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Geschichte des Moments
The ogre and the maiden von Uni
(keine Altersempfehlung)

Jeden Abend wird Snapes Tochter eine Geschichte erzählt. Heute ist der Papi dran und er erzählt die Lieblingsgeschichte der Kleinen. Eine Liebesgeschichte zwischen einem Ungeheuer und einem Mädchen- ein typisches Märchen eben. Aber heißt es nicht, dass in jeder Geschichte ein wahrer Kern steckt?

Zitat des Tages

[Dumbledore] »Ein Glück, dass es so dunkel ist. So rot bin ich nicht mehr geworden, seit Madam Pomfrey mir gesagt hat, ihr gefielen meine Ohrenschützer.«

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.1

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Er liebt mich, er liebt mich nicht" angegeben

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Er liebt mich, er liebt mich nicht ( von )

10. Kapitel: Teil 10: Dienstag, 9. September

Betaleser:
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Rons Wecker hatte diesmal beschlossen, auch ja alle wachzukriegen, was eindeutig half. Justins Kissen kam als erstes auf Ron zugeflogen und auch Neville maulte, er solle endlich dieses verdammte Ding abstellen! Harry war viel zu müde, um sich groß aufzuregen und so steckte er nur seinen Kopf unter das Kissen und schlief, als Ron den Wecker endlich abgestellt hatte, auch glatt wieder ein.

Erst als schon alle im Bad gewesen waren, weckte Ron ihn wieder auf.

„Harry, das Bad ist frei, aufstehen!“, sagte er eindringlich und rüttelte ihn an der Schulter.

„Oh mein Gott…“, Harry kam mühsam unter seinem Kissen hervor und stöhnte. Dann vergrub er sich wieder in seiner Decke vorauf Ron anfing zu quengeln, dass er zum Frühstück wollte.

„Dann geht doch alleine, ich komm nach“, murmelte Harry und setzte sich langsam auf, während er sich die Augen rieb.

„Na gut, bis später“, sagte Ron schulterzuckend und machte, dass er runter in den Gemeinschaftsraum kam, um dann endlich zu seinem heiß ersehnten Frühstück zu kommen.

Harry hatte sich wieder zurück ins Bett fallen lassen, als er gegangen war und beschloss, nie wieder so lange bei Draco zu bleiben. Obwohl es das ja eigentlich wert war… Schließlich schaffte er es doch, aus seinem Bett zu kommen und schlurfte ins Bad.

Als er endlich unter der Dusche stand, erwachten seine Lebensgeister langsam wieder und er fühlte sich wach genug, um frühstücken zu gehen.

In der großen Halle angekommen, waren die ersten schon wieder auf dem Weg zum Unterricht, doch Ron und Hermine saßen noch am Tisch und warteten auf ihn. Draco war nicht da, was Harry auch gewundert hätte. Der hatte wenigstens keine Freunde, die ihn früh morgens aus dem Bett schmissen.

„Na, endlich ausgeschlafen?“, fragte Hermine und hielt ihm den Brotkorb hin.

„Ha, guter Scherz“, machte Harry und begann, sich zwei Toastbrote mit Butter und Honig zu beschmieren.

„Dabei sind wir doch gestern eh so früh schlafen gegangen“, überlegte Ron.

„Konnte nicht schlafen“, meinte Harry nur. „Bin die halbe Nacht wach gelegen…“ Das konnte man doch durchaus als die Wahrheit bezeichnen…

„Hm…“, machte Hermine. „Vielleicht solltet ihr den Trank für Trelawny mal ausprobieren…“

„Oh ja“, sagte Harry sarkastisch und stand grummelnd wieder auf, als seine Freunde aufstanden um rechtzeitig in Kräuterkunde zu kommen.

Auf dem Weg in die Gewächshäuser aß er seine Toasts und ärgerte sich furchtbar darüber, keinen Kaffee getrunken zu haben.

Wie verhängnisvoll das war, wurde ihm erst so richtig bewusst, als er neben einer Fleisch fressenden Pflanze eingenickt war, und die ihn doch glatt ins Ohr gezwickt hatte. Zum Glück hatte ihr Ron rechtzeitig eins mit seinem Zauberstab übergezogen und so ließ sie eingeschnappt von Harry ab, der verwundert blinzelte und sein Ohr rieb.

„Mann…Danke“, sagte er und rückte von der Pflanze weg, die schon wieder damit beschäftigt war, nach einer herumschwirrenden Fliege zu schnappen.

Ron schüttelte nur grinsend den Kopf und steckte seinen Zauberstab wieder weg, um sich von Sprout zwei Säcke Knollen zu holen, die sie einsetzen sollten. Er drückte einen davon Harry in die Hand, der erst nach einer Weile begriff, was er überhaupt machen sollte.

Völlig geschafft und mit schmerzenden Rücken machten sie sich nach zwei geschlagenen Stunden endlich wieder auf den Weg ins Schloss.

„Sagt mal, gibt’s beim Mittagessen auch Kaffee?“, gähnte Harry und Hermine schüttelte nur den Kopf.

„Du solltest einfach mal wieder richtig schlafen“, meinte sie.

„Wenn ich nicht kann…“, versuchte Harry zu erklären und sie hob nur ratlos die Schultern.

„Geh mal zu Madame Pomfrey“, sagte Ron. „Die gibt dir sicher irgendwelche Kräuter, die du unters Kissen legen musst, und schon schläfst du wie ein Stein…“

„Schön wärs…“, machte Harry und ihm graute schon vor Geschichte der Zauberei, als sie das Klassenzimmer betraten. Allerdings merkte Professor Bins doch eh nicht, dass er schlief, wenn er sich in die letzte Reihe setzte… Einen Versuch war es wert. Und tatsächlich: Harry konnte eine ganze Stunde unbehelligt schlafen, während Bins hinter seinem Pult langweilige Vorträge hielt.

Erst durch das Pausenläuten wachte er wieder auf und Ron fragte ihn grinsend, ob er gut geschlafen hätte.

Harry nickte nur, noch immer leicht verschlafen, allerdings wurde es langsam besser. „Kann ich dann die Sachen von dir nachschreiben?“, fragte er ihn, doch Ron hob die Schultern.

„Hab auch nicht mitgeschrieben….Hermine?“, er sah sie übertrieben flehend an, worauf sie schnaubte.

„Ach, immer das selbe“, murmelte sie, gab Ron aber ihre Mitschriften, bevor sie in die letzte Stunde vor dem Mittagessen gingen: Verwandlung.

Harry war schon gespannt, was sie diese Stunde machen würden, die letzte war ja auch nicht so schlecht gewesen. Hermine hatte allerdings eine bisschen Bammel, man konnte ja nie wissen, vielleicht mussten sie diese Stunde ja Fliegen in kleine Schnatze verwandeln.

Ihre Angst war aber völlig unbegründet, denn Mc Gonnagall verkündete schon am Anfang der Stunde, dass sie ihre Zauberstäbe wegpacken, und stattdessen ihre Federn zücken sollten.

Und da fiel Ron und Hermine erst ein, dass sie ja noch ein Versprechen einzulösen hatte. So saß Hermine den Rest der Stunde, mit der Zuckerfeder im Mund, mit der richtigen auf dem Pergament da, und versuchte, sich vor ihrer Hauslehrerin zu verstecken, was ihr die meiste Zeit gelang. Erst als es läutete, blieb die Professorin vor ihrem Pult stehen und meinte: „Ms. Granger. Auch wenn sie noch so hungrig sind, in meiner Stunde ist essen verboten und das beinhaltet auch Zuckerfedern!“

“Na…Natürlich“, stammelte Hermine und machte, dass sie hinter Harry und Ron aus der Klasse kam, den sie böse anfunkelte.

„Na, zufrieden?“, fragte sie und ging voran in die große Halle.

„Oh ja“, sagte Ron grinsend. „So hast du Harry wenigstens davon abgehalten, wieder einzupennen…es war einfach zu komisch, als du jedes Mal wenn Mc Gonagall vorbeigekommen ist, wie verrückt angefangen hast, in deiner Tasche zu kramen!“

„Macht euch nur lustig!“, fauchte Hermine als sie die große Halle betraten. „Jedenfalls könnt ihr jetzt nicht mehr behaupten, dass ich mich nichts traue!“

„Stimmt“, meinte Harry. „Allerdings haben wir das auch schon vorher nicht behauptet…“

Darauf wusste Hermine nichts mehr zu erwidern und so hatte Harry die Gelegenheit, sich nach Draco umzuschauen, der tatsächlich an seinem Tisch saß. Er sah gar nicht mal so verschlafen aus, wie Harry, was vielleicht daran lag, dass er nicht beim Frühstück gewesen war.

Er schien Harrys Blick zu bemerken und sah ihn kurz an, bevor er sich einen Krug mit Kürbissaft angelte.

Harry lies sich neben Ron nieder, der schon damit beschäftigt war, sich Gulasch aufzutun und dann Harry die Schüssel hinhielt. Der nahm sie, und sah wieder rüber zu Draco, während er seinen Teller füllte.

Schon wieder begann es überall in ihm zu kribbeln und er hatte das Gefühl bald durchzudrehen, wenn er Draco nicht auf der Stelle küssen konnte. Wie konnte er nur so ein Verlangen nach jemandem haben, den er bis vor kurzen noch gehasst hatte? Konnten Gefühle sich einfach umdrehen?

„Ähm, Harry?“, unterbrach Ron seine Gedanken und wies auf seinen Teller der am übergehen war.

„Ups…“, machte Harry und stellte schnell die Gulaschschüssel wieder hin. Dann nahm er sich noch Toast und begann langsam zu essen. Immer wieder sah er rüber an den Tisch der Slytherins und fragte sich, wie lange er es noch aushalten würde. Doch wie es aussah, musste er sich noch eine Weile gedulden, wenigsten so lange bis er und Draco mit dem Essen fertig waren. Und dann?

Harry schüttelte den Kopf und wandte sich seinem Teller zu. Der musste dringend leer gegessen werden, damit er Wahrsagen aushielt. Wahrsagen… „Ron, wolln wir den Trank heute ausprobieren?“, fragte er ihn grinsend, worauf Ron kräftig zu nicken anfing, da er mal wieder den Mund voll hatte.

