Anmelden
Eingeloggt bleiben
Spenden

Das HPFFA hat keine Werbung. Damit das so bleiben kann, brauchen wir eure Spenden um unseren Server zu bezahlen.

Geschichte des Moments
Don't Speak von JayCee
(ab 16)

Penelope ist Percys erste große Liebe, gilt das auch umgekehrt?

Zitat des Tages

[Dumbledore] »Ein Glück, dass es so dunkel ist. So rot bin ich nicht mehr geworden, seit Madam Pomfrey mir gesagt hat, ihr gefielen meine Ohrenschützer.«

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.1

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Er liebt mich, er liebt mich nicht" angegeben

Die Alterskennzeichnungen werden von den Autoren vergeben und stellen daher lediglich eine Orientierungshilfe dar. Alterskennzeichnungen sind dabei nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben und aus diesem Grund auch nicht verbindlich. Alle Geschichten entsprechen, unabhängig von der Kennzeichnung, unseren Nutzungsbestimmungen.

Mit dem Klick auf den "Gelesen"-Button bestätigst du uns, diese Meldung gelesen und verstanden zu haben. Diese Meldung wird danach für Kennzeichnungen mit niedrigerer oder gleichhoher Altersanforderung nicht mehr angezeigt.

Er liebt mich, er liebt mich nicht ( von )

