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Geschichte des Moments
She's Never Known von Enidan
(keine Altersempfehlung)

"Ich bin hier heruntergekommen, ich denke an alte Zeiten und weine. Ich habe noch nie geweint. Hast du mich jemals weinen gesehen? Ich denke nicht…"
Der Verlust eines Menschen kann schmerzen, sehr viel mehr, als körperliche Folter.

Es gibt einen Menschen, der das nun erkennen muss. OneShot.

Zitat des Tages

[Dumbledore] »Ein Glück, dass es so dunkel ist. So rot bin ich nicht mehr geworden, seit Madam Pomfrey mir gesagt hat, ihr gefielen meine Ohrenschützer.«

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.1

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Er liebt mich, er liebt mich nicht" angegeben

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Er liebt mich, er liebt mich nicht ( von )

9. Kapitel: Teil 9: Montag, 8. September

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Montag, 8. September

Harry wurde von Rons Wecker geweckt, der laut klingelnd auf seinem Nachttisch hin und her hüpfte. Aus dem Deckengewirr von Rons Bett kam ein Arm zum Vorschein und haute einmal kräftig mit der flachen Hand darauf. Dann gab er Ruhe.

Verschlafen setzte Harry sich auf und rieb sich die Augen. Dann tastete er nach seiner Brille und erkannte Ron, der gerade unter seiner Decke hervorkam, nachdem er sie aufgesetzt hatte.

„Scheiß Schule“, murmelte der und gähnte herzhaft. Dann sah er Harry und sprang aus dem Bett. „Ha, ich bin der erste im Bad!“, rief er und rannte ins Bad.

Davon waren auch Justin und Neville wach geworden, die aber noch grummelnd liegen blieben, da sie vor Harry sowieso nicht ins Bad kamen.

„Auch guten Morgen“, meinte Harry, nachdem Ron die Tür zugeschmissen hatte und lies sich wieder zurück ins Bett fallen um noch ein bisschen zu dösen, bis Ron wieder da war.

So hatte er wenigstens Zeit, sich über den Traum klar zu werden, den er diese Nacht gehabt hatte und in dem er und Draco natürlich die Hauptrollen gespielt hatten. Es war dunkel gewesen um sie herum und sie hatten sich geküsst, bis irgendwo ein Licht anging und jeder sie sehen konnte. Nicht schwer zu interpretieren. Irgendwann würde es rauskommen, früher oder später und Harry hatte nicht das Gefühl, dass sie was dagegen tun konnten. Vor allem nicht, wenn Ron weiter so neugierig war.

Der kam gerade wieder aus dem Bad zurück und Harry musste nun wohl oder übel doch aufstehen, wollte er Neville und Justin zuvor kommen. Nachdem er im Bad gewesen war, zog er sich eilig an, da Ron schon runter in den Gemeinschaftsraum gegangen war, um auf Hermine zu warten. Die war schon da, worüber Harry froh war, musste er so wenigstens nicht ihren Gutenmorgenkuss miterleben. Der Traum hatte natürlich nicht gerade dazu beigetragen, seine Sehnsucht zu Draco zu vermindern und er fragte sich schon, wie er das gleich beim Frühstück und dann auch noch ganze zwei Stunden in Zaubertränke aushalten sollte.

So folgte er Ron und Hermine nicht grade gut gelaunt in die große Halle, die Hand in Hand vor ihm hergingen und über Zaubertränke redeten, wo Hermine ja Rons Feder essen wollte. Harrys Magen knurrte schon wieder und doch machte er einen kleinen Purzelbaum, als er Draco erblickte, der sich gerade hingesetzt hatte. Für einen kurzen Moment, in dem kein anderer in der großen Halle zu existieren schien, sahen sie sich an, bis jemand durch ihr Blickfeld lief und Harry sich beeilen musste Ron und Hermine wieder einzuholen.

Sein Herz pochte noch immer wie wild, als er sich Kaffee eingoss und so versuchte er, es zu vermeiden, allzu oft zu Draco rüber zu schauen. Zum Glück war ihm Ron dabei behilflich, indem er Harry daran erinnerte, dass sie heute ein paar Sachen für ihren Schlaftrank mitgehen lassen mussten und sie überlegten, wie sie es am besten anstellen sollten.

„Erst mal müssen wir gucken, was für einen Trank wir heute brauen“, meinte Harry.

„ja, und vielleicht verschwindet Snape ja auch kurz aus der Klasse“, flüsterte Ron zurück und Harry bemerkte erfreut, wie Draco stirnrunzelnd zu ihnen hinüber sah. Er war doch nicht eifersüchtig?

Schließlich war es soweit und sie machten sich auf den Weg hinunter zu den Kerkern. Harry stellte erleichtert fest, dass Dracos Zimmer sich weit weg von Snapes Klassenzimmer befand, also würde er dem wenigstens nie über den Weg laufen, wenn er Draco besuchte. Wenn…

Der schien sich überhaupt seit dem Wochenende ganz gut mit Mark zu verstehen, denn die beiden kamen zusammen ins Klassenzimmer. Allerdings setzte Draco sich wieder in die erste Reihe, im Gegensatz zu Mark, der sich lieber so weit wie möglich hinten hielt. Anscheinend war er auch keine Leuchte in diesem Fach.

Snape war schon da, und so war es ziemlich still im Kerker bis es läutete. Da stand Snape auch schon auf und schrieb den Namen des heutigen Trankes auf die Tafel. Harry traute seinen Augen nicht. Und schaute Ron fassungslos an, der zurückstarrte. An der Tafel stand in großen deutlichen Buchstaben: `Schlafserum` Das war genau der selbe Trank, den Ron und Harry in der Bibliothek gefunden hatten!

„Mr. Weasley, anstatt die Tafel anzustarren, als ob sie sich soeben in einen Teekessel verwandelt hätte, könnten sie uns lieber erklären, was das Schlafserum bewirkt und wie es zu brauen ist“, schnarrte Snape und Ron fuhr erschrocken zusammen.