„Klar!“, sagte er, als er endlich runtergeschluckt hatte. „Vor allem, wenn die blöde Kuh wieder mit ihrem `Uuh, er hat das dritte Auge!` Scheiß anfängt!“

„Obwohl man da ja auch ganz interessante Sachen erfährt…“, meinte Harry mit einem Blick auf Hermine, die es allerdings nicht mitbekam.

„Jaa…“, machte Ron nur gedehnt und fragte: „Nimmst du deinen Trank mit? Ich weiß nicht, ob meiner so hundertprozentig funktioniert…“

„Klar“, meinte Harry, obwohl er auch nicht wirklich wusste, ob seiner funktionierte. Das musste man eben ausprobieren.

Endlich hatte er seinen Teller geleert und hielt nach einer Nachspeise Ausschau um die Zeit totzuschlagen, die Ron für seine zweite Portion Gulasch brauchte. Mal wieder blieb er an einem Muffin hängen, der einfach nur zu verlockend aussah. Das fand anscheinend auch Ron, denn als er auch endlich fertig war, schob er sich doch noch glatt einen Muffin in den Mund, wofür er wieder ewig brauchte. So schien es wenigstens Harry, denn in Wirklichkeit aß Ron mit der Geschwindigkeit eines Walrosses.

Doch endlich erhoben sie sich wieder von ihrem Tisch und im Hinausgehen warf Harry Draco einen Blick zu und hoffte, dass er ihn verstand.

Im Gemeinschaftsraum angekommen meinte er: „Ich geh mal wieder ne Runde fliegen…“

„Oh, dann bis später“, machte Ron leicht erstaunt, da er anscheinend vorgehabt hatte, mit Harry über ihren Plan für Wahrsagen zu reden. „Denk an….“

„Ja klar, ich komm früher, damit wir es noch besprechen können“, meinte Harry und eilte nach oben um seinen Besen zu holen. Dann verabschiedete er sich noch von Hermine, die schon wieder an irgendwelchen Hausaufgaben saß und machte, dass er aus dem Schloss kam. Beim See angekommen sah er sich suchend um, doch Draco war nirgends. Hatte er Harrys Blick etwa doch nicht verstanden?

Harry lies sich ins Gras fallen und seufzte. Wie sollte er nur diesen Nachmittag überstehen? Ohne Draco und…

„Na, Potter?“, hörte er da seine Stimme hinter sich und wirbelte herum. Draco stand grinsend da, ebenfalls mit seinem Besen in der Hand.

„Draco…“, Harry stand auf, und jetzt wo er vor ihm stand, musste er sich noch mehr zusammenreißen, Draco nicht zu küssen. Aber in aller —ffentlichkeit ging das nicht. „Wieso sagst du Potter zu mir?“, fragte er dann verdutzt, als ihm das bewusst geworden war.

„Ich muss doch den Schein waren“, meinte Draco und sah dann Harrys Besen an. „Wettrennen zum…Verbotenen Wald?“

„Dir ist doch wohl klar, dass ich dir überlegen bin, Malfoy“, sagte Harry gespielt überheblich und schwang sich auf seinen Besen.

„Da wäre ich mir nicht so sicher…“, meinte Draco und stieß sich vom Boden ab.

Harry stieß sich ebenfalls ab und hatte Draco schon nach wenigen Metern eingeholt. Als sie über dem Verbotenen Wald ankamen suchte er die Stelle, wo sie letztes Mal gewesen waren und tatsächlich konnte er durch ein paar licht stehende Bäume den kleine Bach erkennen, wenn er sich nicht täuschte. Langsam ging er tiefer, dich gefolgt von Draco, der genauso wie Harry, das angebliche Wettrennen schon längst aufgegeben hatte.

Etwas unsanft, da er außer Atem war, kam Harry auf dem Waldboden auf, kurz nach ihm Draco. Einen Augenblick standen sie sich schweigend gegenüber, die Besen in den Händen und sagten nichts. Dann lies Harry seinen Besen fallen und machte einen Schritt auf Draco zu, der ihn ebenfalls ins Gras fallen ließ. Dann gingen sie beide aufeinander zu und zwei Sekunden später hatte Harry Draco gegen einen Baum gelehnt, küsste ihn und hielt ihn so fest, als ob er ihn nie wieder loslassen wollte. Schließlich konnte Draco sich doch von ihm befreien.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte er und sah Harry leicht belustigt an.

Der zuckte nur verständnislos mit den Schultern. „Na…Ich hab…, ach egal.“ Er setzte sich auf den Boden, sauer darüber, das Draco es so unheimlich komisch fand, dass er ihn vermisst hatte.

Draco setzte sich neben ihn und murmelte ein „Sorry…“, worauf Harry nicht reagierte. „Harry, komm schon…ich hab dich auch vermisst“, er zog ihn zu sich, was Harry widerwillig mit sich geschehen ließ und strich ihm über die Wange. Sachte küsste er ihn, bis Harry sich nicht mehr zurückhalten konnte, und Draco ins Gras legte um ihm noch näher zu sein. Doch anstatt ihn weiter zu küssen, sah er ihn ernst an.

„Was ist?“, fragte Draco verwundert und sah zu ihm auf. „Noch immer sauer?“

„War ich ja gar nicht“, winkte Harry ab. „Ich musste nur überlegen… sollen wir uns jetzt immer im Verbotenen Wald und hinter Statuen treffen?“

„Mein Zimmer ist ja auch noch da…“, meinte Draco.

„Ja, aber es ist ziemlich anstrengend…diese Heimlichtuerei…“, versuchte Harry zu erklären. Er wusste selbst nicht, was auf einmal in ihn gefahren war. Eigentlich sollte er doch glücklich darüber sein, endlich Draco wieder bei sich zu haben, und trotzdem machte er sich über so was Gedanken.

„Was willst du denn sonst machen?“, fragte Draco und setzte sich wieder auf. „Dich vor der ganzen Schule outen?“

„Bist du wahnsinnig?“, entfuhr es Harry. Er hatte ja recht…

„Na eben“, machte Draco. „Ich mein, wenn es dir zu anstrengend ist...wir können es auch…bleiben lassen…“

„Jetzt bist du aber wahnsinnig“, sagte Harry und strich ihm durch die Haare. „Ich will’s ganz sicher nicht bleiben lassen. Hast du das nicht gemerkt?“

„Doch, schon“, meinte Draco. „Du hast recht, es ist ja wirklich anstrengend…aber ich kann ja auch mal zu dir in den Schlafsaal kommen…“

„Untersteh dich!“, sagte Harry, musste aber bei der Vorstellung grinsen, was Ron für ein Gesicht machen würde, wenn Draco eines Morgens neben Harry im Bett liegen würde. Allerdings - so lustig würde das sicher nicht werden. Harry seufzte wieder. Wieso musste alles so verdammt kompliziert sein? Er schüttelte den Kopf und lies sich dann zurück auf die Wiese sinken. Was brachte es schon, jetzt darüber mit Draco zu diskutieren?

Der schien anscheinend der selben Meinung zu sein, denn er beugte sich über Harry und lenkte ihn die nächste Stunde davon ab, sich noch irgendwelche weiteren Gedanken zu machen. Bis Harry zufällig auf seine Armbanduhr sah und erschrocken aufsprang.

„Scheiße, ich muss los!“, rief er und rannte zu seinem Besen. Draco war ebenfalls aufgestanden und stand etwas verloren da.

„Wie spät ist es denn?“, fragte er und hob seinen Besen vom Boden auf.

„Eh noch nicht so spät“, meinte Harry. „Ich hab Ron aber gesagt, dass ich früher zurückkomme, weil wir Trelawny ja heute den Schlaftrank geben wollen…“

„Aja“, machte Draco und stieg auf seinen Besen.

„Bist du sauer?“, fragte Harry leicht perplex und lies seinen Besen wieder sinken.

„Nein“, sagte Draco, doch es klang eher nach einer schwachen Ausrede.

„Geh nur…“ “Ok“, meinte Harry daraufhin schulterzuckend und stieg auf seinen Besen. Dann, als er sah, dass Draco sich noch immer nicht vom Fleck gerührt hatte, stieg er wieder ab und ging auf ihn zu. Vorsichtig und zurückhaltend berührte er Draco an der Wange. „Soll ich heute Abend zu dir kommen?“, fragte er ihn, als ob er es wieder gut machen wollte.

Das dachte anscheinend auch Draco. „Du brauchst nicht, wenn du nicht willst“, meinte er und sah an Harry vorbei.

„Wieso sollte ich dich sonst fragen?“, sagte Harry. „Außerdem hab ich doch noch meinen Umhang bei dir.“ Draco schien einen Augenblick zu überlegen und schüttelte dann den Kopf. „Nein, hast du nicht“, meinte er.

„Ach so“, Harry drückte Draco seinen Besen in die Hand, der ihn verdutzt festhielt und zog seinen Umhang aus, den er ihm dann um die Schultern legte. „Ich will ja nicht, dass du dich erkältest“, sagte er grinsend und Draco gab ihm kopfschüttelnd den Besen wieder.

„Typisch Potter“, murmelte er, allerdings entging Harry das leichte Lächeln nicht, dass über seine Lippen huschte.

„Ich muss dann wirklich“, sagte Harry und zwang sich, sich von Draco und seinem Lächeln loszureißen. Er schwang sich von seinem Besen und stieß sich vom Boden ab. „Ich hol mir dann meinen Umhang!“, rief er Draco noch zu, der noch immer auf der kleinen Lichtung stand und ihm nachsah.

Leicht verschwitzt kam Harry endlich im fast leeren Gemeinschaftsraum an, wo Ron schon ungeduldig wartete.

„Na endlich!“, murrte der. „Ich dachte schon, du tauchst gar nicht mehr auf! Hermine ist schon in Aritmantik gegangen, und die anderen sind auch schon weg!“

“Sorry“; meinte Harry entschuldigend. „Ich bin so weit raus geflogen…ich hol schnell den Trank.“ Eilig hastete er in seinen Schlafsaal, stöberte in seinen Sachen nach dem kleinen Fläschchen, warf seinen Feuerblitz aufs Bett und rannte wieder die Treppen hinunter.