11. Kapitel: Teil 11: Mittwoch 10. September

Betaleser:
1 Reviews
Zurück zur Titelseite
Mittwoch, 10. September

Harry lag schon seit einer halben Stunde wach, und beobachtete durch die halb geöffneten Vorhänge seines Himmelbettes das Morgengrauen. Endlich war er mal wieder einigermaßen ausgeschlafen und so wunderte es ihn nicht, dass er vor allen andern aufgewacht war.
Als Ron auch endlich begann, sich zu regen, machte sich Harry auf den Weg ins Bad. Jetzt war es egal wenn er irgendwen aufweckte. Unter der Dusche angekommen lies er sich das warme Wasser erst mal eine Weile auf das Gesicht prasseln um auch den letzten Rest Müdigkeit wegzuwaschen. Während er sich dem Rest seines Körpers zuwandte musste er wieder an Draco denken. Ob der schon auf war? Vielleicht stand er auch gerade unter der Dusche… Harrys Gedanken begannen abzuschweifen, bis er bemerkte, welche Nebenwirkungen das hatte, und so drehte er schnell den Duschhahn zu, kletterte aus der Dusche und schnappte sich ein Handtuch. Nachdem er sich die Zähne geputzt hatte, erschien er wieder im Schlafsaal wo Ron gerade versuchte, sich aus seinem Bett zu schälen. Justin verschwand im Bad, und Harry zog sich an.
Als Ron an der Reihe war, meinte er, dass es noch eine Weile dauern könnte, und das Harry ruhig schon zum Frühstück gehen sollte.
Harry tat das, in der leisen Hoffung, dass er und ein gewisser Slytherin vielleicht noch die einzigen in der großen Halle waren.
Doch Fehlanzeige. Er war zwar ungewohnt früh beim Frühstück aufgetaucht, doch schien Hogwarts mehr Frühaufsteher zu beherbergen, als er dachte. Und Draco war auch nicht da.
Etwas frustriert, lies Harry sich am Gryffindortisch nieder und griff nach der Kaffeekanne. Wenn er schon mal munter war, dann sollte das auch möglichst lange so bleiben. Nachdem er an dem heißen Getränk genippt hatte, und sich ein Brötchen mit Butter bestrichen hatte, sah er mal wieder zum Tisch der Slytherins hinüber. Und man glaubt es kaum, da saß Draco. War er vorhin schon da gewesen und er hatte ihn bloß nicht gesehen, oder hatte Harry einfach nicht bemerkt, dass er in die große Halle gekommen war? Harry legte den Kopf schief und sah ihn an. Was fand er denn eigentlich an diesem Kerl? Ok, er sah gut aus, mit diesen aschblonden Haaren, den feinen aber doch männlichen Gesichtszügen, und dem Körper, der zwar dünn war, aber nicht zu dünn. Eigentlich perfekt. Harry seufzte. Und je näher er Draco kennen lernte, desto perfekter schien er. Ok, kein Mensch war perfekt, aber da drüben saß einfach jemand, der ihn stark an einen Engel erinnerte. Moment mal, Engel? Jetzt hatte er doch wirklich nicht mehr alle beisammen. Draco war sicher kein Engel, und das wusste er definitiv aus eigener Erfahrung!
Gerade lies der vermeintliche Engel seine Blicke durch die große Halle schweifen und blieb an Harry hängen. Der sah schnell weg. Er wollte nicht, dass Draco das Gefühl hatte, dass er ihn beobachtete. So sah er hinüber zum Eingang in die große Halle und nach wenigen Sekunden kamen Ron und Hermine Hand in Hand unter dem Torbogen hindurch.
Leicht sehnsüchtig verfolgten Harrys Augen sie, und wünschte sich einmal mehr, dass Draco ein Mädchen sein würde. Nein, eigentlich wünschte er sich das gar nicht. Eigentlich wollte er doch nur, dass es keine Todesser gab, die Draco und ihm das Leben schwer machten, und dass Homosexualität etwas vollkommen normales wäre. Außerdem wäre es noch ganz nützlich, wenn nicht die ganze Schule noch immer denken würde, dass sie sich hassten. Er würde doch niemals Händchen haltend mit Draco auch nur irgendwo in der —ffentlichkeit herumlaufen. Nie.
Hermine und Ron kamen bei ihm am Tisch an und ließen sich beide mit einem Lächeln auf der langen Bank nieder.
„Na, gut geschlafen?“, fragte Hermine gut gelaunt und schenkte sich Tee ein.
„Hm, jaa“, machte Harry, dessen gute Laune schon wieder etwas abgesackt war.
Ron schien ihn von der Seite zu mustern, da ihm Harrys Stimmungsschwankungen wohl langsam nicht mehr entgingen. Dann wandte er sich allerdings schleunigst seinem Teller zu, der noch immer leer war. Das konnte man unmöglich durchgehen lassen.
Hermine hatte unterdessen ein Buch hervorgezogen um sich, wie sie sagte, für die erste Doppelstunde zu wappnen, die sie heute hatten. Verteidigung gegen die dunklen Künste. Noch immer hatte es keiner der Gryffindors, außer Hermine und Harry, geschafft, einen Patronus zu produzieren und von den Slytherins konnte man das wohl kaum erwarten. Obwohl…
Harry dachte an Dracos Adler, der nach einem sehr mächtigen Patronus ausgesehen hatte. Auch dachte er daran, wie Draco ihn angesehen hatte, bevor er den Zauber gesprochen hatte…
Harry stützte den Kopf in seine Hände. Wieso konnte er nicht einmal aufhören, sich um diesen Slytherin Gedanken zu machen?
Abwesend biss er in einen Toast und war damit beschäftigt in seiner Tasse zu rühren, bis Ron ihn am Arm zog.
„Komm Harry, sonst sind wir noch zu spät!“, sagte er und zog ihn mit sich. Konnte er nicht Draco sein?, schoss es Harry kurz durch den Kopf und beschämt senkte er seinen Blick. Das gabs doch nicht.
Gerade noch rechtzeitig kamen sie in Lupins Klassenzimmer an, und ließen sich in die erste Reihe fallen. Draco kam kurz nach ihnen an, und Harry nahm mit rotem Kopf war, dass er sich hinter ihm an einem Tisch nieder lies.
„So, guten Morgen!“, sagte Lupin, der selbst noch sehr verschlafen aussah und lies mit einem Wink seines Zauberstabes etwas Tageslicht durch die schweren Vorhänge des Raumes kommen. „Heute wollen wir uns noch einmal mit dem Patronuszauber beschäftigen, Sie hatten ja genug Zeit, sich so richtig schöne Erinnerungen einfallen zu lassen.“ Er lächelte in die Klasse, die die Augen wegen des plötzlichen Sonnenlichts zusammengekniffen hatte.
„Für die wenigen, genauer genommen, zwei, die es schon geschafft haben, habe ich schon eine andere Aufgabe gefunden, vorausgesetzt, sie haben ihre Aufgaben schon gemacht?“
Wie auf Kommando standen Harry und Draco gleichzeitig auf, und legten Lupin ihre Pergamentrollen auf das Pult, dann setzten sie sich wieder.
Der Professor fuhr erfreut fort: „Sehr schön, nun, sie beide werden mir dann in diesen Raum folgen“, er wies auf eine Tür hinter sich. „…wo ich ihnen alles weitere erklären werde.“ Er zwinkerte den Zweien kurz zu und schritt dann durch die Klasse um die Schüler aufzufordern, den Zauber wieder zu versuchen.
Dann winkte er den Gryffindor und den Slytherin zu sich, um mit ihnen in den kleinen Raum hinter dem Klassenzimmer zu gehen. Das einzige was in diesem Raum stand, war ein großer Tisch und noch ein überdimensionales Bücherregal, auf und um dem herum sich Dutzende von dicken alten Büchern häuften.
„Diese Sommerferien wurde die Bibliothek etwas ausrangiert und hier habe ich nun einige ältere Exemplare über Verteidigung der Dunklen Künste, Abwehr “ und Schutzzauber, na ja, und was weis ich noch alles. Ich würde Sie nun bitten, einfach mal ein bisschen herumzustöbern, und vielleicht stoßen sie ja auf den einen oder anderen Zauber, der sich als nützlich erweisen könnte.“
“Das ist alles?“, fragte Draco und Harry sah ihm deutlich an, dass er versuchte so gelangweilt wie möglich zu klingen.
„Nun ja, da ich weite Vorsprünge auf die anderen Schüler verhindern möchte “ ja“, sagte Lupin und ging wieder zur Tür.
„Sie haben die ganzen zwei Stunden Zeit, und bitte“, er sah Harry eindringlich an. „Hinterlassen sie den Raum in seinem möglichst ursprünglichem Zustand, also keine Flüche, ja?“ Er warf noch einen strengen Blick auf Draco und schloss dann die Tür.
Kaum fünf Sekunden später fand sich Harry von ihm gegen das Bücherregal gedrängt wieder.
„He!“, keuchte er leicht überrascht. „Du hast Lupin doch gehört! Keine Flüche!“
„Wer sagt denn, dass ich dich verfluchen will?“, fragte Draco kopfschüttelnd mit einem leichten grinsen. „Also das der ausgerechnet uns zwei in einen Raum…“ Weiter kam er nicht, denn Harry hätte ihm beinahe die Zunge in den Hals gesteckt, so stürmisch küsste er ihn.
Draco riss überrascht die Augen auf, dann schloss er sie allerdings wieder und vergrub seine Hände in Harrys Haaren, der seinerseits durch den Blondschopf fuhr.
Schließlich musste Draco anscheinend wieder zu Atem kommen, denn er schob Harry sanft von sich weg, um sich erst mal auf einen Stuhl, der neben dem Tisch stand, fallen zu lassen. Dann grinste er.
„Du bist aber gierig heute“, meinte er und musterte Harry so ähnlich, wie es Ron schon beim Frühstück gemacht hatte. Allerdings hatte Harry das Gefühl, dass jeder Blick, den Draco ihm zuwarf, kleine Flammen an ihm aufzüngeln lies. Er wand sich unter seinem Blick.
Dann zuckte er mit den Schultern. „Da ist nur Snape dran schuld…“
“Aja?“, machte Draco und fuhr sich über die Lippen. „Ich glaub du hast mich gebissen.“
„Was? Oh“, Harry hockte sich vor Draco und zog seine Hand von seinem Mund weg. „Stimmt ja gar nicht“, sagte er empört, wenn auch erleichtert.
„Ups“, hatte Draco nur dazu zu sagen und zog Harry zu einem erneuten Kuss zu sich herauf, bis er fast auf seinem Schoß landete. Als es schließlich so weit war, musste Harry lachen und Draco sah ihn böse an.
„Was ist denn?“, fragte er.
