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Geschichte des Moments
Die Macht des Blutes von Mariquita
(ab 14)

Hermine wird von einem Vampir gebissen. Hilfe bei bei der Führung ihres neuen Lebens bekommt sie unerwartet von Snape. Doch dabei helfen, zu entscheiden, wer sie ist und für wen sie ihr Leben riskiert, kann er nicht. Und auch Lucius Malfoy hat seine Pläne.

 

Die letzten Bände werden nicht berücksichtigt.

Zitat des Tages

[Dumbledore] »Ein Glück, dass es so dunkel ist. So rot bin ich nicht mehr geworden, seit Madam Pomfrey mir gesagt hat, ihr gefielen meine Ohrenschützer.«

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.1

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Er liebt mich, er liebt mich nicht" angegeben

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Er liebt mich, er liebt mich nicht ( von )

15. Kapitel: Kapitel 15 Samstag, 14. September

Betaleser:
Anmerkungen des Autors: vielen dank an meine tollen beta leser astrid und david!
ich wünsche wieder viel spaß beim lesen!
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Sonntag, 14. September

Harry räkelte sich. Es war so schön warm und weich und… es war Draco… Vorsichtig drehte sich der schwarzhaarige Junge in der Umarmung des Slytherin um, um ihn ansehen zu können. Draco schlief noch, tief und fest, mit dem Kopf auf seinem ausgestreckten Arm, der irgendwo in den Kissen verschwand. Den anderen Arm hatte er noch immer um Harrys Taille geschlungen, was dem Gryffindor ein kleines Lächeln entlockte. Scheiße, wie war es nur so weit gekommen? Nicht dass er die Situation schlecht fand, ganz im Gegenteil, aber es war doch eigentlich… unmöglich. Hier lagen sie, friedlich nebeneinander und Harry hatte das Gefühl, dass er noch nie im Leben so glücklich gewesen war, wie in der vergangenen Woche. Dabei war es vor zwei Wochen ja noch ganz anders gewesen. Er hatte Malfoy “ Malfoy, verdammt noch mal nicht ausstehen können und hatte sich vielleicht höchstens darüber gewundert, wo seine fiesen Kommentare abgeblieben waren. Ja, wahrscheinlich war das der Punkt. Diese ganzen Sticheleien waren schon von Anfang des Schuljahres an nicht da gewesen. Was war bloß mit Draco passiert, dass er sich über die Sommerferien so verändert hatte? Waren es wirklich nur diese, na ja ok, zugegebenermaßen nicht gerade kleinen Kleinigkeiten gewesen? Aber zwei Monate waren eine kurze Zeit, und auch wieder eine lange, wenn man sie bei den Dursleys verbringen musste. Harry stutzte. War er überhaupt noch der selbe wie vor zwei Monaten? Natürlich nicht, aber hatte auch er sich über die Ferien verändert? Er begann ernsthaft nachzugrübeln, was er eigentlich alles gemacht hatte, wenn seine Tante und sein Onkel ihm nicht gerade irgendwelche Arbeiten aufgehalst hatten. Nicht viel, er war vor dem Fernseher gehockt, hatte aus Langeweile sogar begonnen seine Schulbücher vom letzten Jahr zu lesen und hatte Briefe an Ron und Hermine geschrieben, bis er endlich zu den Weasleys fahren konnte. Ja, als er vor einem Monat noch bei Ron im Fuchsbau gewesen war, da war doch noch alles normal. Aber was hatten sie da schon großartiges gemacht? Sie hatten Quidditch gespielt, natürlich, was auch sonst und hatten versucht, Freds und Georges Scherzen aus dem Weg zu gehen. Hermine hatte über jeden Kram, den sie angestellt hatten, die Nase gerümpft und Harry hatte schon damals geahnt, dass da was im Busch war, als Ron plötzlich meinte, sie sollten wirklich mal mit diesem Kinderkram aufhören. Naja, jetzt hatte er es wenigstens geschafft und er und Hermine sahen doch wirklich ganz glücklich aus, oder? Die Frage war nur, wie glücklich Ron noch war, nachdem ihm seine Freundin das mit Harry und Draco erzählt hatte. Ob er es schon wusste? Oder würde sie es ihm erst heute beim Frühstück sagen? Beim Mittagessen? Gar nicht?
Harrys Herz begann ohne dass er es wollte, schneller zu klopfen. Er wollte gar nicht daran denken, wie es sein würde, wenn Ron es wusste und er ihm unter die Augen treten musste. Am besten wäre es wohl, er würde es nie erfahren und weiterhin glauben, Harry hätte halt was mit irgendeiner ollen Tusse aus Slytherin. War wohl besser, als Draco Malfoy höchst persönlich. Harry schluckte. Vielleicht sollte er mal an was anderes denken und sich ablenken. Zum Beispiel durch den Jungen, der da neben ihm lag und nicht mitbekam, was alles in Harrys Kopf vor sich ging. War wohl auch gut so.
Harry betrachtete den blonden Jungen genau. Er sah so ganz anders aus, wenn er schlief. Da war nichts mehr von dem spöttischen, leicht überheblichen Gesichtsausdruck, den er meistens sogar hatte, wenn Harry da war. Jetzt waren da nur noch entspannte Gesichtszüge, die schönsten, die es überhaupt gab, wie Harry nebenbei dachte. Ob Draco wusste, dass Harry ihn schön fand? Natürlich, er sah gut aus, der Meinung war die halbe Schule, aber ob er auch diesen kleinen Unterschied kannte? Zwischen einfach nur gut aussehen und schön sein?
Harry seufzte leise und streckte ebenfalls seinen Arm aus, sodass er seinen Kopf darauf legen konnte. Den anderen Arm schlängelte er durch Dracos Umarmung und wusste dann nicht mehr, wohin damit. Schließlich strich er dem Slytherin vorsichtig eine Haarsträhne aus der Stirn, die jedoch gleich wieder zurück fiel und musste wieder schmunzeln. Diese Haare waren widerspenstiger als sie aussahen… ob Draco deshalb früher immer dieses scheußliche Haar-Gel verwendet hatte? Na, ein Glück, dass er es jetzt nicht mehr tat… Aber vielleicht sollte Harry mal damit anfangen. Ob Draco seine Haare schrecklich fand? Und den Rest von ihm?
Geistesabwesend hatte der Gryffindor seine Hand weiter durch Dracos Haare gleiten lassen und zuckte so erschrocken zurück, als der blonde Junge neben ihm anfing sich zu bewegen. Zuerst war es nur sein Arm, der kurz über seinen Rücken tastete, dann drängte sich Draco plötzlich an Harry, sodass der unweigerlich auf dem Rücken zu liegen kam und den Slytherin verdutzt dabei beobachtete, wie er sich an ihn kuschelte. Das gab’s doch nicht. Harry schüttelte kaum merklich den Kopf. Wenn das irgendwer sah, der würde einen Lachanfall kriegen und wahrscheinlich daran ersticken. Aber nicht Harry, der lag einfach nur glücklich da und wäre wahrscheinlich selbst wieder eingeschlafen, wenn Draco nicht wieder angefangen hätte, sich zu rühren. Anscheinend wachte er jetzt wirklich auf. Und tatsächlich, der Slytherin grummelte etwas, dann schmiegte er sich für einen Moment noch enger an Harry, um ihn Sekunden später verdutzt und verschlafen anzusehen. Harry wollte schon etwas sagen, da machte Draco die Augen wieder zu und ließ seinen Kopf zurück auf Harrys Schulter fallen. So viel zu Guten Morgen.
„Wie spät ist es?“, kam es da von seiner Schulter und Harry sah perplex zur Wanduhr.
„Ähm… kurz nach zehn“, er sah unsicher zu dem blonden Haarschopf, der ihn leicht am Kinn kitzelte.
„Ach so…“, Draco gähnte und blinzelte Harry dann wieder an. „Lust auf ne Dusche?“
„Was?“, jetzt war Harry mehr als verdutzt. Zuerst wachte der Kerl nicht richtig auf, dann wollte er wissen wie spät es war und dann wollte er auch noch duschen gehen? „Wie wär’s erst mal mit guten Morgen?“
„Morgen“, murmelte der Slytherin und zog sich dann an Harrys Schulter zu ihm hinauf, um ihn zu küssen. So dachte der schwarzhaarige Junge jedenfalls, doch musste er untätig mitverfolgen, wie Draco statt seinen Lippen seinen Hals küsste und langsam zu seinem Ohrläppchen weiterwanderte, in das er schließlich kurz hinein biss.
„He, was machst du denn da?“, wollte Harry wissen, während ihm schon etwas flau im Magen wurde.
„Hm, ich mach da weiter, wo ich gestern Abend aufgehört habe“, meinte Draco und strich mit seiner Hand an Harrys Seite entlang. Konnte der nicht mal an was anderes denken?! Doch Harry wurde umgestimmt, als Draco mit seinen Küssen endlich bei Harrys Lippen ankam, und alle weiteren Proteste einfach im Keim erstickte.
Als er Harry endlich wieder zu Wort kommen ließ, hatte der schon fast wieder vergessen, was er sagen wollte und so grummelte er nur: „Du bist gemein.“ Ob nun wegen den ganzen Streicheleinheiten oder Dracos Unverfrorenheit wusste er selbst nicht.
Der blonde Junge gluckste nur. „Das sagst du immer öfter…“
„Bäh“, Harry streckte ihm die Zunge raus, was Draco wohl als Aufforderung sah, hinein zu beißen und so lieferten sie sich eine kleine Rauferei, bis Harry sich endlich befreit hatte und ins Bad flüchtete. Dort war er vor Draco allerdings auch nicht sicher, der ihn schon nach kurzer Zeit im Schwitzkasten hatte und keuchend fragte: „So, gibst du auf?“
„Das kannst du vergessen, Malfoy“, knurrte Harry und klammerte sich an Dracos Arm um davon loszukommen, doch der hielt ihn erbarmungslos fest.
„Oh, ganz wie in alten Zeiten! Potter…“, Harrys Nachnamen hatte der Slytherin geflüstert und dann ließ er ihn los um ihn zu küssen.
Harry grinste, als sie sich wieder voneinander lösten und meinte: „Ja, ganz genau wie in alten Zeiten… Wir verprügeln uns und dann knutschen wir uns ab…“
„Klar, was dachtest du denn?“, Draco grinste zurück und wollte Harry dann unter die Dusche ziehen, doch der war vor dem überdimensionalen Badezimmerspiegel stehen geblieben und musterte sich und den Slytherin darin.
„Magst du mich?“, fragte er.
Draco sah ihn verständnislos an. „Klar mag ich dich. Wieso sollte ich…“
„Nein, ich meine mein Aussehen“, unterbrach ihn Harry, den Blick noch immer auf sein Spiegelbild geheftet. Was ihm da entgegensah war ein schlaksiger, dünner Junge in schwarzen Boxershorts und schwarzen zerzausten Haaren. Echt toll. Dann schob sich ein anderer Junge neben sein Spiegelselbst. Genauso groß, genauso dünn, nur nicht ganz so schlaksig und seine Haut war blasser, mal ganz abgesehen von seinen Haaren, die zwar auch etwas wirr, aber dennoch einigermaßen in Form waren. Eigentlich waren sie doch fast gleich… Der blonde Spiegeljunge legte vorsichtig einen Arm um den schwarzhaarigen Jungen im Spiegel und sah Harry dann durch das Glas an. Harry sah zurück und legte den Kopf leicht schief.
„Ich mag alles an dir“, meinte Draco da und unterbrach somit die Stille, die sich um sie gelegt hatte. Er zog Harry zu sich heran und legte wie schon am Vorabend Harry den Kopf auf seine Schulter. „Einfach alles.“
Harry lächelte schwach. Das hörte sich so einfach an. Aber wenn er es sich recht überlegte… Er mochte auch alles an Draco, nein falsch… er liebte alles an ihm, er… Stopp, nicht weiterdenken. „Auch meine Haare?“
„Die erst recht!“, der Slytherin zerwuschelte sie mit einer Hand kurz noch mehr und sah Harry dann wieder an. „Und du? Magst du mich?“
Harry stieß ihm in die Seite. „Blöde Frage!“
„He! Deine Frage war genauso blöd!“, Draco versuchte zurück zu boxen, doch er verfehlte Harry, der ihn zum Trost küsste.
„Ich mag dich“, sagte er zwischen zwei Küssen. „Ich mag dich sehr…“, wieder ein Kuss. „Ich lie…“ Beide stockten und Harry spürte, wie ihm heiß wurde. Was war denn das jetzt schon wieder? Konnte er nicht einfach die Klappe halten, anstatt irgendeinen Schwachsinn daherzureden? Na ok, Schwachsinn war gut…
„Was?“, fragte Draco und ließ Harry los.
„Äh, ich…“, fing Harry an herumzustottern und hätte sich selbst schlagen können. „Ich…“
„Ach, egal“, Draco zuckte mit den Schultern und hatte Harry kurz darauf in einem erneuten Kuss eingefangen, dem das Herz noch immer bis zum Hals schlug. Sollte er froh darüber sein, dass Draco seinen, na ja sagen wir mal Versprecher einfach ignorierte, oder nicht? Doch der schien sich wirklich nicht mehr darum zu kümmern, was dadurch deutlich wurde, dass er sich an Harrys Boxershorts zu schaffe machte. Auf Harrys verwirrten Blick hin, meinte er nur: „Was? Um duschen zu gehen, musst du dich ausziehen, oder?“
„Wie nett, dass du mir dabei hilfst“, bemerkte Harry trocken, während er das Stück Stoff zur Seite kickte.