Auf dem Weg in den Wahrsageturm, besprachen sie schnell, wie sie es am besten anstellen sollten, Treylawny den Trank in ihren Tee zu kippen. Von den anderen Schülern her, würde es kein großes Problem sein, da schon die Hälfte von ihrem Plan wusste, und schier begeistert waren. Schließlich beschlossen sie, dass Ron Treylawny mit einer weiteren Deutung von Nevilles Aura abzulenken, während Harry ihren Tee ein bisschen versüßen sollte. Gesagt getan. Nach einer kurzen Einführung ihrer Lehrerin in die heutige Stunde begann Ron, Neville schief zu mustern und es dauerte keine drei Minuten, bis Treylawny wieder an seinen Lippen hing. Neville lies die diesmalige Deutung seiner Aura, die natürlich völliger Schwachsinn war, nur zu gerne über sich ergehen, während er beobachtete, wie Harry nach vorne zu ihrem Tisch schlich und das Fläschchen entkorkte. Nachdem er die Flüssigkeit in die Tasse gekippt hatte, schlich er schnell wieder zurück auf seinen Platz und Ron meinte schlagartig, da wären nichts mehr, was er an Nevilles Aura noch erkennen könnte.

Leicht enttäuscht, aber auch glücklich über so einen fleißigen Schüler, wie sie meinte, begab sich Treylawny wieder zu ihrem Schreibtisch und lies sich in den Korbstuhl daneben fallen. Dann nahm sie zu Harry und Rons Freude ihre Teetasse vom Tisch und nippte wohlig daran, während die Klasse voller Eifer begann zu arbeiten. Natürlich wussten jetzt schon alle, was Harry und Ron ausgeheckt hatten, und sie warfen immer wieder erwartungsvolle Blicke zu ihrer Lehrerin, die, nachdem sie die Tasse gelehrt hatte, sich wohlig in ihrem Stuhl zurücklehnte. Keine Minute später begann sie leise zu schnarchen und augenblicklich wurde es still im Klassenraum. Nichts regte sich, außer Treylawny, die anscheinend wirklich tief und fest schlief. Schließlich stand Ron so leise wie möglich auf und schlich auf Zehensptzen zu seiner Lehrein um sie misstrauisch zu beäugen. Nachdem er ihr eine Weile lang wie wild mit der Hand vor dem Gesicht herumgefuchtelt hatte und sie keinerlei Regungen zeigte, streckte er den Daumen in die Höhe.

„Und Abmarsch“, sagte er zu Harry, als er wieder bei ich war und sie verließen als erste das Turmzimmer.

„Das war ja einfacher, als ich dachte!“, sagte Harry verblüfft, aber übers ganze Gesicht grinsend, nachdem sich die halbe Klasse lauthals bei ihnen bedankt hatte und jeder sich bereit erklärt hatte, ihr das nächste mal seine Trank in den Tee zu kippen.

„So, und was machen wir jetzt?“, fragte Ron, als sie wieder im Gemeinschaftsraum angekommen waren. „So viel Freizeit ist ganz ungewohnt…“

Harry grinste noch immer. Es war wirklich unglaublich, wie leicht ihre Lehrerin auszutricksen war. Dann sank seine Stimmung wieder. „Wir haben noch Hausaufgaben auf“, meinte er und lies sich in den nächst besten Sessel fallen.

„Oja, die machen wir!“, sagte Ron begeistert und Harry sah inh entsetzt an. „Und wenn Hermine dann von Aritmantik kommt, sind wir schon fertig und sie kann sich nicht aufregen, dass wir das alles umsonst gemacht haben!“, meinte Ron und packte seine Sachen aus.

Harry seufzte. Na wenn er jetzt jede Wahrsagestunden seine Hausaufgaben machen musste, nur damit Ron Hermine eins auswischen konnte… Allerdings hatte er auch so mehr Zeit, um sich mit Draco zu treffen “ falls der überhaupt Zeit hatte.

So saßen sie also die nächste Stunde da und machten ihre Hausaufgaben, und saßen tatsächlich schon gemütlich da und spielten Schach, als Hermine leicht erschöpft aussehend aus Aritmantik kam.

„Euer Plan hat also funktioniert?“, fragte sie leicht säuerlich, als sie die beiden am Schachbrett sitzen sah.

„Jo, allerdings!“, sagte Ron breit grinsend und stand auf um ihr ihre Tasche abzunehmen, die über und über mit Büchern beladen war. Harry beobachtete diese Geste mit Gehoben Augenrauen. Er hatte gar nicht gewusst, dass Ron so ein Gentleman sein konnte und fragte sich gleichzeitig, ob Draco nicht genauso erschöpft nach zwei Stunden Aritmantik war. Ob er sich freuen würde, wenn Harry jetzt zu ihm ging, um…. Ja, um was zu machen? Er hatte doch sicher auch zu tun und da konnte er Harry wahrscheinlich nicht gebrauchen. Er sah wieder auf zu Hermine, der Ron gerade stolz erzählte, dass sie schon all ihre Hausaufgaben erledigt hätten und ihr seine Hilfe bei ihren Aufgaben anbot, die sie dankend ablehnte, woraufhin Ron eine Schnute zog.

„Na gut... du… ähm… könntest in die Bibliothek gehen und mir ein paar Bücher ausleihen“, meinte Hermine schließlich um ihm etwas zu tun zu geben.

„Oh ja, klar!“, sagte Ron begeistert darüber, dass er Hermine helfen konnte und war gleich voll bei der Sache.

Harry erhob sich und dachte fieberhaft über eine Ausrede nach, wie er möglichst unbehelligt von seinen Freunden verschwinden konnte.

Schließlich entschied er sich für das einfachstes, wenn auch riskanteste in dem er meinte „Ich geh mal kurz frische Luft schnappen, bin gleich wieder da…“

„Ja, ja“, sagte Ron gut gelaunt und man merkte deutlich, dass er Harry in keinster Weise zugehört hatte. Der fand es immer praktischer, dass Hermine Ron so in Anspruch zu nehmen schien, und machte sich auf den Weg zu den Kerkern.

Wieder klopfte sein Herz schneller, als er am Schwanenportrait ankam und er sagte schnell bevor er es sich anders überlegen konnte: „Schnatz“, und es schwang zur Seite. Leise klopfte er an die Tür, und von drinnen ertönte Dracos Stimme. „Wer ist da?“

„Ähm… Harry“, sagte er zaghaft und überlegte, ob er wieder gehen sollte. Doch da kam von drinnen ein „Komm rein“, und erleichtert öffnete er die Tür.

Draco lag auf seinem Bett. Sein Umhang lag neben Harrys Umhang, den er wieder ordentlich auf seine Schreibtischstuhl gehängt hatte auf dem Boden und ein ganzer Stapel Bücher häufte sich auf seinem Schreibtisch. Er selbst lag mit geschlossenen Augen da, einen Arm hinter dem Kopf, in der anderen Hand eine Zigarette. Als die Tür hinter Harry ins Schloss fiel, richtete er sich leicht auf und zog an seiner Zigarette.

„Was machst du denn schon hier?“, fragte er. „Soweit ich mich erinnern kann, dauert es noch bis zum Abendessen, und wolltest du nicht eigentlich erst irgendwann danach kommen?“

“Ähm, ja, eigentlich schon“, sagte Harry und fragte sich mal wieder, wieso er immer wieder bei Draco reinschneien musste. „Ich… dachte mir, vielleicht brauchst du Ablenkung von Aritmantik… Hermine sah ziemlich gestresst aus…“

“Kein Wunder“, Draco richtete sich nun ganz auf und dämpfte die Zigarette in seinem neuen Aschenbecher aus, der neben ihm auf dem Schreibtisch stand. „Zehn Seiten Hausaufgaben, und das in der zweiten Schulwoche.“

“Oh, soll ich wieder gehen, wenn du so viel zu tun hast?“, fragte Harry zerknirscht.

„Nein, du kannst ruhig bleiben“, meinte Draco und kickte seinen Umhang von seinem Schreibtisch weg, bevor er sich hinsetzte. Harry stand noch kurz unschlüssig da, dann zuckte er mit den Schultern und lies sich in den Sessel vor dem Kamin fallen.

Als Draco gerade eine neue Rolle Pergament vor sich ausgebreitet hatte, und seine Feder in Tinte getunkt hatte, stand er plötzlich auf und kam hinüber zu Harry, der ihn bis jetzt interessiert, wenn auch leicht sehnsüchtig beobachtete hatte. Umso erstaunter war er, als Draco vor ihm stand und sich zu ihm hinunter beugte.

„Du hast mir heute Mittag gar keinen Abschiedskuss gegeben“, meinte er leise und küsste Harry leicht, dessen Herz für eine Schreckenssekunde aussetzte und dann mit der doppelten Geschwindigkeit zu schlagen begann. Stürmisch erwiderte er Dracos Kuss, der sich erschrocken zurückzog. „He, ich muss hier noch Arbeiten…“, sagte er und wollte sich schon von Harry abwenden, doch der zog ihn wieder zu sich hinunter.

„Ich hab aber auch keinen Begrüßungskuss gekriegt“, sagte er grinsend und Draco entzog sich ihm diesmal nicht. Auch als es schon längst kein Begrüßungskuss mehr war. Schließlich drückte er Harry doch von sich weg, aber nur, wie gleich darauf herauskam, um ihn aus dem Sessel ins Bett zu ziehen.

„He…ich dachte du hast noch was zu tun“, murmelte Harry überrascht, als Draco ihn weiter unter die Bettdecke zog.

„Schon, allerdings hab ich noch den ganzen Tag Zeit dafür“, meinte der an Harrys Hals und strich sanft mit den Lippen darüber.