„Nichts“, sagte Harry und hielt sich die Hand vor den Mund. „Du erinnerst mich nur an den Weihnachtsmann…“
„Was? Wieso?“, machte Draco jetzt nur noch verwirrt.
„Ach so, das kannst du ja nicht wissen“, sagte Harry grinsend. „Weist du, in Muggelkaufhäusern gibt es zu Weihnachten immer Weihnachtsmänner, auf deren Schoß du dich als kleines Kind setzen kannst, um dir was zu wünschen.“
Draco bekam einen resignierten Gesichtsausdruck, dann schien er sich allerdings zusammenzureißen und es huschte sogar ein Lächeln über sein Gesicht. „Dann wünsch dir eben was“, meinte er und sah in Harrys Augen, die nicht mal dreißig Zentimeter von seinen eigenen entfernt waren.
Harrys Augen wurden kaum merklich größer, bis auch er lächeln musste. Dann schien er zu überlegen. „Hm…“, machte er. „Ich wünsch mir…“ Dass du immer bei mir bleibst? Harry schüttelte innerlich den Kopf. So ein Schwachsinn. Dinner bei Kerzenlicht? Igitt.
Da, plötzlich wusste er es, es war so einfach! Er wollte doch eigentlich nur…
Die Tür zu der kleinen Kammer ging auf und Harry sprang auf, als habe er soeben in der Lotterie gewonnen. Bis auf dass der positive Effekt, den dass ja eigentlich auslösen sollt, ausblieb. Doch etwas Positives hatte es: Er war so schnell aufgesprungen, dass Lupin sich noch nicht mal umgedreht hatte und Harry so noch schnell zu einem Buch im Regal greifen konnte. Draco schlug ebenfalls eins auf, das auf dem Tisch lag, und da drehte sich Lupin erst um. Bis dahin hatte er noch mit der Klasse geredet.
Kurz sah er von einem zum anderen, da beide etwas gehetzt aussahen, dann lächelte er allerdings. „Schön“, meinte er. „Noch nichts zerstört. Wollte nur mal nachsehen.“ Er lächelte sie noch mal kurz an, bevor er wieder verschwand.
Harry lies sein Buch sinken und atmete erst mal aus. Meine Güte, war das knapp gewesen. Draco hatte sich ebenfalls von seinem Buch abgewandt und sich nach hinten in seinen Stuhl sinken lassen.
„Mann…“, murmelte er und zog dann Harry wieder zu sich. „Was wünschst du dir denn jetzt?“
Harry sah ihn an, dann grinste er. „Das sag ich nur dem Weihnachtsmann!“
„Bähh“, Draco streckte ihm die Zunge raus, stand auf und ging an ihm vorbei zum Bücherregal. Harry verfolgte ihn mit seinem Blick und begann dann, ebenfalls im Regal zu wühlen. Schließlich setzten sich beide mit einem Buch in der Hand an den Tisch, und blätterten darin.
Solange, bis Draco Harry sein Buch aus der Hand nahm.
„He!“, machte Harry, würde er das heute noch öfter sagen?
„Ich will doch nur…“, fing Draco an.
„Gib das wieder her!“, sagte Harry und versuchte, quer über den Tisch, sein Buch wieder zu kriegen.
„Jetzt warte doch mal!“, Draco lehnte sich nach hinten, so dass Harry sein Buch vergessen konnte. Stattdessen nahm er sich das des Slytherins. „Was soll denn das jetzt?“, fragte Draco, doch Harry war schon wieder am anderen Ende des Tisches.
Harry sah ihn groß an. „Was denn?“
„Ach, Blödmann!“, grummelte Draco und schmiss ihm sein Buch wieder zu. „Krieg ich meins jetzt?“
„Hm… nein!“, sagte Harry bestimmt. Er hatte gerade etwas gefunden, was ihn sehr interessierte.
„Mensch, Harry!“, Draco langte nach seinem Buch, musste aber enttäuscht feststellen, dass sein Arm zu kurz für diesen Tisch war. Kurz entschlossen, kletterte er so auf die Tischplatte, und fischte Harry das Buch aus der Hand.
„Draco! Ich hab grade was gefunden!“, empörte sich Harry.
„Oh ja, ich auch!“, sagte Draco und blieb sitzen wo er war.
„Ich habs aber zuerst gefunden“, meinte Harry schnippisch.
„Ich habs aber zuerst gefunden!“, äffte Draco ihn in einem quengelnden Ton nach, der Harry auf die Palme brachte. Das war ja mal wieder so was von typisch. Wie konnte er nur gedacht haben, dieser Kerl hätte sich auch nur im geringsten verändert?
Er kletterte ebenfalls auf den Tisch und warf den überraschten Draco herum, das Buch landete auf dem Boden.
„Du bist wirklich so was von…“, Harry suchte nach Worten, während Draco sich von seinem Schock erholte und ihn angrinste.
„Ja bitte?“, fragte er zuckersüß, wofür Harry ihm am liebsten eine rein gehauen hätte.
„…einem Malfoy“, endete Harry zähneknirschend und dachte nicht im geringsten daran, Dracos Handgelenke loszulassen, der sich unter ihm wand.
„Deshalb bist du ja auch scharf auf mich“, sagte der dann allerdings ruhig und Harry traute seinen Ohren nicht. Den konnte auch nichts erschüttern. Außerdem hatte er leider recht. Doch daran wollte er jetzt nicht denken. Draco sollte ihn nicht schon wieder so einfach rumkriegen. So blieb er erst mal auf ihm sitzen und sagte gar nichts, bis er etwas spürte, dass ihn beide Augenbrauen heben lies.
„Malfoy…“, fing er an.
„Ja Harry?“, fragte der zurück, anscheinend schien ihm die Situation nicht halb so viel auszumachen, wie Harry es gerne gehabt hätte.
„Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass dir das hier gefällt?“
„Was denn?“, fragte Draco unschuldig weiter.
„Dass ich auf dir sitze“, sagte Harry.
„Wieso denn?“
„Deshalb“, Harry rutschte ein Stück zurück und tippte mit seinem Zeigefinger auf Dracos Hose, unter der er jetzt eindeutig eine Wölbung sehen konnte.
„Ach das…“, Draco der auch sein anderes Handgelenk aus Harrys nachlassendem Griff befreit hatte, richtete sich auf, stützte sich mit den Händen auf der Tischplatte ab und sah zu Harry auf. „Da kann ich gar nichts dafür.“
„Ach, da ist auch Snape dran schuld, oder wie?“, fragte Harry sarkastisch.
„Nee, da bist ganz allein du dran schuld“, sagte Draco leise aber fest während er Harry noch immer ansah. Dann schlang er ihm die Arme um den Hals und küsste ihn, noch während er sich wieder nach hinten sinken lies, wobei er Harry einfach mit sich zog. Der umarmte Draco im letzten Moment, sodass er nicht allzu hart auf dem Tisch aufkam und konnte, wollte sich gar nicht gegen seine Küsse wehren, die plötzlich aufhörten. Stattdessen biss ihm Draco leicht in den Hals, wobei Harry überall eine Gänsehaut bekam.
„Hör…“, auf, wollte Harry eigentlich sagen, doch Draco hatte ihn herumgedreht, und ihm die Lippen verschlossen.
Dann, als er wieder zu seinem Hals wanderte, meinte er: „Nein, ich werde nicht aufhören. Ich muss dich doch bestrafen…“
“Sadist“, murmelte Harry, allerdings hätte es ihn im Moment auch nicht gestört, wenn Draco ihn mit Handschellen ans Bett gefesselt hätte. Die Tatsache, dass es hier kein Bett gab, und dass man bei dem Gedanken beinahe zu lachen beginnen konnte, übersah er schlichtweg.
Übergehen, dass Draco gerade an seinem Ohrläppchen knabberte, konnte er allerdings nicht. Verflucht, wieso machte dieser Kerl ihn so…schwach, an, wahnsinnig… das konnte man sich aussuchen. Vielleicht machte er auch alles gleichzeitig.
„Draco…“
“Hm?“, kam es nahe seiner Halsschlagader zurück.
„Was, wenn jemand reinkommt?“
„Mir doch egal“
Harry griff nach Dracos Gürtel, der überrascht aufsah. „Ist es dir auch egal, wenn jemand...“, er strich weiter nach unten. „…das hier sieht?“
Draco keuchte kurz auf, dann fasste er sich allerdings wieder und sah Harry leicht belustigt, teils gemeingefährlich an.
Schließlich meinte er: „Dann hast du allerdings das selbe Problem…“
Harry brauchte nicht an sich hinunter zu sehen, um zu wissen, dass Draco recht hatte und die Röte stieg ihm ins Gesicht. Was machte er da nur? Er hatte Draco gerade an die Hose gefasst!
Er rollte sich von ihm weg und fiel dabei beinahe vom Tisch.
„Was ist denn?“, fragte Draco und hielt ihn reflexartig fest.
„Wir sind krank“, sagte Harry.
„Also…“
„Zuerst streiten wir uns und dann…“
„Ach komm schon, ich find das nicht schlimm“, der Slytherin wollte Harry küssen, doch er drehte seinen Kopf weg.
„Ich aber. Was soll das sein? Zuerst hasse ich dich und dann fick ich dich?“, Harry war leicht aufgebracht, und er wusste selbst nicht so genau wieso. Doch. Er fand es erschreckend, dass ihn so was anmachte, und Draco anscheinend auch. Das war doch nicht normal… Ok, das was sie da trieben, hielten wahrscheinlich wenige Leute in Hogwarts für normal, aber die Umstände waren doch wirklich…
„Also gefickt haben wir bis jetzt noch nicht“, stellte Draco da fest, und holte Harry aus seinen Gedanken zurück. Na, ein Glück. Obwohl… ach, Klappe!
„Darum geht’s auch gar nicht“, sagte Harry müde. „Ich find das nur… gefühllos. Das ist alles.“ Ok, was hatte er erwartet? Gefühle zwischen Draco und ihm? Doch, eigentlich schon, denn sie waren da gewesen. Jedenfalls in letzter Zeit, aber jetzt wusste er auch nicht was los war.
„Ach komm schon Harry“, Draco drehte ihn wieder zu sich, machte aber keine Anstalten ihm sonst zu nahe zu kommen. „Sehe ich wirklich so aus, als würde ich dich noch hassen?“ Er sah ihm tief in die Augen und Harry schluckte. Nein, so sah er wirklich nicht aus.
Er schüttelte den Kopf. „Macht ja auch irgendwo Spaß“, murmelte er dann und lies seinen Kopf auf Dracos Schulter sinken, der ihn immer noch in den Armen hatte und ihn jetzt leicht an sich drückte. Da waren die Gefühle, die er haben wollte. Danke.
Neben ihm nickte Draco grinsend, dann wurde daraus ein Lächeln “ wo da auch immer der Unterschied war “ und er meinte: „Das ist allerdings auch… schön, Potter.“ Das hatte er sich natürlich nicht verkneifen können.