Dann erklärte er allerdings, zuerst stockend, dann sicherer werdend, alles was sie selber über den Trank gelesen hatten. Snape hörte erstaunt zu und auch Hermine sah Ron verwundert, wenn nicht sogar ein bisschen stolz an. Als er geendet hatte, drehte Snape sich mit einem Ruck wieder zur Tafel um und murmelte: „Fünf Punkte.“ Dann schreib er in Höchstgeschwindigkeit die Zutaten an die Tafel und Ron sah ihm mit offenem Mund dabei zu.

Schließlich machte er ihn zu und sah rüber zu Harry, der begeistert fünf deutete. Das war ja wirklich mal was neues, dass ein Gryffindor in Zaubertränke ein paar Punkte erhielt - und dann auch noch Ron.

Dadurch, dass Harry und er den Trank schon kannten, war es kein Wunder, dass ihnen die Zubereitung nicht so schwer viel wie sonst. Zwar war es wie immer eine knifflige Angelegenheit, doch sogar Ron schaffte es ohne Fehler. Der einzige, der mal wieder Schwierigkeiten hatte, war Neville und Ron schwoll erheblich die Brust an, als Snape bat, ihm doch zu helfen.

Am Ende der Stunde gaben sie wie immer eine kleine Probe des Trankes ihrem Lehrer ab, doch diesmal füllten Harry und Ron auch eine Menge in zwei kleine Fläschchen ab, die sie vorsorglich mal mitgebracht hatten. Sie konnten ihr Glück noch immer kaum fassen, als sie das Klassenzimmer wieder verließen, dass sie den Trank nun nicht mehr brauen mussten. Snapes Unterricht war wirklich mal zu was nütze gewesen.

Gerade als sie an der großen Statue eines finster dreinblickenden Ritters auf einem Pferd vorbeikamen, und Ron lauthals überlegte, was sie wohl in Pflege Magischer Geschöpfe machen würden, zog Harry jemand am Umhang dahinter. Zu seiner großen, und natürlich auch freudigen Überraschung war es Draco, der ihm einen stürmischen Kuss auf die Lippen drückte.

„Was machst du denn da?“, flüsterte Harry und sah sich eilig um, doch zum Glück waren er und seine zwei Freunde die letzten in diesem Gang gewesen.

„Guten Morgen sagen“, meinte Draco grinsend und zog Harry wieder zu sich heran um ihn zu küssen. Der lies das ein paar Sekunden mit sich geschehen, dann zog er sich wieder zurück und fragte leise:

„Bist du denn wahnsinnig? Was wenn uns wer…“

„Harry?“, hörte er in diesem Moment Rons Stimme etwas weiter entfernt, dem anscheinend erst jetzt aufgefallen war, dass er nicht mehr hinter ihnen war.

Harry warf Draco noch einen kurzen Blick zu, der sowohl böse, als auch bedauernd war und stolperte dann hinter der Statue hervor.

„Bin ausgerutscht!“, sagte er kopfschüttelnd. „Filch und sein scheiß Putzzwang…“

„Alles ok?“, fragte Hermine, die es ihm anscheinend genauso wie Ron abkaufte.

„Klar“, meinte Harry. „Krieg vielleicht nur nen blauen Fleck.“ Und mal wieder log er seinen Freundin ins Gesicht und Draco bekam das wahrscheinlich auch noch mit!

„Deine Brille sitzt schief“, meinte Ron noch, als sie in die Eingangshalle kamen und Harry richtete sie schnell wieder.

Draco war ja wirklich nicht mehr normal. Genauso wie er selber. Doch insgeheim freute sich Harry. Draco hatte also an ihn gedacht und vermisste ihn anscheinend mindestens genauso wie er ihn. So sehr, dass er ihn am helllichten Tag hinter eine Statue zog um ihm guten morgen zu sagen. Harry grinste. Da wäre sogar ihm eine bessere Ausrede eingefallen.

Erst als sie unten bei Hagrids Hütte angekommen waren, beruhigte sich Harrys Puls wieder, allerdings fiel ihm jetzt erst ein, dass Hagrid ja Bescheid wusste. Wenn er sich bloß nicht verplapperte!

Die ganze Klasse setzte sich wieder in einem großen Halbkreis vor Hagrids Hütte ins Gras und Harry warf einen Blick zu Draco hinüber, der in einiger Entfernung bei Mark saß, allerdings nicht mit ihm redete, sondern Harry ansah. Dann wandte er sich allerdings mit einem Hauch von rosa im Gesicht ab, als Hagrid zu sprechen begann. Er hatte wohl auch nicht vergessen, dass Hagrid mehr über sie wusste als ihnen lieb war. Schlimm genug, dass er überhaupt was wusste, und dass er noch dazu so eine schreckliche Tratschtante war!

Diese Stunde beschäftigten sie sich doch tatsächlich mit Riesenspinnen, worauf Ron doch glatt die Galle hochkam. Vor allem, als Hagrid ihn auch noch aufforderte der ganzen Klasse etwas über sie zu erzählen, da er ja in seinem zweiten Schuljahr mit Harry im Verbotenen Wald gewesen war und sie dort auf diese Spezies gestoßen waren. Harry merkte genau, dass Hagrid eigentlich vorgehabt hatte, ihn zu fragen, da er wusste, dass Ron Spinnen nicht ausstehen konnte, und er wusste auch, was ihn davon abgehalten hatte.

Also fing Ron schon zum zweiten mal an diesem Tag an, herumzustottern: „Also, ja, ähm…Riesenspinnen werden sehr…groß…“

„Richtig“, stimmte Hagrid leicht schmunzelnd zu und ein paar Leute kicherten.

„Äh…und sie werden sehr alt und…und leben in sehr großen Kolonien zusammen…und fressen alles“, schloss Ron, käseweiß im Gesicht.

„Stimmt“, sagte Hagrid wieder und stand auf um ihm die Schulter zu tätscheln. Ron fing sich allmählich wieder. „Allerdings hast du etwas sehr Wichtiges vergessen!“, meinte er noch und winkte der Klasse zum, auch aufzustehen und ihm zu folgen. „Riesenspinnen können nämlich auch sprechen lernen und sie verschonen nur die Menschen, von denen sie es gelernt haben.“

Ein paar in der Klasse begannen zu tuscheln.

