagrids Schwester, die fast von einem Drachen getötet worden wäre.
Dumbledore bat mich, ihre Wunden zu versorgen. Ach, es war schrecklich, diese entsetzlichen Narben am ganzen Körper. Nichts konnte sie heilen, das hätte mich stutzig machen müssen, aber ich war damals noch nicht lange im Krankendienst."
Sie seufzte laut und ließ sich auf ein leeres Bett plumpsen. "Und jetzt das, hat sie denn noch nicht genug mitgemacht? Das Schicksal kann sehr grausam sein."
"Das Leben ist nicht fair!" Harry setzte sich neben sie. "Das hat Snape mal zu mir gesagt, aber ich hab damals noch nicht gewusst, wie recht er hatte. Was können wir nur tun, um Marie zu helfen?"
Er sah zu Ron und Hermine hinüber, die genauso ratlos aussahen wie Madam Pomfrey.
"Es hilft nichts, wir müssen warten, bis Professor Snape wieder bei Kräften ist. Ohne ihn kommen wir nicht weiter."
Hermine stand auf und wandte sich Ron und Harry zu. "Ich bin hundemüde, ich geh ins Bett, kommt ihr mit?"
Sie verabschiedeten sich, stiegen die vielen Stufen bis zum siebten Stock hinauf und ließen sich, im Raum der Wünsche angekommen, auf ihre Schwanenbetten fallen.
Plötzlich fiel Harry etwas ein. Ruckartig setzte er sich auf und ruckelte an dem Schwan neben ihm. Hermine, die schon fast eingeschlafen war, sah ihn empört an. "Was is'n noch?"
"Wieso hab ich Snape eigentlich nicht sagen können, dass Marie ...", und wieder versagte ihm die Stimme. "Das ist doch bescheuert!", schimpfte er wütend.
Hermine sah ihn völlig verdutzt an. "Was denn?"
Verständnislosigkeit und Neugier lag jetzt in ihrem Blick und Harry versuchte es erneut. "All die Dinge über Snape - in der Heulenden Hütte hab ich's euch doch erzählt. Dass er Dumbledores Spion war, dass er meinen Vater gehasst hat, weil er in meine Mum verliebt war, dass er Voldemort von der Prophezeiung erzählt hat ..."
"Und dass er versucht hat, es wieder gutzumachen, in dem er dich in Hogwarts beschützt hat, auch wenn er das ziemlich gut verborgen hat." Sie schauderte bei der Erinnerung an Snapes eiskalten Blick und die grausame Ungerechtigkeit, mit der er sie selbst zu behandeln pflegte. "Hast du was vergessen?"
"Was is' mit Essen?", kam eine schlaftrunkene Stimme aus dem dritten Bett.
Hermine verdrehte genervt die Augen. "Schlaf bloß weiter!", fauchte sie, aber Ron hatte sich schon aufgesetzt und sah sich suchend im Raum um, während aus seinem Magen laute Knurrgeräusche ertönten.
"Ist das denn die Möglichkeit, der Kerl hat schon wieder Hunger!"
"Du hast ja so gehetzt beim Abendessen, dass ich nichts mehr vom Nachtisch abgekriegt hab.", erwiderte Ron beleidigt. "Was'n eigentlich los?"
"Harry hat was vergessen." Sie betonte das letzte Wort so überdeutlich, dass Ron leicht rosa anlief.
"Ach so!", murmelte er verlegen und ließ sich zurück in die Federn fallen. "Was denn?"
"Ja genau, was eigentlich, Harry?"
Harry nuschelte etwas, das klang wie: "schon erledigt, nicht wichtig ..." und zog den Schwanenflügel über sein Gesicht.
"Hat irgendwas mit Snape zu tun", flüsterte Hermine und zwinkerte Ron zu. Wie auf Kommando stürzten sie sich auf Harry und begannen ihn zu kitzeln.
"Haha ..., hört ... haha ... auf, ...seid ... haha ... ihr irre?"
"Los, raus mit der Sprache!" Hermines Befehlston duldete keinen Widerspruch.
Verärgert setzte sich Harry auf. "Ich kann's euch nicht sagen. Marie hat mir 'nen Verschweigezauber auferlegt."
"Ts,ts", machte Hermine, "tolle Ausrede!" Dann grinste sie boshaft und zog Bleistift und Papier aus ihrem Nachtkästchen, das die Form eines Fisches hatte und bei Hermines Berührung das Maul öffnete, als wolle es nach Luft schnappen. "Na, wenn du's nicht sagen kannst, dann schreib's auf!"
Augenscheinlich stolz darauf, Harry ausgetrickst zu haben, warf sie Ron einen beifallheischenden Blick zu, worauf dieser schnell seinen Daumen in die Luft reckte, um kundzutun, wie begeistert er von ihrer Klugheit war.
Mittlerweile war Harry richtig wütend. Er kritzelte in der unleserlichsten Schrift, die er zustande brachte, drei Worte aufs Papier. "Marie liebt Snape" und warf Hermine den Block zu.
Ron reckte sich, um über ihre Schulter zu spähen. Beide starrten auf - ein leeres Blatt!
"Er hat was geschrieben, ich hab's genau gesehen!", kam Ron Harry zu Hilfe, bevor Hermine explodieren konnte. Aber sie nickte zu Harrys Erleichterung. "Ja, ich auch!"
"Na, glaubt ihr mir jetzt?", fragte Harry. Sein Zorn war verraucht.
"Verschweigezauber - den muss ich unbedingt nachschlagen! Kann bestimmt nützlich sein." Hermine riss Harry den Stift aus der Hand und machte sich Notizen.
"Muss ja ein gewaltiges Geheimnis sein. Du musst unbedingt herausfinden, wie man den Fluch brechen kann, Hermine!"
Rons Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Jungs - nun mal halblang. Wenn Marie nicht wollte, dass jemand davon erfährt, sollten wir das respektieren. Ich jedenfalls tue das!"
Ihr schulmeisterlicher Ton ging ihnen gehörig auf die Nerven, aber im Stillen gab Harry ihr recht. Er gähnte ausgiebig. Dann krochen sie zurück in ihre Betten und die Schwanenschwingen schlossen sich über ihnen.
Das letzte was in Harrys Bewusstsein drang, war Rons Stimme, die in die Dunkelheit hinein sagte: "Hättet ihr je geglaubt, das Snape lachen kann?"
Hermines Antwort hörte er nicht mehr.

Zurück zur Titelseite

Einen Review für "Severus Snape - Das zweite Leben ~ 5. Ein Traum?" verfassen

Sonorus
Lade ...
Neuerscheinungen