Harry wusste schon wieder nicht, wie ihm geschah, und wieder fragte er sich, wie Draco “ der Draco Malfoy “ nur so… lieb sein konnte. Ausgerechnet zu ihm, Harry Potter. Aber war das im Moment nicht völlig nebensächlich? Jedenfalls schien Draco so zu denken, wenn er überhaupt dachte, denn im Moment war er damit beschäftigt, Harrys T- shirt auszuziehen. Als er es endlich geschafft hatte, lies er es auf den Boden fallen und griff nach Harrys Gürtelschnalle, die er nach wenigen Sekunden geöffnet hatte. Erst als Draco ihm auch die Hose ausgezogen hatte, wurde Harry wieder Herr über sich selbst und sah Draco eindringlich an.

„Was machst du denn da?“, fragte er und Draco sah ihn mit großen Augen an, was wahrscheinlich unschuldig aussehen sollte.

„Ich…äh…“, er sah an Harry herab und ein Grinsen breitete sich über seinem Gesicht aus.

Harry folgte ahnend seinem Blick und zog dann Blitzschnell die Decke über sich. Dann sah er Draco wieder an, als wäre nichts gewesen.

Der hob die Schultern. „Soll ich dich wieder anziehen?“

Ehe Harry sich’s versah hatte er auch schon den Kopf geschüttelt und meinte: „Nee… aber irgendwie herrscht hier eine Ungleichheit…“

„Ach meinst du?“, fragte Draco und zupfte an seinem T- shirt.

„Oh, ja!“, sagte Harry und stürzte sich auf den erschrockenen Draco, um ihn davon zu befreien. Der wehrte sich lachend über diese plötzliche Attacke, und bald darauf balgten sie sich im Bett um Dracos T- shirt, dass er schließlich wohl oder übel aufgeben musste.

„Ok, schön, du hast gewonnen!“, ergab Draco sich schließlich und warf es zu Harrys auf den Boden. „Aber meine Hose kriegst du nicht!“

Harry hob eine Augenbraue, so wie er es sich von Draco abgeschaut hatte und meinte: „Da wäre ich mir nicht so sicher…“

„Ah, ja?“, fragte Harry und wollte nach Dracos Gürtel greifen doch der hielt ihn fest. Harry sah ihn erstaunt an, doch Draco grinste nur.

„Ich sag doch, das geht nicht so leicht“, meinte er und hielt Harrys Hände fest.

„Du bist gemein“, sagte Harry und wandte sich ab, als ob er aufgeben wolle. Da spürte er Dracos Arm, der sich um ihn legte und ihn zu sich heran zog. Harry drehte sich leicht widerwillig wieder um und lehnte seinen Kopf an Dracos Schulter.

So komisch diese Situation jetzt auch war, irgendwie fühlte sie sich doch auf seltsame Weise richtig für Harry an und er schmiegte sich wohlig an Draco, der sein Kinn anhob und ihn leicht auf den Mund küsste.

Dann meinte er. „Ich bin eh nicht mehr gemein...“

„Ach, das heißt, ich darf dich jetzt ausziehen?“, fragte Harry grinsend und langte nach seiner Hose.

„Ausnahmsweise“, sagte Draco und lies Harry seinen Gürtel öffnen.

Der musste sich mächtig zusammenreißen, dass seine Hände nicht zitterten. Als er den Gürtel zur Seite schob, stutzte er kurz, als er eine Schlange mit gebleckten Fangzähnen auf der Gürtelschnalle erkannte, doch lies er sich nicht weiter von seinem Vorhaben abbringen und machte sich an die kniffelige Aufgabe, die Hosenknöpfe zu öffnen.

Endlich beim letzten angekommen spürte er eindeutig, dass sich unter seinen Fingern etwas regte und er sah zu Draco auf, der nur mit einem Gesichtsausdruck, den man leicht verlegen nennen konnte, die Schultern zuckte. Harry zuckte auch kaum merklich mit den Schultern und überwand die letzte Hürde, nämlich, Draco die Hose von den Hüften zu ziehen. Zum Glück hatte Draco keine Socken mehr an, denn das Hätte Harry, er wusste nicht warum, abturnend gefunden.

Als er wieder auf Dracos Höhe auftauchte, zog der die Decke über sie und Harry zu sich, der seine Arme um ihn schlang um ihn am liebsten nie wieder loszulassen. Draco schien das nicht im geringsten zu stören, außer der Tatsache, dass es so nicht möglich war, Harry zu küssen und so schob er ihn ein Stück von sich weg bis er das ohne irgendwelche Hindernisse tun konnte.

Dummerweise kam sein ganzer Körper Harrys dadurch ziemlich nahe, was ganz schönes Herzklopfen und ungeheuerliche Gelüste in ihm auslöste. Er konnte Dracos ganzen Körper spüren, seine weiche Haut an seiner und irgendetwas hartes, dass sich gegen seinen Bauch drückte... In diesem Moment hatte Dracos Hand Harrys Hintern gefunden, was sich komischerweise wirklich gut anfühlte. Trotzdem murmelte Harry ein „Hey...“, bis er von einem Kuss unterbrochen wurde. Eigentlich wollte Harry sich dann von Draco lösen, doch dessen Küsse wurden immer stürmischer und auch seine Hände, die überall auf Harrys Körper gleichzeitig zu sein schienen. Schließlich strichen sie wie zufällig über Harrys Boxershorts, was ihm den Rest gab, und er verhalten in Dracos Mund stöhnte.

„Hör auf!“, sagte er und ergriff Dracos Hand.

„Wieso?“, fragte der. „Ich glaub, ich hab da grade was interessantes gefunden...“ Er versuchte seine Hand von der Harrys zu befreien, doch der hielt sie fest.

„Das kann ich mir denken“, meinte Harry trocken, während Draco noch immer versuchte, sich aus seinem Griff zu lösen. „Nur irgendwie...“ „Irgendwie was?“, fragte Draco und sah ihn an.

„Irgendwie ist das...“, Harrys suchte nach dem richtigen Wort.

„Erregend?“, Draco hatte ins Schwarze getroffen.

Harrys sah ihn kurz ergeben an und senkte dann den Blick. Oh mein Gott, war das peinlich... Da lag er mit Draco im Bett und würde jetzt am liebsten über ihn herfallen, ihm sein letztes Kleidungsstück vom Leibe reißen und weis Gott was mit ihm machen!

Doch es kam anders als geplant, denn in diesem Moment klopfte es laut an der Tür. Harry fuhr auf. „Wer ist das?“, fragte er flüsternd und leicht panisch.

Auch Draco war wie von der Tarantel gestochen hochgefahren und sah ihn entsetzt an. „Keine Ahnung, aber du musst hier weg!... Moment!“, rief er zur Tür und angelte sein T-Shirt vom Boden.

Harry begann ebenfalls seines zu suchen, während Draco in seine Hose schlüpfte. Als er sie anhatte, warf er Harry seine zu und deutete ihm, unter dem Bett zu verschwinden. Erst als Harry darunter lag, und erstaunt feststellte, hier keine einzige Spinne vorzufinden, eilte er zur Tür.

„Mr. Malfoy“, hörte Harry überrascht die Stimme von Snape.

„Tut mir leid, Professor“, sagte Draco erklärend. „Ich war im Badezimmer.“ „Schon in Ordnung“, sagte Snape. Harry hatte so etwas wohl noch nie aus seinem Mund gehört. „Ich muss sie bitten sofort ins Lehrerzimmer zu kommen, es gab einen Anschlag auf Hogsmead.“ „Oh mein...“, fing Draco an, doch er wurde von seinem Hauslehrer unterbrochen.

„Alle Vertrauensschüler werden umgehend im Lehrerzimmer erwartete Mr. Malfoy. Beeilen sie sich.

„Natürlich, Professor“, sagte Draco schnell. „Ich hole nur noch meinen Umhang.“ „Beeilen sie sich“, sagte Snape noch einmal und dann hörte Harry, die Tür zufallen.

Er wartete noch zwei Sekunden, bis Dracos Kopf neben ihm erschien und er ihm unter dem Bett hervor half.

„Ein Anschlag?“, fragte Harry. „Von Todessern?“

„Keine Ahnung!“, sagte Draco, während er Socken aus seinem Schrank zog und seine Schuhe suchte. „Ich erzähls dir sobald ich was weis.“ Er hob seinen Umhang vom Boden auf und warf Harry seinen zu, der gerade mit seinem Gürtel beschäftigt war.

„Klar“, sagte der und musste dann grinsen. „Wenn Snape bemerkt hätte, dass ich unter deinem Bett bin...“ “Dann würde er mich noch hundert mal mehr hassen als dich“, meinte Draco und grinste auch. „Seine Idealvorstellungen währen zerstört!“ „Allerdings!“, sagte Harry und wollte schon hinter Draco aus der Tür treten, doch der hielt ihn zurück.

„Warte, ich schau erst, ob Snape noch da ist.“ Das Portrait schwang zur Seite und er machte ein paar Schritte auf den Gang hinaus, doch die Luft schien rein zu sein. Er winkte Harry hinaus und sie eilten sich immer wieder umschauend, den Gang entlang bis sie zur großen Halle kamen. Dort war zum Glück auch niemand und so konnten sie noch weitergehen, bis zur Treppe, die zum Lehrerzimmer führte.

„Erzählst du mir heute Abend, was los ist?“, fragte Harry, als sie kurz stehen blieben.

Draco nickte. Er sah ziemlich ernst aus, anscheinend ließen ihn solche Sachen doch nicht mehr so kalt, wie Harry immer gedacht hatte.

„Bis später“, sagte er und gab Harry einen Schnellen Kuss, nachdem er sich vergewissert hatte, dass auch niemand da war. „Ich...“ Er brach ab und eilte die Treppe hinauf.

Harry sah ihm noch kurz stirnrunzelnd hinterher. Was war das mit diesem „Ich...“? Dann ging er in die andere Richtung zum Gemeinschaftsraum. Das mit Hogsmead musste er unbedingt Ron und Hermine erzählen.


Im Gemeinschaftsraum angekommen brauchte Harry erst mal eine Weile, bis er Ron und Hermine fand. Sie saßen beide in einer der hintersten Ecken des Raumes, vergraben hinter einem guten Dutzend Büchern und schienen fieberhaft nach etwas zu suchen.