„Wixer“, murmelte Harry grinsend, entspannte sich aber trotzdem weiter.
„Jetzt fängst du schon wieder an!“, sagte Draco.
„Du hast ja angefangen!“, verteidigte sich Harry, dann mussten sie beide grinsen und schließlich war die Versuchung einfach zu groß und Harry küsste Draco vorsichtig auf den Mund, dann zog er sich wieder zurück und wollte sich eigentlich wieder an ihn kuscheln, da das Gefühl einfach zu schön war, aber Draco setzte sich auf.
„Wo ist denn das Buch?“, fragte er.
„Welches…? Ach das“, sagte Harry, und rutschte vom Tisch. Nachdem er es Draco gegeben hatte, sah er ihn sehnsüchtig an. Natürlich, im Bett war es bequemer, aber es hätte ihn auch nicht gestört, für den Rest seines Lebens auf diesem Tisch rum zu liegen, solange nur Draco neben ihm lag.
Der hatte das Buch inzwischen aufgeschlagen und suchte nach dem Zauberspruch, den Harry vorhin gefunden hatte.
„Der hört sich wirklich interessant an“, meinte er und Harry kletterte wieder auf den Tisch um sich dicht neben ihn zu setzen. Er lugte ihm über die Schulter.
„Der Vekatum Mefeste Zauber“, las Draco vor und überflog dann die Zeilen. „Kehrt alle gesprochenen Zauber um…“
“Ist ja genial“, meinte Harry. „Wieso kennen wir den nicht?“
„Weil er ziemlich gefährlich ist“, informierte ihn Draco. „Da steht, dass schon jemand gestorben ist, weil der, den er verzaubert hat, es herausgefunden hat, und einfach einen sehr starken Wiederbelebungs Zauber über ihn gesprochen hat “ na ja, das hat dann so ähnlich gewirkt wie der Avada Kedavra…“
Harry schluckte. Der Zauber war wohl doch nicht so toll. Aber praktisch währe er doch. „Gibt es einen Gegenzauber?“, fragte er Draco.
„Ja… Rekatum Mefeste, fast das selbe“, sagte Draco, und legte das Buch umgedreht auf den Tisch. „Das sollten wir Lupin zeigen.“
„Ja“, Harry nickte. „Aber vorher will ich noch…“, er zog Draco zu sich heran und küsste ihn, bis die Tür aufging.
Als Professor Lupin sie ansah, saßen sie schon wieder beide einen Meter voneinander entfernt auf dem Tisch und Draco hatte das Buch in der Hand… nur ihre Lippen waren noch rot und ihre Herzen pochten gegen ihre Rippen.
„Und? Was gefunden?“, fragte Lupin, nachdem er sie vom Tisch gescheucht hatte. Draco hielt ihm das aufgeschlagene Buch hin.
„Aja, der Vekatum…“, sagte Lupin. „Früher wurde der noch öfter verwendet, bis ihn einfach zu viele kannten und er praktisch nutzlos wurde. Aber er ist nicht so schwer, und nützlich könnte er auch sein. Gut gemacht!“ Er strahlte beide an, und nahm sie dann mit nach draußen, wo es gerade zur kurzen Pause läutete.
Harry kam sie viel zu lang vor. Er wollte endlich wieder in den Raum zurück, zu Draco auf den Tisch. Ron laberte ihn unterdessen voll, dass er es ohne Hermine nie geschafft hätte, seinen Patronus zustande zu bringen, und Harry wurde erst hellhörig, als er ihm erzählte, was für ein Tier es war. Eine Riesenspinne.
„Lupin hat gemeint, dass das vielleicht so ist, weil ich Angst vor Spinnen hab“, erklärte er Harry. „Und deshalb hab ich Respekt vor ihnen, weil sie für mich eins der bedrohlichsten Tiere sind. Und warum sollte mich nicht so ein ekliges Vieh beschützen?“ Es klang so, als hätte er es selber noch nicht wirklich geschnallt, aber das machte nichts. Harry verstand es, und er freute sich für Ron. Erstens, dass er einen Patronus geschafft hatte und zweitens, dass er jetzt vielleicht nicht mehr solche Angst vor Spinnen haben würde. Hoffentlich, es war schon manchmal mühsam, wenn Harry anrücken musste, um eine Spinne aus dem obersten Eckchen der Dusche zu entfernen.
Sogar die meisten anderen Schüler hatten es inzwischen geschafft, außer Neville, der aber immerhin schon Rauch fabrizieren konnte, und ein paar andere, die aber nicht mehr lange brauchen würden. Lupin war stolz auf seine Klasse, und eröffnete ihr sofort nach der Pause, dass sie nächste Stunde den einen oder anderen neuen Zauber lernen würden. Und er schickte Harry und Draco wieder in die Kammer zurück, was beide nur zu gerne mit sich geschehen ließen.
Sobald er die Tür wieder hinter sich geschlossen hatte, stürzte Draco sich auf Harry, der lachend hinter einem großen Bücherstapel in Deckung gehen wollte, und ihn dabei umstieß.
„Verdammt.“ Er hob die ersten Bücher auf und begann, sie wieder aufeinander zu stapeln. Draco kniete sich neben ihn, um ihm zu helfen.
„Sorry“, meinte er und Harry winkte ab, während er weiter Bücher vom Boden aufklaubte. Als der Stapel endlich wieder stand, ging Draco vorsichtig drum herum und nahm Harry an der Hand. Dann, in Sicherheit, vor zu vielen Büchern, die wieder umfallen konnten, küsste er ihn lange und drängend und Harry spürte, wenn er nicht bald damit aufhören würde, würde noch etwas dummes passieren.
„He, Draco…“, murmelte er in seinen Mund. Der sah ihn an. „Friss mich nicht auf.“
„Bist aber so lecker“, meinte der und wollte weitermachen.
„Draco!“
„Was ist denn jetzt schon wieder?“, fragte der langsam genervt.
„Nicht hier.“
„Was denn?“
Harry entfernte Dracos Hände von seinem Hemd, das schon bis zur Hälfte geöffnet war.
„Tschuldigung“, machte Draco verwirrt und begann, es wieder zuzuknöpfen, wobei er Harry weiterküsste. Schließlich lies er ganz von ihm ab und setzte sich wieder auf seinen Stuhl. „Sicherheitsabstand“, meinte er und Harry setzte sich grinsend auch an den Tisch.
Dann stand er allerdings wieder auf, um sich ein paar Bücher zur Ablenkung zu holen und Draco sah ihn an.
„Was hast du dann noch?“, fragte er.
Harry sah auf. „Ach, Alte Runen und Astrologie“, sagte Harry gelangweilt. „Schlafstunden. Und du?“
„Kräuterkunde“, sagte Draco genauso begeistert wie Harry und grinste dann. „Aber am Nachmittag hab ich endlich Quidditchtraining.“
„Glücklicher, da hab ich Kräuterkunde“, meinte Harry und wunderte sich darüber, über was für Scheiße sie sich gerade unterhielten. Dann huschte ein Grinsen über sein Gesicht. „Na viel Spaß beim Training. Justin hat uns letztens 5 Stunden lang gequält.“
Dracos Miene flaute ab. Er gab ein resigniertes Geräusch von sich und zuckte dann mit den Schultern. „Wenigstens gibt’s keine Aufgaben, oder glaubst du, dass Lupin uns was aufgibt?“
Harry zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, glaub nicht.“ Dann nahm er sich wieder ein Buch und begann, sich das Inhaltsverzeichnis anzusehen. Vielleicht fand er ja noch was Einleuchtendes, und wenn nicht, dann lenkte ihn das wenigstens von dem Drang ab, sich sofort auf Draco zu stürzen und ihn dort weitermachen zu lassen, wo er ihn vorhin so widerwillig gestoppt hatte.
Plötzlich fiel Harry was ein. „Sag mal, an was hast du eigentlich gedacht, als du deinen Patronus das erste mal erschaffen hast?“
Draco sah ihn mit schief geneigtem Kopf an. „Kannst du dir das nicht denken?“, fragte er.
„Naja, ich kann mir schon denken, dass ich es war“, Harry grinste. „Mich würde nur interessieren, was genau du dir vorgestellt hast…“
Über Dracos Gesicht breitete sich ein breites Grinsen aus. „Hm… vielleicht daran, dass du dich nicht gewehrt hast, als ich dich das erste mal geküsst habe? Du hast mich nicht mal verprügelt“, er grinste noch immer.
Harry sagte gar nichts. Seine Gedanken waren an diesen Abend zurückgewandert. Zuerst diese Sache mit seiner Narbe, dann hatte er Draco auch noch nackt gesehen…und dann das… Jetzt musste er auch grinsen.
„Was ist?“, fragte Draco.
„Wieso hast du dich da eigentlich vor mir ausgezogen?“, wollte Harry wissen und ihm entging nicht, dass Dracos Wangen unmerklich erröteten.
„Das frag ich mich auch“, meinte er. „Vielleicht wollte ich testen, ob das irgendwelche Reaktionen in dir auslöst… und das hat es!“, er grinste triumphierend.
„Jaja…“, grummelte Harry. „Das hättest du mir nicht antun solln. Ich war ganz fertig…“
„Hab ich gemerkt“, kicherte Draco und wurde dann schlagartig wieder ernst, als die Tür der Kammer aufging.
„Harry… Mr. Malfoy, ich brauch eure Hilfe“, sagte Lupin leise. Er sah etwas mitgenommen aus. „Neville hat es noch immer nicht geschafft und zwei aus deinem Haus auch“, sagte Lupin zu Draco. „Hermine versucht auch schon ihr bestes, aber irgendwie…“
Sie gingen zusammen aus dem Zimmer und Harry sah sofort Neville, der wie ein Häufchen Elend auf dem Boden saß. Hermine versuchte, ihn zu trösten und wurde dabei misstrauisch von Ron beobachtet. Als sie Harry kommen sah, tätschelte sie Neville noch mal den Rücken und ging dann zu Ron.
Harry setzte sich neben Neville und fuhr fort, ihm wie Hermine es getan hatte, die Schulter zu tätscheln.
„Ist ja nicht so schlimm“, meinte er schließlich. „Ich hab auch ewig gebraucht, bis ich’s geschafft habe.“
„Ja, aber du hast auch mit nem Irrwicht als Dementor geübt“, sagte Neville trübe und drehte seinen Zauberstab in seinen Händen. „Wenn ich das nicht mal so schaffe, wie soll ich’s dann schaffen, wenn auch nur ein einziger Dementor in meiner Nähe ist?“
Harry zuckte mit den Schultern, was Neville zum Glück nicht mitbekam. Dann kramte er in seinem Umhang und zog einen halb zerquetschten Schokofrosch hervor. Er hielt ihn dem kleinen blonden Gryffindor hin. „Hier, das soll gute Laune machen“, meinte er.
„Danke“, Neville wickelte den Frosch aus und steckte ihn sich in den Mund, dann drehte er die Sammelkarte um, und stöhnte auf. „Nicht schon wieder Dumbledore, den hat doch schon jeder zehn mal!“
