Anmelden
Eingeloggt bleiben
Spenden

Das HPFFA hat keine Werbung. Damit das so bleiben kann, brauchen wir eure Spenden um unseren Server zu bezahlen.

Geschichte des Moments
Eine kleine Flamme von Amie
(keine Altersempfehlung)

Petunia findet etwas in ihrem Küchenschrank, was sie sehr nachdenklich stimmt.

Zitat des Tages

»Wieder abgeblockt, und wieder und wieder, bis du lernst, den Mund zu halten und deinen Geist zu verschließen, Potter!«, höhnte Snape und lenkte den Fluch erneut ab.

Harry Potter und der Halbblutprinz, Kap.27

Eine Alterseinschränkung (ab 14) wurde für "Severus Snape - Das zweite Leben" angegeben

Die Alterskennzeichnungen werden von den Autoren vergeben und stellen daher lediglich eine Orientierungshilfe dar. Alterskennzeichnungen sind dabei nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben und aus diesem Grund auch nicht verbindlich. Alle Geschichten entsprechen, unabhängig von der Kennzeichnung, unseren Nutzungsbestimmungen.

Mit dem Klick auf den "Gelesen"-Button bestätigst du uns, diese Meldung gelesen und verstanden zu haben. Diese Meldung wird danach für Kennzeichnungen mit niedrigerer oder gleichhoher Altersanforderung nicht mehr angezeigt.

Severus Snape - Das zweite Leben ( von )