Gerade schmiss Ron ein Buch zur Seite und fluchte: „Das gibt’s doch nicht, verdammt noch mal! Das ist jetzt schon das fünfte Buch in dem absolut nichts über diese Scheiße steht!“ Hermine hob nur eine Augenbraue, was bei ihr natürlich nicht halb so gut aussah wie bei Draco. Eigentlich sah es überhaupt nicht gut aus, dachte Harry bei sich “ Ron hingegen... Oh mein Gott, was dachte er da jetzt schon wieder? Ron sah doch nicht gut aus! Er war sein bester Freund, da hatte er nicht mal über so was nachzudenken! Aber wenn man es abwog, sah Ron schon besser aus als Hermine. Das konnte man durchaus durchgehen lassen.

Wie auch immer, Hermine lies ebenfalls ein Buch auf den Boden fallen und schüttelte den Kopf. Dann nahm sie ein nächstes schlug es auf und rief: „Na endlich! Ron, wieso hast du mir nicht gleich, dass du *Aritmantik im Wandel der Zeit* gefunden hast? Das ist genau das, was ich brauche!“ „Oh“, machte Ron nur ziemlich resigniert und lies das Buch sinken, dass er eben in der Hand gehabt hatte. „Sorry...“ „Schon ok“, meinte Hermine gutmütig. „Jetzt kann ich wenigstens zu schreiben beginnen. Oh, hi Harry!” Sie hatte ihn gerade gesehen. „Wo warst du denn die ganze Zeit?” „Hi“, machte Harry und setzte sich zu seine Freunden. „“Äh... ich war unten am See... bisschen Luft schnappen.“ „Aja“, machte Ron und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Und wie wars?“ „Naja, so wie immer am See“, antwortete Harry achselzuckend. „Hab n bisschen mit Kraki gespielt, bis er den Ast nicht mehr rausgerückt hat.“ Oh Mann, jetzt belog er Ron schon wieder! Und vor allem bei etwas, wo es gar nicht notwendig gewesen wäre! Was erzählte er hier nur für Scheiße?

„Wollen wir Schach spielen?“, fragte er Ron, als Gutmachungsversuch, obwohl der ja gar nicht wusste, dass Harry ihm gerade ins Gesicht gelogen hatte. Hoffentlich nicht.

„Klar!“, sagte Ron, und war tatsächlich schon wieder abgelenkt. „Du darfst sogar anfangen!“

Er wusste ganz genau, dass Harry nicht so gerne Schach spielte. Also ahnte er vielleicht doch etwas? Und wenn schon, jetzt konnte Harry auch nichts mehr machen.

So verbrachte er die Zeit bis zum Abendessen mal wieder damit, mit Ron Schach zu spielen, und dabei kläglich zu verlieren. Wie immer.

„Langsam hab ich’s satt“, meinte Harry, als sie endlich auf dem Weg in die große Halle waren.

Hermine war unterdessen tatsächlich mit ihrem Aufsatz fertig geworden, und war um einiges besser gelaunt, als vorher. Und auch um einiges besser als Harry, den Ron zu trösten versuchte.

„Ach komm“, meinte er und tätschelte seine Schulter. „Dafür hast du Glück in der Liebe. Oder?“, er grinste Harry breit an, der schnaubte.

Da fiel ihm ein, dass er seinen Freunden gar nicht erzählt hatte, dass es einen Anschlag auf Hogsmead gegeben hatte. Naja, jetzt war es auch schon so gut wie zu spät. Dumbledore würde es den Schülern sicher jeden Moment erzählen. Harry sah ihn gespannt an, doch Dumbledore schien es anscheinend nicht für nötig zu halten, den Schülern auch nur irgendetwas mitzuteilen, denn er war gerade damit beschäftigt, sich seelenruhig Suppe aufzuschöpfen.

Ungläubig griff Harry nach dem Brotkorb, dann sah er zu Draco hinüber. Der sah ihn auch an, und zuckte unbemerkt von allen anderen mit den Schultern. Anscheinend wusste er auch nicht, was er von Dumbledores Schweigen halten sollte.

Harry beschloss, sich keine Gedanken mehr zu machen, jedenfalls bis nach dem Abendessen. Dann konnte er Draco noch immer ausfragen, und vielleicht war es auch gar nicht so schlimm. Gerade stieß ihn Ron an.

„An welchem Tisch sitzt sie?“, fragte er.

„Was?“, machte Harry, der nicht gleich überriss was Ron meinte, dann verdrehte er die Augen. „Du gibst wohl nicht so schnell auf...“ „Genau!“, sagte Ron. „Also?“, der dachte wohl, Harry würde endlich mit der Sprache rausrücken, wer sie war, aber da hatte er sich geschnitten.

„Siehst du den kleinen Tisch da hinten?“, fragte Harry. „Da sitzt sie.“ “Hä, welcher Tisch?“, fragte Ron perplex und kniff die Augen zusammen.

„Was, du siehst sie nicht?“, Harry tat verwundert. „Vielleicht brauchst du doch ne Brille, du konntest heute doch auch nicht lesen, was Bins an die Tafel geschrieben hat...“ „Ach, du kannst mich mal“, sagte Ron. „Warte nur, irgendwann bekomm ich’s raus, und wenn ich dich Tag und Nacht bespitzeln muss.“ “Da wird Hermine aber sauer sein, wenn du nie Zeit für sie hast“; meinte Harry.

„Die kommt einfach mit“, beschloss Ron.

„Ach, tu ich das?“, fragte Hermine da, und Ron wurde kaum merklich kleiner. „Willst dus denn nicht auch wissen?“, fragte Ron.

„Doch schon...“

„Na, eben! Das sind zwei gegen einen, Harry “ wir kriegen dich!“, Ron rieb sich die Hände und machte sich dann weiter über sein Steak her.

Harry schüttelte nur den Kopf und warf wieder einen Blick auf Draco.

Das würde ihm doch kein Schwein glauben... Sie beide... Die ganze Schule dachte, dass sie sich hassen würden! Und wenn es so war? Hasst Draco ihn vielleicht immer noch? War er nur eine Abwechslung für ihn? Nein, da hatten sie doch schon drüber geredet, das war vorbei. Aber was, wenn diese Beziehung, na ja, besser gesagt Affäre irgendwann wieder vorbei war? War dann alles so wie früher? Würden sie sich bei jeder Gelegenheit Flüche auf den Hals hetzten und sich beschimpfen? Konnte Harry das überhaupt? Bedeutete ihm Draco mittlerweile nicht schon viel zu viel? Nein, das durfte, das konnte nicht sein, das war...unmöglich, nicht gut.

Um sich abzulenken überlegte Harry, ob er heute Abend mit Draco darüber reden sollte. Moment mal, damit lenkte er sich ganz und gar nicht ab! Das verursachte nur ziemliches Bauchkribbeln in ihm. Einerseits, weil er aufgeregt und unsicher war, andererseits, weil er sich nach Draco sehnte. Schon wieder... „Sag mal Harry, nimmst du sie auf die Halloweenfete mit?“, fragte Ron da schon wieder und langsam riss Harry der Geduldsfaden. „Nein, ich nehm sie nirgendwohin mit!“, platze er heraus. „Sie existiert nicht, ok? Sie ist nicht da, es gibt sie nicht! Geht das endlich in dein Hirn rein?“ Das gabs doch nicht, jetzt musste Ron es einfach haben!

Harry stopfte sich einen Löffel mit Gulasch in den Mund und sah dann Ron an, der noch immer nichts gesagt hatte. Das passte gar nicht zu ihm.

Schließlich meinte er dann doch: „Na gut, Harry, wenn du meinst. Ich frag dich nicht mehr... und dann, wenn du am wenigsten damit rechnest...erwisch ich euch!“ Er versuchte sich zu ducken, doch Harry hatte ihn schon im Schwitzkasten.

„Warte nur, wenn ich anfange, Hermine und dich zu bespitzeln. In der interessanten Phase euerer Beziehung, wenn du verstehst, was ich meine...“ Mit diesen Worten lies er Ron wieder los und aß seelenruhig sein Gulasch fertig. Ron hatte sehr wohl, mit knallroten Ohren, verstanden, was Harry meinte, und auch Hermine hatte es mitbekommen. Sie runzelte nur die Stirn und schenkte sich dann mit einem Seitenblick auf Ron, Kürbissaft ein. Das mussten sie beide anscheinend überdenken, was Harry mit dieser interessanten Phase gemeint hatte.

Der selbst war froh darüber, dass Ron ihn endlich, wenigstens für heute, nicht mehr auf dieses bescheuerte Thema ansprechen würde, und lies seine Blicke wieder zu Draco schweifen. Der Slytherin hatte anscheinend die Szene eben beobachtet, den ein leichtes Grinsen umspielte seine Lippen, auf die Harry sich jetzt am liebsten sofort gestürzt hätte. Es wäre so einfach, wenn er in irgendein Mädchen verliebt wäre, dann könnt er jetzt ohne von allen angegafft zu werden, aufstehen und... Moment mal “ verliebt? In wen war er denn hier verliebt? In Draco doch nicht, nein, Draco war ein Kerl, sein Erzfeind, mit dem er nur eine Affäre oder sonst was hatte. Sonst nichts, das war doch eh vollkommen normal... Ach quatsch - kränker ging’s wohl nicht!

Harry legte seinen Löffel neben seinen Teller und stand auf. Er brauchte frische Luft. Langsam aber sicher breitete sich ein höchst beunruhigendes Gefühl in seiner Magengrube aus, dass mit ihm seltsame Dinge geschah, über die er nicht die geringste Kontrolle hatte.

Gerade als Ron den Mund aufmachen wollte um Harry wahrscheinlich zu fragen wo er hinwollte, erhob Dumbledore sich von seinem Stuhl und zwang Harry somit, sich wieder hinzusetzen.

„Wo wolltest du denn jetzt schon wieder…“, setzte er im Flüsterton an, doch Hermine stieß ihm in die Seite.