„Zu diesem Zweck…“, Hagrid führte sie um seine Hütte herum. „Hab ich mir quasi gestern ein paar ausgeborgt, sie sind noch sehr jung, und werden schnell lernen, wenn ihr euch anstrengt!“ Er wies auf eine Koppel, die gestern Mittag eindeutig noch nicht da gewesen war, in der sich etwa ein Dutzend schwarze Spinnen tummelte, die vielleicht alle so groß waren, wie eine große Katze, nur mit mehr Beinen.

„Oh mein Gott“, entfuhr es Ron und er setzte sich erst mal wieder ins Gras. Hermine hockte sich neben ihn, um ihn zu beruhigen.

„Keine Angst Ron“, meinte Hagrid mütterlich. „Wenn man ein bisschen mit ihnen redet, sind sie ganz zahm“, er lockte eine der Spinnen mit etwas an, das ganz nach einer toten Maus aussah und lies sie dann auf seinen Arm klettern. Bei diesem Anblick gab Ron wieder Würgegeräusche von sich. „Ich hab gestern schon n bisschen mit ihnen geredet und hab sie soweit gebracht, dass sie euch nichts tun, und euch zuhören werden.“

Nun sahen auch ein paar andere Schüler etwas geschockt aus, andere hingegen, schienen sehr interessiert zu sein.

„Ihr werdet euch jetzt zu zweit immer einer Spinne annehmen und versuchen, mit ihr zu kommunizieren. Wenn ihr wollt, könnt ihr eurer Spinne auch einen Namen geben“, Hagrid schien von seiner Idee verzückt zu sein. „In dem Sack sind noch ein paar Mäuse, damit könnt ihr sie anlocken! Viel Spaß!“ Er setzte seine Spinne in die Koppel zurück und sah zu, wie ein paar Schüler zögernd auf die Koppel zugingen.

Harry stand ziemlich ratlos in der Gegend herum. Hermine würde natürlich bei Ron bleiben und Neville hatte sich schon an Justin gehängt. Er sah hinüber zu Draco, der nicht sehr begeistert die Spinnen in der Koppel beobachtete.

„Harry!“, sagte Hagrid da gerade und kam auf ihn zu. Auch das noch. Er sah von ihm zu Draco und meinte dann: „Vielleicht willst du ja mit Mr. Malfoy…“, Harry warf ihm einen leicht bösen Blick zu. „Es…ist ja sonst niemand mehr übrig“, meinte Hagrid schnell, und so, dass auch alle anderen es hören könnten.

„Na toll“, murmelte Harry und ging gleichzeitig mit Draco auf die Koppel zu.

„Potter…“, meinte der zur Begrüßung und Harry konnte ein ganz leichtes Grinsen über sein Gesicht huschen sehen.

„Malfoy“, sagte er deshalb nur und wandte sich dann der Koppel zu. Es waren nur noch zwei Spinnen übrig und Harry beschloss, die kleinere Ron und Hermine zu überlassen, die ihren Freund gerade dazu überredet hatte, sich der Koppel zu nähern.

Er fischte ein tote Maus aus dem Sack, woraufhin Draco die Nase rümpfte und hielt sie mit ausgestreckter Hand in die Koppel. Als nichts geschah, wedelte er ein bisschen damit herum und versuchte es mit: „Ähm…put, put…“, Draco grinste neben ihm, als wieder nichts geschah. Die Spinne saß am anderen Ende der Koppel und putze ihre Kieferzangen. „Machs doch besser“, meinte Harry schnippisch und drückte Draco die Maus in die Hand.

„Igitt!“, der lies sie angewidert fallen und streckte seine Hand so in die Koppel. „Komm mal her“, meinte er zu der Spinne, die tatsächlich aufzuhorchen schien. Dann, ganz langsam kam sie auf sie zugekrabbelt und nahm Harry die Maus aus der Hand, der sie vom Boden aufgehoben hatte. Eine Weile war sie damit beschäftigt, dann krabbelte sie über Dracos Arm aus der Koppel und auf seine Schulter.

Der versuchte sie erschrocken abzuschütteln, was ihm nicht gelang. Stattdessen kletterte sie über seinen Rücken auf die andere Seite, dann über seine andere Schulter und blieb schließlich darauf sitzen.

„Geh da runter!“, sagte Draco und versuche, sie weg zuschieben, doch sie krallte sich eisern fest. Harry kicherte. Draco strafte ihn mit einem bösen Blick und wandte sich dann wieder der Spinne zu. „Ich dachte, Hagrid hat dir sprechen beigebracht, also geh runter von mir!“

„Ich glaub, sie versteht dich irgendwie nicht“, meinte Harry lachend.

„Ja, das sehe ich auch, aber anstatt dir hier einen abzulachen, könntest du mir vielleicht helfen!“, fauchte Draco und versuchte wieder, die Spinne loszuwerden.

„Du hast eben so eine unwiderstehliche Anziehungskraft“, meinte Harry noch immer grinsend, was Draco mit einem viel sagendem Blick kommentierte und fischte noch eine Maus aus dem Sack. Dann hielt er sie der Spinne vor die Nase, ok, sie hatte wahrscheinlich keine, jedenfalls vor ihre Beißwerkzeuge und sie versuchte tatsächlich danach zu schnappen.

„Aa…so geht das nicht“, meinte Harry zu ihr. „Die musst du dir schon holen!“ Das schien die Spinne dann doch zu verstehen, denn sie krabbelte von Dracos Schulter auf seinen Arm, und dann auf Harrys Arm, auf dessen ausgestreckter Handfläche die Maus lag.

„Toll, jetzt sitzt sie auf mir“, grummelte er woraufhin Draco grinste.

„Gut so“, meinte er und setzt sich ins Gras, was Harry dann auch, noch immer mit der Spinne auf dem Arm, tat.