Draco grinste. „Mach ich doch immer gern…“
„Das merke ich“, Harry musste auch unweigerlich grinsen und schob nun seinerseits Dracos Boxershorts von dessen Hüften. „Jetzt weiß ich, wieso du so schnell aus den Federn warst…“
“Nur wegen dir“, Draco nickte naseweis und schmiegte sich dann an den Gryffindor, dem die Knie schon wieder weich wie Butter wurden. Er sah Draco in die Augen, doch bevor er ihn küssen konnte, wanderte sein Blick wieder in den Spiegel. Was er da sah, ließ sein Herz noch um einiges schneller schlagen. Zwei nackte Jungen, die sich fest umarmten, standen da und sahen ihn an. Dass das er und Draco waren musste erst mal in seinen Schädel rein.
„Hey…“, der Slytherin nahm sein Kinn und zwang ihn sanft, ihn wieder anzusehen. „Hier bin ich.“
„Ja, und da auch“, Harry wies auf ihr Spiegelbild und nachdem Draco einen Blick darauf geworfen hatte, lächelte er. Harry wurde angesteckt. Ja, das war eins von den Lächeln, die ihn so schön machten. Schließlich hatte der schwarzhaarige Junge das Gefühl, sich ablenken zu müssen, bevor er noch völlig sentimental wurde. „Komm, gehen wir endlich duschen“, er nahm Draco an der Hand, der ihm in die Dusche folgte. Dort drehte Harry an dem erstbesten Duschhahn und Draco schrie auf, als das Wasser eiskalt auf sie hinabstürzte.
„Merlin…“, nachdem er den richtigen Hahn aufgedreht hatte, ließ Draco sich gegen die Wand fallen und fuhr sich durch die Haare. „Jetzt bin ich richtig wach!“
„Tschuldigung“, machte Harry etwas zerknirscht und zog den Slytherin dann an sich. „Soll ich dich wärmen?“
Draco grinste. „Ich glaub, mir ist schon warm…“, damit küsste er Harry, während das heiße Wasser auf sie hinabprasselte und das ganze Bad in dicke Dampfschwaden hüllte.
Als sie einige Zeit später in Handtücher gehüllt wieder zurück in Dracos Zimmer kamen, war Harry so schwindlig von dem ganzen Dampf und dem heißen Wasser, dass er sich erst mal aufs Bett fallen ließ. Außerdem hatte er Hunger.
„Glaubst du, es gibt noch Frühstück?“, fragte er Draco, der sich gerade seine Zigaretten und den Aschenbecher vom Schreibtisch holte.
Der warf einen Blick auf die Uhr und zuckte dann mit den Schultern. „Keine Ahnung, wohl eher Mittagessen… aber auch erst so in ein zwei Stunden…“, er grinste Harry an. „Soll ich dich füttern?“
„Hä, mit was?“, Harry, der sich gerade seine Brille wieder aufgesetzt hatte, blinzelte ihn verdutzt an.
„Hm, weiß nicht…“, Draco sah an sich hinab und Harry ließ nur seine Stirn auf die Knie sinken. Dann hörte er, wie der Slytherin durchs Zimmer ging und sah wieder auf. Er war vor dem Kamin stehen geblieben und sagte: „Zweimal Tee… und Kekse!“
Harry musste grinsen. Es sah einfach zu komisch aus, wie Draco mit dem Kamin sprach, in dem trotzdem nach nur wenigen Sekunden ein Tablett mit Tee und Keksen erschien. „Nächstes Jahr will ich auch Vertrauensschüler sein!“, brummte der Gryffindor und nahm das Tablett entgegen, dass Draco mit seinem Zauberstab auf ihn zuschweben hatte lassen.
„Ja, vielleicht bekommen wir ein Doppelzimmer“, meinte Draco und setzte sich zu ihm ins Bett. Während er zwei Zigaretten anzündete, schenkte Harry Tee ein. Dann tauschten sie: Draco bekam eine Tasse Tee und Harry eine Zigarette.
„Ich glaub nicht, dass wir ein Doppelzimmer bräuchten“, meinte der Gryffindor, nachdem er an seiner Zigarette gezogen hatte. Den Tee ließ er lieber noch eine Weile stehen, so wie der dampfte. „Mir würde es schon reichen, wenn sie mich einfach zu dir ins Zimmer stecken würden.“
„Ach, und du willst kein eigenes Bett?“, fragte Draco, nippte an seinem Tee und verzog gleich darauf das Gesicht. Tja, Draco Malfoy und heißer Tee vertrugen sich eben nicht…
Harry stutzte einen Augenblick, dann meinte er etwas verlegen: „Naja, vorausgesetzt, du willst keins...“
Der blonde Junge schüttelte grinsend den Kopf. „Nee… mit dir bräuchte ich nicht mal ein Bett… Es geht auch unter der Dusche, oder…“
„Hör auf!“, Harry warf mit einem Keks nach Draco und traf ihn doch glatt, wodurch der Slytherin sich mit einer dramatischen Geste an den Bauch fasste.
„Merlin, ich bin verwundet!“, dass er seine Zigarette dabei noch erstaunlich gut halten konnte, entlockte Harry nur ein kleines Grinsen. „Getroffen von Harry Potter, dem Jungen, der einen mit Keksen beschmeißt!“ Draco ließ sich nach hinten fallen und zog an seiner Zigarette.“
„Soll ich dich in den Krankenflügel bringen?“, fragte Harry gespielt besorgt und hatte ein kleines Deja vu. Dasselbe hatte ihn der Slytherin auch gefragt, in der ersten Nacht, als er wegen seiner Narbe bei ihm gewesen war.
„Ja, ich glaub, das wäre besser“, Draco legte seinen Handrücken auf die Stirn. „Vielleicht hab ich Fieber.“
„Ja, du rauchst schon“, grinste Harry, als Draco wieder an seiner Zigarette zog. „Deshalb haben wir beide auch nur Handtücher an “ falls Madame Pomfrey fragt “ ich wollte dich abkühlen.“
“Genau!“, nickte Draco grinsend, dann zog er Harry zu sich runter um ihn zu küssen. „Das hat wirklich weh getan…“
„Sorry“, Harry wanderte mit seinen Lippen weiter zu Dracos Hals, der einige Mühe hatte, seine Zigarette in den Aschenbecher zu befördern. Als er weiter unten ankam, entdeckte er ein paar Krümel auf Dracos Bauch. „Hier?“, fragte er und vernahm einen zustimmenden Laut des Slytherins. Sachte pustete er die Krümel weg und begann dann, kleine Küsse dort zu verteilen, wo sie gewesen waren. „Und hier?“ Harry wanderte weiter nach unten, dort wo Draco der Keks sicher nicht getroffen hatte.
„Da wird’s immer schlimmer“, meinte der und als Harry kurz aufsah, konnte er Draco grinsen sehen.
„Du siehst sehr gequält aus“, stellte Harry fest und stützte seine Ellenbogen links und rechts von Draco ab, sodass er sein Kinn auf seine verschränkten Hände legen konnte, die er auf den Bauch des Slytherins gebettet hatte.
„Bin ich doch auch“, schmunzelte der und fischte dann einen Keks vom Tablett, den er Harry hinhielt. Nachdem der davon abgebissen hatte, tat es ihm Draco gleich und Harry setzte sich auf, um sich selber Kekse zu nehmen und seinen Tee zu trinken, der mittlerweile etwas abgekühlt war. „Jetzt vor allem“, Draco sah leicht enttäuscht aus, da Harry sich nicht mehr ihm, sondern den Keksen widmete.
Der schwarzhaarige Junge hob eine Augenbraue, dann meinte er mit vollem Mund: „Du bift ja fooo arm…“
„Und man spricht nicht mit vollem Mund“, Draco nahm seine Zigarette aus dem Aschenbecher und versuchte es dann noch mal mit seinem Tee, der endlich trinkbar war.
„Und man bestellt seinem Freund keine Kekse, wenn man dann sauer ist wenn er es wagt, sie zu essen“, schloss Harry, als er seine Teetasse zurückstellte.
Jetzt hob der Slytherin eine Augenbraue. „Freund?!“
Harry sah resigniert zur Seite, dann meinte er gedehnt: „Ja, Freund “ das hatten wir schon mal, erinnerst du dich?“ Draco wollte schon dazu ansetzen, etwas zu sagen, doch er kam nicht dazu. „Und ich hab jetzt auch gar keine Lust da drüber zu diskutieren oder zu streiten!“
„Hatte ich auch nicht vor“, der blonde Junge dämpfte seine Zigarette aus.
„Gut“, Harry schob das Tablett von sich weg und dann wurden seine Augen auf einmal groß.
„Was ist?“, wollte Draco wissen, dem das nicht entgangen war.
„Freund…“, Harry sah Draco panisch an, der aussah, als hätte er nicht die geringste Ahnung, was der Gryffindor von ihm wollte. „Ron… glaubst du, Hermine hat’s Ron schon erzählt?“
„Was… oh, das!“, Draco atmete tief durch, dann zündete er sich eine neue Zigarette an. „Merlin… ich hab gar nicht mehr dran gedacht, dass du’s ihr gestern erzählt hast…“
„Ich auch nicht…“, Harry konnte nur den Kopf schütteln. Wie hatte er das vergessen können? Das war doch wichtig! Da musste er sich drauf vorbereiten! Anders konnte er Ron nicht unter die Augen treten… Ob er’s schon wusste? Harry musste sich mächtig zusammenreißen, die Panik, die in ihm hochstieg zu verdrängen und auch Draco schien das zu merken.
„Hey…“, er strich ihm über den Unterarm. „Das wird schon… Wer sagt denn, dass Granger es Weasley heute erzählt?“
„Rons Neugier sagt das“, Harry nahm sich düster eine Zigarette aus der Packung. Jetzt fing er schon in aller Frühe - ok, Vormittags “ an, wie ein Schlot zu rauchen. „Am liebsten würde ich nie wieder in die große Halle oder in meinen Gemeinschaftsraum gehen…“
„Harry“, Draco zwang den Gryffindor, ihn anzusehen. „So schlimm ist das auch wieder nicht! Was wird er schon machen? Ausrasten? Dich anschreien? Zwei Wochen lang nichts mehr mit dir reden?“
„Ja, und das alles wäre auch nicht so schlimm… aber ich hab auch das Gefühl, dass er sich… ich weiß nicht… ekeln wird, verstehst du?“, versuchte Harry zu erklären, während er nach seinem Zauberstab suchte.
Schließlich erlöste Draco ihn von seinem Leiden, indem er ihm die Zigarette anzündete und mit gerunzelter Stirn meinte: „Wieso sollte er sich ekeln? Meint er, ich stecke dich mit dem giftigen Malfoy Bazillus an, oder was?“
Über Harrys Gesicht huschte ein schwaches Grinsen. „Nein, dabei geht es weniger um dich… eher darum, dass du ein Kerl bist… ich glaub, Ron wird Angst vor mir kriegen…“
„Angst?“, wiederholte der blonde Junge. „Im Moment hab ich eher das Gefühl, dass du Angst vor ihm hast!“
„Nicht so“, winkte Harry ab. „Du kennst Ron nicht… aber alles was er nicht kennt oder was in seinen Augen abnormal ist… das ist…“
„Ich glaub, ich verstehe schon…“, Draco nickte, während er den Rauch seiner Zigarette ausblies. „Vielleicht liegt das daran, dass er dann einfach nicht weiß, wie er damit umgehen soll…“
“Das wird’s sein“, Harry fand diese Theorie ganz einleuchtend. Dass sie ausgerechnet von Draco kam, wo der Ron doch überhaupt nicht kannte, erstaunte ihn dann schon ein wenig. Er seufzte. „Hey, wenn wir Glück haben, nimmt er’s sowieso nicht ernst…“ Nicht mal Hermine hatte es anfangs richtig geschnallt. Es war ja auch wirklich zu absurd… Harry Potter und Draco Malfoy zusammen, ja klar! Und Snape und Dumbledore tanzten heimlich im Mondschein Ballett in rosa Tütüs.
Harry konnte sehen, wie Draco die Stirn runzelte. Anscheinend sah er ihm seine Gedankengänge an. „Draco…“
„Hm?“, der Slytherin sah ihn aufmerksam durch einen Schleier aus halbnassen Haaren und Zigarettenrauch an.
„Wieso sind wir zusammen? Oder haben was miteinander, wie auch immer… wieso?“
„Na, weil…“, wollte der Angesprochene anfangen, doch Harry wollte eigentlich gar keine Antwort hören.
„Ich mein… hör dir das doch mal an! Harry Potter und Draco Malfoy sind ein Paar“, Harry ließ den Satz einige Sekunden im Raum hängen, dann fuhr er fort: „Das geht nicht! Harry Potter und Draco Malfoy sind Erzfeinde “ das geht! Oder: Malfoy und Potter hassen sich “ das hört sich doch ganz normal an… Und jetzt gib dir aber mal: Harry und Draco lie… Nein, das geht nicht, siehst du?“
„Klar geht das“, Draco dämpfte seine Zigarette aus, obwohl sie erst bis zur Hälfte abgebrannt war und sah Harry dann an. „Was ist kränker? Sich zu hassen oder sich zu…“
„Ha! Wir können’s ja nicht mal aussprechen!“, triumphierte Harry, als der blonde Junge stockte. Ok, so toll war das auch wieder nicht.
„Was denkst du denn? Dass wir uns nach jahrelangem Hass verloben und uns alle fünf Minuten sagen, wie sehr wir uns lieben?“, fragte Draco sarkastisch. „Nicht mal Granger und Weasley würden sich das nach einer Woche sagen… höchstens: Ich hab dich lieb oder so’n scheiß, aber ich glaub nach unserer Vergangenheit wär das irgendwie…“
„Komisch“, Harry nickte. Eins wollte aber noch immer nicht in seinen Kopf. Was waren diese ganzen Ansätze? „Und was ist dann mit diesem ganzen ich “ Kram?“
„Hä, was für ein ich “ Kram?“, wollte Draco perplex wissen.