Dann lies sie ihre Hand wieder sinken, als sich herausstellte, dass er nur aus der großen Halle ging und Harry sah ihm verwirrt an. Was war denn das? Seit wann verlies der Schulleiter frühzeitig die große Halle? Auch einige andere Schüler hatten anscheinend mehr erwartet, denn die kurzweilige Stille, die sich plötzlich in der großen Halle ausgebreitet hatte, verflog schnell wieder zu einem lauten Gesumme, verwirrter Stimmen.

Ron sah verdutzt von Dumbledore zu Harry, und schien vergessen zu haben, über was er sich eigentlich aufregen hatte wollen. Harry hatte vergessen, wie verwirrt seine Gefühlswelt noch vor wenigen Sekunden gewesen war, denn jetzt interessierten ihn ganz andere Sachen, die zwar auch mit der selben Person zu tun hatten, wenn auch entfernter. Er musste sofort mit Draco reden. Nur wie?

Er sah wieder zu ihm hinüber und bemerkte erleichtert, das Draco Anstallten machte, aufzustehen. Auch Ron schien mittlerweile mit dem Essen fertig zu sein und versuchte gerade, Hermine zu einem Spaziergang zu überreden, die schließlich einwilligte, da sie ihren Aufsatz für Aritmantik ja schon erledigt hatte.

So verabschiedeten sie sich in der Eingangshalle “ Harry machte sich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum und Ron und Hermine verschwanden nach draußen.

Als Harry ziemlich außer Atem im Gemeinschaftsraum angekommen war, hatte er schon fast wieder vergessen, wieso er er eigentlich hier war, und nicht schon längst bei Draco. Dann sah er allerdings Hermines Buch über Aritmantik im Wandel der Zeit auf einem der Tische liegen, packte es, und stürmte wieder aus dem Raum.

Mit Seitenstechen blieb er endlich vor dem Schwanenportrait stehen, dass zu Dracos Zimmer führte, sagte das Passwort und der Einlass wurde ihm gewährt. Ganz ohne zu klopfen stürmte er in den Raum und überraschte Draco, der anscheinend gerade splitterfasernackt auf dem Weg ins Bad war.

„Ups…“, machte Harry, und das war auch das einzige was er herausbekam, bevor sein Blick an Draco hängen blieb.

Der stand einen Augenblick wie ein Reh im Scheinwerferlicht da, kniff dann kurz die Augen zusammen, griff sich an den Kopf und verschwand ins Bad.

Harry starrte noch immer auf den Punkt, wo der Slytherin gerade noch gestanden hatte. Jetzt hatte er ihn schon zum zweiten mal nackt gesehen! Und jedes Mal schien er besser auszusehen! Das gabs doch nicht, war das Schicksal?

In diesem Moment steckte Draco den Kopf aus der Badezimmertür und meinte: „Ähm… Hallo, übrigens.“

Harry erschrak kurz, aus seinen Gedanken gerissen, dann zwang er sein Gesicht zu einem gelassenen Ausdruck und sagte: „Ja, auch hallo.“

Damit verschwand Draco wieder im Bad und ein paar Sekunden später hörte Harry Wasser rauschen. Jetzt musste er sich erst mal setzen, was er auch tat, und sich auf das weiche Himmelbett fallen lies. Das Aritmantikbuch, legte er neben sich auf ein Kissen und sah sich dann im Zimmer um. Dracos Tasche lag auf seinem Schreibtisch, daneben der überfüllte Aschenbecher.

Ja, das war jetzt eine gute Idee um sich von diesem Schock zu erholen, fand Harry und wühlte in seinem Umhang nach Zigaretten. Noch immer hatte er das Bild von Draco vor Augen, wie Gott “ oder was auch immer “ ihn geschaffen hatte, und musste einige Male blinzeln um es zu verdrängen. Mit einem Accio “ Zauber lies er den Aschenbecher zu sich aufs Bett schweben und bemerkte erst jetzt Dracos Klamotten, die neben ihm auf dem Bett lagen. Er versuchte die Gedanken an einen, sich ausziehenden Draco los zu werden und zog an seiner Zigarette. Oje, wenn er jetzt an ihn dachte, wie er unter der Dusche stand… Er müsste nur mal gucken, ob die Badezimmertür verschlossen war… Harry schüttelte den Kopf. Schluss damit, er war hier, um Draco wegen Hogsmead zu fragen und ihm das Aritmantik Buch zu geben. Und, weil sie es so verabredet hatten und… Nein, daran dachte er jetzt lieber nicht, sonst würde es noch peinlich werden, wenn Draco aus dem Bad zurückkam.

Und das tat er just in diesem Moment, und ein Glück hatte er ein Handtuch um die Hüften, sonst hätte Harry wahrscheinlich noch seine Zigarette fallen gelassen oder wäre am Zigarettenrauch erstickt. So musste er nur mal kurz durchatmen, was ihm zwar einem Hustanfall nahe brachte, er es aber schaffte, ihn zu unterdrücken. Draco war unterdessen mit einem Seitenblick auf ihn zu seinem Schrank gegangen, drehte sich allerdings ohne ihn zu öffnen wieder um und kam auf Harry zu. Der bemühte sich überall hinzusehen, nur nicht auf Dracos Körper, der aber plötzlich sein ganzes Blickfeld einnahm, als er sich zu ihm hinunterbeugte um ihn scheu auf den Mund zu küssen. Harry lies das verdutzt mit sich geschehen, und kaum hatte Draco seinen Mund berührt, hatte er sich auch schon wieder mit einem Hauch von Rosa auf den Wangen aufgerichtet und sich erneut auf den Weg zu seinem Kleiderschrank gemacht.

Harry verfolgte jede seiner Bewegungen mit offenem Mund, was Draco zum Glück nicht sah, da er mit dem Rücken zu Harry stand, während er in seinem Schrank wühlte, und ein paar Kleidungsstücke neben sich auf seinen Schreibtischstuhl warf. Dann lies er sein Handtuch fallen und Harry zog hastig an seiner Zigarette um nicht anzufangen zu sabbern. Erleichtert sah er weiter zu, wie Draco seine Boxershorts anzog, dann in eine schwarze Jeans schlüpfte und sich zu ihm umdrehte. Mit einem leichten Grinsen auf den Lippen, zog er sich ein T- shirt über und setzte sich neben Harry aufs Bett.

„So“, machte er. „Genug gestrippt für heute.“

Harry sah ihn kurz mit einem abwesenden Gesichtsausdruck an, dann riss er sich zusammen und nickte, wenn auch eher halbherzig. Bis ihm einfiel, was er Draco eigentlich so dringend hatte fragen wollen.

„Sag mal, was ist denn mit dem Angriff auf Hogsmead? Dumbledore hat kein Wort darüber verloren!“

Draco lachte auf, was Harry ziemlich wunderte. „Ach das!“, er griff nach Harrys Zigaretten, die zwischen ihnen auf dem Bett lag, und nahm eine heraus. „Das war der falscheste Alarm, den es je gab, glaub mir.“

Harry sah ihn verdutzt und nichts verstehend an.

Draco zündete die Zigarette an und erklärte dann: „Madame Rosmerta hat einen neuen Koch eingestellt, weist du, und der wollte heute Nachmittag seinen berühmten grünen Schimmel Käsekuchen backen. Naja, das ganze ist ziemlich in die Hose gegangen, denn er hat vergessen ihn aus dem Ofen zu nehmen und als dann grüner Rauch aus dem Rauchfang kam, dachten ein paar panische Dorbewohner, dass das es das dunkle Mal sei.“

Harry sah ihn ungläubig an. „Jetzt verarscht du mich aber. Ist denen keine bessere Vertuschungsgeschichte eingefallen?“

“Ha, ich verarsch dich gar nicht! Gerade als ich mit Professor Snape ins Lehrerzimmer gekommen bin, hat sich Madame Rosmerta mit ihrem Koch im Kamin gemeldet und das ganze aufgeklärt. Ich sag dir, ich hab Dumbledore noch nie so lachen sehen!“, Draco verschluckte sich fast am Rauch und Harry klopfte ihm noch immer ziemlich baff den Rücken. Das wurde ja immer besser. Jetzt wurden die Leute schon so paranoid, dass sie Rauch für dunkle Male hielten, die gar nicht da waren. Wunderte Harry aber auch nicht besonders. Ein Anschlag der Todesser war schon längst überfällig.

„Äh… und was habt ihr dann gemacht?“, fragte schließlich weiter.

„Dumbledore hat uns wieder in unsere Zimmer zurückgeschickt und gebeten die Sache für uns zu behalten, ich glaube ihm war das ein bisschen peinlich“, meinte Draco.

„Wundert mich nicht“, sagte Harry mit gehobenen Augenbrauen und dämpfte seine Zigarette im Aschenbecher aus. Dann fiel sein Blick auf das Buch, dass er mitgebracht hatte und hielt es Draco vor die Nase.

„Kannst du damit was anfangen?“, fragte er.

„He!“, Draco riss es ihm aus der Hand. „Das hab ich heute wie verrückt in der Bibliothek gesucht! Von wem hast du das?“

„Von Hermine, na ja eigentlich hats Ron gefunden“, sagte Harry mit einem gefälligen Grinsen. Es war schon eine große Leistung, Draco Malfoy, vor allem was Schule anging, zu verblüffen.

Der hatte das Buch mittlerweile aufgeschlagen und überflog das Inhaltsverzeichnis.

„Perfekt“, murmelte er, dann sah er Harry an. „Weasley ist ja ausnahmsweise doch mal zu was nützlich!“

„He!“, machte Harry, der schon wieder drauf und dran war, Ron zu verteidigen. Dann grinste er aber. „Hast recht, Hermine hat einen guten Einfluss auf ihn.“

Draco musste auch grinsen, dann fragte er: „Und, was für einen Einfluss hab ich auf dich?“

Harry fragte sich einen Augeblick resigniert, ob man das überhaupt vergleichen konnte, dann rang er sich zu einer zweideutigen Antwort durch: „Einen schlechten…“, er sah, wie Draco die Stirn runzelte und fuhr gedehnt fort: „Naja, ich esse zu wenig, hab Schlafstörungen, komische Träume und Fantasien…“

Über Dracos Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Dann meinte er: „Willommen im Klub“, und stand, das Buch noch immer in der Hand auf, um sich an den Schreibtisch zu setzen. Harry sah ihm verblüfft und ein wenig enttäuscht zu. Was war das denn? War er nicht auch noch aus einem anderen Grund hergekommen?

