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Geschichte des Moments
Hombre lobo mano en mano con la chica que va de fucsia von Lily_Evans
(keine Altersempfehlung)

Ihr habt doch bestimmt auch schonmal ne Geschichte gelesen un gedacht *hmm.. hier fehlt doch irgendwie was* oder? naja, so ist meine FF entstanden...

Es geht um Lupin und Tonks, wie sie "zusammenkommen" :P also angefangen im Krankenflügel bis zur Beerdigung, bei der man die beiden Hand in Hand sieht... na ja, den Rest müsst ihr halt lesen xD

Zitat des Tages

»Ich glaube nicht, dass einer von euch gerade jetzt mit diesem Besen fliegen sollte!«, sagte Hermine schrill.
Harry und Ron starrten sie an.
»Was, glaubst du, soll Harry damit anfangen - den Boden fegen?«, sagte Ron.

Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Kap.11

Instinktiv ( von )

1. Kapitel: Oneshot

Betaleser: turbo
1 Reviews

Leise schob Remus sich durch den Spalt der Hintertür, die Schuhe in der einen Hand, in der anderen die Beute. Wie ein Dieb bewegte er sich in der Dunkelheit, kannte jedoch jeden Zentimeter. Mit schlafwandlerischer Sicherheit stoppte er die Tür genau in dem Augenblick, in dem ihr verräterisches Quietschen einsetzen würde, um sie genauso lautlos wieder zu schließen. Die Schuhe schob er an ihren Platz unter der Garderobe, dann riss er sich eilig Hemd und Hose vom Körper, knüllte sie zusammen. Sie waren nicht mehr zu gebrauchen, die Flecken und Risse zu eindeutig. Auf Socken schlich er ins Wohnzimmer, wie immer damit hadernd, wie viel mehr Geräusche seine menschlichen Füße verursachten. Automatisch blickte er die Treppe hinauf, obwohl sein immer noch geschärfter Geruchssinn ihm längst verraten hatte, dass von dort keine Gefahr drohte. Irgendwann musste er damit aufhören, musste diesem Drang widerstehen, sein Blut verleugnen. Er wusste es. Doch sein Herz galoppierte in seiner Brust, völlig ungeachtet der Gewissensbisse, immer noch von der Euphorie des Kampfes angestachelt.

 

Morgen war noch genug Zeit für Reue, noch war dafür kein Platz in seinem Innern. Seine Zunge fuhr über die rauen Lippen, schmeckte die metallische Würze des Blutes in den Mundwinkeln. Genüsslich wischte er die Reste mit dem Handrücken weg, drückte noch ein letztes Mal die Kleidungsfetzen an seine Nase, die letzten Reste von Schweiß und Blut aufsaugend. Dann kniete er sich neben den Kamin, schürte die Glut und legte ein paar Holzscheite auf. Er musste dafür sorgen, dass alles restlos verbrannte. Diesmal hatte er sogar vorsorglich die Knöpfe abgetrennt, nachdem ihr bei der letzten Kaminreinigung ein alter Hosenknopf entgegengerollt war. Gewunden hatte er sich unter ihren verwunderten Fragen, hatte hastig eine Ausrede ersonnen und sie dann ganz schnell mit einem Kuss abgelenkt. Er hasste es sie zu belügen, doch dies hier war stärker.

Er beschnüffelte das Raubgut, inhalierte noch einmal gierig die Ausdünstungen von Kampf und Tod. Diesmal würde er es nicht hergeben, er musste ein Versteck suchen. Er wusste selbst nicht, warum er nicht den Mut aufbrachte, mit ihr darüber zu sprechen. Sie hatte doch immer für alles Verständnis, war so wunderbar mitfühlend. Doch hatte er ihren vorwurfsvollen Blick nicht vergessen, als sie ihn das erste Mal bei der Rückkehr von einem seiner nächtlichen Ausflüge überraschte. Und dennoch - er würde alles, wirklich alles dafür tun, dass es nicht aufhören musste. Niemals.

 

Idiot! Schalt ihn da sein zweites Ich, das, je höher die Flammen schlugen und gierig an der Kleidung leckten, umso vehementer in seinen Geist zurückdrängte. Du musst es aufgeben. Es grenzt an ein Wunder, dass dir noch niemand auf die Schliche gekommen ist. Du wirst alle ins Verderben stürzen. Gib es dran!

„Niemals!“, grollte es dunkel aus seiner Kehle, ungeachtet der Stille, die er durchbrach. Wie hasste er diesen Augenblick, wo die Vernunft zurückkehrte, den Genuss zerstörte, den wundervollen Augenblick des Triumphs mit Füßen trat und in den Dreck zerrte. Er richtete sich auf, spürte noch die animalische Kraft, den Rausch des Adrenalins. Jeder Muskel immer noch bereit zuzuschlagen, einen Gegner niederzuzwingen …  
 

~ * ~




Unruhig wälzte Tonks sich hin und her, versuchte wieder in den Schlaf zu finden. Doch da war dieses unbehagliche Gefühl, das sich nicht verscheuchen ließ, sich hartnäckig in ihr Bewusstsein drängte. Noch mit geschlossenen Augen tastete ihre Hand auf die andere Bettseite, schob sich unter die Bettdecke, suchte nach seiner Wärme, suchte nach Beruhigung.