Zum Glück saßen sie etwas abseits von den andern und so mussten sie sich nicht andauernd mit ihren Nachnamen anreden und sich verächtliche Blicke zuwerfen. Viel mehr konnten sie allerdings auch nicht machen.

„Sollten wir ihr nicht einen Namen geben?“, fragte Draco und musterte die Spinne, jetzt, wo sie nicht mehr auf ihm hing wie eine Klette.

„Wie wärs mit Spidy?“, fragte Harry sarkastisch, der sich jetzt schon fragte, wie er es schaffen sollte, zwei Stunden so nahe bei Draco zu sein, und nichts tun zu dürfen.

„Wir wissen ja nicht mal, ob sie männlich oder weiblich ist“, gab Draco zu bedenken und winkte doch tatsächlich Hagrid zu ihnen herüber, der Ron gerade dazu gebracht hatte, sich neben Hermine zu setzen, die mit ihrer Spinne ebenfalls im Gras saß.

Er kam sofort zu ihnen rüber und sah begeistert, dass ihre Spinne auf Harrys Arm saß. „Sie mag dich!“, stellte er fest und sah dann die beiden fragend an.

„Ist das ein Männchen oder ein Weibchen?“, fragte Draco und wies auf die Spinne.

„Ein Weibchen- das erkennt ihr daran, dass sie größer ist, als die meisten anderen - Männchen sind kleiner - und an den im Verhältnis zum Rumpf eher kleinen Beißwerkzeugen“, erklärte Hagrid.

„Aha“, machte Draco. „Danke.“

Hagrid sah ihn überrascht an, und warf dann Harry einen wissenden Blick zu, der schnell wegsah. „Dann lass ich euch mal wieder…alleine“, meinte er und verschwand, um sich Neville anzunehmen, der gerade mit seiner und Justins Spinne um seinen Zauberstab kämpfte, den sie ihm doch tatsächlich aus der Tasche gefischt hatte.

„Ein Weibchen also“, meinte Harry, als Hagrid wegwahr. „Wieso nicht wirklich Spidy?“

„Weil das einfallslos ist“, meinte Draco, zuckte aber dann mit den Schultern. „Aber wenn du unbedingt willst…“

„Gut, du heißt jetzt Spidy“, sagte er zu der Spinne, die mit ihren Beißwerkzeugen zu klackern begann. „Ich glaub, sie mag den Namen!“, meinte Harry und fragte dann die Spinne: „Wie heißt du denn?“

Draco schlug sich gegen die Stirn. „Das hast du ihr doch grade gesagt!“

„Ja aber ich will, dass sie weis, dass sie Spidy heißt!“, verteidigte sich Harry und sah die Spinne eindringlich an. „Sag mal Spidy. Spi-dy!“

„Oh Gott, wieso bringst du ihr nicht gleich Mama und Papa bei?“, fragte Draco sarkastisch und schüttelte den Kopf.

„Hast recht“, meinte Harry nickend und musste grinsen. „Sag mal Draco. D-r-a-c-o!”

“Sag lieber mal Harry!”, mischte Draco sich schnell ein und Spidy sah neugierig von einem zum anderen.

„Wie viele Augen hat die eigentlich?“, fragte Draco und versuchte zu zählen.

„Zwei ganz große und noch, warte mal…sechs kleiner…also acht“, stellte Harry fest.

„Kein Wunder, dass ich mich irgendwie beobachtet fühle“, meinte Draco und Harry musste grinsen. „Allerdings guckt Weasley mich auch schon die ganze Zeit komisch an…“

“Wahrscheinlich macht er sich schon dafür bereit, einzugreifen, falls du mir an die Kehle gehst“, meinte Harry und blickte ebenfalls zu Ron hinüber, der aber gerade wieder von seiner Spinne abgelenkt wurde.

„Das sollte ich wirklich…“, meinte Draco schien es sich dann aber anders zu überlegen. „Allerdings mag ich deinen Mund lieber…“

In Harry stieg eine Hitze auf und er sah sich wieder um, doch alle waren viel zu sehr mit ihren Spinnen beschäftigt. Sogar Grabbe und Goyle schienen ernsthaft zu versuchen, mit ihrer zu reden.

Draco hatte Harrys Reaktion bemerkt und meinte: „Keine Angst, uns hört schon keiner.“

„Na wenn du meinst“, sagte Harry nur und hielt Spidy seinen Finger hin, die versuchte, danach zu schnappen. „Was war das übrigens vorhin nach Zaubertränke?“

„Das?“, fragte Draco unschuldig und beobachte Harry, der Spidy ärgerte. „Ich hab doch gesagt, dass ich nur guten morgen sagen wollte…“

„Ja, das hab ich gemerkt“, sagte Harry sarkastisch, dem bei dem Gedanken daran, wieder heiß wurde. Allerdings musste er trotzdem grinsen. Dann wandte er sich wieder Spidy zu, die inzwischen wütend weiter nach seinem Finger geschnappt hatte. Anscheinend mochte sie es genauso wenig wie Ron, wenn man sie ignorierte.

So versuchten Harry und Draco ihr die restliche Zeit allerlei unsinniges Zeugs beizubringen, doch als Hagrid sie schließlich holte, hatte sie noch kein Wort gesagt.

„Na, wie habt ihr sie denn genannt?“, fragte Hagrid, der jede Spinne der Klasse vorführte und Harry und Draco sahen sich wieder missmutig an.

„Spidy“, sagte Harry schließlich und wieder ein paar aus der Klasse lachten. Immerhin waren sie einfallsreicher als Grabbe und Goyle gewesen, die ihre Spinne schlicht Spinne genannt hatten, und die keinen Ton von sich gegeben hatte. Aber das hatte Spidy auch noch nicht.

„Hallo Spidy!“, sagte Hagrid und kitzelte sie kurz an einem der vielen Beine.

„Harry!“, ertönte plötzlich eine leises Stimmchen und Harry traute seinen Ohren kaum. „Draco!“, sagte sie jetzt auch noch und die gesamte Klasse wurde still.