„Na, dieses: ich…“, machte es ihm Harry vor. „Manchmal kommt auch noch ein ich lie… dazu!“
Der Slytherin sah so aus, als müsste er gegen seinen Willen lachen. „Das hab ich mich auch schon gefragt“, er zuckte mit den Schultern. „Ich finde das alles nicht so wichtig. Man kann einem Menschen hundert mal am Tag sagen, wie sehr man ihn liebt und es nie ernst meinen… und man kann es einem Menschen sein ganzen Leben nicht sagen und es trotzdem jede Sekunde tun…“
Graue Augen sahen in grüne Augen und Harry fragte sich… Ja, was fragte er sich überhaupt? Er wollte schon etwas sagen, doch Draco hatte ihm einen Finger auf die Lippen gelegt. Vielleicht schien er auch einfach nur der Meinung zu sein, dass Worte manchmal überflüssig waren. So wie jetzt.
Harry beugte sich nach vorne und schloss die Augen, ließ sich von seinen Gefühlen leiten und nur Sekunden später trafen sich seine Lippen mit Dracos. Als der seinen Mund öffnete, beschloss Harry, dass Gedanken genauso überflüssig waren und versuchte, den Slytherin näher an sich heranzuziehen. Doch leider waren das Tablett und der Aschenbecher im Weg, die sie beide, ohne voneinander abzulassen zur Seite schoben. Dann endlich konnten sie unter die Decke schlüpfen und bevor Harry wusste, wie ihm geschah, war er auch schon sein Handtuch los. Er musste Draco bei Gelegenheit mal sagen, dass er es manchmal etwas zu eilig hatte, allerdings fand er dessen Handtuch jetzt genauso störend, weshalb es nur kurze Zeit später auf dem Boden landete. Vielleicht war das auch nur Taktik. Harry schlang seine Arme um Dracos Hals und vergrub seine Hände in diesen wunderbar weichen Haaren, die noch immer ein bisschen nass waren und in sein eigenes Gesicht fielen. Wieso auch nur musste sich das alles so verdammt gut anfühlen? Und Dracos Hände… In einem Moment strichen sie zärtlich über Harrys Rücken, nur um ihn in der nächsten Sekunde fest an sich zu pressen, als ob er ihn nie wieder loslassen wollen würde. Harry meinte, unter alledem zu vergehen und doch wollte er immer noch mehr und mehr. Wo war da die Grenze? Irgendwann ging es doch nicht mehr weiter… irgendwann da… Merlin! Aber noch reichte es. Noch waren Dracos Küsse und Berührungen genug, doch was, wenn Harry irgendwann noch mehr wollte als…
„Draco!“, der Slytherin hatte Harry an seiner Schwachstelle gepackt, was gleich noch mal doppelt soviel Blut und Hitze in diese Region schießen ließ.
„Ja?“, fragte der, bevor er Harry wieder küsste und vorsichtig mit dem Daumen über dessen Spitze strich. Der Gryffindor machte sich etwas los. „Du bist so… gemein!“, damit griff er ebenfalls nach Draco, der stockend einatmete.
Nachdem er sich von seinem ersten Schock erholt hatte, meinte er: „Wenn du mir das immer so heimzahlst, kann ich glaub ich noch viel öfter viel gemeiner zu dir sein“, damit begann er, langsam seine Hand zu bewegen.
„Das will ich sehen“, machte Harry schwach und musste sich zusammenreißen, sich nicht einfach gehen zu lassen. Gerade als auch er anfangen wollte, seine Hand zu bewegen, ließ Draco von ihm ab und Harry sah ihn verdutzt an.
„Wenn du mich ablenkst, kann ich dich nicht küssen“, meinte der und küsste Harrys Hals. „Das will ich aber.“
Scheiße, war das süß! Harry fiel einfach keine bessere Beschreibung ein, als er sich zurückfallen ließ und sich nun wieder ganz den Küssen des anderen Jungen widmete. Er hatte so verdammt recht! Was war schon dabei, den ganzen Tag im Bett rum zu liegen und sich abzuknutschen? Da war es doch egal, ob irgendwer von ihnen wusste, stören konnte sie auch keiner…
Es klopfte. „Ignorier’s einfach“, murmelte Draco an Harrys Mund. „Wir sind nicht da…“
„Ja, ich vor allem nicht“, gluckste Harry leise und fuhr mit der Zunge Dracos Lippen nach.
„Draco!“, das war doch etwa nicht schon wieder Mark!? „Lass mich rein!“
„Sicher nicht“, der blonde Junge schüttelte den Kopf und strich Harry eine Haarsträhne aus der Stirn. „Der kann da draußen rumstehen bis er schwarz wird.“
„Es ist mir egal, ob du noch schläfst! —ffne dieses verdammte Portrait!“, es klopfte wieder und zwar ziemlich ungeduldig und laut. „Ich weiß es! Und wenn du nicht aufmachst, dann schrei ich es auf dem ganzen Gang herum! Oder ich hol Snape, das kannst du dir aussuchen!“
Harry horchte auf. „Was weiß er?“, flüsterte er zu Draco, der ebenfalls aufhorchte.
„Mach auf!“, das klang ja richtig bedrohlich. „Sonst weiß spätestens beim Mittagessen die ganze Schule, dass du was mit Potter hast!“
Draco sprang auf. „Nicht…“, Harry wollte ihn noch festhalten, doch der Slytherin hatte bereits sein Handtuch vom Boden aufgehoben und wickelte es sich um die Hüften.
„Draco Malfoy! Ich zähl bis drei!“, jetzt hörte es sich so an, als ob Mark mit dem Fuß gegen das Portrait treten würde.
„Hör auf, hier so rum zu schreien!“, rief Draco zur Tür und augenblicklich verstummte das Klopfen. Er sah Harry an, der „Na toll“, murmelnd aus dem Bett krabbelte und mit seinem Handtuch ins Bad verschwand.
„Mach endlich auf!“, kam es wieder von draußen und der Gryffindor fluchte innerlich, als er die Badezimmertür hinter sich schloss. Was hatte das denn jetzt zu bedeuten? „Du und Potter, dass…“
Harry konnte hören, wie die Zimmertür aufgerissen wurde und einen Moment später, wie das Portrait zur Seite klappte. Es polterte.
„Halt deine verdammte Klappe, Mark!“, die Tür flog wieder zu und es herrschte einen Augenblick gefährliche Stille. „Was fällt dir ein, so eine Scheiße über Potter und mich auf dem Gang rum zu schreien?“, fragte Draco gefährlich leise und Harry gab ihm einen Pluspunkt. Wenigstens ließ er sich dieses Mal nicht aus der Ruhe bringen.
Er konnte ein Lachen hören. „Was mir einfällt? Ginny hat’s mir gerade erzählt!“ Was hatte Ginny denn damit zu tun? Oje, Moment mal…
„Und? Glaubst du jetzt alles, was dir die kleine Weasley erzählt?“, ob Draco den Kopf schüttelte oder nur eine Augenbraue hob?
„Sie hat’s von Hermine und der hat’s Harry gestern erzählt, als sie beide kurz draußen waren…“, so war das also. Harry hätte sich treten können. Natürlich, Ginny wusste es schon, also wusste Mark es auch und Ron…? „Es hätte mich ja nicht gewundert, nachdem was ihr gestern für eine Show abgezogen habt… Aber seit einer Woche!?“, Marks Stimme überschlug sich fast. Harry wusste nur nicht, ob das vor Wut oder aus Unglauben war. Er horchte auf. Wieso war es auf einmal so still da draußen?
„Was ist das?“, was denn?
„Das ist Tee“, gab Draco zur Antwort. Ach so, nur das… nur das!
„Mit zwei Tassen?“, fragte Mark misstrauisch. „Moment mal. Potter war auch nicht beim Frühstück… Und du hast nichts an…“
“Ich war duschen“, erklärte Draco gelangweilt, doch ganz echt hörte es sich nicht an.
„Deine Haare sind fast trocken…“, Harry konnte jemanden im Zimmer herumgehen hören. „Und das sind nicht deine Jeans…“ Oh nein…
Die Schritte bewegten sich in Richtung Bad, Harry konnte es förmlich spüren. „Und das…“, Mark riss mit einem Schwung die Tür auf. „…ist ein Gryffindor Umhang!“, er hielt dem geschockten Harry seinen Umhang unter die Nase, nur um gleich darauf ebenso erschrocken zurückzuweichen. „Scheiße!“
„Da haben wir den Salat“, Draco stand, ziemlich bestürzt aussehend einige Schritte hinter Mark und sah Harry hilflos an. Das war ja ganz perfekt.
Harry wollte eine Hand heben, um etwas sinnvolles wie „Hallo“, zu sagen, doch da fiel ihm ein, dass er in dieser noch immer das Handtuch hielt, was er sich nun schleunigst um die Hüften schlang. Meine Güte, war das peinlich…
Mark schüttelte gerade den Kopf, nachdem er Harry von oben bis unten gemustert hatte und ließ sich dann auf der Kante von Dracos zerwühltem Bett nieder. „Das ist doch wirklich…“
Harry machte einen Schritt aus dem Bad hinaus und blieb dann verloren mitten im Raum stehen. Draco zuckte nur mit den Schultern, als sich ihre Blicke trafen. Anscheinend musste Mark diesen Schock erst verdauen, genauso wie die andern zwei. Schließlich holte der Slytherin tief Luft. „Ok, ich habs ja gewusst… Draco, gib mir ne Zigarette“, der hob aufgrund dieses Befehls eine Augenbraue, bequemte sich dann aber doch dazu, drei Zigaretten aus der Packung zu nehmen, die auf dem Nachtkästchen lag. Eine davon gab er Mark, die andere Harry, dem er sie auch gleich anzündete. „Das mir das nicht schon gestern aufgefallen ist“, meinte Mark kopfschüttelnd, als er diese Geste beobachtete. Dann fing er sich wieder und machte einen Zug. Beinahe hätte er gehustet. Dann sah er wieder von Harry zu Draco und seine Augen wurden groß. „Fuck, bei was hab ich euch gestört?“
„Dabei nicht“, sagte Draco mit einer gehobener Augenbraue und Harry musste gegen seinen Willen grinsen.
Mark lächelte verkrampft. „Na, da bin ich ja beruhigt… Moment mal “ ward ihr zusammen duschen?“
„Was geht dich das an?“, Draco blies den Rauch in die Luft.
Mark hob abwehrend die Hände. Dann musste er endlich ehrlich grinsen. „Na hallo… nach einer Woche schon zusammen duschen… davon hat Ginny mir nix gesagt!“
„Was hat sie dir überhaupt gesagt?“, erkundigte sich Harry nun. „Und… wie geht’s ihr?“ Wenn Ginny und Mark es gut aufnahmen, dann waren sie mit Hermine immerhin schon drei…
Mark lachte. „Sie findet’s natürlich unheimlich süß… auch wenn sie’s noch immer nicht richtig glauben kann. Also um sie braucht ihr euch keine Sorgen machen…“
„Schön…“, Harry nickte, nur ein wenig erleichtert.
„Um mich auch nicht“, fügte Mark hinzu, als er Harrys Gesichtsausdruck bemerkte. „Ich bin nur hier, weil ich’s aus Dracos Mund hören wollte. Wieso hast du mir eigentlich nicht aufgemacht?“
„Hab ich doch!“, verteidigte sich der blonde Junge.
„Ja, aber erst nachdem ich dir drohen musste, es durch die halbe Schule zu schreien!“, rechtfertigte Mark sich und zog den Aschenbecher zu sich heran. Harry wurde langsam kalt, nur in seinem Handtuch und ohne Draco, der ihn wärmen konnte. Er begann, mit der Zigarette in der Hand, seine Klamotten zusammen zu suchen.
„Hast du ja auch“, knirschte Draco da gerade und Harry musste ihm recht geben.
„War doch eh keiner da“, beruhigte Mark ihn, dann sah er Harry fragend an, der seine Zigarette im Aschenbecher ablegte und dann zum Bad ging.
„Was? Ich zieh mich an, mir ist kalt“, sagte er schulterzuckend und machte die Tür hinter sich zu. Scheiße, Mark wusste es und Ginny auch! Und was war mit Ron? Das hatte er ganz vergessen zu fragen und so beeilte er sich schnell mit dem Anziehen um nur eine Minute später wieder aus dem Bad zu kommen. Draco hatte sich gerade auf dem Boden niedergelassen und stützte seine Stirn auf seiner Hand ab. Mark sah wieder von ihm zu Harry, der damit beschäftigt war, sein Hemd zuzuknöpfen und meinte: „Hört auf, so bedröpelte Gesichter zu machen! Mir macht das nichts aus! Ich war nur so geschockt, weil Harry wirklich im Bad war!“, er zwinkerte Harry zu. „Noch dazu nackt.“
Der spürte, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg und musste sich schleunigst ablenken. „Weißt du, ob’s Ron schon weiß?“
Mark schüttelte den Kopf. Was hieß das denn jetzt, verdammt?? „Hermine wollte es ihm erst nach dem Frühstück erzählen, nur Ginny hat nicht locker gelassen und sie hat’s ihr früher erzählt.“
Harry nickte. Das hieß, dass Ron jetzt wahrscheinlich gerade wie ein wild gewordener Irrer durch den Gemeinschaftsraum wütete. Ob er hingehen sollte?
„Also, jetzt erzählt mal“, Mark klopfte neben sich aufs Bett und Harry setzte sich zögerlich hin. „Ihr habt seit einer Woche was miteinander und keiner weiß was, wieso jetzt auf einmal? Und wieso habt ihr überhaupt was miteinander? Ihr konntet euch doch nie ausstehen!“
Draco zuckte mit den Schultern. „Gefühle ändern sich.“
„Ja genau, hast du doch gestern selbst gesagt“, Harry kratzte sich am Kopf. „Ne, das war Ginny… Aber egal: Hass und Liebe liegen nahe beieinander…“
„Ihr liebt euch?!“, der Quidditchkapitän sah so aus, als würden ihm jeden Moment die Augen aus dem Kopf fallen.