Harry lachte auf, und auch Neville musste grinsen. Dann verfinsterte sich seine Miene allerdings wieder und er seufzte. „Ich weis auch nicht… mir fällt einfach keine Erinnerung ein, die glücklich genug wäre“, meinte er.
Harry hob die Augenbrauen. „Es muss ja keine Erinnerung sein. Du kannst dir auch was vorstellen…“
„Ach, das kann ich auch?“, fragte der Kleine mit großen Augen.
„Klar, was dachtest du denn?“, fragte Harry verblüfft. Da hatte Lupin doch nicht etwa Mist gebaut…
Neville schien schon zu grübeln. „Egal was?“, fragte er.
„Klar, solange es stark genug ist“, sagte Harry aufmunternd und sah zu, wie Neville mit entschlossener Miene aufstand, seinen Zauberstab fest umklammert. Er räusperte sich.
„Expecto Patronum“, sagte er, und wieder kam nur Rauch aus seinem Zauberstab. „Expecto Patronum!“, sagte er lauter, und da geschah es. Ein silbernes, Wesen brach aus seinem Zauberstab hervor, und alle Köpfe fuhren herum. Obwohl es nicht völlig klar war, erkannte man doch deutlich, was es war. Es war ein Einhorn. Wachsam blickte es sich im Raum um, wandte dann seinen Blick zu Neville, der schreckensbleich und gleichzeitig überglücklich dastand. Dann verschwand es.
„Verdammt“, machte Neville, als es weg war. Ein paar Gryffindors hatten zu klatschen begonnen und Hermine fiel ihm um den Hals.
„Super gemacht!“, meinte sie und strahlte dann Harry an. „Du solltest Lehrer werden.“
„Ach komm“, machte der nur und sah dann zu Draco, der bei Mark stand, mit einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht.
Endlich hatten es alle geschafft, als Harry, Hermine und Ron aus dem Verteidigungs-Klassenzimmer kamen. Diese zwei Stunden waren ihnen so lange vorgekommen, dass sie sich nicht vorstellen konnten, wie sie die nächsten zwei rumkriegen sollten. Doch auch irgendwie schafften sie das.
In Alte Runen wurde Ron öfter ermahnt, als in der ganzen letzten Woche davor, weil er laut überlegte, was er alles in seinem Aufsatz über Spinnen schreiben sollte, ob er auch Riesenspinnen erwähnen sollte usw. Bis Hermine ihn schließlich daran erinnerte, dass sein Patronus ja eine Riesenspinne war und das somit diese Frage wegfiel.
In Astrologie versuchte er sie dann zu überreden, mit ihm zu Hagrid zu gehen, um ihn zu bitten, ihre Spinne noch mal studieren zu können. Er war wirklich besessen.
Hermine war beim Mittagessen dann so genervt, dass sie mit Harry Platz tauschte, der daraufhin, Rons gute Vorsätze, nie wieder einer Spinne was zuleide zu tun, über sich ergehen lassen musste. Er seufzte, und nahm sich ein Bratwürstchen. Unwillkürlich musste er an Draco denken. Wurde er jetzt schon pervers oder was? Er überhäufte es mit Kartoffelpüree, bis es nicht mehr zu sehen war und hoffte, dass er über ein anders Thema nachdenken würde, wenn er es wieder freigelegt hatte.
Er sah zum Slytherintisch. Mark war gerade damit beschäftigt, Dracos Teller zu beladen, wahrscheinlich, damit er beim Training nicht schlapp machte. Draco sah ziemlich geschockt aus, als er seinen überfüllten Teller zurückbekam, und spießte ein Bratwürstchen auf seine Gabel. Harry sah weg. Verdammt.
Hoffentlich konnte er Draco heute wieder sehen. Sonst würde er schon kranke Gedanken bekommen, wenn er Ron ansah. Sahen seine Haare besser aus als sonst? Mist.
Harry beschloss, dass es eine gute Idee war, sich mit Kartoffelpüree voll zuschaufeln und das Bratwürstchen geflissentlich klein zuschneiden. Dann nahm er sich noch eines und machte das selbe damit, bis Ron ihn komisch ansah. Dann fragte er ihn, ob er einen Muffin wollte. Ron sollte magischer Muffinbäcker werden, vielleicht gabs so was ja. Harry nahm den Muffin an und unterbreitete Ron seinen Vorschlag, der ihn für völlig behämmert hielt. Dann meinte er, dass er unbedingt in die Bibliothek musste, um sich Bücher über Riesenspinnen auszuborgen. Harry schlug vor, in den Verbotenen Wand zu gehen, woraufhin Ron Hermine fragte, ob sie mitgehen wollte. Sie wollte und so saß Harry zwei Minuten später, mit einem halben Muffin in der Hand, alleine am Gryffindortisch. Naja ok, die meisten anderen waren auch noch da, aber seine beiden besten Freunde waren weg und Draco kämpfte am andern Ende der Halle mit seinem dritten Würstchen.
Harry stand auf und verschwand mit einem Seitenblick auf Draco aus der großen Halle. Konnte er ihn heute überhaupt noch wieder sehen? War er sicher nicht viel zu fertig vom Training? Das hätte Harry gut verstanden…
Unschlüssig, was er jetzt tun sollte, latschte Harry in seinen Gemeinschaftsraum und lies sich dort in einen Sessel vor dem Kamin fallen. Es war frustrierend Ron und Hermine ständig um sich zu haben, wo er doch Draco nicht mal eine Weile anstarren konnte, ohne dass das irgendwem spanisch vorkommen würde. Natürlich, die Zeit mit Draco war wie im Himmel, aber den Rest konnte man einfach vergessen. Harry wunderte sich selbst darüber, warum er auf einmal so schlecht gelaunt war, ändern konnte er es kaum.
Vielleicht sollte er auch mal ein Gedicht schreiben, wie Draco. Ob so was wirklich half? Aber er war ja kein dreizehnjähriges verliebtes Mädchen, das Liebesgedichte schrieb. Draco allerdings auch nicht.
So nahm Harry sich eine Rolle Pergament und seinen Federkiel aus seiner Tasche und saß brütend vor dem Feuer, das ab und zu leise knisterte und knackste. Ihm fiel nichts ein. Schließlich verwarf er die Idee wieder, verstaute seine Sachen in seiner Tasche und stand auf. Wann begann Kräuterkunde endlich? Und wann war Draco endlich mit dem Training fertig?
Harry lies sich wieder in den Sessel fallen und wartete eine geschlagene Stunde, bis Ron und Hermine endlich wieder aus der Bibliothek zurückkamen. Wie es aussah hatten sie noch einen Abstecher zum See gemacht, oder zum Quidditchfeld, denn Ron regte sich lauthals darüber auf, was für ein Lackaffe Malfoy doch war. Sollte er reden. Harry war eingenickt und war so ziemlich muffelig, als sie sich auf den Weg zu den Gewächshäusern machten.
Dort wartete Professor Sprout schon auf ihre Klasse, bewaffnet mit einem Haufen kleiner Plastikgießkannen und einem noch größerem Haufen Topfhandschuhen. Alle sahen sie fragend an, bis sie zu Sprechen begann.
„Schönen Nachmittag“, meinte sie, während sie sich ein Paar Handschuhe überzog. „Ihre erste Aufgabe heute wird sein, Miesepetrige Stinkmupfeln zu gießen. Diese Pflanzen sind, wie der Name schon sagt, äußerst reizbar und ihre Blätter sondern eine stinkende und ätzende Flüssigkeit ab. Sie müssen sie allerdings hochheben, da sie nicht mit Wasser in Berührung kommen sollten. Hierfür bekommt jeder ein Paar Handschuhe.“ Sie wedelte damit in der Luft herum und rief dann die Schüler dazu auf, sich zu bewaffnen, wie sie so schön sagte.
Harry, Ron und Hermine stiefelten nach vorne, zogen sich umständlich die klobigen Topfhandschuhe an und holten sich dann noch eine Gießkanne, die sie von Sprout gefüllt bekamen. Mit beiden Händen seine Gießkanne umklammernd, machte Harry sich daran, die erste Pflanze zu gießen. Als er ein Blatt hoch hob, konnte er ein leises Fauchen hören.
„Meine Güte, ich lass dich ja gleich wieder in Ruhe!“, sagte er kopfschüttelnd und machte sich auf den Weg zur nächsten. Nach der dritten Stinkmupfel klebte seine Gieskanne an seinen grünlich eingefärbten Handschuhen, die stanken, als hätte er damit 50 nasse Hunde gestreichelt um sie danach ihn einer Toilette zu waschen.
Er schüttelte sich, als er endlich fertig war, und so ging es auch den anderen.
Den Rest der verbliebenen zwei Stunden verbrachten sie wieder damit, ihre Zutaten für Zaubertränke zu züchten. Die Klasse rupfte Unkraut, beschnippelte kleine Büsche, die sich boxend wehrten und säten Samen in winzige Blumentöpfe. Zwischendurch schaute Harry mal auf und bildete sich ein, jemanden am Gewächshaus vorbeifliegen zu sehen. Das konnte doch nicht Draco auf seinem Besen gewesen sein?
Nach dieser Sichtung war er abwesend, verstreute Blumenerde und vergas, den Wasserschlauch abzudrehen.
Schön und gut, schließlich hatten sie es doch geschafft und bevor Ron auch nur den Mund aufmachen konnte, verkündete Harry, dass er der erste im Bad sein würde.
Unter der dampfenden Dusche angekommen, musste Harry sich mächtig zusammenreißen, nicht irgendwelche Dinge mit sich anzustellen, bei dem Gedanken an Draco. Was war denn heute nur mit ihm los? War Vollmond, oder hatte er sich einfach nur zu lange keinen… ok, jetzt ging es wirklich zu weit. Harry drehte die Dusche auf eiskalt und hätte um ein Haar aufgeschrieen, als das Wasser seine Haut berührte.
„Verdammt“, zitternd stieg er aus der Dusche, suchte nach einem Handtuch und verschwand schleunigst in den Schlafsaal, um sich was anzuziehen.
Ron wartete schon ungeduldig und hechtete an Neville vorbei ins Bad, der sich grummelnd wieder auf sein Bett verzog um zu warten, bis auch Ron endlich fertig war.
Als der endlich aus dem Bad zurückkam, hatte Harry sich angezogen und las in seinem Buch über Quidditch. Das hieß, er versuchte, zu lesen, schaffte es allerdings nicht wirklich sich auf die Sätze, geschweige denn auf die einzelnen Wörter oder Buchstaben zu konzentrieren. Erleichtert setzte er sich auf, als Ron sich angezogen hatte.