13. Kapitel: 12. Was ist nur mit Hermine los?

Betaleser: Sefa
0 Reviews
Zurück zur Titelseite

Er war zurück. Er fühlte Maries Kopf in seinem Schoß und sein Blick fiel auf seine Hände an ihren Schläfen. Sie schlief immer noch.
Er hob den Kopf, sah Harry und Ron mit bedrückten Gesichtern an einer der Eichen lehnen. Hermine lag neben ihnen und schlief. Harry beugte sich hinüber, um sie zu wecken, doch Snape schüttelte den Kopf.
"Lasst mir noch ein wenig Zeit!", krächzte er. Seine Stimme klang so rau, als wäre sie eingerostet.
Harrys Blick fiel auf ein Fläschchen, das Hermine aus dem Umhang gekullert war. Er griff danach und reichte es Snape. "Alraunensaft" und Snape ließ ihn dankbar durch seine ausgedörrte Kehle rinnen.
Schlagartig ging es ihm besser.  Er blickte hinab auf Maries Gesicht und was er dabei empfand, war so unendlich viel stärker, als alles, was er je für Lily empfunden hatte, dass er vor sich selbst erschrak. Er sehnte sich so sehr danach, sie im Arm zu halten, ihren Körper an seinem zu spüren, sie zu lieben. Ein brennendes Verlangen erfüllte sein ganzes Wesen und er erschauderte vor unterdrückter Lust. Vollkommen überwältigt von der Kraft seiner eigenen Gefühle schloss er die Augen, um sie abzuschütteln und zu der grausamen Realität zurückzufinden, dass er zwar nun wusste, wo Maries Geist steckte, jedoch keine Ahnung hatte, was ihm das nützte.
Dann kam ihm ein fast noch erschreckenderer Gedanke und jegliche Regung in ihm erstarb. Er war tot gewesen. Mausetot!
Panik überfiel ihn und er riss die Augen auf, um sich zu vergewissern, dass er tatsächlich noch lebte. Er konnte seinen Herzschlag spüren, aber wie war das möglich?
Harry sah besorgt zu ihm herüber und fragte leise: "Geht's Ihnen gut?"
Snape antwortete nicht. Er saß da, wie erstarrt, Fassungslosigkeit sprach aus seinem Blick.
"Er hat nen Schock, ist Pa auch schon mal passiert."
"Und was tut man dagegen?"
"Ma hat ihm nen Kübel Wasser übern Kopf geschüttet - das würd ich aber bei Snape nicht machen!"
"Ich weck mal Hermine!"
Doch bevor Harry wusste, wie ihm geschah, hielt Ron ihm den Mund zu und zerrte ihn zurück. "Wenn die Snape so sieht, fängt sie gleich wieder zu heulen an, das macht's auch nicht besser", wisperte er.
Als sie aus dem Denkarium aufgetaucht waren, in dem sie Snapes Erinnerungen miterlebt hatten, war Hermine in den Wald gestürzt, hatte sich ins Moos geworfen und so lange geweint, bis sie vor Erschöpfung eingeschlafen war. Auch Harry und Ron waren zutiefst erschüttert gewesen, aber Hermines Reaktion war ihnen unverständlich. Deshalb war Rons Einwurf keineswegs von der Hand zu weisen.
"Wir schütteln ihn einfach solang, bis er wieder zu sich kommt!", schlug Ron vor.
Doch gerade als sie sich neben Snape gekniet hatten und ihn am Ärmel packten, stieß dieser einen tiefen Seufzer aus und sah sie an. Rons Hand zuckte so schnell zurück, als hätte er sich verbrannt und er kroch eiligst aus Snapes Reichweite. Auch Harry ließ Snapes Arm los. "Sie hatten einen Schock", erklärte er. "Ist jetzt alles in Ordnung?"
Er sah Snape prüfend ins Gesicht. Der nickte leicht, aber er war kreidebleich und seine Hände zitterten. "Ich bin gestorben! Ich hab' meine ... meine Leiche gesehen." Sogar seine Stimme bebte.
"Wir hätten ihn warnen müssen!" Harry sah Ron betreten an.
"Wie ..., wie ...?" Unfähig weiterzusprechen, starrte Snape Harry mit schreckgeweiteten Augen an.
"Wie wir das geschafft haben, wollen Sie wissen?" Plötzlich musste Harry völlig unpassenderweise grinsen. "Hermine", sagte er, "wer sonst könnte so was fertigbringen? Sie hat den Zeitumkehrer aus Professor McGonagalls Büro gestohlen. Sie weiß, wie man ihn benutzt. Im dritten Schuljahr hatte sie ihn ständig dabei, um ihr gigantisches Stundenpensum zu bewältigen."