„Klar, nach einer Woche“, schnaubte Draco. „Aber du bist doch auch in die kleine Weasley verknallt, oder?“
Über Marks Wangen legte sich ein leichter Hauch Rosa. „Ein kleines bisschen vielleicht…“
„Siehst du“, Draco hob die Hände. „Wo ist das Problem?“
„Naja, ihr seid beide Kerle und… scheiße… Draco, sag mir nicht, dass du schwul bist!“, Mark dämpfte hastig seine Zigarette aus, als ob sie Schuld an dem ganzen wäre.
„Wieso, wirfst du mich dann aus dem Team?“, wollte Draco wissen. „Und überhaupt, wo ist da der Unterschied? Ich hab so und so was mit Harry.“
„Naja…“, Mark wiegte den Kopf hin und her. „Wenn du nicht schwul wärst, wäre das wahrscheinlich nur eine Phase und die würde vorüber gehen… aber so…“
„Es ist aber keine Phase. Wir sind zusammen“, sagte Harry da und wusste selbst mal wieder nicht, was ihn da gerade ritt. „Du weißt schon, so wie Hermine und Ron.“
“Naja, ein bisschen anders vielleicht“, warf Draco ein, doch ansonsten widersprach er dem Gryffindor nicht.
„Das heißt, ich kann aufhören, dich mit irgendwelchen Mädchen verkuppeln zu wollen?“, fragte Mark und Draco nickte.
„Außerdem lässt sich ein Malfoy sowieso nicht verkuppeln“, meinte er und dämpfte gleichzeitig mit Harry seine Zigarette aus, was Mark nur mit einem amüsierten Blick bedachte.
„Ja, er lässt sich nur von Harry Potter um den Finger wickeln“, Mark grinste und stand auf.
„Ich hab nicht damit angefangen, das war er“, sagte Harry und zeigte gespielt auf Draco, der ihm die Zunge rausstreckte.
„Stimmt!“, Mark griff sich ans Kinn. „Wenn ich’s mir so überlege… du warst schon seit dem ersten Schultag irgendwie anders… und du hast Potter - sorry, Harry - nicht mehr fertig gemacht…“ Mark nickte andächtig und ging dann zur Tür.
„Hey warte, ich komm mit“, sagte Harry und beide Slytherins sahen ihn erstaunt an. „Ich muss vor dem Essen in meinen Gemeinschaftsraum“
„Jetzt schon?“, fragte Draco, Marks Grinsen ignorierend.
Harry zuckte mit den Schultern, während er seine Schuhe anzog. „Wenn Hermine es Ron jetzt erzählt, dann sollte ich vor dem Essen noch mit ihm reden, meinst du nicht?“
„Doch ja, ist wahrscheinlich besser“, Draco nickte und warf Harry seinen Umhang zu, der noch auf seinem Bett gelegen hatte. „Wenn dann beim Essen ein Todesfluch auf mich zukommt, weiß ich ja, wie’s gelaufen ist…“
“Du warst schon immer so witzig, Draco“, Mark wartete schon etwas gelangweilt bei der Tür und Harry warf sich schnell seinen Umhang über. Dann öffnete der Slytherin sie und Harry wollte ihm schon folgen, als er von Draco zurückgehalten wurde.
„Hey“, machte er und zog Harry an sich. „Gib mir wenigstens ’nen Abschiedskuss, wenn du schon verschwinden musst.“
„Tut mir leid“, Harry beugte sich zu Dracos Ohr. „Wir sehen uns einfach heute Nachmittag wieder.“
“Gut“, der Slytherin lächelte leicht, bis er den Abstand zwischen ihnen endgültig schloss und Harry küsste. Der Gryffindor schlang schützend die Arme um Dracos nackten Rücken und hätte ihn am liebsten sofort zurück ins Bett gezogen, doch er musste sich wohl oder übel von ihm trennen. Mark stand schon auf dem Gang und winkte Harry zu, der sich schweren Herzens von Draco abwandte und in den Raum zwischen Portrait und Tür trat.
„Ich…“, fing Draco an, doch er brachte es nicht zu ende.
„Ich auch“, sagte Harry, gab dem Slytherin einen kurzen Kuss und verschwand endgültig aus dessen Zimmer.
„Bis später!“, rief Mark Draco noch zu, der kurz die Hand hob, bevor sich das Portrait hinter ihnen schloss. „Tja, das waren also Malfoy und Potter“, Mark schüttelte grinsend den Kopf und Harry musste es ihm gleich tun. Dann sah er Mark von der Seite an, der das nach einigen Sekunden mitbekam und ihn argwöhnisch ansah. „Was ist?“
Harry zuckte mit den Schultern. „Nichts…“
“Mensch, Potter!“, Mark klopfte ihm auf den Rücken. „Mach dir keinen Kopf! Ich finde das okay, solange es euch beiden gut geht kann doch keiner was dagegen sagen, oder?“
„Stimmt“, Harry nickte andächtig, dann kamen sie bei dem Gang an, der in die Slytherin Gemeinschaftsräume führte.
„Ich geb’ Draco dann Geleitschutz, wenn wir in die große Halle gehen“, Mark zwinkerte wieder. Das war wohl der Gegenpart zu Dracos Augenbrauenheben. „Damit Ron ihn nicht meucheln kann.“
„Na, dann bin ich ja beruhigt“, Harry versuchte zu grinsen, hatte aber das Gefühl, dass er es nicht wirklich schaffte. Er musste tief durchatmen, wenn er daran dachte, gleich in seinen Gemeinschaftsraum zu müssen.
„Das wird schon!“, meinte Mark aufmunternd und verschwand dann in den anderen Gang. Harry blieb noch einen Moment stehen, dann setzte er sich langsam in Bewegung und als er schließlich bei seinem Gemeinschaftsraum ankam, wunderte es ihn schon. Immerhin hatte er sich in dem Tempo einer Schnecke vorwärts bewegt.
„Wackelpudding“, das Bild klappte zur Seite und Harry schluckte schwer, bevor er durch den Durchgang kletterte. Es waren nicht viele Leute im Raum und er dachte schon, das keiner seiner Freunde anwesend wäre, doch da sah er Ginny in einer Ecke sitzen. Ihre Miene hellte sich auf, als Harry auf sie zukam, doch gleich darauf verdüsterte sie sich wieder.
„Hermine ist vor ein paar Minuten mit Ron in euren Schlafsaal gegangen“, sagte sie leise.
„Und?“, Harry setzte sich unruhig auf eine Stuhlkante.
Ginny zuckte mit den Schultern. „Bis jetzt hab ich noch nichts gehört… aber sie sah nicht gut aus…“
“Wieso?“, fragte Harry perplex. Ahnte Ron etwa schon was?
„Ich glaub, sie hat selbst ein bisschen Bammel davor, es ihm beizubringen“, meinte das rothaarige Mädchen, dann erst sah sie Harry richtig an und ihre Augen begannen zu strahlen. „Hab ich’s doch gewusst!“
„Tja…“, Harry war ganz und gar nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen zumute. Er hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen. Ob er es Ron selbst sagen sollte? Er war doch wirklich ein Feigling, wenn er es nicht tat! „Ich glaub, ich geh rauf“, er stand auf.
„Was? Nein, halt!“, Ginny wollte ihn zurückhalten. „Mach das nicht, er weiß es sicher schon und dann… Du kennst Ron!“
„Ja. Und eben deswegen will ich nicht, das Hermine alles abbekommt“, Harry schüttelte entschlossen den Kopf und stapfte dann die Stufen zu seinem Schlafsaal hinauf. Wenn schon Ginny so nervös war, dann wollte er gar nicht wissen, wie es Hermine ging. Und dann musste sie es ihm auch noch sagen. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Das war doch wirklich nicht ihre Aufgabe! Vor der Zimmertür blieb Harry stehen und lauschte angestrengt. Doch es war still.
Schließlich: „Das glaub ich dir nicht.“
„Doch Ron. Was glaubst du, warum Harry heute Nacht nicht hier war?“
„Er war sicher bei seiner Freundin“, schien so, als ob er es ihr nicht abkaufen würde.
„Ron, Malfoy ist seine Freundin“, Hermine hörte sich an, als würde sie zwanghaft versuchen, ruhig zu bleiben. Wie lange sie diese Diskussion wohl schon führten?
„Harry kann nicht mit Malfoy zusammen sein! Das ist ein riesen Arschloch!“, ob es jetzt durchsickerte? „Außerdem… dann wär er… schwul!“
„Na und?“
„Na und?!“, jetzt wurde Ron doch etwas lauter. „Du kannst mir nicht erzählen, dass Harry auf einmal schwul ist und was mit Malfoy hat!“
„Wieso nicht?“, ob Harry reingehen sollte? Wie sollte Hermine das ihrem Freund denn erklären? Er hätte ja selber Probleme damit!
„Das geht nicht!“, stapfte er etwa mit dem Fuß auf? „Außerdem hätte ich das gemerkt!“
„Harry ist doch immer noch der selbe…“
„Hör auf, mich zu verarschen!“, er wollte es wohl wirklich nicht kapieren. „Das ist nicht lustig!“
Harry holte noch mal tief Luft, dann machte er die Tür auf. „Es ist aber so.“
Hermine saß auf Rons Bett, er stand davor und wirbelte herum, als er Harrys Stimme vernahm. „Ist ja gutes Timing. Habt ihr euch das vorher ausgemacht?“, Ron fuchtelte sich vor dem Gesicht herum. „Heute ist nicht der erste April, also vergesst es!“
„Ron, das ist kein Scherz“, versuchte Harry zu erklären. „Ich wollte, dass Hermine es dir sagt, aber eigentlich ist das nur feige von mir.“
Sie sah betreten zu Boden. Ob sie der selben Meinung war oder einfach nur dachte, dass Harry schnellstens wieder verschwinden sollte?
Ron schüttelte gerade den Kopf. „Weißt du, das gestern war ja schon krank genug. Aber so eine Scheiße kauf ich euch wirklich nicht ab.“
Harry hob eine Augenbraue. „Es ist mir eigentlich egal, ob du’s mir nun glaubst oder nicht. Ich wollte es euch nur sagen, damit ich euch nicht weiterhin bei allem was ich euch erzähle anlügen muss.“
„Klar, Harry“, der rothaarige Gryffindor winkte ab. „Jetzt sag mir endlich, mit wem du wirklich zusammen bist.“
“Mit Draco!“, langsam reichte es. Dieser Unglauben war ja nicht mehr normal!
„Draco!?“, wiederholte Ron verächtlich.
„Ja, Draco! Malfoy, du weißt schon“, Harry nickte energisch. „Der mit den blonden Haaren und den grauen Augen…“
„Ich weiß, wie dieses verdammte Frettchen aussieht!“, unterbrach Ron ihn. „Er tanzt mir ja auch tagtäglich auf der Nase rum!“
„Tut er gar nicht.“
„Aber früher hat er es! Glaubst du, ich vergesse diese ganze Wiesel- und Schlammblut“Scheiße?“ Ron schüttelte den Kopf. „Ne, echt nicht. Da kauf ich dir noch eher ab, dass du was mit Neville hast! … Obwohl, ne… wäh, igitt!“, er schüttelte sich angewidert. „Das ist widerlich! Du bist doch nicht schwul!“
„Doch, bin ich… vielleicht“, Harry wollte es selber nicht zugeben. Aber musste man auch gleich schwul sein, nur weil man was mit nem Kerl hatte?
„Waas?“, Ron wich einen Schritt von Harry zurück, dem er vorher ziemlich nahe gekommen war. „Erzähl mir doch nicht so was!“
„Wieso nicht?“, wollte Harry wissen. „Willst du dann nicht mehr mit mir im selben Raum sein? Hast du Angst, dass ich dich überfalle oder was? Brauchst du aber nicht, weil ich mit Draco zusammen bin!“
Ron holte Luft um etwas zu sagen, ließ es dann aber bleiben. „Das… ist nicht wahr“, brachte er schließlich heraus. „Nicht mit Malfoy. Hast du vergessen, was er dir früher angetan hat?“
„Nein“, da musste Harry ihm ohne weiteres zustimmen. „Und er auch nicht. Aber wir können’s nicht rückgängig machen.“
„Und deswegen vergnügt ihr euch jetzt einfach miteinander?! Klar, ich fang auch was mit Grabbe und Goyle an!“, Ron fing an vor Hermine, die immer noch auf dem Bett saß, auf und ab zu gehen.
„Tu das nicht so ab“, sagte Harry. „Das ist ernst.“
„Ach, wollt ihr heiraten?“, fragte Ron sarkastisch. „Wollt ihr mich als Trauzeugen, oder lieber Mark? Mit dem verstehst du dich doch auch so gut, wieso hast du nichts mit dem?“
„Weil ich eben in Draco ver… liebt bin“, Harry war zum Schluss immer leiser geworden.
„Ach hör auf!“, Ron marschierte auf ihn zu und rüttelte ihn leicht an den Schultern. „Hat er dir in Zaubertränke was in den Trank gekippt?“
Langsam begann Harry unweigerlich zu kochen. Sollte er es ihm doch glauben oder nicht! „Weißt du was, ich hab dir schon gesagt, dass es mir egal ist, ob du mir glaubst oder nicht. Ich hab dir die Wahrheit gesagt. Also frag mich in Zukunft einfach nicht mehr, wo ich mich rum treibe, dann lassen wir das Thema.“ Mit diesen Worten drehte Harry sich um und verschwand aus dem Schlafsaal. So stur konnte auch nur Ron sein! Er konnte noch hören, wie Hermine vom Bett aufstand und meinte: „Es stimmt“, und ihm dann folgte.