Harry wusste nicht, ob das daran lag, dass Spidy wirklich etwas gesagt hatte, oder daran, dass sie keine Schimpfwörter von sich gab, so wie es wohl eher wahrscheinlich gewesen wäre.

„Na, das hat ja ganz gut geklappt!“, meinte Hagrid und kitzelte sie wieder. „Sie kennt eure Namen. Wie habt ihr das denn gemacht?“

„Äh…keine Ahnung“, antwortete Harry wahrheitsgemäß. „Wir haben halt mit ihr geredet…“

„Sehr schön“, meinte Hagrid erfreut und setzte sie zurück in die Koppel. „Ihr könnt euch noch von ihr verabschieden, wenn ihr wollt.“

Dann führte er die anderen Spinnen vor, die meistens nichts sagten. Von den wenigen die sprachen, war eindeutig die von Ron und Hermine die lustigste, die andauernd „Ronnie!“, krähte. Ron fand das natürlich gar nicht lustig, so wie eigentlich die ganze Stunde und war ziemlich froh, als es endlich vom Schloss her läutete. Außerdem hatte er schon wieder Hunger.

Die ganze Klasse machte sich auf den Weg in die große Halle und stürzte sich hungrig auf das Mittagessen. Auch Harry hatte schon wieder Hunger, der etwas durch die Sehnsucht nach Draco gedämpft wurde, da er sich weder von ihm verabschiedet noch sonst was hatte.

Und dann war ja auch noch Quidditchtraining! Also zwang sich Harry, genug zu essen, damit er das auch ja durchhielt. Er war zwar in den Ferien ein bisschen mit Ron geflogen, trotzdem musste er sich wieder an das harte Training gewöhnen. Nach seinem zweiten Teller Spaghetti konnte er allerdings nicht mehr und lehnte auch dankend Rons üblichen Muffin ab, der ihn eben wieder alleine aß.

Nachdem Harry kurz im Schlafsaal gewesen war, um seinen Feuerblitz zu holen, musste er sich auch schon beeilen, rechtzeitig zum Feld zu kommen. Dort waren schon alle versammelt und schienen nur noch auf ihn zu warten.

„Da bist du ja endlich!“, rief Justin ihm zu, als er nur noch wenige Meter von der Mannschaft entfernt war. „Dachten schon, du bist beim Essen festgewachsen, oder so…“ Er öffnete die Kiste mit den Bällen und gab allen ein Zeichen, sich auf ihre Besen zu schwingen.

Die nächsten fünf Stunden verbrachten sie auf dem Spielfeld, in der Umkleidekabine um Strategien zu besprechen und natürlich in der Luft. Anscheinend setzte Justin alles daran, dieses Jahr den Pokal zu gewinnen, egal ob nun Frieden zwischen den Häusern herrschte oder nicht.

So war Harry total geschafft, als er endlich in der Eingangshalle ankam und schlurfte in den Gemeinschaftsraum um erst mal zu duschen und sich umzuziehen. Dann war es auch schon wieder Zeit fürs Abendessen und als sie in die große Halle kamen, war Harry so hungrig, dass er sogar vergas, sich nach Draco umzuschauen.

Erst als er ein Steak, drei Würstchen und einen Haufen Bratkartoffeln intus hatte, sah er zufällig zum Slytherintisch hinüber, wo Draco gelangweilt Eis löffelte. Harry begann zu überlegen, wie er jetzt wohl schmecken würde…nach Vanille? Ihm lief ein sehnsuchtsvoller Schauer über den Rücken, wenn er daran dachte, wann er Draco wieder sehen würde. Nur, wann sollte das sein? Er konnte doch nicht schon wieder einfach zu ihm gehen. Außerdem musste er sich eingestehen, dass er viel zu fertig vom Training war. Morgen vor Wahrsagen hatte er doch Zeit - und Draco so viel er von letzter Woche wusste auch. Nur, wie sollte er ihn abpassen? Er könnte ihm eine Eule schicken… Aber Hedwig konnte er auf keinen Fall nehmen, dann musste wohl eine Schuleule her.

Harry beschloss, sofort nach dem Essen in die Eulerei zu gehen. Er schnappte sich noch einen Muffin, als Ron neben ihm gerade mit der flachen Hand auf den Tisch schlug.

„Hermine!“, sagte er, als ob ihm gerade etwas eingefallen wäre und sah sie böse an. „Du hast heute in Zaubertränke deine Feder vergessen!“

“Ups“, Hermine schlug sich die Hand vor den Mund, schien das aber nicht so ernst zu nehmen. „Tut mir leid - ich war so abgelenkt, weil wir ja dieses Schlafserum gebraut haben…“

„Jaja…Ausreden“, meinte Ron kopfschüttelnd. „Aber morgen…in Verwandlung, ha!“

„Oh nein“, stöhnte Hermine, die natürlich nicht sehr begeistert davon war, dass ihre Hauslehrerin Wind davon bekam, dass sie in der Stunde heimlich naschte.

„Tja, Pech gehabt“, meinte Ron dazu nur und grinste Harry an, der mit einem halben Muffin im Mund versuchte zurückzugrinsen.

Als er ihn endlich aufgegessen hatte erhob er sich mit der Begründung, mal wieder nach Hedwig zu sehen. Während Harry aus der großen Halle ging, fragte er sich, wann ihm wohl seine schlappen Ausreden ausgehen würden, und so bemerkte er gar nicht, das graue Augen ihm sehnsüchtig folgten, bis er aus der Halle verschwunden war.

Kurz bevor Harry in der Eulerei angekommen war, drehte er allerdings wieder um. Er konnte Draco einfach keinen Brief schreiben. Das wäre zu peinlich. Aber er konnte es auch nicht wie sonst immer auf den Zufall ankommen lassen. Das hielt er langsam nicht mehr aus!

Also ging Harry in den Gryffindorturm, wo ein paar Minuten später auch Ron und Hermine eintrudelten. Sie waren heftig über die Zuckerfeder am diskutieren und Harry fragte sich, wie man ein Thema nur so Breitkauen konnte.