„Und, gehen wir Abendessen?“, fragte er ihn.
Ron sah ihn skeptisch an. „Was ist denn mit dir los?“, fragte er.
„Ich hab Hunger!“, sagte Harry, als sei es die normalste Sache auf der Welt, die es genauso genommen ja auch war.
„Aja“, machte Ron nur und ging dann die Stufen in den Gemeinschaftsraum hinunter.
Hermine schien auch schon auf sie zu warten, wie immer mit einem Buch auf dem Schoß. Als sie Ron und Harry erkannte, stand sie auf und hauchte Ron einen Kuss auf den Mund. Harry sah weg.
Er wollte endlich zu Draco, und wenn es das letzte war, was er an diesem Tag tun würde.
Als sie in der großen Halle ankamen, war er der Erste nach dem er Ausschau hielt, doch Draco war noch nicht da.
Mit hängendem Kopf schlurfte Harry seinen zwei Freunden hinterher, und lies sich neben Ron an der langen Tafel nieder. Dessen Wissensdurst über Riesenspinnen hatte sich nach dem Ausflug in die Bibliothek etwas beruhigt und somit sah das Abendessen versprechend ruhig aus. Naja, eigentlich war es ganz und gar nicht ruhig, denn Harrys Blicke schweiften alle paar Sekunden zur Tür, auf der Suche nach einem blonden Slytherin. Ron schien das auch schon langsam aufzufallen.
Er sah Harry von der Seite an. „Harry?“
„Hm?“, machte der nur und wandte sich schweren Herzens vom Torbogen ab, unter dem gerade zwei Hufflepufs vorbeigekommen waren.
„Aus welchem Haus ist sie?“
Harry drehte sich langsam zu Ron, der sich schon mal vorsichtshalber duckte. „Aus Slytherin“, sagte er.
„Was?!“, entfuhr es seinem besten Freund und er starrte ihn unverhohlen an.
„Ach Ron, verstehst du jetzt, wieso ich dir nichts sage? Schau dir mal deine Vorurteile an!“, Harry sah wieder zum Eingang der großen Halle und sein Herz machte einen mächtigen Hüpfer. Draco war endlich da.
Ziemlich erschöpft, aber auch zufrieden aussehend, ging er zu seinem Tisch und lies sich neben Mark fallen, der ihm auf die Schulter klopfte. anscheinend hatten sie ein recht erfolgreiches Training hinter sich.
„Dann eben nicht“, murmelte Ron neben ihm beleidigt und Harry sah ihn verblüfft an. Dann zuckte er allerdings mit den Schultern. Wenn er es unbedingt wissen wollte, dann sollte er wirklich mal mit seinen Vorurteilen aufräumen. Obwohl… selbst Hermine würde ihn für geistesgestört halten, würde er ihr erzählen, dass er was mit Draco Malfoy hatte. Deswegen erzählte er eben gar nichts und lies seine Freunde weiterhin vermuten, dass er was mit irgendeinem stinknormalen Mädchen hatte. Das war hundertmal besser, als das sie die Wahrheit herausfanden. Harry schüttelte sich. Das würden sie sowieso früher oder später. Hermine war nicht dumm, und Ron war einfach zu neugierig, als dass er Harry einfach so wegkommen lies.
Vorsichtig sah er zum Tisch der Slytherins und wieder begann sein Herz schneller zu klopfen. Gott, wenn Ron das wüsste… er würde ihn umbringen.
Schnell schaufelte Harry sich eine Ladung Spaghetti auf seinen Teller und begann dann, darin rumzustochern. Wirklich viel hinunter bekam er nicht, was wohl an seiner heutigen Vollmondstimmung lag, obwohl gar keiner war. Ron schien ihn wieder heimlich zu beobachten, denn er bekam mit, wie Hermine sich plötzlich aufregte, er solle sie auch doch mal beachten. Diese Gelegenheit nütze Harry, um wieder einen Blick auf Draco zu werfen. Hätten seine Augen Funken sprühen können, hätten sie es sicher getan, so konnte Harry nur hoffen, dass Draco auch so bemerkte, dass er ihn ansah. Und tatsächlich, er tat es. Er blickte auf und sah genau Harry an, der es nicht für möglich hielt, dass sein Herz noch schneller in ihm pochen konnte. Einen Augenblick legte Draco den Kopf leicht schief und biss sich auf die Lippen, was Harry die Hitze ins Gesicht und noch woanders hin trieb, dann sah er schleunigst wieder weg.
Ron hatte anscheinend bemerkt, dass irgendwas passiert sein musste, denn er stieß Harry an. „Ist sie schon da?“, fragte er.
„Wer?“, fragte Harry zurück und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Blödmann“, sagte Ron nur und wandte sich hocherhobenen Hauptes, Hermine zu, die nur mit den Schultern zuckte. Anscheinend schien sie Rons Neugierde nicht so sehr zu teilen, wie er es gerne gehabt hätte.
Nachdem Harry, wie es ihm vorkam, eine halbe Ewigkeit in seinem Teller herumgestochert hatte, stand Draco endlich betont langsam von seinem Tisch auf. So dass jeder ihn gut sehen konnte. Oder bildete sich Harry das in seinem Liebeswahn “ oder was es auch immer war “ nur ein? Nein, es stimmte, für einen Augenblick, sah Draco ihn eindringlich an, dann verabschiedete er sich von Mark, der noch bei seiner zweiten Portion Nachspeise saß. Sobald Draco aus der Halle verschwunden war, erhob sich auch Harry.
„Bist du schon fertig?“, fragte Hermine mir einem fragenden Blick auf seinem Teller.
Harry zuckte mit den Schultern. „Hab keinen Hunger mehr, und ich dachte mir, vielleicht geh ich noch fliegen, solange es noch hell ist.“
Unruhig trat er von einem Fuß auf den anderen.
„Na dann viel Spaß mit deinem Besen“, Ron machte zwei Gänsefüßchen in der Luft und bekam von Hermine eins zwischen die Rippen.
„Bis später“, meinte sie, und winkte Harry, der schon auf dem Weg aus der Halle war. Noch nie waren ihm die Gänge der Kerker so lange und verzweigt vorgekommen, und als er endlich vor Dracos Schwanenportrait ankam, hatte er schon fast nicht mehr dran geglaubt.
„Schnatz“, murmelte er, und schlüpfte am Portrait vorbei, um an der Tür zu klopfen. Das brachte er gerade noch so zustande.
Als kaum zwei Sekunden später ein „Herein“, ertönte, musste er sich zusammenreißen, nicht die Tür aufzureißen und ins Zimmer zu stürmen. Stattdessen drückte er die Klinke bedacht herunter, und betrat den Raum, sich nach Draco umsehend. Der stand gerade vor seinem Schreibtisch und zündete sich eine Zigarette an.
„Hi, Harry“, sagte er und nahm die Zigarette aus dem Mund. Er hätte sich am liebten auf den Slytherin gestürzt.
„Hi“, machte Harry, ein Zittern in seiner Stimme unterdrückend. Wann hatte er sich das letzte mal… das war doch noch bei den Dursleys gewesen! Am Tag vor der Abreise nach Hogwarts. Kein Wunder, dass er am durchdrehen war. Aber das gehörte jetzt nicht hierher, obwohl diese Situation es ja noch viel schlimmer machte.
„Zigarette?“, fragte Draco und Harry nahm ihm seine aus der Hand.
„Danke“, er grinste ihn an. Draco kramte kopfschüttelnd eine neue aus der Packung und Harry zündete sie an. „Wie war das Training?“, fragte er. Smalltalk war immer gut zur Ablenkung. Jedenfalls hatte es in Lupins Hinterkammer geholfen.
„Anstrengend“, meinte Draco und lehnte sich gegen die Schreibtischkante. „Mark hat uns immer und immer wieder die selben Manöver fliegen lassen. Und der Schnatz war heute überhaupt verflixt.“
Harry grinste. Das kannte er irgendwoher. Dann sah er Draco leicht unsicher an: „Soll ich dann überhaupt hier bleiben? Willst du nicht lieber schlafen?“
„Schlafen?“, wiederholte Draco. „Um die Urzeit doch nicht… Solange du mich nicht ans Ende meiner Kräfte treibst, hab ich nichts gegen deine Gesellschaft…“ Sein Blick blieb an Harrys Augen hängen, der zurückstarrte.
„Na dann“, meinte Harry leicht heiser und machte einen Schritt auf Draco zu, der griff in seinen Nacken und zog ihn zu sich heran. In Harry loderte etwas auf, als sich ihre Lippen berührten, und der Kuss der folgte, schien seinen ganzen Körper zu verzehren. Als Harry wieder einen Schritt Abstand zwischen sie brachte, weil er dachte er würde sonst wahnsinnig werden, lies Draco seine Hand liegen wo sie war und sah ihn an, während er an seiner Zigarette zog.
„Ich…“, fing er an, dann stockte er und sah weg. Harry dämpfte seine Zigarette aus und drehte Dracos Gesicht wieder zu sich, um ihm in die Augen zu sehen. Draco verbannte ebenfalls seine Zigarette in den Aschenbecher und legte seine zweite freie Hand ebenfalls um Harrys Hals. Harry hatte seine Arme und Dracos schmale Taille geschlungen und hätte ihn im Moment am liebsten nie wieder losgelassen, so ein unbeschreiblich gutes Gefühl war das.
„Was ist?“, fragte er seinen Gegenüber schließlich, als er nicht weiter sprach.
„Nichts“, Draco schüttelte den Kopf. Dann sah er Harry wieder an. Sie waren genau gleich groß. „Wolltest du mich nicht küssen?“, fragte er.
„Wollte ich das?“, fragte Harry zurück. Dann musste er grinsen, bis er sich nicht mehr zurückhalten konnte und wieder ernst wurde. „Stimmt“, sagte er und zog Draco noch näher an sich heran, wenn das überhaupt noch möglich war. Er war ihm so nah, dass er seinen Atem auf seinen Lippen spüren konnte, jede Farbfacette in diesen sturmgrauen Augen sah, jede Faser seines Körpers zu spüren glaubte.
Draco überwand den letzten, minimalen Abstand zwischen ihnen, und als sie sich schließlich wieder küssten, hatte Harry das Gefühl, als würde sich das ganze Zimmer um sie herum zu drehen beginnen. Er wäre gestrauchelt, hätte Draco ihn nicht so fest gehalten.
„Ich will mit dir ins Bett“, flüsterte Draco an seinem Ohr.
„Was?“