Als er unten im Gemeinschaftsraum ankam, hatte sie ihn eingeholt und legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter, als er sich neben Ginny in einen Sessel fallen ließ. „Und?“, die kleine Gryffindor sah hibbelig von einem zum anderen. „Was ist passiert?“
„Er glaubt’s nicht“, Hermine schüttelte den Kopf und Harry schnaubte frustriert. Er wusste nicht, ob er froh darüber sein sollte, oder nicht. Auf der einen Seite war es gut, denn so hatte er für die nächster Zeit wahrscheinlich seine Ruhe. Andererseits machte es ihn auch irgendwo fuchsteufelswild, dass Ron sich so vehement weigerte, der Wahrheit, die er und Hermine ja nun schon mehr als genug vor ihm ausgebreitet hatten, ins Gesicht zu sehen.
Ginny sah etwas verblüfft aus, dann meinte sie: „Ist eigentlich nur typisch… Er wird sich ewig nicht von dem Schock erholen, wenn er es irgendwann wirklich einsehen muss.“
„Wahrscheinlich…“, Harry nickte nur, dann beschloss er, dass es im Moment wohl das beste war, das Thema zu wechseln. „So, Themenwechsel: Was ist gestern noch so passiert, nachdem Draco und ich verschwunden sind?“
Über Ginnys Gesicht huschte ein anzügliches Grinsen. „Du kannst uns auch erzählen, was passiert ist, nachdem ihr verschwunden seid…“
Harry winkte ab. „Nichts, ich bin eingeschlafen.“
„Was?“, Das rothaarige Mädchen sah ihn ungläubig an, dann meinte sie allerdings verzückt: „Wie süß!… Stell dir dieses Bild vor, Hermine…“
Die grinste nur kopfschüttelnd. „Scheint wirklich was Ernstes zu sein“, sagte sie dann an Harry gewandt, der nur nickte.
„Sag ich ja, es geht nicht nur um… was auch immer“, er warf Ginny einen halbbösen Blick zu, die angefangen hatte zu kichern. „Was war denn jetzt gestern noch?“
„Ach, nichts“, Hermine winkte mit roten Ohren ab.
„Das nennst du nichts?“, Ginny begann erst recht zu kichern. Schließlich meinte sie, als sie sich wieder eingekriegt hatte: „Als ich mitten in der Nacht zurück in den Gemeinschaftsraum gekommen bin, da…“
„Ginny!“, unterbrach sie die braunhaarige Gryffindor drohend. „Ron und ich sind nur noch ein bisschen im Gemeinschaftsraum geblieben…“
„Auf dem Sofa“, fügte Rons kleine Schwester hinzu. „Und sie hatten nicht viel an!“
„Hatten wir sehr wohl!“, verteidigte sich Hermine, doch ihre Ohren und auch ihre Wangen wurden immer röter. „Die Umhänge darf man ja wohl ausziehen…“
“Ja, die Umhänge…“, Ginny zwinkerte Harry zu. Ob sie sich das von Mark abgeschaut hatte? „Mark und ich hatten wenigstens den Anstand, wo hinzugehen, wo uns keiner sieht!“
„Ich hab dich sehr wohl hinter dem Busch gesehen!“, erhob Hermine da etwa ihren Zeigefinger? Harry musste grinsen. Da hatten alle ihren Spaß und was machte er? Einpennen. Toll. Tja, das war eben wahre…
„Ich geh mich mal umziehen“, er stand wieder auf und die beiden Mädchen schenkten ihm zweifelnde Blicke.
„Du weißt schon, dass Ron noch da oben ist?“, erinnerte ihn Hermine.
„Ja, und?“, Harry zuckte mit den Schultern. „Wenn er ein Problem hat, kann er ja flüchten.“
„Stimmt“, Ginny sah auf ihre Uhr. „Es gibt sowieso gleich Mittagessen.“
„Wir warten auf dich“, sagte Hermine. „Falls Ron schon vorgeht, oder besser gesagt: flüchtet.“
„Bis gleich“, Harry winkte und ging mit einem leicht mulmigen Gefühl in der Magengegend wieder zurück in seinen Schlafsaal. Doch als er dort ankam hörte er nur Wasserrauschen aus dem Bad. Ron duschte anscheinend, gut, dann brauchte er wenigstens nicht weiter mit ihm zu diskutieren. Der schwarzhaarige Junge blieb grübelnd vor seinem Kleiderschrank stehen. Ob er sich für Ron extra schwul anziehen sollte? Ach quatsch, er hatte ja gar nichts Schwules zum anziehen. Was auch immer das sein sollte… Schließlich entschied er sich doch für ein ziemlich enges T-Shirt, das wohl mal beim Waschen eingegangen sein musste und zog einfach seine Jean wieder an, nachdem er eine andere Boxershorts angezogen hatte. So, noch ein halbwegs akzeptables Hemd, obwohl er davon sowieso keines besaß und er war fertig. Gerade als er den Saal wieder verließ, hörte er Ron aus dem Bad kommen. Besser so.
„Was hast du denn da an?“, fragte Hermine mit gerunzelter Stirn, als sie ihn sah.
Harry sah an sich hinab. „Dasselbe wie immer.“
„Sieht gut aus“, meinte Ginny grinsend und Harry konnte nur den Kopf schütteln. Toll, einmal lief er nicht in Schlabber T-Shirts rum und die halbe Welt drehte durch! „Sollen wir gehen?“, fragte sie da und Harry wies nach oben.
„Was ist mit Ron?“
„Ach, wenn er sich so blöd anstellt kann er nicht erwarten, dass wir auf ihn warten“, sagte Hermine kopfschüttelnd. „Gehen wir.“
„Ich hab sowieso ’nen Riesenhunger“, meinte Harry zustimmend und folgte den beiden Mädchen aus dem Gemeinschaftsraum. Diese ganze Keksesserei war nichts für ihn.
„Ich find das mit dir und Malfoy, ich meine Draco toll“, sagte Ginny gerade, als sie in die Eingangshalle kamen.
„So, tust du, Weasley?“, Harry drehte sich um und erkannte Draco und Mark, die gerade aus den Kerkern kamen. Mark hatte es sich also wirklich nicht nehmen lassen, Draco zu ‚beschützen’.
„Ja!“, sie nickte freudig. „Los, küsst euch schon, es ist eh niemand da!“
„Küss lieber mich“, sagte Mark grinsend und zog sie zu sich, was sie kichernd mit sich geschehen ließ.
Draco sah sich vorsichtshalber noch mal um, dann gab er Harry einen kurzen Kuss. „Wie war’s mit…Ron?“, fragte er dann mit einem Blick zu Hermine, die etwas verlassen, aber trotzdem mit einem leichten Lächeln auf den Lippen daneben stand.
Harry zuckte mit den Schultern. „Er glaubt’s nicht.“
„Er will’s nur nicht wahrhaben“, sagte Hermine, dann wies sie hinter Harry. „Da kommt er schon.“
Draco zog ihn zu sich. „He, was machst du denn?“, wollte Harry noch wissen, doch da hatte der Slytherin ihn schon in einem stürmischen Kuss gefangen.
„Malfoy!“, polterte Ron. „Lass Harry los! Ihr braucht diese kranken Spielchen nicht auch noch in aller —ffentlichkeit aufführen!”
„Das sind keine Spielchen, Weasley“, knurrte Draco, nachdem er Harry wieder losgelassen hatte. Allerdings hielt er noch immer seine Hand fest. „Kapier’s endlich, ich bin diese scheiß Freundin aus Slytherin!“
Ron klappte aufgrund dieser Aussage erst mal der Mund auf, dann schüttelte er nur wirr den Kopf. „Das glaub ich nicht!“
„Ron, es ist aber so…“, startete Harry einen letzten Versuch, es ihm zu erklären.
„Mit dir red ich nicht“, machte der schnippisch und Hermine holte empört Luft.
„Ron!“, sie sah ihn böse an.
„Und mit dir auch nicht!“, funkelte er zurück.
„Also echt…“, mischte sich jetzt auch Ginny ein.
„Mit dir erst recht nicht!“, Ginny und Mark wären wohl auf der Stelle tot umgefallen, wenn Blicke töten könnten.
„Du bist wirklich so was von stur!“, sagte Harry. „Ich geh jetzt Mittag essen. Wir sehen uns später“, er gab Draco einen Kuss auf die Wange und stapfte in die große Halle, in der noch kaum Schüler waren. Das war doch wirklich unglaublich! Was musste er denn noch machen? Es in ganz Hogwarts plakatieren? Nur damit es endlich in Rons Dickschädel rein ging? Nicht mit ihm! Wütend lud er sich das Erstbeste, was er fand auf seinen Teller und war nicht überrascht, als Ginny und Hermine rechts und links neben ihm Platz nahmen, während Ron sich am anderen Ende der Tafel niederließ. Sollte er doch schmollen solange er wollte. Erst als Harry sich umdrehen musste, um zum Slytherintisch sehen zu können, fiel ihm auf, dass er sich zum ersten Mal in diesem Jahr mit dem Rücken dazu hingesetzt hatte. Schon komisch… jetzt sah er nur diese langweilige Wand vor sich und.. das ging nicht. Er stand auf, ging um den Tisch herum und ließ sich gegenüber von Ginny und Hermine wieder nieder, die ihn nur verdutzt ansahen. Dann drehten auch sie sich um und grinsten synchron. Ob sie das in nächster Zeit wieder loswerden würden?
„Hier“, Hermine schob Harry seinen Teller zu und erst jetzt erkannte er, dass es Gulasch war, dass er sich aufgeschöpft hatte. War ja nicht mal so ne schlechte Wahl. Er warf einen Blick zu Ron, der ihm jetzt schräg gegenüber saß und als der kurz aufsah, wandte er sich sofort wieder seinem Teller zu, auf dem ebenfalls Gulasch war, wie Harry erkennen konnte. Ron hatte das anscheinend auch mitbekommen, denn er besaß doch wirklich die Frechheit, den Teller angewidert von sich zu schieben und sich was anderes zu suchen.
„Das ist doch unglaublich!“, Hermine hatte ihren Freund ebenfalls beobachtet und schüttelte ungläubig den Kopf.
Ginny hob eine Augenbraue. „Das er sich so aufführt hab ich wirklich noch nie erlebt… nicht mal als Fred und George mal die ganze Postersammlung seiner Lieblings-Quidditchmannschaft verschwinden haben lassen…“
Harry lachte dumpf auf. „Das will wohl was heißen…“, dann nahm er sich einen Toast, den er schlecht gelaunt in seinen Teller krümelte. Toll, wirklich toll. Es könnte alles so schön sein… Alle, die es bis jetzt wussten, akzeptierten es und nur Ron machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Harry konnte schon verstehen, dass Ron nachtragend war, vor allem in Bezug auf Draco… aber dass er nicht mal nur für eine Sekunde über seinen eigenen Schatten springen konnte! Es interessierte ihn ja nicht mal, was sich verändert hatte, wieso sie sich auf einmal verstanden… Er versuchte ja nicht mal, irgendwas zu verstehen! Wahrscheinlich, weil er es gar nicht wollte. Harry überlegte. Ob er genauso reagieren würde, wenn Ron ihm auf einmal eröffnen würde, was mit… Grabbe zu haben? Naja, er würde sich im Moment wohl eher darüber kaputt lachen, aber würde er sich wirklich genauso benehmen wie Ron? Wieso war dieser Kerl manchmal so uneinsichtig? Harry seufzte und warf dann einen Blick auf Draco, der ihn wohl schon eine ganze Weile still beobachtete. Der Gryffindor konnte nur mit den Schultern zucken und Mark drohte mit der Faust in Richtung Ron, wofür er doch tatsächlich einen Rippenstoß von Draco und ein Kopfschütteln von Harry erntete. Das war doch wirklich alles zu verrückt. Mit seinem besten Freund verstand er sich nicht mehr, dafür mit zwei Slytherins. Kein Wunder, dass Ron so stinksauer war. Aber er war, was bestimmte Dinge anging, auch einfach empfindlich!
„Hey, Harry“, Ginny legte den Kopf schief, als der schwarzhaarige Junge sie endlich ansah. „Mark und ich gehen nach dem Essen zum See, willst du mitkommen? Mit Draco?“
Harry hob eine Augenbraue. „Ich weiß nicht…“
„Ach, komm schon!“, Ginny sah ihn bettelnd an. „Hermine, kommst du auch mit?“
Die schüttelte den Kopf. „Ich glaub, ich geh in die Bibliothek… irgendwohin, wo Ron nicht ist“, sie sah ziemlich geknickt aus. Harry konnte es ihr nicht verübeln, er hätte es ihm von Anfang an selbst sagen sollen und nicht sie vorschicken. So ein Schwachsinn auch!
„Hermine“, das rothaarige Mädchen legte ihrer Freundin tröstend einen Arm um die Schulter. „Beim See ist er auch nicht. Außerdem wirst du da wenigstens abgelenkt!“
„Von zwei knutschenden Pärchen? Nein Danke“, Hermine schüttelte den Kopf. „Ich geh lieber lernen… und vielleicht rede ich auch noch mal mit ihm…“
„Das tust du sicher nicht“, Harry schüttelte bestimmt den Kopf. „Das hättest du eigentlich überhaupt nicht tun sollen. Das war eine Schnapsidee. Jetzt ist er auch sauer auf dich, obwohl du gar nichts dafür kannst.“
Hermine hob die Schultern und ließ sie dann wieder fallen. „Jetzt ist es auch schon zu spät… ich hätte ja auch nicht gedacht, dass er so reagiert…“
„Ich glaub, das hat keiner“, Ginny warf einen Blick auf ihren Bruder. „Ich würde mich ja auch anbieten, mit ihm zu reden… Aber erstens hört er auf mich noch weniger, weil ich seine kleine Schwester bin und ihn noch dazu verraten habe... ihr wisst schon, Mark… und außerdem wär dir das sicher nicht recht“, sie sah Harry an, der heftig nickte.