"Damit haben sie Sirius Black gerettet!", warf Ron ein und seine Stimme klang eindeutig schadenfroh, denn Prof. Snape war damals schrecklich wütend gewesen. Er hätte Sirius zu gern den Dementoren ausgeliefert.
"Schnauze!", fauchte Harry Ron an und warf Snape einen besorgten Blick zu. Doch zu seiner großen Überraschung lächelte er. Anscheinend hatte Rons Bemerkung ihn aus seinen trüben Gedanken gerissen.
"Ich wusste immer, dass ihr dahintergesteckt habt. Aber ein Zeitumkehrer, auf die Idee bin ich nicht gekommen."  In dem Blick, den er Hermine zuwarf, lag eindeutig Respekt. "Genial!"
"Erzähl weiter!", drängte Ron, dem es gar nicht passte, dass nun auch noch Snape von Hermines Klugheit hingerissen zu sein schien. Wenn sie je davon erfuhr, würde sie komplett größenwahnsinnig werden.
"Nun ja, Hermine und ich schlüpften unter den Tarnumhang und drehten die Zeit eine Stunde zurück, während Marie und Ron in die Kammer des Schreckens hinab stiegen, um den Zahn des Basilisken zu suchen und damit Hufflepuffs Becher und Ravenclaws Diadem zu zerstören.
Wir warteten in der heulenden Hütte auf Sie und Voldemort. Ich wusste ja, was geschehen würde. Nachdem er mit Nagini verschwunden war, hab ich alles so gemacht, wie's Marie mir erklärt hat und Hermine verschloss ihre Erinnerungen in einem Fläschchen. Sie hat immer so nützliches Zeug dabei."
Alle drei blickten zu Hermine hinüber, die gerade die Augen aufschlug.
"Ohne Ihre Hilfe wäre ich jetzt tot." Snapes heiserer Stimme war die Dankbarkeit deutlich anzuhören, doch Hermine starrte ihn an wie einen Geist und sagte laut und vernehmlich: "Ich schäm mich so!"
Harry konnte förmlich spüren, wie sehr diese Worte Snape verletzten. Er presste die Hand auf den Mund, wie um nicht aufzustöhnen und verschwand durch den Nebel nach draußen.
"Spinnst du jetzt komplett?", fuhr Ron Hermine an, die wieder zu schluchzen begonnen hatte. "Wieso schämst du dich, dass du sein Leben gerettet hast?"
Auch Harry wollte gerade seiner Empörung freien Lauf lassen, als Hermine den Kopf hob und völlig entgeistert von Ron zu Harry blickte. "Seid ihr irre, wie kommt ihr denn da drauf?", fragte sie total perplex.
"Na hör mal, er bedankt sich bei dir dafür, dass er noch lebt und du sagst, du schämst dich. Was würdest du denn da denken?" Harry klang so entrüstet, dass Ron sich gezwungen sah, Hermine in  Schutz zu nehmen.
"Na ja, es ist Snape. Ich kann ihn genauso wenig leiden wie du, aber das war schon ziemlich ..." Ein Blick auf Hermines Gesicht ließ ihn verstummen. Entsetzt starrte sie in den Nebel.
"Er glaubt das auch?", fragte sie bestürzt. Harry nickte. "Oh nein!" Sie machte einen Schritt auf den Nebel zu, zögerte und wandte sich zu  Ron und Harry um. "Kommt ihr mit?", bat sie und ihre Stimme klang ungewohnt ängstlich.
Zaghaft traten sie zu dritt durch die Nebelschwaden, völlig ungewiss, was sie erwartete.
Snape saß am Schreibtisch und starrte abwesend auf seine zu Fäusten geballten Hände, die vor ihm auf der Tischplatte lagen. Er sah nicht auf, während er sprach. "Ich hatte so sehr gehofft, ihr würdet mich verstehen, ja vielleicht sogar, mir verzeihen, wenn ihr meine Erinnerungen seht. Ich verstehe nun, dass es unmöglich ist, aber bitte ...," er stockte und blickte sie endlich an. In seinen Augen lag eine abgrundtiefe Traurigkeit und seine Stimme zitterte, als er weitersprach. "Bitte, hasst mich nicht!"