Nichts.

 

Sie riss die Augen auf. Silbernes Mondlicht fiel durch das Fenster, tauchte das Zimmer in ein fahles Licht. Seine Bettseite war leer. Die Bettdecke zur Mitte geschoben, das Kissen verknautscht. Es war wieder so weit. Er war fort. Enttäuschung machte sich breit. Traurigkeit. Er hatte es wieder nicht ausgehalten, hatte nicht bei ihr bleiben können, wieder hatte es ihn hinausgetrieben, hatte der Instinkt über die Rücksicht gesiegt.

 

Und schon war sie da: die Angst. Sie lauerte ständig im Hintergrund, wartete auf ihre Chance, auf den Augenblick, in dem sie hervorspringen konnte, um ihr Herz zu umklammern. Wie hasste sie diesen Moment.

Tonks richtete sich auf, streckte die Schulter nach hinten, stemmte sich dagegen. Es war doch alles Quatsch, eigentlich eine Lappalie, viel größeren Gefahren hatten sie schon getrotzt. Was hatte sie schon für Ängste ausgestanden, immer und immer wieder. Völlig zu Recht, weil es damals eine Gefahr gegeben hatte, die greifbar gewesen war, jedoch es hatte sich immer zum Guten gewandt. Aber neuerdings war sie empfindlich, in der kleinsten Hürde sah sie eine drohende Katastrophe. Warum nur hatte sie das Gefühl, sie dürften das Glück nicht weiter herausfordern? Warum war es wie eine persönliche Niederlage?



Sie schaute hinüber zum Gitterbett. Sah den kleinen bunten Haarschopf, hörte die regelmäßigen Atemzüge. Ein warmes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Sie könnten doch so glücklich sein.

 

Und was tat er? Ihre Fäuste ballten sich zusammen, ganz langsam keimte die Wut hoch, verdrängte die Angst. Sie wollte nicht länger so tun, als wenn sie von all dem nichts wüsste. Sie würde ihm entgegentreten, ihn mit seinem verantwortungslosen Handeln konfrontieren. Hatte sie nicht die ganze Zeit zu ihm gestanden, seine Zweifel ausgeräumt, ihm ihr Vertrauen geschenkt, in dem Wissen, dass seine Andersartigkeit keine Bedrohung war, dass er die Kraft hatte, sie in ihre Schranken zu weisen? Und jetzt das!



Sofort hatte sie wieder das Bild aus einer früheren Vollmondnacht vor Augen: Der riesige silbergraue Wolf mit seinen geschmeidigen Bewegungen, der wie ein Schatten über den Rasen geschlichen und mit einem gewaltigen Satz hinter der Gartenmauer verschwunden war. Dann sein Blick am nächsten Morgen, so strahlend, so zufrieden, so triumphierend, als hätte er einen Sieg errungen.

 

Da war etwas, das sie ihm nicht geben konnte. Enttäuscht presste sie die Lippen aufeinander, schluckte die Tränen hinunter. Ganz hinten in ihrem Kopf meldete sich eine leise Stimme, dass sie zu streng war, dass sie gar nicht wollte, dass er sich nicht auch ab und an seinen Gefühlen hingab, schwach wurde und nicht nur voller Ernst und Verantwortungsbewusstsein sich dem Leben stellte. Einfach menschl… er selbst war. Hatte er nicht auch ein Anrecht auf körperliche Erfüllung seines Instinktes? Was wusste sie schon davon, wie es in seinem Innern aussah, wie viel Kraft es kostete, das Tier in seine Schranken zu weisen?

 

Es half nichts. Sie schwang die Beine aus dem Bett. Sie mussten miteinander reden. Jetzt!
 

~ * ~




Das Tappen auf der Treppe schreckte ihn auf. Wie eine eiskalte Dusche machte es ihm sein schändliches Handeln bewusst. Warum hatte er nur …? “ Nur, um wieder diese unbändige Kraft zu spüren, dieses Machtgefühl. Doch zugleich wurde ihm bewusst, dass er es wieder tun würde. Er musste die Spuren verwischen. Hektisch schaute er sich um. Wohin mit der Beute, diesem Corpus Delicti? Schnell kippte er den Feuerholzkorb um, verbarg es auf dem Boden und schmiss die Scheite wieder darüber. Die übrigen warf er ins Feuer, das die Kleidungstücke immer noch nicht vernichtet hatte. Unverkennbar sah man noch die blauen Hosenbeine und ein Stück des karierten Hemdärmels. Das Tappen kam näher. Er richtete sich auf, baute sich vor dem Kamin auf, versuchte, den Blick auf die Feuerstelle zu versperren, bereit für das Unvermeidliche, das ihn jetzt erwartete.