„Vielleicht geht ihr alle zum See und ich versuch’s noch mal…“, überlegte er.
„Jetzt?“, Hermine sah ihn zweifelnd an. „Vielleicht sollte er den Schock erst mal verdauen?“
„Das kann Tage dauern“, Ginny winkte ab. „Wir bleiben einfach in eurer Nähe, damit wir einschreiten können, falls ihr euch an die Gurgel geht…“, sie versuchte zu zwinkern, ließ es dann aber bleiben. Irgendwie war die Stimmung am Tisch nicht gerade toll. Zum Glück füllte sich die große Halle bald und so gesellten sich auch immer mehr Gryffindors zu ihnen, die ihre gute Wochenendlaune verbreiten konnten. Schließlich fühlte sich Harry sogar soweit wieder gut, dass er nach einer Nachspeise Ausschau hielt, um die er sich dann mit Ginny stritt, was Hermine nur amüsiert beobachtete. Nachdem sich die beiden den einzigen Schokomuffin am Tisch geteilt hatten und dem braunhaarigen Mädchen auch ein Stück angedreht hatten, erhoben sie sich vom Tisch und trafen bei den Flügeltüren auf Mark und Draco, die ebenfalls gerade ihr Mittagessen beendet hatten.
„Und, kommt ihr mit?“, fragte Mark in der Eingangshalle und Ginny hakte sich sofort bei Hermine unter, um sie mitzuschleifen.
„Klar! Harry will nur noch mit Ron reden…“, sie zuckte mit den Schultern. Nach den Gesichtern der anderen zu urteilen, hielt das keiner für eine gute Idee.
„Schon wieder?“, fragte Draco mit gehobenen Augenbrauen. „Das bringt doch sowieso nichts!“
„Ich mach’s trotzdem“, Harry sah den blonden Jungen entschuldigend an. „Wenigstens auf Hermine soll er nicht mehr sauer sein.“
„Potter, unser aller Held…“, Draco wuschelte ihm durch die Haare, woraufhin ein Kichern von Ginny ertönte, was sie aber beide überhörten. „Du kannst es wohl nicht lassen, was?“
„Nein“, Harry schüttelte grinsend den Kopf. Dann machte er eilig einen Schritt von Draco weg, weil ein Schwarm Ravenclaws vorbeikam und sie blöde ansah.
„Ts… kaum wissen’s n paar Leute, werdet ihr unvorsichtig“, Mark schüttelte tadelnd den Kopf. „Ich bin schon gespannt drauf, wann’s Dumbledore raus findet…“
Draco griff sich an die Stirn und Harry meinte: „Das will ich lieber gar nicht wissen…“
„Wird sicher lustig!“, Ginny grinste und Hermine sagte: „Du findest ja auch alles witzig…“
„Genau!“, die kleine Weasley nickte. „Gehen wir jetzt endlich?“
„Ich komm dann nach… irgendwann“, Harry sah unruhig zur großen Halle und er konnte Draco ansehen, dass es dem ganz und gar nicht passte, jetzt einfach zum See runter zu gehen. „Wird schon schief gehen…“
“Allerdings“, im Vorbeigehen streifte Draco Harrys Hand, doch es waren einfach schon zu viele Leute um sie herum, als dass sie sich hätten verabschieden können. Als ob Harry nie wieder kommen würde! Er musste doch nur mit Ron reden, Ron, das war sein bester Freund! Mal gewesen… Wie sich Dinge verändern konnten…
Harry schüttelte den Kopf. Es nützte jetzt nichts, ewig darüber nachzugrübeln, nur was sollte er tun, bis Ron sich dazu bequemte, aus der großen Halle zu kommen? Sich auf den Boden setzen und warten? War wohl keine so schlechte Idee… Er ließ sich an der Wand neben den Flügeltüren auf dem kalten Steinboden nieder und betrachtete gedankenverloren seine Fingernägel. Bis ihn ein: „Was machst du denn hier?!“, davon los riss. Ron war mitten in der Eingangshalle stehen geblieben und starrte ihn an. Dann schien er beschlossen zu haben, dass er eigentlich nicht mit Harry reden wollte und stürmte davon.
Harry sprang auf. „Ron, warte! Bleib stehen verdammt noch mal!“
Der rothaarige Junge machte am Treppenabsatz halt und drehte sich um. „Was ist?“
„Was ist?“, Harry ging auf ihn zu. „Ich will mit dir reden, ohne dass irgendwer anderer dabei ist. Schon gar nicht Hermine!“
„Wieso Hermine?“, fragte Ron verständnislos und für einen Moment wich der Zorn aus seiner Stimme.
„Weil du auch sauer auf sie bist, obwohl sie gar nichts dafür kann, dass…“, Harry senkte den Kopf und fragte sich, ob Ron es endlich kapiert hatte. „Dass ich mit Draco…“
“Fang nicht schon wieder mit Malfoy an!“, ja, da war die Wut wieder.
„Es ist aber so! Es tut mir leid, aber ich kann’s auch nicht ändern!“, Harry hob die Hände.
„Du kannst es nicht ändern?!“, rief Ron. „Das ist Malfoy, verdammt noch mal!“
Harry sah sich unruhig um. Immer mehr Schüler gingen jetzt in die große Halle und es war wohl nicht so gut, wenn jeder mitbekam, über was sie sich hier stritten. „Können wir vielleicht raus gehen?“, er wies auf das Eingangsportal.
„Wieso, damit niemand was von deinem Techtelmechtel mit diesem… Arsch mitbekommt?“, Ron sah ihn provokant an.
Harry beschloss, den Arsch zu überhören. „Ja genau. Das geht nämlich nur mich und die Leute was an, denen ich’s erzählen will.“
Das musste wohl erst mal auf den anderen Gryffindor wirken. Ob er sich wenigstens geschmeichelt fühlte, dass Harry es ihm freiwillig erzählte, und nicht vor ihm verheimlichte? Obwohl, hatte er ja die letzte Woche. „Von mir aus, wenn du unbedingt willst…“
„Gut“, Harry ging voran und wartete ungeduldig auf Ron, der gemächlich, die Hände in den Hosentaschen vergraben, als ob ihn das alles nichts angehen würde, angetrabt kam. Als er endlich bei ihm ankam hatte er sich eine Zigarette angezündet und Ron rümpfte die Nase.
„Ist das auch so eine Angewohnheit, die du von Malfoy hast?“
„Ja“, sagte Harry knapp. „Hör mal, ich will nicht mit dir streiten. Und ich will schon gar nicht, dass du mit Hermine streitest, deshalb will ich das jetzt mit dir klären.“
“Was gibt es da zu klären?“, Ron hob eine Augenbraue. „Du stehst unter ’nem Imperius, was sonst?“
“Du glaubst es also noch immer nicht“, stellte Harry trocken fest.
„Wie sollte ich denn?!“, fuhr Ron ihn aufgebracht an.
„Merlin…“, Harry rang innerlich die Hände. Dann versuchte er es anders. „Ich hab dir doch schon Freitag erklärt, dass wir uns in letzter Zeit verstehen… und dass er kein Todesser oder sonst was ist…“
“Ja, und das war schon unglaubwürdig genug!“, meinte sein Gegenüber.
„Naja, das war nicht ganz die Wahrheit“, gab Harry zu.
„Wieso?“
„Weil wir da auch schon was miteinander hatten! Mensch, wir können ja schlecht Händchen haltend durch die Schule rennen wie du und Hermine!“, langsam war Harry am verzweifeln.
„Was?!“, Ron starrte ihn mal wieder fassungslos an. „Dann war das… echt?! Dieser… Kuss… und gestern…!?“
„Ja“, Harry nickte.
„Das kannst du mir nicht weismachen…“, sagte Ron kopfschüttelnd.
„Doch… Es stimmt schon, was ich dir erzählt habe… Das wir uns besser verstanden und angefreundet haben“, bis jetzt lief es doch eindeutig besser als vorher. „Nur… ist daraus eben mehr geworden…“
“Wie kann da draus mehr werden?“, wollte der rothaarige Weasley wissen. „Das sind du und Malfoy!“
„Ja und?“, Harry zuckte mit den Schultern. „Ja ok, es ist komisch…“
“Das ist nicht komisch, das ist krank!“, Ron sah aus, als wäre er kurz davor, den Verstand zu verlieren. „Ihr könnt doch nicht… Seit wann?“
„Einer Woche“, Harry duckte sich.
„Eine Woche!?“, rief Ron. „Du hast uns die ganze Zeit angelogen!“
„Ich weiß“, sagte Harry gequält. „Deshalb wollte ich’s euch ja endlich sagen…“
“Nach einer Woche!“, Ron begann, in Richtung See zu stapfen und Harry musste sich beeilen, mit ihm Schritt zu halten.
„Was hätte ich denn machen sollen?“, fragte Harry außer Atem. „Zu dir kommen und sagen: He, ich glaub, ich bin in Malfoy verknallt?“
„Verknallt?“, wiederholte Ron ungläubig und zugleich etwas angewidert. „Wäh! Und er in dich auch, oder was?“
Harry zuckte mit den Schultern. Was sollte er denn noch sagen? In diesem Moment waren sie am vorderen Ufer des Sees angelangt und Ron blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. Er hatte wohl Mark und Ginny erspäht, die sich gerade darum balgten, wer wohl in den See geschmissen wurde. Etwas weiter entfernt saßen Draco und Hermine unter einem Baum und es sah so aus, als ob sie sich unterhielten.
„Das darf doch nicht…“, Ron riss die Augen auf und ehe Harry sich’s versah, stürmte sein früherer bester Freund auf die beiden Gestalten zu, die erschrocken aufsahen, als er schlitternd bei ihnen stehen blieb.
„Hermine!“, er packte sein Freundin am Arm und zog sie hoch, von Draco weg, der gerade damit beschäftigt gewesen war, sich eine Zigarette anzuzünden und sie nun, zusammen mit seinem Zauberstab sinken ließ. „Wieso gibst du dich jetzt auch noch mit dem ab?!“
Hermine war einen Augenblick sprachlos, dann machte sie sich aus seinem Griff los und meinte: „Wir haben uns gerade sehr gut über die Geschichte Hogwarts unterhalten. Draco hat das Buch nämlich auch gelesen, weißt du?“, ob sie das absichtlich machte? Über das Gesicht des Slytherins huschte ein Grinsen, das aber sofort wieder verschwand, als er Harrys Miene sah.
„So ist das also! Freundet ihr euch jetzt auch an und dann wird daraus vielleicht mehr?“, fragte Ron säuerlich und man sah ihm an, dass er sich mächtig zurückhalten musste.
Hermine hob eine Augenbraue. „Soweit ich weiß ist Draco mit Harry zusammen, außerdem…“
“Steh ich nicht auf Mädchen“, mischte der blonde Slytherin sich ein und Harry betete, dass er es nicht getan hätte.
„So?“, Ron wandte sich von seiner Freundin hab und taxierte nun Draco mit einem gefährlichen Blick. „Ich glaub du stehst nur nicht auf Schlammblüter! Aber ein Weasley ist ja gut genug dafür, deswegen lässt du sie mir! Und Harry hast du dir nur geschnappt, weil er berühmt ist, allerdings sollte ich dich warnen: Er ist auch nicht reinblütig, weißt du! Aber vielleicht kannst du in diesem speziellen Fall ja eine Ausnahme machen, immerhin ist es ja der große Harry Potter!“
„Ron!“, kam es gleichzeitig von Harry und Hermine. Beide starrten ihren Freund ungläubig an und Harry konnte die Augen des braunhaarigen Mädchens verräterisch schimmern sehen. Ron dachte doch nicht wirklich so über sie, oder?
„Was? Ist doch so!“, Ron sah sich um. „Ist die Zeit des Erbarmens angebrochen? Mark krallt sich meine Schwester, wieso hat Harry Hermine nicht genommen, würde doch besser passen! Dann such ich mir noch irgendein anderes Schlammblut und die Almosen sind getan!“
Hermine öffnete den Mund, ohne irgendwas zu sagen, dann drehte sie sich um und schüttelte den Kopf. Ron sah sie verständnislos an.
„Was hab ich denn jetzt schon wieder gemacht?“
„Was du gemacht hast?!“, Hermine wirbelte herum und funkelte ihn aus Tränen erfüllten Augen an. „Hast du ’nen Knall? So ’ne Scheiße würde nicht mal Malfoy, tschuldigung, Draco von sich geben!“
Der Slytherin schüttelte nur den Kopf und sah Harry ratlos an. Ginny und Mark hatten ihre Rauferei mittlerweile aufgegeben und standen hilflos etwas abseits.
„Was soll das Ron?“, fragte Harry schließlich. „Geht’s für dich immer nur um arm und reich, Gryffindor und Slytherin, Reinblüter und… Schlammblüter?“ Ron sah ihn bei seinem letzten Wort böse an und Harry sagte fassungslos: „Was, das hast du die letzten paar Minuten oft genug gesagt!“
„Hab ich?“, war er jetzt schon so vergesslich, oder nur so blöde?
„Ja, hast du!“, Hermine wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und Ron bekam einen zerknirschten Gesichtsausdruck. „Wenn du so über das alles denkst, dann weiß ich nicht, ob das mit uns beiden so eine gute Idee ist… vielleicht suchst du dir irgendeine arme Reinblüterin, damit du mit ihr dein restliches Dasein fristen kannst…“, Harry wusste nicht, ob er lachen sollte da Hermine diese ganzen Worte doch nicht wirklich ernst meinen konnte, genauso wenig wie Ron, der ihr mit offenem Mund hinterher sah, als sie langsam in Richtung Schloss ging.