„Nicht so“, Draco hätte fast aufgelacht, dann verdrehte er allerdings nur die Augen. Er drängte Harry nach hinten, bis er mit den Beinen gegen die Bettkante stieß und von dem Slytherin in die Kissen gedrückt wurde. Ihre Küsse hatten sie bis dahin kaum unterbrochen, und auch als Draco anfing, Harrys Hemd aufzuknöpfen, lies er ihn nicht zu Atem kommen. Harry beschloss schließlich, dass er das selbe eigentlich mit Draco vorgehabt hatte und zog ihm kurz entschlossen, sein T-Shirt über den Kopf, welches sich zu Harrys Hemd gesellte, das zerknüllt auf dem Boden lag.
Es brachte Harry fast um den Verstand, Dracos nackten Oberkörper auf seinem zu spüren und am liebsten hätte er ihn überall angefasst, doch das konnte er nicht machen. Oder? Machte Draco nicht genau das selbe mit ihm? Harry erschauderte, als Dracos Hände über seinen Rücken streichelten, schmetterlingsgleich über seinen Bauch flatterten und an seinem Gürtel hängen blieben. Nicht schon wieder, dachte sich Harry. Konnte Draco nicht mal damit aufhören, so gemein zu ihm zu sein? Er konnte nicht mal mehr klar denken!
So merkt er auch nicht, dass Draco ihm die Hose aufknöpfte und sie von seinen Beinen strich. Er merkte nur, dass er dasselbe bei Draco tat, etwas abgelenkt durch die Beule in dessen Boxershorts und verwundert darüber, wo dieser Kerl schon wieder seine Socken gelassen hatte.
Er küsste Draco wieder, vergrub seine Hände in diesen wunderbar weichen Haaren, spürte Dracos Hände an seiner Schulter und an seiner Wange, hätte am liebsten losgeheult vor Glück. Doch Draco lies solche Gefühlsregungen gar nicht zu, verschwand an seinem Hals um Harry sein letztes Fünkchen Verstand zu rauben “ falls er überhaupt noch welchen besaß. Oder versuchte Draco gerade, ihn aus seinem Hals zu saugen? Harry wusste es nicht, es war ihm auch egal. Es wäre ihm auch egal gewesen, wenn ganz Hogwarts jetzt abgebrannt wäre, solange dieses Zimmer mit Draco bestehen blieb.
Irgendwann, es schienen Stunden vergangen zu sein, hörten sie auf, sich zu küssen. Harry war ganz außer Atem, dieser Kerl schaffte ihn wirklich. Draco lag neben ihm auf dem Rücken und hatte die Arme hinter seinem Kopf verschränkt. Die Decke lag längst bei ihren Klamotten auf dem Boden. Harry versuchte, Draco unauffällig zu betrachten, so wie er da lag, nur mit seinen schwarzen Boxershorts bekleidet. Er konnte nicht umhin, die Mädchen in Hogwarts zu verstehen, die dem Slytherin immer scharenweise nachgelaufen waren. Von falschem Stolz konnte da keine Rede sein. Allerdings bezweifelte er, dass auch nur ein Bruchteil von ihnen Draco halb nackt gesehen hatte. Oder doch? Das musste er bei Gelegenheit herausfinden. Aber hatte Draco nicht selbst gesagt, dass er keine Erfahrung mit Beziehungen hatte? Doch Harry stellte resigniert fest, dass der Blonde neben ihm jedes Mädchen in der Schule flachgelegt haben könnte, und trotzdem hatte das nichts mit Beziehungen zu tun. War Draco überhaupt noch Jungfrau? Harry stieg die Hitze ins Gesicht, als er sich Draco im Eifer des Gefechts vorstellte. Hör auf damit!, schollt er sich selbst.
In diesem Moment setzte sich der Junge, um den sich seine Gedanken drehten, mit einem Ruck auf. Enttäuscht sah Harry ihm nach, wie er sich von der Bettkante schwang, und zum Schreibtisch ging, um Zigaretten zu holen. Keine Knutschereien in den nächsten zehn Minuten.
Draco kam zurück “ Harrys Blicke flitzen über jeden Zentimeter seines Körpers “ und bot Harry eine Zigarette an, der sie jetzt bitter nötig hatte. Nachdem Draco sie angezündet hatte, lies er sich neben Harry auf das Bett fallen, stand aber gleich darauf wieder auf, um den Aschenbecher zu holen. Harry überlegte währenddessen fieberhaft, was er sagen sollte. Es war gar nicht so einfach, jetzt wieder zu reden, wo sie doch in der letzten Zeit mit ganz anderen Sachen beschäftigt gewesen waren. Doch Draco, nahm ihm das Grübeln ab, als er den Aschenbecher zwischen sie stellte, und Harry ansah.
Nachdem er einen Zug von seiner Zigarette genommen hatte, was Harry mit verhohlenem Interesse mitverfolgte, fragte er: „ Sag mal Harry, wie viele Freundinnen hattest du eigentlich schon?“
Der sah ihn eine Weile verblüfft an, weil das ja genau das war, was er eigentlich von Draco wissen wollte. Dann fiel ihm siedendheiß ein, dass es außer Cho kein Mädchen in seinem Leben gegeben hatte. Er räusperte sich. „Ähm… Eine?“ Harry sah zu Boden. Wieso fragte ihn das ausgerechnet der Kerl, der ihn mindestens um das Zehnfache übertraf?
„Wen?“, fragte Draco da und Harry wunderte sich, dass er nicht in lautes Gelächter ausbrach.
„Cho Chang“, gab er ihm die schwache Antwort.
„Aus Ravenclaw?“, fragte Draco weiter und Harry nickte.
„Sag bloß, das hast du nicht mitgekriegt“, meinte er dann.
„Doch, das hat doch jeder mitgekriegt“, sagte Draco und winkte ab. „Das war die Einzige?“, aha, das wollte er also wissen - was denn auch sonst.
„Ja“, Harry nickte wieder und schämte sich in Grund und Boden.
„Sonst hattest du mit keiner was? Nicht mal mit Weasleys Schwester?“, tat Draco nur so überrascht oder war er es wirklich?
„Nein“, Harry schüttelte den Kopf und überhörte das `Weasley` geflissentlich.
Draco hatte unterdessen vor lauter Verblüffung ganz vergessen, seine Zigarette abzuäschern und so fiel die Asche auf den Boden. Er blies sie weg. „Das hätte ich nicht gedacht“, brachte er schließlich hervor. „Du bist doch Harry Potter, dir müssten doch alle scharenweise hinterherlaufen!“
„Das heißt nicht, dass ich alles nehme, was hinter mir her rennt“, sagte Harry. „Außerdem stimmt das gar nicht.“
„Ach komm schon“, Draco hob beide Augenbrauen. Wahrscheinlich war das der Trick, wie er alle Mädchen schwach machte. Bei Harry klappte es jedenfalls, und er war doch angeblich gegen so vieles immun. „Du hättest diese ganzen Hühner vor dem Weihnachtsball letztes Jahr erleben sollen. Sogar Pansy hat überlegt, ob sie dich fragen soll!“
„Die war doch mit dir dort“, Harry verstand nicht, worauf der Slytherin hinauswollte.
„Ja, aber nur weil ich erstens, ein Malfoy bin, und zweitens, sie sich dann gedacht hat, dass sie dich nicht fragen kann, weil du in Gryffindor bist. Das ist alles“, Draco zuckte mit den Schultern. „Übrigens wollten alle Mädchen mit denen ich was hatte, zuerst was von dir, aber dann nehmen sie mich, weil sie glauben, dass sie an dich sowieso nicht rankommen.“ Harry starrte Draco ungläubig an, dann beschloss er, das Gespräch endlich mal in die für ihn richtige Richtung zu lenken.
Er sah zurück. „Wieso, mit wie vielen Mädchen hier in Hogwarts hattest denn du schon was?“, ja, das war die perfekte Frage gewesen.
„Puh…“, Draco stieß den Rauch aus und Harry zündete sich resigniert eine neue Zigarette an. „Keine Ahnung… So vielleicht… Was zählst du denn dazu und was nicht?“, fragte er.
Harry lies die Schultern hängen. „Ok, fangen wir klein an “ wie viele hast du geküsst?“
„Ähm…“, Draco schien ernsthaft zu überlegen, solange, bis Harry es nicht mehr aushielt.
„Ich hab schon verstanden“, meinte er und überlegte, ob er fragen sollte, oder nicht. Was hatte er schon zu verlieren, also los. „Dann machen wirs eben andersrum: …“, Harry holte tief Luft. „Mit wie vielen hast du schon geschlafen?“
Auch diesmal schien Draco, leicht überrascht über Harrys direkte Frage, etwas zu überlegen, doch schließlich, endlich, kam er zu einem Entschluss. „So… Ne, warte mal…“, er stoppte und begann dann doch allen Ernstes, an den Fingern abzuzählen und vor sich hinzumurmeln. Harry wurde leicht flau im Magen, als er die zweite Hand hinzu nahm.
„Acht“, stellte er dann fest und Harry war fast erleichtert, dass es nicht mehr als zehn waren. Dann wurde ihm erst wieder bewusst, über was sie gerade sprachen, und er lies sich ein „Oh Gott“, murmelnd, nach hinten in die weichen Laken fallen.
„He, was?“, Draco beugte sich über ihn und als er Harrys Gesicht sah, huschte ein Malfoy “ typisches Grinsen über seine Züge. Er meinte, während er sich auf Harry legte: „Was erwartest du? Ich bin eben ein Malfoy…“, Harry entging das verräterische Glitzern in seinen Augen nicht, das Kribbeln überall in seinem Körper und eine Gänsehaut, seinen Rücken entlang, auslöste. Acht “ ein Wunder dass es nicht Achtzig waren.
Er lies zu, dass Draco ihn küsste, dass er seine ganzen Gefühle noch schlimmer machte. Doch schließlich schob er ihn von sich runter.
„Ich war noch gar nicht fertig“, meinte Harry.
„So?“, Draco hob wieder eine Augenbraue. „Was willst du denn noch wissen?“
„Wann und mit wem war dein erstes Mal?“, Harry wunderte sich über sich selbst, wo er auf einmal den Mut hernahm, Draco das alles zu fragen. Musste wohl doch was dran sein, dass der sprechende Hut ihn nach Gryffindor gesteckt hatte.
„Gott…“, diesmal lies Draco sich der Länge nach nach hinten fallen. „Erinnere mich nicht daran…“
„Wieso, wars so schrecklich?“, fragte Harry nach.
„Es war mit Pansy!“ Das erklärte wohl alles. „Sie hat sich eingebildet, sie muss die ganze Zeit stöhnen, was mich dermaßen abgeturnt hat, dass ich ewig gebraucht hab!“, Draco schüttelte sich.
„Igitt“, machte Harry nur und der Blonde nickte nur selbstmitleidig. Dann huschte ein Grinsen über sein Gesicht. Harry spürte, dass er jetzt von sich ablenken würde. Kein Wunder, würde er auch machen, bei der Erinnerung.
„Wie wird das glaubst du mit Weasley und Granger?“, meinte er und setzte sich wieder auf, um sich eine Zigarette zu nehmen.