Seufzend sah er auf die große Wanduhr im Gemeinschaftsraum, auf der es erst halb acht anzeigte. Konnte er sich jetzt schon mit einer guten Ausrede aus dem Staub machen? Naja, eigentlich brauchte er ja nicht mal eine, war er doch vom Training am Nachmittag geradezu gerädert.

„Ich glaub, ich geh nach oben“, meinte er zu Ron und Hermine, die mal wieder vor dem Schachbrett saßen. Hermine schien ihre neue Eigenschaft darin entdeckt zu haben, Ron regelmäßig zu schlagen, was ihm natürlich weniger gefiel. Das er jetzt nicht mal Harry an Unterstützung bei sich hatte, schien ihn noch mehr zu entmutigen.

„Ja, mich alleine lassen…in meiner schwersten Stunde!“, seufzte er theatralisch, worauf Hermine nur die Augen verdrehte und schnappte.

„Lass Harry, er hat heute den ganzen Nachmittag trainiert!“

„Ist ja schon gut!“, sagte Ron abwehrend und zwinkerte dann Harry zu. „Natürlich gönne ich dir deinen Schönheitsschlaf....“

„Sehr gnädig“, meinte Harry grinsend, sagte gute Nacht und wünschte Ron noch viel Glück, der meinte, dass das bei Hermine sowieso nichts brachte.

Oben im Schlafsaal angekommen ließ Harry sich in seinen Klamotten aufs Bett fallen und blieb erst mal eine Weile liegen. Dann erhob er sich mühsam, zog seinen Pyjama an und ging sich die Zähne putzen.

Zurück im Bett war er ziemlich im Zwiespalt, ob er noch zu Draco sollte, oder ob einfach schlafen nicht besser wäre. Schließlich entschied er sich für ersteres und fing an, in dem Buch über Quidditch zu lesen, bis er darüber einnickte.

Als Ron in den Schlafsaal kam, schreckte er hoch.

„Du schläfst noch gar nicht?“, fragte der verwundert und Harry rieb sich die Augen.

„Nein, ich wollte noch lesen…“, meinte er und hoffte, dass Ron bald schlafen gehen würde. Der ließ es sich erst mal nicht nehmen ewig lange zu duschen und im Bad herumzutrödeln, bis Justin und Neville sich schon beschwerten, die auch schlafen gehen wollten.

Endlich kam Ron aus dem Badezimmer und Harry fragte ihn, was um Gottes Willen, er so lange im Bad gemacht hatte.

„Tja“, meinte Ron darauf nur und wickelte sich in seine Bettdecke ein. „Wenn man eine Freundin hat, muss man sich eben pflegen…Aber dir brauch ich das ja nicht zu erzählen…“

Harry hob eine Augenbraue und fragte sich gleichzeitig, wie er überhaupt aussah. Konnte er sich so überhaupt bei Draco blicken lassen? Sollte er sich mal rasieren? Er fuhr sich übers Kinn, stellte aber fest, dass das absolut nicht nötig war. Besser so.

Nach einer geraumen Weile waren auch Justin und Neville fertig und es dauerte nicht lange, bis Justins Schnarchen im ganzen Schlafsaal zu hören war. Ron grummelte noch eine Weile herum, doch als er bemerkte, dass das nicht viel half, da Neville fest schlief und Harry auch am eindämmern war, hielt er schließlich den Mund.

Als auch er gleichmäßig atmete, setzte Harry sich ruckartig auf, um wach zu werden. In der letzten Stunde hatte er so sehr damit gekämpft, nicht einfach wegzupennen, dass er dringend Aufmunterung brauchte. Und er wusste auch schon, wo er sie bekam. Wenn Draco nicht auch schon schlief, dachte er sich, während er möglichst leise, aus seinem Bett schlüpfte.

Erst als er die Fette Dame passiert hatte, fiel ihm sein Tarnumhang ein, und er ärgerte sich mal wieder über sich selber. Aber jetzt wollte er auch nicht mehr zurückgehen, also los.

Der Steinboden auf dem er ging, fühlte sich eiskalt unter seinen Füßen an, und wieder wünschte sich Harry, dass er doch wenigstens an seine Schuhe gedacht hätte! Draco würde ihn ja für den größten Vollkoffer halten, wenn er da barfuss und im Pyjama bei ihm aufkreuzte. So notgeil konnte doch kein normaler Mensch sein! Moment mal, notgeil war er ja nicht. Er war nur…Ach, Harry wusste selbst nicht, was mit ihm los war. Und wenn er wieder anfing, sich darüber Gedanken zu machen, würde er noch irgendwann durchdrehen. Und im Moment war eben die einzige Lösung gegen durchdrehen, Draco. Obwohl, wenn Harry wieder daran dachte, wie es war, ihn zu küssen…wusste er nicht wirklich, wann er am Durchdrehen war, und wann nicht.

Er war vor dem Portrait mit dem schlafenden Schwan angekommen und blieb stehen. Was sollte er machen, wenn Draco schon schlief? Oder wenn er seine Ruhe haben wollte? Harry schob diese lästigen Gedanken beiseite, sagte „Schnatz“, und klopfte kurz entschlossen an, nachdem das Portrait zu Seite geschwungen war. Eine Weile wartete Harry, doch niemand machte auf. Dann klopfte er wieder, doch erneut rührte sich nichts. Schließlich drehte er einfach den Türknauf zur Seite und machte die Tür einen Spaltbreit auf. Es war alles dunkel und er wollte enttäuscht die Tür schon wieder zu machen, als sich im Bett etwas bewegte. Gleich darauf ertönte ein leises „Lumos“, und Dracos verschlafenes Gesicht wurde von seinem Zauberstab erhellt.

„Was machst du denn hier?“, fragte er erstaunt und setzte sich auf. Harry hätte fast aufgelacht, da Draco auch einen karierten Pyjama anhatte, wenn ihm die Situation nicht selbst so peinlich gewesen wäre.