So flehend klangen die Worte, dass es selbst Ron die Kehle zuschnürte und plötzlich wurde ihnen mit voller Wucht bewusst, wie entsetzlich einsam Snape all die Jahre gewesen sein musste. Harry war zu erschüttert, um etwas zu sagen, Hermine liefen wieder die Tränen übers Gesicht und Ron - Ron tat etwas, was keiner von ihnen, er selbst am allerwenigsten, je für möglich gehalten  hätte.
Er trat zu Snape, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: "Professor, Sie brauchen dringend 'n paar Freunde!"
Hermine starrte ihn an, als wäre er eine göttliche Erscheinung, dann fiel sie ihm um den Hals und schluchzte ergriffen. "Oh, Ron, du bist großartig!"
Er tätschelte unbeholfen ihr Haar, während Harry Snape seine Hand hinstreckte, ihm ernst in die Augen blickte und leise fragte: "Freunde?"
Es sah aus, als führe Snapes Hand ein Eigenleben, als sie sich ganz langsam Harrys näherte, innehielt und dann zupackte.
"Noch nie ...!" Snapes bebende Stimme versagte nun endgültig.
Hermine ließ endlich von Ron ab, der Harry zuzwinkerte und dann vielsagend die Augen gen Himmel verdrehte. Sie lächelte Snape unter Tränen an und sagte: "Dann wird's höchste Zeit!"
Plötzlich fiel ihr wieder ein, was geschehen war. Sie sank neben Snapes Stuhl auf die Knie und legte ihre Hand sanft auf seine immer noch verkrampfte zweite Faust. "Sie haben wirklich geglaubt, es tut mir leid, dass Sie noch leben?" Ihrer Stimme war die Entrüstung darüber, dass er ihr das zutraute, deutlich anzuhören und das brachte Snape wieder zur Besinnung. Er zog seine Hände zurück.
"Der Gedanke ist nicht so abwegig, wie Sie denken. Seid ehrlich - habt ihr mir noch nie den Tod gewünscht?"
Alle drei blickten betreten zu Boden. Snape nickte leicht. "Dachte ich mir! Ich möchte, dass ihr etwas wisst. Ihr wart für mich die Wiedergeburt von Potter, Black und Lupin - immer zusammen, immer rebellisch, immer dabei, wenn ein Unglück geschah und ich habe euch von ganzem Herzen gehasst. Ich hab es genossen, euch zu bestrafen, egal ob ihr schuld wart oder nicht. Es war, als hätte ich plötzlich die Gelegenheit, mich für alles zu rächen, was mir damals widerfuhr.
Was ich getan habe, war schlimmer als alles, was sie taten, viel schlimmer - denn ich war euer Lehrer. Deshalb überlegt euch gut, ob ihr mir wirklich eure Freundschaft anbieten wollt. Ich hab' sie mir wahrlich nicht verdient!"
Bei den letzten Worten blickte er Ron an und dieser starrte grimmig zurück.
Doch dann begann er, übers ganze Gesicht zu grinsen. "Kakerlaken sezieren, Kloschüsseln säubern ohne Zauberstab, Pokale polieren bis zum Umfallen, meterlange Strafarbeiten und so weiter und so fort. Nee, Professor, verdient haben Sie's wirklich nicht, aber wir sind nun mal die Guten in dieser Geschichte!" Sprach's und streckte Snape die Hand entgegen. Der sah ihn fasssungslos an.
"Und außerdem", fuhr Ron fort  und grinste noch breiter, "sind Sie jetzt nicht mehr unser Lehrer. Merlin sei Dank!"
Der Seufzer, den er nach den letzten Wort ausstieß, klang so unendlich erleichtert, dass Snape lächeln musste. Und dann ergriff er Rons Hand. "Danke!"
Snapes Gesichtsausdruck erinnerte Harry an sich selbst, als er zum ersten Mal in seinem Leben ein Geburtstagsgeschenk bekam.
Und dann zerstörte ein lautes Knurren die Feierlichkeit des Augenblicks. Ron presste eine Hand auf den Bauch, murmelte etwas, das klang wie: "Seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen" und sein Gesicht lief leicht rosa an. Hermine begann hysterisch zu kichern, Harry hielt sich den Mund zu, um nicht loszuprusten und Snape - Snape lachte, bis ihm die Tränen kamen.
Schlagartig fiel sämtliche Anspannung von ihnen ab und im Licht der untergehenden Sonne war auf ihren Gesichtern nur noch Erleichterung zu erkennen - und Hunger.