Und doch traf ihn ihr Anblick unvorbereitet. Das grüne Haar war verwuschelt, der gestreifte Bademantel viel zu groß, nur die Fingerspitzen schauten aus den langen Ärmeln, die Füße in selbstgestrickten Socken. So jung, so verletzlich. Was ihn jedoch am meisten traf, waren ihre Augen. Dieser wissende Blick, in dem jetzt Traurigkeit lag. Er ließ die Schultern sinken, verwarf die Ausrede, die er sich schon parat gelegt hatte.



„Es tut mir leid.“ Seine Stimme war leise, doch machte sie es plötzlich so real, so greifbar, seinen Fehltritt erst richtig verwerflich.
„Warum?“ Das war alles, was sie fragte und doch schwang darin so viel mit. Warum willst du alles zerstören? Warum machst du uns zur Zielscheibe? Warum sind wir dir nicht wichtiger?
Remus spürte den dicken Kloß in seiner Kehle, versuchte zu schlucken, doch er verschwand nicht. Was hatte er dem entgegenzusetzen? Wusste er doch nur allzu genau, dass das, was er tat, Irrsinn war. Eine Folge seiner Unzulänglichkeit, seiner Schwäche, seines animalischen Durstes.


„Es tut mir wirklich leid.“ Mehr war nicht möglich, mehr konnte er nicht sagen, konnte nicht versprechen, dass es das letzte Mal war, dass er es bereute …
Es tat ihm einfach nur leid, dass er ihr Sorgen und Unruhe bereitete. Doch er würde es wieder tun, hatte nicht die Kraft, es zu verhindern, nicht den Willen, diesem inneren Drang zu trotzen. Sie trat zu ihm hin, schlang ihre Arme um seinen nackten Oberkörper. „Ich kann es nicht verstehen. Ist es das wirklich wert?“
 

Stille.
 

„Wir haben so viel - wir haben ein Haus, wir haben uns, wir haben einen wunderbaren Sohn. Reicht dies alles nicht?“ Traurig klang ihre Stimme, so traurig.
„Ich … es tut mir leid.“ Wo war der Mut von gerade? Wo die Leidenschaft? Warum konnte er ihr nicht sagen, was ihn dazu bewegte, welcher Rausch ihn erfasste? Er strich ihr über den Kopf, mehr wagte er nicht.
„Ich kann nicht schlafen, es treibt mich aus dem Haus. - Es ist, als wenn es gar keine andere Möglichkeit gäbe, als wenn ich nicht Herr über meine Taten bin.“ Er seufzte. „Und stehe ich erst vor der Tür, hält mich nichts mehr zurück, es peitscht durch meine Adern, zwingt mich loszurennen …“ Er brach ab. Sie hob den Kopf, sah ihm ernst in die Augen.

„Ich wusste, dass es in dir steckt und ich wusste, dass du leidest. Doch der Trank ist so stark, ich hatte gehofft, er würde dir nicht nur die Verwandlung nehmen, sondern auch alles andere. Als ich das erste Mal bemerkte, dass dies nicht so ist, dachte ich, ich könnte es heilen, ich könnte dir etwas schenken, das stärker ist -  das dich davon befreit.“ Ihre Stimme wurde immer leiser, trauriger. Sie schüttelte den Kopf. „Es ist jedes Mal, als hätte ich versagt.“

 

Jetzt schloss er sie doch in die Arme, presste sie an sich, wiegte sie hin und her, obwohl er doch wusste, dass er sie nicht trösten konnte. Niemals durfte er ihr sagen, dass er zu schwach war, dass er den Trank absichtlich verdünnte, nur um … Eine ganze Zeit standen sie beieinander.

Dann löste Tonks sich von ihm, trat einen Schritt zurück und sah ihm fest in die Augen. „Ich werde lernen, es zu akzeptieren. Du bist so, wie du bist und ich liebe dich, so wie du bist. Ich werde lernen müssen, die Angst zu besiegen, wenn du unterwegs bist, um ...“ Sie stockte. „Was war es diesmal?“
„Ein Huhn“, sagte er schuldbewusst, schob die Holzscheite zur Seite und zog den fedrigen Kadaver hervor.

Tapfer schenkte sie ihm ein Lächeln.
„Zumindest kann man nicht behaupten, du würdest nicht für uns sorgen.“
Sie wandte sich ab und ging Richtung Küche. Aus dem Flur rief sie noch: „Du übernimmst das Rupfen und ich setze schon mal Wasser auf.“

 

Mit hängenden Schultern stand Remus im Wohnzimmer. Er hatte sie einfach nicht verdient.
 

~ Ende ~

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Sonorus
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