So fing er nur an: „Äh…ich…konnte nicht schlafen und…hab gedacht, vielleicht bist du noch wach.“ Schwach, wirklich schwach, schollt er sich selbst, doch jetzt war es auch schon zu spät.

Draco schien es aber anscheinend egal zu sein, warum er hergekommen war, denn er zuckte mit den Schultern und meinte: „Komm rein.“

„Hast du nicht schon geschlafen?“, fragte Harry verlegen.

„Na und?“, meinte Draco, schlenkerte kurz mit seinem Zauberstab und es wurde hell in seinem Zimmer.

Er und Harry kniffen gleichzeitig die Augen zusammen und Harry murmelte: „Scheußlich…“ Dann blieb er unentschlossen im Zimmer stehen, da Draco keine Anstalten machte, aus seinem Bett zu kommen. Stattdessen gähnte er gerade und ließ sich wieder zurück in die Kissen fallen.

Dann sah er Harry an. „Ist dir nicht kalt?“

Harry sah an sich hinunter, wie er barfuss dastand und erst jetzt fiel ihm auf, dass er die Arme um sich geschlungen hatte und zitterte.

„Anscheinend schon“, sagte er deshalb und Draco meinte mit einem Grinsen im Gesicht: „Ich hab noch ne Decke übrig…“

Harry musste auch grinsen, dann wurde er schlagartig wieder ernst, als ihm bewusst wurde, dass er, wenn ihm wärmer werden sollte, zu Draco ins Bett musste…Eigentlich gar keine so schlechte Vorstellung…

Unsicher machte er einen Schritt auf Draco zu, der sich mittlerweile wieder aufgesetzt hatte und ihn ansah.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben“, meinte er flachsend und sah zu Harry auf. Dann nahm er seine Hand und zog ihn hinunter zu sich, wobei er ihn scheu auf die Lippen küsste. Harry folgte ihm, als er zurückwich und so befand er sich zwei Sekunden später halb auf Draco in seinem Bett wieder.

„Und wo ist jetzt meine Decke?“, fragte er leicht scherzend, um etwas zu sagen.

„Hier“, murmelte Draco an seinen Lippen und lies Harry unter seine Decke schlüpfen.

Durch diese ungewohnte Nähe, die er erst einmal im Verbotenen Wald gespürt hatte, liefen Harry sofort heiße Schauer über den Rücken. Drängend küsste er Draco, der seine Arme um ihn geschlungen hatte und leicht seufzte, als Harry das auch bei ihm tat.

Einige Zeit verging, bis sie wieder voneinander abließen und Draco sich leicht von Harry löste. „Hier wird einem ja heiß“, meinte er grinsend und atmete tief durch.

„Ja, kalt ist mir nicht mehr“, sagte Harry darauf und zog Draco wieder zu sich heran. „Sorry, dass ich dich aufgeweckt hab…“

„Besser so“, meinte Draco nur. „Sonst hätte ich dich morgen wahrscheinlich ins nächste leere Klassenzimmer verschleppt…“

“Wieso denn das?“, fragte Harry und tat ahnungslos.

„Weil ich sonst den restlichen Tag nicht aushalten würde“, sagte Draco gerade heraus, dicht bei Harry, der näher an ihn heranrückte.

„Aja“, machte er diesmal nur und konnte sich zu gut mit Draco identifizieren. Dessen Hände hatten sich gerade auf Wanderschaft begeben und waren an Harrys Hintern stehen geblieben.

„Was machst du denn da?“, fragte Harry und Draco sah ihn mit leicht verträumten Augen an.

„Weiß ich noch nicht“, meinte er, bevor er Harry küsste und dann seine Hände unter sein Pyjamahemd gleiten lies. Sanft strich er an Harrys Rücken entlang, der sich nur noch näher an ihn drängte und ihn nur noch stürmischer küsste. Schließlich konnte er sich nicht mehr zurückhalten und er schob seinerseits eine Hand unter Dracos Pyjamaoberteil, die andere war in seinen Haaren vergraben.

Harry war erstaunt, wie weich sich Dracos Haut anfühlte, das hatte er irgendwie nicht von einem Jungen erwartet. Ihm kam in den Sinn, Dracos ganzen Körper spüren zu wollen, doch hütete er sich davor, diesen Gedanken auch nur weiterzuspinnen, spürte er jetzt schon wieder ein Ziehen in der Hose, was ihn etwas Abstand zwischen sie bringen ließ.

„Ich glaub, mir wird jetzt zu heiß“, meinte Harry und Draco fragte flachsend: „Pause?“

„Nee“, sagte Harry und gab Draco einen Kuss. „Wie könnte ich eine Pause davon wollen?“ Er fuhr Draco leicht mit dem Finger über die Lippen, der spielerisch zubiss, doch Harry nicht erwischte. Das fand Harry einfach mal wieder zu süß und so strich er Draco ein paar Haare aus dem Gesicht und drückte ihn sanft in die Kissen zurück. Eine Weile sah er Draco nur an, dessen warme Hände immer noch auf seinem Rücken ruhten, bis er ihn schließlich zu sich zog.

„Harry…“, flüsterte er dich an seinem Ohr, wobei er eine Gänsehaut bekam. „Küss mich.“

Harry wäre nur so dahin geschmolzen, wenn er ein Eiswürfel gewesen wäre, doch so kam er ganz einfach Dracos Bitte nach. Vorsichtig strich er Draco über die Wange und berührte dann leicht seine Lippen, woraufhin der nicht mehr an sich halten konnte und Harry herumwarf.

Der atmete verhalten ein, als Draco schwer auf ihm zu liegen kam und er eindeutig spürte, dass diese kleine Berührung Draco absolut nicht kalt gelassen hatte, sondern eher etwas an ihm zum Leben erweckt zu haben schien.

Harry beschloss, das erstmal zu ignorieren und gab sich der Verführung hin, Draco einfach nur zu küssen und an nichts zu denken, außer vielleicht kurz daran, dass er hier nicht ewig liegen konnte. Doch auch das verdrängte er gewissenhaft.