Zögernd stand er auf und ging zu Draco hinüber, der gerade seine Zigarette in den Kamin schnippte und sich dann wieder dem Buch widmete.

„Ähm…“, Harry räusperte sich, doch Draco machte keine Anstallten sich umzudrehen. „Draco?“

„Hm?“, machte er, ziemlich abwesend, wie es schien.

„Ich… werde dann mal wieder gehen“, fing Harry an. Also wenn er ihn jetzt gehen lies…

„Schon?“, fragte Draco, drehte sich allerdings noch immer nicht um.

„Ja“, sagte Harry und langsam vermischte sich seine anfängliche Enttäuschung mit Wut. „Ich will dich ja nicht bei deinen Hausaufgaben stören.“

“Ach, wirklich?“, fragte Draco.

„Nein, eigentlich würde ich dich jetzt am liebsten von diesem Scheiß Schreibtisch wegziehen, dir deine Klamotten vom Leib reißen und dich ins Bett verfrachten“, sagte Harry ironisch, obwohl da doch der eine oder andere klitzekleine Funken Wahrheit dahinter steckte. Ok, eigentlich stimmte alles davon, aber das würde er niemals zugeben, schon gar nicht vor Draco, der anscheinend so desinteressiert war.

Doch wie es aussah, war er das doch nicht, denn er drehte sich endlich mit einem Lächeln auf den Lippen um und meinte gelassen: „Wieso sagst du das nicht gleich?“

Harry hätte ihn am liebsten geschlagen, stattdessen fing sein Herz freudig an zu hüpfen und in seinem Magen machten sich Ameisen breit. Trotzdem schwieg er verbissen, und funkelte Draco an.

Der stand auf, und musterte Harry mit einer gehobenen Augenbraue. „Was hast du erwartet? Das ich mich auf dich stürze um dich zu vernaschen?“, fragte er und Harry stellte resigniert fest, dass es genau das war, was er erwartet hatte.

Er senkte seinen Blick und wagte es dann wieder Draco anzusehen. Er hatte ja recht, es konnte nicht sein, dass Draco immer den ersten Schritt machen musste. Aber trotzdem.

Harry seufzte, dann meinte er: „Und was erwartest du von mir? Doch das selbe!“

„Naja, ich kann mir schlecht selber die Klamotten vom Leib reißen“, meinte Draco.

„Wieso denn nicht?“, fragte Harry unsinnigerweise.

„Na gut, wie du willst“, Draco zog sich sein T- shirt über den Kopf und schmiss es Harry vor die Füße. Der beobachtete das Geschehen ungläubig. Mittlerweile hatte Draco seinen Gürtel geöffnet und lies seine Hose von seinen Hüften rutschen. Dann fixierte er Harry.

„Soll ich noch weiter machen?“

Harry sah weg. Was sollte das denn jetzt? Er schüttelte den Kopf. Er mochte es nicht, das Draco irgendwelche Sachen tat, die er eigentlich gar nicht wollte. Oder stand er etwa auf so was? Aber Harry war ja selber schuld, deshalb zog er kurz entschlossen sein T- shirt aus und griff zu seinem Gürtel als er Dracos Hand auf seiner spürte.

„Was machst du denn jetzt?“, fragte er.

„Na, das selbe wie du, was auch immer das gewesen sein soll“, sagte Harry, schüttelte schweren Herzens Dracos Hand ab und fuhr fort, seine Hose zu öffnen.

Jetzt standen sie beide nur noch in Boxershorts da und diesmal war es an dem Slytherin den Kopf zu schütteln. Er machte einen Schritt auf Harry zu. „Wenn du irgendwas von mir willst, dann tus doch einfach“, meinte er und Harry schnaubte.

„Hätte ich ja auch, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es dir wichtiger war deine scheiß Hausaufgaben zu machen!“, er sah wieder weg. Jetzt stritten sie aber nicht wirklich wegen so einer Kleinigkeit.

Draco hob mal wieder eine Augenbraue, das konnte er wohl nie lassen. Vielleicht wusste er, wie anziehend Harry das fand?

„Kann dir das nicht egal sein?“, fragte Draco. „Also mir wärs egal.“

Harry musste, ob er wollte oder nicht, grinsen. Das konnte er sich denken. Es kostete ihn einiges an Überwindung, mit den Schultern zu zucken und zu sagen: „Ist ja egal, wo wir jetzt schon mal ausgezogen sind… Mir ist kalt, ich geh ins Bett.“ Mit diesen Worten nahm er den leicht überraschten Draco an der Hand und schleifte ihn zum Bett.

Dort angekommen, konnte sich Draco anscheinend nicht mehr zurückhalten, die Initiative zu ergreifen und er lies sich nach hinten ins Bett fallen, wobei er Harry einfach mit sich zog. Der landete mit einem erschrockenen Aufschrei auf ihm, was ihm allerdings irgendwie… sehr gefiel. Draco anscheinend auch, doch er lies es kaum eine Sekunde dabei, und schon fand sich Harry unter ihm wieder.

Als Draco ihn küssen wollte, drehte er sich weg. „Du kannst es wohl nie lassen, was?“, meint Harry.

„Du aber auch nicht“, sagte Draco leicht grinsend und rollte sich irgendwas von Machtspielchen grummelnd von Harry herunter, der ihn aber sofort wieder zu sich zog und ihm einen Kuss auf den Mund drückte, was sich Draco nur zu gerne gefallen lies.

„He, nicht aufhören“, murmelte er, als Harry seine Lippen wieder verlies um kurz Luft zu holen.

„Wieso denn?“, fragte Harry, woraufhin Draco ihn einfach nur weiterküsste, um vielleicht weitere dumme Fragen zu verhindern.

Irgendwie schafften die beiden es, unter der Decke zu verschwinden, obwohl Harry in keiner Weise mehr kalt war, was wohl an Dracos, im wahrsten Sinne des Wortes, heißem Körper lag, der ihm einfach viel zu nahe war “ obwohl zu nahe konnte es nach Harry gar nicht sein.

Eine Weile später, nach einer Atempause fragte er: „Was ist denn jetzt eigentlich mit deinen Aufgaben?“

„Die liegen da irgendwo auf dem Tisch rum“, sagte Draco beiläufig, vergraben in Harrys Hals.

„Hast du überhaupt schon angefangen?“, fragte Harry weiter, und bemühte sich, sich nicht zu sehr von Draco ablenken zu lassen.

„Nein“, meinte der und sah dann Harry an. „Färbt Granger auf dich ab?“

Harrys gute Stimmung flaute ab. „Falls dus noch immer nicht gerafft hast: Granger heißt Hermine und Weasley heißt Ron, Malfoy.“ Dann biss er sich auf die Lippen, als ihm bewusst wurde, wie er Draco gerade angesprochen hatte.

Dessen Blick war, als sein Nachname gefallen war, augenblicklich ausdruckslos geworden und er lies Harry los. „Dann geh doch zu deinen ach so tollen Freunden, Potter.“ Seine Stimme war kalt, und während er sprach stand er auf.

Harry war plötzlich ganz kalt und er fühlte sich schutzlos, ohne Draco und die Decke, die er zur Seite geworfen hatte. Er sah auf Dracos Rücken, der einen Augenblick später von Stoff bedeckt wurde, als Draco sich sein T- shirt anzog.

Harry schnaubte innerlich und stand auf um seine Sachen zu holen. Gleichzeitig spürte er einen Klos in seinem Hals aufsteigen. Eigentlich hätte er sich sofort bei Draco entschuldigt, wenn der nicht so stur und abweisend reagiert hätte. Pech.

Ohne ihn anzusehen, schlüpfte Harry in seine Sachen, nahm seinen Umhang von der Sessellehne und ging zur Tür. Draco hatte sich währenddessen an seinen Schreibtisch gesetzt und eine Feder gezückt. In Harry zog sich etwas zusammen, als er einen letzten Blick auf den Slytherin warf, bevor er die Tür öffnete und aus dem Zimmer verschwand. Draußen auf dem Gang angelangt lehnte er sich gegen das Schwanenportrait und zwang sich, die Tränen niederzukämpfen, die sich ihren Weg in seine Augen bahnen wollten. Nein, wegen einem Malfoy würde er jetzt nicht hier losheulen… Aber wegen einem Draco schon. Er schluckte. Was war das denn für eine bekackte Situation gewesen? Wieso waren sie heute beide so empfindlich? Oder waren sie das nicht sowieso immer? Sollte es vielleicht gar nicht sein, mit ihnen beiden? Immerhin war er Harry Potter, und man konnte doch wirklich nicht erwarten, dass der sich mit Draco Malfoy verstand. Aber doch, eigentlich hatten sie sich bis jetzt doch ganz gut vertragen, was war dann nur los?

Harry schüttelte den Kopf und machte sich auf den Weg in seinen Gemeinschaftsraum. Als er dort ankam, kam ihm beinahe das kotzen, als er Ron und Hermine, seine, wie war das noch mal? Seine Ach so tollen Freunde, knutschend auf einem Sofa, des halbleeren Gemeinschaftsraumes vorfand. Er wollte sich schon hinauf in seinen Schlafsaal schleichen, um zu kotzen oder zu weinen wusste er noch nicht so genau, als Ron ihn bemerkte.

„He, Harry! Wo willst du denn hin?“, fragte er, während er versuchte seine Haare wieder zu glätten.

„Wonach siehts denn aus?“, fragte Harry tonlos. Er hatte jetzt wirklich keine Lust auf das nun schon tägliche Rumgefrage.

„Äh… es ist doch viel zu früh zum Schlafen“, sagte Ron leicht irritiert durch Harrys eindeutig miese Laune.

„Dann geh ich eben spazieren“, sagte Harry, machte mitten auf dem Absatz kehrt und verschwand wieder aus dem Gemeinschaftsraum.