„Hör auf, das will ich gar nicht wissen!“, sagte Harry und nahm ihm die Zigarettenpackung aus der Hand. „Allerdings trauen die sich doch noch nicht mal mehr, als Händchenhalten und Küssen.“ Harry schüttelte erneut den Kopf. Wie sollten sie auch sonst was anderes anstellen, sie hatten ja kein eigenes Zimmer so wie Draco.
Der stieß Harry gerade an. „He…“
„Hm?“, Harry sah leicht verwirrt in Dracos sturmgraue Augen und fand sich gleich darauf in einem Kuss wieder. Einem Kuss, der einfach zu gut war, um damit aufzuhören. Und auf ihn folgte ein nächster und noch einer und noch einer… Harry und auch Draco schienen die Welt um sich herum zu vergessen und nur einmal wandte sich der Slytherin von Harry ab, um die Decke vom Boden aufzuklauben und über sie zu ziehen. Langsam, wurde es doch kalt, vor allem, wenn man so wie sie beide, nicht gerade viel anhatte.
Wieder schienen wahre Ewigkeiten zu vergehen, bis sie wieder voneinander abließen. Diesmal, weil es Harry zu brenzlig wurde. Wie hielt Draco das nur aus? Sein ganzer Körper brannte, jede Stelle, wo Draco ihn berührt, geküsst hatte. Oh Himmel.
„Und du wunderst dich, wieso die Mädchen dich mir vorziehen?“, machte Harry erschöpft und angelte sich ein Kissen vom Boden.
Draco hob eine Augenbraue. „Das ist nur, weil ich leichter zu haben bin als du.“
„Glaub ich nicht“, Harry hatte das Gefühl, einen Ventilator gebrauchen zu können. Und eine kalte Dusche, wäre sowieso schon längst angebracht gewesen, doch Draco schienen Harrys Ausbeulungen nicht zu stören, genauso wenig, wie Harry Dracos störten. Dennoch warf er die Decke zur Seite und ging leicht fröstelnd ins Bad.
Nachdem Harry die halbe Wasserleitung ausgesoffen hatte, jedenfalls hatte er das im Gefühl, klatschte er sich Wasser ins verschwitzte Gesicht und sah in den Spiegel. Nein.
„Draco!“, Harry starrte sich im Spiegel an und zwei Sekunden später, tauchte der Gerufene auch schon hinter ihm auf.
„Was ist denn los?“, fragte er und klang dabei fast besorgt.
„Du hast mir einen Knutschfleck gemacht!“, Harry wies auf seinen Hals. „Ach was red ich, ich seh aus, als hätte ein Vampir versucht, mich aufzufressen!“
„Ups“, über Dracos Gesicht huschte ein Grinsen. „Also normalerweise…“
„Machst du das nicht, ja, kann ich mir denken“, unterbrach Harry ihn ungeduldig. „Ich kann doch nicht mit nem Schal durch die Schule rennen! Dazu ist es viel zu früh!“
„Reg dich ab“, Draco verschwand kopfschüttelnd aus dem Bad und kam gleich darauf mit seinem Zauberstab wieder. „Komm her.“ Er zog Harry zu sich und hob den Zauberstab an seinen Hals, doch im letzten Moment hielt Harry ihn zurück. Natürlich, der Curate “ Zauber, dass er da nicht selber dran gedacht hatte.
„Nicht“, sagte er.
„Hä, wieso? Du willst es doch weghaben“, machte Draco verständnislos.
Harry schüttelte den Kopf. „Nee, jetzt hab ich einmal im Leben einen Knutschfleck von Draco Malfoy, da behalt ich den gefälligst auch!“, er grinste den verdutzten Draco an. Dann musste der auch grinsen.
„Ok, wie du meinst“, er wollte seinen Zauberstab wegstecken, doch das ging schlecht, da er noch immer seine Boxershorts anhatte.
So schmiss er ihn nur aufs Bett, wo Harry gerade seine Sachen zusammensuchte.
„Wo willst du denn hin?“, fragte Draco, der anscheinend noch nicht auf die Uhr gesehen hatte.
„In meinen Schlafsaal, es herrscht schon seit einer Stunde Ausgangssperre“, sagte Harry, während er in seine Hose schlüpfte. Er wollte selbst nicht gehen, aber Ron und Hermine würden ihm sonst die Hölle heiß machen, vorausgesetzt, sie waren nicht mit etwas anderem beschäftigt.
Dracos Blick war zur Uhr geflogen und er nickte. Dann machte er sich auf die Suche nach seinem T-Shirt, das er schließlich unter seinem Bett fand. Harry hatte sich unterdessen fertig angezogen und Draco folgte ihm zur Tür.
„Bis morgen“, sagte er, und öffnete Harry die Tür, der hindurchschlüpfte.
„Gute Nacht“, sagte der Gryffindor, als das Portrait vor ihm zur Seite schwang.
„Nacht“, Draco hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen und Harry verschwand in der Finsternis des Ganges.
Noch nie war ihm das Schloss um diese Uhrzeit so dunkel, so einsam und verlassen vorgekommen. Sogar über Mrs. Norris hätte er sich jetzt eventuell gefreut, einfach um zu wissen, dass noch jemand außer ihm am Leben war. Doch nichts, die Gänge blieben ruhig und ausgestorben, etwas für das er in den letzten Jahren dankbar gewesen wäre. Jetzt fand er es einfach nur beklemmend.
Harry atmete auf, als er in das warme Licht seines Gemeinschaftsraumes eintauchte, das knisternde Holz im Kamin hörte, und die flauschigen Ohrensessel sah. Doch etwas fehlte hier, eindeutig. Und es waren sicher nicht Ron und Hermine, die gerade auf ihn zugestürmt kamen.
„Von wegen fliegen, ja?“, sagte Hermine böse und hatte die Hände in ihre Hüften gestemmt.
„Hab ich dir doch gesagt!“, Ron stand hinter ihr und schien das alles eher lustig als ärgerlich zu finden. Dann sah er Harry neugierig an. „Wie wars denn…?“, fragte er, dann fiel sein Blick auf Harrys Hals, und Harry glaubte, Ron noch nie mit so großen Augen gesehen zu haben.
Hermine folgte dem Blick ihres Freundes und ihr Mund klappte auf. „Was hast du…?“, sie wies auf Harrys Hals, dem der Knutschfleck erst jetzt wieder mit Genugtuung einfiel.
„Was hat sie gemacht??“, verbesserte Ron sie starrte Harry an.
„Sie?“, Harry konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. „Gar nichts…“
„Tut das nicht weh?“, fragte Hermine schließlich, doch Harry schüttelte den Kopf.
„Nee…“, er konnte nichts dagegen tun, irgendwie war er stolz. „Ich geh dann mal schlafen.“ Er machte sich auf den Weg in Richtung Schlafsaal. Hermine sah ihm verblüfft nach.
„Oh ja“, murmelte sie. „Gute Nacht, Ron“, Harry hörte Hermine die Treppen zu ihrem Schlafsaal hinaufsteigen und einen Augenblick später war Ron neben ihm.
„Das nächste Mal verfolge ich dich!“, sagte er.
„Klar“, machte Harry, noch immer mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.
„Nein wirklich“, Ron schien diesmal nicht locker lassen zu wollen. „Gehst du mit ihr nach Hogsmead dieses Wochenende?“
“Nein“, Harry schüttelte den Kopf. Mit ihr ging er nicht nach Hogsmead, aber er schloss nicht aus, dass jemand anderer dort sein würde. Jemand, dem Ron wahrscheinlich Schimpftiraden hinterherschicken würde.
„Wieso nicht? Also Hermine und ich, haben sicher nichts dagegen…“, er tätschelte Harry die Schulter, der ein sarkastisches Lachen verlauten lies.
„Oh doch, glaub mir, ihr habt was dagegen!“, er öffnete die Tür zu ihrem Schlafsaal, wo Justin und Neville schon in ihren Betten lagen. Justin sägte mal wieder den halben Saal weg, und Neville hatte seinen Kopf unter der Decke vergraben.
„Wieso?“, Ron folgte Harry leise ins Bad, wo sie ihre Zähne putzten. „Ist es denn Milicent Bullstrode?“, fragte er mit der Zahnbürste im Mund. Harry sah seinen besten Freund nur schief an, der abwehrend die Hände hob. „Weis ich ja nicht!“, Ron besprühte den Spiegel mit Schaumbläschen. „Bei deinem Getue könnte es sogar Malfoy sein!“
Harry verschluckte sich an seiner Zahnpasta und bekam einen Hustenanfall. Ron klopfte ihm schnell auf den Rücken. Als er sich wieder etwas von seinem Schock erholt hatte meinte Harry: „Willst du, dass ich krepier, oder was?“, er musste sich mächtig zusammenreißen, die Fassung zu bewahren und war froh darüber, dass Ron diese Möglichkeit für so abwegig hielt, dass er Harrys Reaktion gar nicht als das verstehen konnte, was sie war, nämlich eine Panikattacke.
Harry schüttelte den Kopf. „Ich geh ins Bett, hier wird einem ja schlecht“, schnurstracks ging er an Ron vorbei, der ihm einen Augenblick später folgte, um sich ebenfalls seinen Pyjama anzuziehen.
„Ich fass es nicht, dass du damit nicht rausrückst“, sagte Ron noch, als er unter seine Decke schlüpfte.
„Ich schon“, sagte Harry. „Früher oder später kommts sowieso raus, und wenn nicht, dann nicht“, er zog die Bettdecke über sich, und starrte auf den Baldachin seines Himmelbetts. „Gute Nacht.“
„Nacht“, grummelte Ron. Dann fügte er noch hinzu: „Aber wenn du dich in Hogsmead heimlich mit ihr triffst, dann bekomm ich das raus!“
„Viel Spaß dabei“, grinste Harry. Als ob er sich in diesem winzigen Kaff, wo jeder sie sehen konnte, mit Draco treffen würde. Nee…
Als Harry schon fast am Eindämmern war, hörte er Ron noch grummeln: „Hermine hat mir noch nie so nen Knutschfleck gemacht!“
Harry lachte verhalten auf, um die beiden andern Jungs nicht aufzuwecken.
„Die ist auch nicht so gierig wie…“, beinahe hätte er es jetzt gesagt.
„Jaaa?“, fragte Ron nach.
„Vergiss es“, machte Harry und drehte sich zur Seite. „Gute Nacht.“
„Pf… Nacht“, Harry hörte Ron noch eine Weile mit seiner Decke rascheln, dann war es vollkommen ruhig im Schlafsaal. Sogar Justin hatte aufgehört zu schnarchen.
Der Mond schien durch ein Fenster des Saals und sein Licht beleuchtete einen schlafenden Harry Potter, der gerade mit einem leichten Lächeln auf den Lippen anfing von Draco Malfoy zu träumen.
Zurück zur Titelseite

Einen Review für "Er liebt mich, er liebt mich nicht ~ Teil 11: Mittwoch 10. September" verfassen

Sonorus
Lade ...
Neuerscheinungen