Es wurde ihm erst bewusst, wie viel Zeit vergangen war, als Draco sich gähnend streckte und er so die Gelegenheit hatte, mal auf die große Wanduhr zu schauen.

„Was, schon drei?!“, machte er erstaunt und Draco kniff die Augen zusammen um ebenfalls die Uhrzeit ablesen zu können.

„Scheint so“, meinte er dann schulterzuckend und wollte Harry wieder zu sich ziehen. Der gab sich kurz Dracos Küssen hin, dann schob er ihn wieder von sich.

„Meinst du nicht, dass ich dann mal gehen sollte?“, fragte er.

„Willst du denn schon gehen?“, fragte Draco und sah doch tatsächlich ein bisschen traurig aus.

„Ich weiß nicht“, meinte Harry. Eigentlich wollte er ja nicht. Allerdings fielen ihm, so aufregend es hier auch war, langsam die Augen zu. Und er hatte keine Lust einzuschlafen und dann im Pyjama durch halb Hogwarts zu rennen. „Es wird halt morgen Früh nur ein bisschen problematisch…“, versuchte er zu erklären. „Ich hab nur meinen Pyjama an…“

„Stört mich nicht im geringsten“, sagte Draco leicht grinsend und Harry konnte gut nachvollziehen, wieso. Immerhin störte ihn Draco im Pyjama ja auch nicht, es machte ihn eher an. Das war auch ein Problem.

„Kann ich mir denken“, sagte er deshalb nur und setzte sich dann auf. „Ich muss trotzdem gehen.“ Wieso sagte er so was blödes? Er wollte doch gar nicht weg! Schon gar nicht von Draco, seinen warmen Händen und den Küssen, die einfach nur unbeschreiblich waren…

„Na wenn du meinst…“, Draco hatte sich ebenfalls aufgesetzt und gähnte wieder. Dann sah er Harry etwas sehnsüchtig an. „Krieg ich wenigstens nen Abschiedskuss?“

„Einen?“, fragte Harry grinsend. „Mindestens…“ Er beugte sich zu Draco um ihn zu küssen, der Harry wieder mit sich unter die Decke zog.

Nach einer halben Stunde kam Harry wieder darunter hervor und meinte, er müsse jetzt wirklich gehen. Schon allein deshalb, weil Draco ihn halb wahnsinnig machte, was er ihm natürlich nicht sagte.

Umständlich kletterte er aus dem Bett und begann sofort zu frieren. Es wurde wirklich Zeit, dass er in sein eigenes Bett kam, um zu schlafen. Obwohl, konnte er das jetzt überhaupt?

Draco seufzte, als Harry Anstalten machte, zur Tür zu gehen, und kam dann ebenfalls aus seinem Bett. Bibbernd folgte er Harry und meinte:

„In meinem Bett ist es viel wärmer…“

„Ich weiß“, machte Harry und zog ihn zu sich. „Ich merk’s mir auf jeden Fall mal…“

Dracos Blick nach schien er das als ein Versprechen aufzufassen, was es irgendwo auch war. Er gab Harry einen Kuss und machte dann die Tür auf.

„Lass dich nicht von Filch erwischen…“

„Den hab ich dieses Jahr noch nie gesehen“, meinte Harry. „Wer weiß, ob der überhaupt noch durch die Gänge stromert…“

„Ich hoffe mal, nicht“, sagte Draco und lies Harry langsam los. „Ich…“, er sprach nicht weiter und Harry sah ihn fragend an, doch Draco schüttelte nur den Kopf.

Harry zuckte mit den Schultern und gab Draco einen kurzen Kuss auf die Lippen. Wenn es mehr gewesen wäre, hätte er sich wieder nicht losreißen können. „Gute Nacht.“

„Gute Nacht“, sagte Draco und das Portrait schwang zur Seite. „Bis morgen…“

„Ja…“, machte Harry und schluckte. „Ich…“, jetzt fing auch er schon damit an! „Schlaf gut.“

„Du auch“, Draco hob die Hand und Harry sah ihn noch mal an, dann trat er in das Halbdunkel des Ganges. Hinter ihm schloss sich das Portrait und er fühlte sich plötzlich ganz alleine und schutzlos. So leise wie möglich machte er sich auf den Weg zurück in seinen Turm, während er darüber nachgrübelte, was er denn zu Draco hatte sagen wollen, als er mit `Ich` angefangen hatte. Er liebte ihn doch nicht, also konnte er ihm auch schlecht sagen `ich liebe dich!` Hatte er das tun wollen? Und was hatte Draco gemeint mit diesem `Ich`?

Kopfschüttelnd kam Harry vor der Fetten Dame an und brauchte eine Weile, bis er sie wach bekommen hatte.

„Was willst du denn so spät noch hier?“, fragte sie grummelnd.

„Schlafen“, meinte Harry und sagte ihr das Passwort worauf sie zur Seite schwang und ihn mit weiteren Fragen in Ruhe ließ.

Zu Harrys Erleichterung war es vollkommen ruhig im Gemeinschaftsraum. Alle waren schon in ihren Schlafsälen. Vorsichtig stieg er die leicht knarrenden Stufen hinauf und öffnete noch vorsichtiger die Tür zu seinem Schlafsaal. Jedes Geräusch vermeidend schlich er zu seinem Bett und schlüpfte unter die Decke.

Ihm war noch immer kalt. Kein Wunder, in seinem unbenutzten Bett, ohne Draco und seinen Küssen, von denen einem einfach heiß wurde.

Harry seufzte und lies sich in sein Kissen fallen. Er sehnte Draco zu sich herbei, nur, um sich nicht so einsam zu fühlen. Am liebsten hätte er sich jetzt an ihn geschmiegt, um in seinen Armen einzuschlafen, doch das konnte er nur in seiner Fantasie tun, was schließlich auch half. Langsam glitt Harry in einen Traumlosen tiefen Schlaf über, der schon nach viel zu kurzer Zeit wieder vorüber war, als ein schrilles Klingeln durch den Schlafsaal hallte.






©2005 Schmaunz
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