Eine Weile herrschte Totenstille, dann drehte Ron sich bedrohlich wieder zu Harry und Draco um, der mittlerweile aufgestanden war. „Du…“, meinte er Draco oder Harry? „Das ist alles nur deine Schuld!“
„Meine Schuld?“, Harry hob eine Augenbraue, dann musste er Ron allerdings teilweise Recht geben. „Hermine hätte nicht mit dir reden sollen, das stimmt schon, und es war feige von mir, dass ich’s nicht gleich selber gemacht hab… Aber sie kann rein gar nichts dafür, dass du deine ganze Wut auf ihr ablädst!“
„Tu ich doch gar nicht!“, empörte sich Ron.
„Ach, nein?! Kommt aber so rüber!“, sagte Harry. Er wusste schon, dass Hermine nicht alles abbekommen hatte, aber Rons letzte Worte hatten sie wohl am meisten getroffen, wo sie noch dazu mit ihm zusammen war. „Vielleicht solltest du dich bei ihr entschuldigen?“
„Ich? Wieso machst das nicht du?“, fragte Ron. „Du hast doch jetzt deine weibliche Seite entdeckt, so ein Gespräch zwischen Frauen tut euch sicher beiden gut, vielleicht kann sie dir deinen Schwachsinn dann auch ausreden…“
Harry sah zu Boden, nicht wissend, ob er weinen oder Ron auf der Stelle verprügeln sollte. „Ich glaub, es war ein Fehler, dir die Wahrheit zu sagen“, stellte er schließlich fest. „Ich hab gedacht, du könntest es vielleicht früher oder später akzeptieren. So sehr kann man sich in seinen Freunden täuschen“, das hatte er eigentlich nicht sagen wollen. Erstens klang es wie aus einem billigen Film und zweitens wusste er, dass er Ron damit unrecht tat. Für ihn musste es genauso einem Verrat gleichkommen, wenn Harry sich auf einmal mit seinem Erzfeind einließ und ihn vorher noch von vorne bis hinten belog. Aber man sah ja, dass es so eigentlich auch weiterhin besser gewesen wäre.
„Das sagt gerade der Richtige“, kam es verächtlich von Ron. „Wer gaukelt mir denn vor, dass er Liebeskummer hat? Wahrscheinlich hat dir Malfoy bloß das Hirn rausgevögelt, deshalb warst du so fertig! Und ich Trottel hab auch noch Mitleid mit dir! Aber ich sag dir was: Nicht mit mir, such dir Freunde aus Slytherin! Die sind doch sowieso viel besser, haben Geld, Ansehen…“ *Klonk* Draco hatte Ron eine kräftige Kopfnuss verpasst, was eigentlich noch lieb war, im Vergleich dazu, was der Gryffindor gerade so von sich gab. „Wiesel, geh deine Freundin trösten, bevor ich dich gleich trösten muss“. Hätte Harry gekonnt, hätte er wahrscheinlich gelacht, so sah er nur starr auf eine bestimmte Stelle im See.
„Also…!“, Ron holte tief Luft, doch Draco schnitt ihm wieder das Wort ab, indem er drohend seinen Zauberstab hob.
„Hau ab! Entschuldige dich bei ihr und wenn du wieder einigermaßen normal in der Birne bist, machst du dasselbe auch bei Harry…“, als Ron wieder etwas sagen wollte, wedelte er mit dem Zauberstab. „Husch!“
„Ron, geh einfach, bitte“, sagte Harry leise. „Später kannst du mich weiter anschreien, so viel du willst, aber jetzt reicht’s.“
„Oh, und wie’s reicht!“, Ron schenkte noch jedem in Reichweite einen zutiefst empörten Blick, dann drehte er sich um und stapfte zum Schloss, vor dessen Portal man Hermine noch als kleinen schwarzen Punkt erkennen konnte.
Als er außer Hörweite war, sah Draco Harry unsicher, aber auch wütend an. „Tut mir leid, dass ich mich eingemischt hab… aber das ist doch nicht mehr…!“
„Schon ok“, Harry winkte ab und schluckte. Was war bloß in Ron gefahren? So hatte er ihn noch nie reden gehört! Und alles, verdammt, war seine Schuld! „So ein Idiot“, murmelte er. „So ein Riesenarsch! So ein Wichser, so ein… Volltrottel! So ein…“, ihm gingen die Worte aus. Draco tätschelte ihm etwas unbeholfen die Schulter. Er wusste wohl genauso wenig, wie Harry selber, ob er jeden Moment in Tränen ausbrechen, oder die Beherrschung verlieren würde. „Und das war mal mein bester Freund!“, Harry blinzelte wütend die Tränen weg, die sich in seine Augen schleichen wollten. Das war es doch wirklich nicht wert, dass er deswegen zu heulen begann! Wenn dieser Mistkerl sich so aufführen musste, dann… aber er war doch selbst Schuld dran! Wieso hatte er ihm, wenigstens ihm, nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt? Vielleicht hätte er es ja verstanden, vielleicht…? Ach Quatsch, das war Ron, einen größeren Sturkopf gab es nicht! Da konnte er doch nicht erwarten, dass er mit ihm über seine Verknalltheit in Draco Malfoy reden konnte! Aber nicht mal versucht hatte er es… Das war einfach nur noch alles scheiße. Und wenn sich seinetwegen Hermine auch noch von ihm trennte, dann war ja alles vollends perfekt.
„Hey, Harry“, Draco sah ihn an, dann stutzte er. „Nicht…“
Harry wollte sich von Draco wegdrehen, um sich unauffällig die Tränen wegzuwischen, doch der Slytherin zog ihn zu sich. „Jetzt wein doch nicht wegen Weasley“, sagte er leise.
„Ich weine nicht wegen ihm“, verteidigte sich Harry und schniefte. „Es ist diese ganze verdammte Scheiße!“
„Komm schon… das ist keine Scheiße…“, Draco strich ihm über die Haare und Harry atmete tief durch. Solange Draco hier war, würde schon alles irgendwie wieder gut werden… Gott, wie kitschig. „Ron entschuldigt sich sicher gerade bei Hermine und dann wird sie ihm den Kopf waschen und er entschuldigt sich auch bei dir… Sei doch froh, alle denen wir’s bis jetzt erzählt haben, haben’s akzeptiert!“
„Ja, alle außer Ron…“, Harry musste grinsen. „Du hast ihn Ron genannt!“
„Hat das Wiesel gar nicht verdient“, Draco schnaubte. „Bei nächster Gelegenheit da…“
„Hör auf“, Harry versuchte, ihn leicht von sich weg zu schubsen, doch Draco hielt ihn fest. „So wird’s auch nicht besser… Scheiße, ich benehm’ mich wirklich wie ein Mädchen!“ Er machte sich von Draco los und suchte in seinem Umhang nach einem Taschentuch. Da er keins fand, nahm der blonde Junge einfach sein Gesicht in die Hände und küsste ihm die Tränen weg.
„Harry, egal was ist, ich…“
„Oh, ich will ein Foto!“, Ginny hatte sich vor lauter Verzückung wohl nicht mehr zurückhalten können. Zuerst dieser Streit und dann auch noch eine hoffnungslos romantische Szene… Da konnte sie wohl einfach nicht mehr den Mund halten.
„Weasley!“, fuhr Draco sie an. „Kann man hier nicht einmal in Ruhe… Wiesel!?“
„Hä?“, Harry sah an Draco vorbei, der ihm etwas die Sicht versperrte und erkannte zu seiner großen Überraschung Hermine, die Ron an der Hand hinter sich her schleifte und ihn vor Harry abstellte.
„So, wenn dir das alles so schrecklich leid tut, dann entschuldige dich auf der Stelle!“
Ron sah widerwillig von Harry zu Draco, der noch immer eine Hand an der Wange des Gryffindors liegen hatte und auf einmal veränderte sich etwas in seinem Blick. „Ich…“, fing er an, doch dann schüttelte er den Kopf. „Okay, ich seh’s… ich seh’ ja, dass es nicht mehr so ist wie früher. Ihr liebt euch, gut, ich misch mich da nicht ein… Ihr wart zwar früher Erzfeinde, aber egal, vergessen wir das mal… wir vergessen auch, dass ihr Kerle seid, gut…“
„Ron!“, kam es drohend von Hermine.
„Ok, ok… Es tut mir leid! Habt ihr’s alle gehört? Ich hab mich blöd benommen und den ganzen Käse den ich gesagt hab, hab ich nicht so gemeint… Das war nur… Mann, Harry, du weißt selbst warum!“
“Ja, ich weiß“, Harry nickte. „Ich sag dir das nächste mal Bescheid, wenn ich mich in Grabbe oder Goyle verliebe… dann können wir zusammen Pläne schmieden und…“
Ron hob abwehrend die Hände. „Verschon mich damit!“
„Okay“, Harry musste grinsen. „Aber nur, wenn du nie wieder versuchst, mir nen Muffin aufzudrängen!“, ok, das war zwar nicht gerade witzig, aber irgend ’nen persönlichen Insider musste er ja versöhnlicherweise einbringen. Schien ganz gut zu klappen, denn Ron verzog seinen Mund zu etwas, das fast so aussah, wie ein Grinsen und wandte sich dann zu seiner Freundin um.
„Bist du jetzt zufrieden?“, fragte er.
Sie nickte. „Ausnahmsweise.“
„Gut, wenn jetzt alle wieder in Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung sind… Wer hat Lust, schwimmen zu gehen?“, alle starrten Mark aufgrund dieses offensichtlichen Themenwechsels an und Draco hob eine Augenbraue.
„Spinnst du? Es ist arschkalt hier!“, er schüttelte den Kopf.
„Naja, so kalt ist es auch nicht“, meinte Harry. „Immerhin ist es September…“
„Ich geh sicher nicht in diese Dreckbrühe“, Draco rümpfte die Nase. „Letztes Mal hat mir gereicht.“
„Letztes Mal?“, entwich es Ron und Hermine grinste. Ginny kam mit Mark an der Hand neugierig näher und bald sahen Harry alle gespannt an.
„Was?“, machte der perplex. „Wir sind nur beim Fliegen mal in den See gefallen!“
„Ja, in den See gefallen…“, Mark nickte, als ob er ein kleines Kind vor sich hätte.
„Das war sicher bei Mondschein“, Ginny sah träumerisch in die Luft. „Glühwürmchen überall und die Grillen zirpen…“
„Was hast du für eine schweinische Fantasie?“, fragte Mark kopfschüttelnd, allerdings grinste er ganz gewaltig. Wahrscheinlich hatte er dasselbe gedacht.
„Du warst mit Malfoy schwimmen? Im See? Nachts?“, Ron sah aus, als würde er sämtliche guten Vorsätze in den nächsten Minuten wieder über Bord werfen.
„Nein!“, sagte Harry aufgebracht. „Es war helllichter Tag und er ist mir in die Quere geflogen, deshalb… außerdem hatten wir da noch gar nichts miteinander!“
„Und dann wart ihr zu zweit im See?“, Hermine runzelte ungläubig und amüsiert zu gleich die Stirn.
„Er hat mich rein gezogen, als ich ihm raus helfen wollte“, sagte Draco und zog Harry zu sich auf den Boden.
„Er wollte ihm raus helfen, wie süß!“, Ginny bekam wieder diesen verzückten Gesichtsausdruck, woraufhin Mark sie einfach an der Hand nahm um mit ihr zum See zurückzugehen.
„Ich hab dich gar nicht rein gezogen“, sagte Harry zu Draco.
„Ok, ok“, der Slytherin winkte ab und gab Harry einen kurzen Kuss.
„Muss ich das jetzt jedes Mal mit ansehen, wenn wir zusammen irgendwo sind?“, wollte Ron verzweifelt wissen und sah Hermine an, als ob sie etwas dafür könnte.
„Jetzt hab dich nicht so“, sagte sie tadelnd. „Du küsst mich doch auch, wo und wann du willst.“
„Ja, wenn du willst“, schnaubte Ron und Hermine drehte sich beleidigt von ihm weg.
„Jetzt streitet euch nicht immer“, mischte sich Harry ein. „Ron, du könntest Ginny retten…“, er deutete zum Seeufer, wo Mark wirklich nahe dran war, sie ins Wasser zu befördern. Es drangen nur spitze Schreie und Quietscher zu ihnen hinüber, der Rest wurde von Vogelgezwitscher und dem Rauschen des Baumes über ihnen übertönt.
Harry lehnte sich an Draco, froh darüber, dass Ron es nicht mitbekam, da Hermine gerade verzweifelt versuchte, ihn daran zu hindern, zum See zu stürmen und ihn dazu zu überreden, sich doch mit ihr unter den Baum zu setzen.
„Du, Draco?“, versonnen zog Harry Kreise auf den angewinkelten Knien des blonden Slytherins.
„Hm?“, machte der und tastete im Gras nach Harrys anderer Hand, bis er sie endlich gefunden hatte und ihre Finger ineinander verschränkte.
„Wie glaubst du, reagiert Dumbledore…?“, er musste sich schwer das Grinsen verkneifen, als er Dracos geschockte Miene sah.
Der kapierte zum Glück fast sofort, dass das ein Scherz gewesen war und meinte nachdenklich: „Also ich finde, wir sollten zuerst Snape einweihen, du weißt schon, als Hauslehrer und so… und natürlich Mc Gonagall…“
Harry begann zu lachen, als er sich das Gesicht seiner Professorin vorstellte und gleich daneben den miesepetrigen Snape… „Vielleicht will Hagrid ja ne kleine Einstandsparty geben, oder so… da laden wir dann hm, Flittwick und Binns ein, und… Sprout…“, gluckste er und als Draco ihn ansah, musste er ebenfalls anfangen zu lachen.