Er konnte Ron noch hören, der ihm hinterher rief: „Ja, soll ja bekanntlich gegen schlechte Laune helfen!“

Na, hoffentlich war das so, dachte er finster, während er durch die Eingangshalle stürmte. Als ihm dann frische Luft um die Nase wehte, war dann schon die Hälfte seiner Wut auf Draco verraucht, allerdings war die andere Hälfte noch da, als er sich ans Seeufer setzte, und da half, seiner Meinung nach, erst mal eine Zigarette. Doch leider hatte er die, wie er resigniert feststellte, bei Draco gelassen, und wenn er noch mehr Pech hatte, hatten sie sie auch noch zerknautscht, während ihrem Rumgeknutsche. Toll.

Harry stopfte seine Hände in die Taschen seines Umhangs und starrte auf die dunkle Wasseroberfläche des Sees, auf dem sich der wolkenverhangene Himmel wieder spiegelte. Eigentlich sollte jetzt die Sonne untergehen, aber das Wetter schien sich irgendwie Harrys Laune angepasste zu haben.

Was würde er jetzt für die entspannende Wirkung einer Zigarette geben… Wieder wühlte er in seinen Taschen, doch da waren keine mehr.

„Suchst du die hier, Potter?“, fragte eine schmerzhaft bekannte Stimme hinter ihm und Harry fragte sich, ob es Draco Spaß machte, sich immer so lautlos hinterrücks an ihn heranzuschleichen. Draco hielt ihm seine Zigaretten vor die Nase.

„Ach, du bist ja doch mal zu was nützlich, Malfoy“, ahmte Harry ihn nach, und nahm im die Packung weg.

Draco setzte sich neben ihn, während Harry sich die heiß ersehnte Zigarette anzündete. Dann nahm er sie ihm weg.

„He! Was soll das denn jetzt?“, machte Harry empört.

Draco sah ihn mit gespielter Verwunderung an. „Naja, ich schätz mal nicht, dass du mich jetzt küssen würdest, aber so krieg ich wenigstens irgendwas von deinen Lippen ab“, meinte er dann und entlockte Harry so ein ziemlich widerspenstiges Grinsen.

Obwohl Harry eigentlich nicht hatte so schnell aufgeben wollen, zog er Draco zu einem versöhnenden Kuss an sich und lies ihn erst wieder los, als er ein Knacken hinter ihnen hörte.

Es war, Harry traute seinen Augen nicht, Hagrid. Wieso musste der ihnen schon wieder über den Weg laufen? Wieso nicht Dumbledore? Der war wenigstens nicht so ein Plappermaul!

Doch ein Glück, schien Hagrid sie nicht zu bemerken, und Harry konnte hören, wie Draco ausatmete, als Hagrid außer Sicht verschwunden war.

„Ein Glück“, machte Draco. „Diese Plaudertasche hätte ich jetzt nicht schon wieder brauchen können.“

Harry hätte fast Protest erhoben, dann fiel ihm grinsend ein, dass er gerade das Gleiche gedacht hatte, und so nickte er nur zustimmend. Dann sah er den blonden Jungen neben ihm an. Sollte er sagen, dass es ihm leid tat? Nein, das würde er sicher nicht machen, denn er wusste genau, dass Draco so etwas auch nie machen würde. So waren sie beide eben zu stolz. Aber es zeigte ja auch schon, dass es Draco leid tat, dass er jetzt hier war, oder? Hatte er nur, genauso wie Harry, eigentlich seine Ruhe haben wollen? Nein, dann hätte er wieder umdrehen können. Harry fiel auf, dass er diese Gedanken schon einmal gehabt hatte. Allerdings hatten sie sich da nicht gestritten.

Doch das war jetzt vorbei, jeder hatte sich auf seine Weise entschuldigt, und jetzt wollte Harry auch gar nicht mehr drüber nachdenken.

Er nahm sich wieder eine Zigarette aus der Packung, und diesmal nahm Draco sie ihm nicht weg, erstens, weil er ja selber noch eine hatte, und zweitens, wahrscheinlich, weil er ja seine Streicheleinheiten gekriegt hatte. Vorerst.

Harry zog an seiner Zigarette und sah dann wieder Draco an, der mit gesenkten Augenliedern den Rauch ausblies, sie dann hob und Harry ansah. „Ich mag Harry doch lieber als Potter“, meinte er schließlich und Harry nickte andächtig.

„Ja, Draco hört sich auch irgendwie besser an, als Malfoy…“, dass er Draco trotzdem noch immer gerne mit seinem Nachnamen aufzog, lies Harry lieber weg.

Als sie nach einer Weile ihre Zigaretten beendet hatten, stand Draco auf: „Ich… geh dann mal wieder rein.“

“Aha“, machte Harry.

„He, du kennst mich“, meinte Draco, dann schüttelte er allerdings den Kopf. „Nee, tust du eigentlich nicht.“

Harry sah ihn an, auf was wollte er hinaus?

„Ich will diese scheiß Hausaufgaben endlich fertig kriegen, sie sind zwar erst bis nächste Woche auf, aber wenn ich sie heute nicht mach, dann mach ich sie gar nicht“, erklärte Draco.

Das war ja mal interessant. Harry hatte immer gedacht, Draco sei noch schlimmer als Hermine, oder er hatte Leute, die ihm die Aufgaben machten. Wieder wurde ihm klar, wie wenig er von dem Slytherin wusste, und es wurde ihm auch klar, dass er das ändern würde.

„Klar“, machte Harry so nur, und stand ebenfalls auf. Bei ihm war es ja auch nicht wirklich anders.

„Wird Gra… ähm… Hermine ihr Buch nicht vermissen?“, fragte Draco kurz vor dem Schloss.

„Nee“, sagte Harry. „Die war so beschäftigt vorhin, die hat sicher nichts gemerkt.“

Draco sah ihn mitleidig an, sagte aber nichts. Er wollte es anscheinend genauso wie Harry nicht wieder auf einen Streit ankommen lassen.

Vor dem großen Tor angekommen, blieben sie wieder stehen. Harry hasste diese Abschiedsszenen, in denen sie sich nicht richtig küssen konnten, da sie Angst haben mussten, dass jeden Moment irgendjemand um di Ecke bog und sie sehen konnte. Man sollte sich ja eigentlich nicht mal zusammen sehen…

Harry seufzte innerlich mal wieder und blickte in Dracos Augen, in denen nicht mehr die Spur von Gefühllosigkeit zu erkennen war.

„Vie Spaß bei deinen Hausaufgaben“, sagte er.

„Haha“, machte Draco, grinste dann aber. „Dauert sicher nicht halb so lang, als wenn ich das Buch nicht gehabt hätte. Danke.“

Harry lächelte. „Kein Problem. Bis… Morgen.“

„Bis morgen“, sagte Draco und wollte sich schon zu Harry beugen, als Snape um eine Ecke bog.

Blitzartig machten beide einen Schritt zur Seite und Harry beeilte sich, von Draco wegzukommen, damit Snape ihm nicht unterstellen konnte, er hätte sich mit ihm duellieren wollen.

Als Draco bei Snape vorbeikam sagte er: „Professor…“

„Guten Abend Mr. Malfoy“, sagte Snape und dann fiel sein Blick auf Harry, der gerade versucht hatte, sich unbemerkt durch die Eingangshalle zu schleichen.

„Potter, machen sie, dass sie in ihren Turm kommen um diese Uhrzeit!“, murrte er und Harry sah im weitergehen verdattert auf die Uhr. Es war doch erst halb zehn.

Besser gelaunt als noch vor einer halben Stunde, kam er im Gemeinschaftsraum an, wo Ron und Hermine immer noch auf dem selben Sofa saßen, oder besser gesagt: lagen.

„Oh Mann, könnt ihr nicht woanders hingehen?“, sagte Harry als Begrüßung, und sah gar nicht hin. Nicht mal einen Abschiedskuss hatte er gekriegt wegen diesem verdammten Snape…

„Oh“, Hermine fuhr hoch. „Ron, ich hab dir doch gesagt…“, sie strich ihre Kleider glatt.

„Du hast gar nichts…“, fing Ron an.

„Ja, weil du mich ja nicht zu Wort kommen lässt!“, schnaubte Hermine.

„Also wer lässt denn hier wen… Hallo Harry!“, sagte Ron dann plötzlich, der anscheinend auch heute keine Lust auf Streitereien hatte. Dann musterte er ihn. „Bist du immer noch so schlecht gelaunt, oder kann man dich wieder ansprechen?“

„Ist alles wieder ok“, sagte Harry und gähnte. „Jetzt geh ich aber schlafen, ich bin hundemüde.“

“Klar“, meinte Ron. „Ich komm dann auch gleich…“

“Lass dich nicht aufhalten“; meinte Harry mit einem schwachen grinsen und ging nach oben.

„Gute Nacht, Harry!“, rief Hermine ihm noch hinterher, bis sie wieder von Ron in beschlag genommen wurde.

Als Harry gerade ins Bad wollte, kam Ron auch schon in den Schlafsaal. Verdutzt sah er Ron an. „Was machst denn du schon hier?“, fragte er.

„Hermine meinte ich wäre notgeil oder so was und ich sollte erst mal kalt duschen gehen“, sagte Ron finster und Harry musste sich zusammenreißen, keinen Lachanfall zu bekommen. „Was soll ich denn machen, ich mein… Lachst du etwa?“, fragte Ron da.

„Ich?“, Harry sah ihn verbissen an. „Nein… aber vielleicht solltest du sie mal den ersten Schritt machen lassen, weist du…“

“Meinst du?“, überlegte Ron. „Stimmt, dann kann sie wenigstens nicht mehr sagen, das ich notgeil wäre…“ Mit diesen Worten verschwand er im Bad.

Harry blieb einen Moment verwirrt stehen, dann wartete er, bis Ron endlich fertig war, und schmiss sich unter die Dusche, verzweifelt versuchend, nicht an Draco zu denken. Doch spätestens, als er unter der Bettdecke lag, holten ihn die Gedanken wieder ein, und er konnte nur hoffen, dass er nicht im Schlaf zu reden begann. Oder stöhnen, man konnte ja nie wissen.






©2005 Schmaunz
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