Den Anblick, der sich kurz darauf den verstohlen von den Porträts herablugenden ehemaligen Schulleitern bot, war wohl einer der ungewöhnlichsten, der ihnen je zu Augen kam.
Inmitten des kreisrunden Raumes ragte immer noch ein Stück des Verbotenen Waldes auf. Hoch über ihm schwebte ein fast volles Abbild des Mondes und tauchte die Szene in sanftes Licht. Marie lag schlafend auf ihrem Moosbett. Neben ihr, an den Stamm einer der mächtigen Eichen gelehnt, saß Snape und beobachtete mit ungewohnt heiterer Miene die kleine Gruppe, die es sich unter dem Nachbarbaum gemütlich gemacht hatte.
Harry, Ron und Hermine saßen auf einer schwarzen Picknickdecke, die sich bei näherem Hinsehen als Snapes Fledermausumhang entpuppte, in deren Mitte ein Tablett mit den köstlichsten Speisen stand, die Hogwarts zu bieten hatte. Auf wundersame Weise füllte es sich immer wieder aufs Neue, bis selbst Ron, der gerade das letzte Stück einer gigantischen Holundercremetorte verdrückt hatte, so satt war, dass er sich mit einem wonnigen Seufzer zurückfallen ließ und stöhnte: "Noch ein Bissen und ich platze!"
"Na, das wär kein Wunder!", bemerkte Hermine trocken. "Und Sie wollen wirklich nichts?", fragte sie zu Snape gewandt.
Der schüttelte den Kopf und wies auf das Fläschchen mit Alraunensaft, das neben ihm auf dem Boden lag.  "Der genügt mir voll und ganz, danke Hermine!"
"Ja, das Zeug ist fantastisch, auch wenn's grauenvoll schmeckt." Hermine lächelte Snape an.
"Aber das ist gar nichts, verglichen mit der Wirkung der Alraunensalbe, nich Harry?" Ron boxte Harry in die Seite und grinste ihn verschwörerisch an, worauf dieser, der gerade den Mund voll Butterbier hatte, so heftig lachen musste, dass sich das köstliche Getränk in hohem Bogen über Snapes Umhang verteilte.
"Tschuldigung!", würgte Harry hervor und warf Snape einen raschen Blick zu. Doch dieser hatte von dem Malheur nichts mitbekommen, denn er starrte völlig entgeistert auf Hermine. Auch Ron und Harry sahen hinüber und das Lachen blieb ihnen im Hals stecken.
Sie lag zusammengekrümmt im Moos und schluchzte herzerweichend.
"Was'n nu schon wieder?" Alle drei blickten sich ratlos an.
Dann erhob sich Snape, ging zu ihnen hinüber, setzte sich neben Hermine und fragte leise: "Hermine, was ist los?" Seine Stimme klang so sanft, dass sie vor Überraschung fast vergessen hätte, wie schrecklich elend sie sich fühlte.
"Ich schäm mich so ..., ich schäm mich so ...!"
"Aber warum denn nur?", fragend sah Snape Ron und Harry an.
Ron zuckte mit den Schultern, aber Harry meinte: "Es hat was mit Ihren Erinnerungen zu tun. Nachdem wir aus dem Denkarium zurück waren, war sie total von der Rolle, sie ist davongerannt und als wir sie fanden, lag sie da und weinte. Sie wollte uns nicht sagen warum. Dann ist sie eingeschlafen und als sie aufwachte ... na ja, das wissen Sie ja!"
"Meine Erinnerungen? Aber das ist 16 Jahre her, was hat das mit Hermine zu tun?"
"Keine Ahnung!" Ron wurde es plötzlich zu dumm - heulende Weiber machten ihn schrecklich nervös. Er rüttelte Hermine nicht gerade behutsam. "Jetzt spuck endlich aus, was du angestellt hast. Er reißt dir schon nicht gleich den Kopf ab. Außerdem sind wir wegen Marie hier, also reiß dich mal zusammen!"
Das wirkte. Sie setzte sich auf und schnäuzte sich ausgiebig in ein riesiges geblümtes Taschentuch. "Tut mir leid!", ihre Stimme klang verzagt, "Ich wollte mich nicht so gehen lassen, aber wie ihr da vorhin die Alraunensalbe erwähnt habt ..." sie stockte.
"Hä!" Ron sah sie völlig verdattert an. "Du schämst dich, weil du Snape eingesalbt hast?"
"Was sagt ihr da?" Snape war fassungslos. "Das ist es also; du hast die Narben gesehen!"
Hermine nickte, blickte aber nicht auf. "Damals hab' ich gedacht ..., ich hab' gedacht, ... das geschah ihm ganz recht!"
Jetzt war es heraus. Ron und Harry sahen sich betroffen an. Die verschwommene Erinnerung Snapes an Voldemorts Folter hatte sich tief in ihr Gedächtnis eingebrannt und sie wagten nicht, ihn anzusehen. Wie würde er auf Hermines Geständnis reagieren?
Hermine sah so elend aus, dass Ron sie am liebsten umarmt hätte, aber er war unfähig sich zu rühren. Sie schlug die Hände vors Gesicht und flüsterte: "Es tut mir so leid, Professor! Ich hab' gedacht, das Ministerium hätte sie bestraft, weil Sie doch ein Todesser waren."
Sie klang so unglücklich, dass es Snapes Herz rührte. Und etwas erwachte in ihm, das ihm vollkommen fremd war. Der Wunsch, einen anderen Menschen zu trösten. Unbeholfen legte er ihr die Hand auf die Schulter. "Beruhige dich, Hermine. Du hast keinen Grund, dich zu schämen. Was man sät, das erntet man! Wenn sich jemand schämen muss, bin ich es. Dafür, wie ich euch gequält habe, gibt es keine Rechtfertigung. All die vielen Jahren war nur Hass in mir. Hass und ... Selbstmitleid!"
Hermine wandte sich schluchzend zu ihm um und presste ihr Gesicht an seine Brust. Für einen Moment schien er zu erstarren, doch dann hob er langsam die Hand und streichelte ihr übers Haar.
Einige Minuten lang herrschte Schweigen, nicht angespannt, eher friedlich, bis Ron ein Gedanke kam, der ihn nicht mehr losließ.
"Aber was ist passiert?", platzte er heraus. "Ich mein', was hat Sie denn so verändert?"
Hermine hob den Kopf und alle drei sahen Snape neugierig an. Sein Blick wanderte hinüber zu Marie. "Sie!"

Zurück zur Titelseite

Einen Review für "Severus Snape - Das zweite Leben ~ 12. Was ist nur mit Hermine los?" verfassen

Sonorus
Lade ...
Neuerscheinungen