„Wir müssen aber aufpassen, dass Binns nicht weggeweht wird, wenn…!“, beide lachten nur noch und mussten sich aneinander festhalten.
„War der überhaupt schon jemals aus dem Schloss draußen? Seit er tot ist, mein ich?“, fragte Harry, als er kurz nach Luft schnappte und Draco schüttelte kichernd den Kopf.
„Nein, aber vielleicht sollten wir mal ein Fenster aufmachen!“, Ron und Hermine sahen sie schon ganz komisch an, als sie sich nach einer Ewigkeit endlich wieder beruhigten und nach ihren Zigaretten kramten.
„Also, das hab ich ja noch nie erlebt“, machte Ron verblüfft, während er geistesabwesend eine Locke von Hermines Haaren um seinen Finger wickelte.
„Ich auch nicht…“, sagte Harry und sah den Jungen neben sich lieber nicht an, bevor er ihn wieder zum Lachen brachte. Es war doch auch einfach eine zu komische Vorstellung, wenn Binns von einer kleinen Windböe auf Nimmerwiedersehen davon geweht werden würde. Vielleicht sollten sie wirklich mal so ganz zufällig das Fenster öffnen, um zu sehen, was passierte?
„Siehst du“, Hermine stieß Ron an. „Sie verstehen sich wirklich!“
„Ja, und deshalb könnt ihr aufhören, uns wie Tiere im Zoo zu begaffen“, sagte Harry leicht säuerlich und Hermine hob abwehrend die Hände, als ob sie das nie vorgehabt hätte. Ron drehte sich nur demonstrativ weg, wohl um ihm zu zeigen, dass er sie nie freiwillig ansehen oder gar angaffen würde.
Harry wandte sich zufrieden wieder Draco zu, der grinsend an seiner Zigarette zog und dann meinte: „Hey, ich glaub, ich färbe schon auf dich ab…“
„Hä, wieso?“, wollte Harry verständnislos wissen.
„Weil das eben ziemlich Slytherin-like war!“, sagte Hermine mit hoch erhobenem Kopf und Ron neben ihr nickte bekräftigend.
„Sorry, Hermine“, versuchte Harry sich zu entschuldigen. „Das sollte ich wohl eher Ginny sagen, hm?“ Die winkte ihnen soeben grinsend hinter Marks Schulter zu, bis er sie wieder küssenderweise beschlagnahmte. „Sag mal…“, wandte er sich wieder an Draco. „Was ist denn jetzt eigentlich mit denen?“, er wies auf das Pärchen am Seeufer.
„Die?“, der blonde Junge zuckte grinsend mit den Schultern. „Naja, Mark hat mir heute beim Mittagessen irgendwas von einem Busch erzählt…“, er runzelte die Stirn und Harry grinste still in sich hinein. „…Und dann hat er ganz stolz gemeint, dass sie sich jetzt öfter treffen werden, um zu sehen, was sich so entwickelt…“
“Na, das sieht man ja“, grinste Harry und warf Ron einen flüchtigen Blick zu. Der hatte sich endlich dazu bequemt ruhig sitzen zu bleiben und starrte nun finster seine kleine Schwester an. Die zog sich gerade kichernd mit Mark die Schuhe aus, wahrscheinlich um dann die Füße ins Wasser zu hängen.
Als Harry Draco wieder ansah, bemerkte er erschrocken, dass der Slytherin fast so miesepetrig dreinschaute, wie Ron. Was war denn jetzt los? „Ähm…“, Harry sah ihn unsicher an. Gerade zog Draco an seiner Zigarette und blies den Rauch mit halb geschlossenen Augen wieder aus. Ein Bild für Götter… aber das gehörte nicht hierher. „Draco… ist was?“
Es dauerte eine Weile, bis der Junge neben ihm, sich dazu bequemte, ihn anzusehen. Dann meinte er endlich: „Lass uns wieder reingehen.“
“Wieso?“, fragte Harry perplex. Endlich verstanden sie sich alle wieder einigermaßen und da wollte der Kerl abhauen?
„Ja, ich mag das alles hier nicht“, sagte Draco und stand auf. „Diese ganzen Pärchen überall, igitt… Das war gestern in den Drei Besen schon schlimm genug!“
„Hm…“, Harry ließ sich von ihm auf die Beine ziehen und verlor dabei fast seine Zigarette. Hermine sah ihn überrascht an, als sie bemerkt hatte, dass sie sich erhoben hatten.
„Wollt ihr schon gehen?“, fragte sie und löste sich aus Rons halbherziger Umarmung.
„Äh, ja“, machte Harry etwas hilflos. „Tut mir leid…“
“Ach, ist nicht so schlimm“, winkte Ron brüsk ab und Harry verbiss sich einen Kommentar.
„Ihr wisst schon, wir müssen das Bett n’ bisschen zum quietschen bringen“, erklärte Draco todernst und zog Harry dann mit sich. Der konnte nur Rons zutiefst geschockte Miene erkennen und Hermine den Kopf schütteln sehen. Dann blieb Draco abrupt stehen und fing Harry auf, der sonst in ihn hinein gerannt wäre. „Was ist denn jetzt wieder…?“, fing er an, doch er wurde durch einen tiefen Kuss unterbrochen, der ihn erst nach einigen Momenten wieder zu Atem kommen ließ. „Wofür war das denn?“, keuchte er, als Draco ihn wieder losgelassen hatte.
„Dafür, dass endlich nicht mehr lauter Leute um uns sind“, er nahm ihn wieder an der Hand um zum Schloss zu gehen, doch ließ er sie schon bald wieder los, da Schüler die Ländereien fluteten. Anscheinend war der See beliebter, als sie gedacht hatten.
Schweigend gingen sie in einigem Abstand den restlichen Weg zum Schloss zurück und als sie endlich in der Eingangshalle ankamen, nahm auch die Schülerflut etwas ab. In den Kerkern schließlich war es wieder vollkommen ruhig, sodass Harry es endlich wieder wagte, das Wort an Draco zu richten. „Du magst diesen ganzen Trubel nicht, oder?“
„Richtig geraten“, war die trockene Antwort, als sie beim Schwanenportrait ankamen und Draco das Passwort sagte.
„Wieso?“, wollte Harry wissen. Er mochte Trubel auch nicht, aber das Draco da so empfindlich war, hätte er nicht gedacht. Außerdem glaubte er nicht, dass der Slytherin es so wie er nicht mochte, im Mittelpunkt zu stehen, er hatte eher das Gefühl, dass es etwas anderes war. Unschlüssig kramte er seine Zigaretten aus seinem Umhang, bevor er ihn auf einen der Sessel vor dem Kamin warf.
Draco zuckte nur mit den Schultern. „Ich weiß nicht… Was sollen wir da machen? Um die Wette Händchen halten?“
Harry lachte auf. Dann meinte er, während er sich eine Zigarette anzündete: „Weißt du, was ich glaube, was du nicht magst?“, er ließ Draco gar nicht zu Wort kommen. „Diese ganze Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung!“
„Oh, ja!“, Draco nickte heftig und nahm Harry seine Zigarette aus der Hand, der sich grinsend eine neue ansteckte. Der Slytherin schüttelte sich. „Schrecklich so was…“
Harry zuckte mit den Schultern. „Ich find das nicht so schlimm…“
„Du bist ja auch ein Gryffindor!“, Draco schnaubte, genauso wie Harry, nachdem er das gehört hatte.
„Was soll denn das jetzt wieder heißen?“, wollte er leicht säuerlich wissen.
„Nichts…“, der Slytherin hob abwehrend die Hände. „Nur, dass Gryffindors… und Hufflepuffs eher dazu neigen, na ja, schnulzig zu sein…“
Harry hob eine Augenbraue. „Ich bin nicht schnulzig!“, dann runzelte er die Stirn. „Woher willst du das überhaupt wissen?“
Draco griff sich ans Kinn. „Hm… weiß nicht… Erfahrung?“
In Harrys Herz machte es einen kleinen Stich. Er wollte echt gerne mal wissen, wer die ganzen Mädchen waren, mit denen Draco schon was gehabt hatte… oder lieber doch nicht… Obwohl… Vielleicht würde er ihn in einer starken Minute mal fragen, aber jetzt sicher nicht. So sagte er nur: „Merlin… können wir über was anderes reden?“
„Du hast damit angefangen!“, verteidigte sich der blonde Junge.
„Ja, und deshalb beende ich’s auch wieder“, bestimmte Harry kühl und ließ sich in den Sessel fallen, über dessen Lehne er seinen Umhang geworfen hatte. Die Stille, die sich nun im Raum ausbreitete, konnte man nicht gerade als gemütlich oder auch nur im Entferntesten als positiv bezeichnen. Beide Jungen saßen schweigend da, rauchten und sahen in verschiedene Richtungen.
Schließlich hielt Harry es nicht mehr aus. „Okay, jetzt sag mir endlich, wer diese ganzen Mädchen sind, damit das nicht immer zwischen uns steht!“
“Das steht zwischen uns?“, fragte Draco kühl interessiert.
„Ja“, sagte Harry resigniert. „Merkst dus nicht? Jedes Mal, wenn du davon anfängst, beginne ich mich zu fragen, wer die alle waren und was du…“, es schüttelte ihn. „…mit… Gott, erzähl’s mir einfach!“ Dann hatte er es wenigstens hinter sich. Der Gryffindor wusste ja selbst nicht, warum er so erpicht darauf war, alles über Dracos Vergangenheit als, na ja, Mädchenschwarm zu erfahren. Aber es machte ihn einfach fertig, wenn er es nicht wusste… Außerdem waren das Mädchen… und er war ein Junge… was hatte Draco also wirklich dazu gebracht, auf einmal mit ihm…? Und wo war für ihn der Unterschied? Gab es überhaupt einen und wenn ja, welchen? Fragen über Fragen, die Harry sich leider nicht selber beantworten konnte. Nur wusste er nicht, ob er froh darüber oder eher peinlich berührt sein sollte. Immerhin war er sechzehn und hatte erst ein Mädchen geküsst… und das nicht mal richtig… herrje…
„Du willst das wirklich alles wissen?“, fragte Draco da gerade stirnrunzelnd. Ob er daran zweifelte, dass Harry es verkraftete?
„Ja, will ich“, sagte der fest.
„Und wo soll ich anfangen?“, wollte der Slytherin da weiter wissen. Ja, wenn Harry das wüsste…
„Beim Anfang vielleicht…“, schlug er so vor. „Wann, mit wem war dein erster Kuss?“
Draco verzog das Gesicht. „Mit Pansy… beim Weihnachtsball letztes Jahr…“
“Was, erst?“, fragte Harry erstaunt.
„Ja“, der blonde Junge zuckte mit den Schultern. „Vorher hat’s mich nicht wirklich interessiert… da eigentlich auch nicht… aber ich dachte mir, ich muss…,“ gerade begeistert von seinem Tun schien er ja wirklich nicht zu sein.
„Und wann hast du das erste Mal mit ihr…?“, Harry wollte es gar nicht aussprechen, irgendwie tat es ihm weh.
„Am selben Abend“, erzählte Draco, als ob er über Hausaufgaben reden würde. „Zum Glück war ich betrunken…“
Harry schluckte. Den Rest kannte er ja schon. „Und weiter?“
„Dann dachte sie natürlich, wir sind zusammen, aber ich wollte nicht… wir hatten vielleicht noch dreimal was miteinander…“, Draco schien zu überlegen. „Dann war dieses Whiskeybesäufnis, von dem Mark erzählt hat… da hatte ich dann was mit einer Siebtklässlerin… aber ich kann mich nicht mehr wirklich dran erinnern…“, er kratzte sich am Kopf.
„Tja…“, Harry versuchte, zu grinsen, scheiterte aber kläglich. „Und danach…?“ Je schneller er es hinter sich brachte, desto besser. Aber bis jetzt hörte es sich ja wirklich nicht gerade prickelnd an.
„Danach hab ich ganz schnell was mit einer aus Ravenclaw angefangen, damit ich nichts mit der aus meinem Haus haben musste…“, Draco schüttelte den Kopf. „Aber das war schrecklich… ich glaub, die war irgendwie sexsüchtig…“
Harry lachte kurz auf, dann wurde er wieder ernst, als ein paar unschöne Bilder durch seinen Kopf rauschten.
„Dann war da ihre beste Freundin… weshalb sie ziemlich sauer auf mich war…“, Draco grinste fies und Harry hob eine Augenbraue. „He, da konnte ich nichts dafür! Sie war nicht da, also hab ich… na, egal… jedenfalls haben beide danach kein Wort mehr mit mir geredet…“, der Slytherin sah nicht aus, als ob er jemals sonderlich betrübt darüber gewesen wäre. Harry war nur froh drüber.
„Das sind schon vier“, zählte er ab und schnippte die Asche seiner Zigarette im Aschenbecher ab. Es tat richtig gut, Draco so herablassend über seine Affären reden zu hören, auch wenn das für die anderen Beteiligten sicher nicht sonderlich nett war. Aber die bekamen das ja sowieso nicht mit…
„Ja…“, Draco schien weiter zu überlegen. „Dann war da noch eine Fünftklässlerin aus Ravenclaw… das war ganz nett…“
“Was?“, rutschte es Harry heraus und er presste schnell die Lippen aufeinander, doch es war schon zu spät.
Zu seinem Entsetzen nickte Draco auch noch. „Ja, es war für uns beide nur Sex… keine Verpflichtungen… aber dann hatte sie ’nen festen Freund und wir haben damit aufgehört… Ich mochte sie auch eigentlich nicht besonders… obwohl der Sex gut war…“, sein Blick war irgendwie weit in die Ferne gerichtet und Harry musste ihn erst anstoßen, bis er ihn endlich wieder ansah. „Tschuldignung…“
“Schon gut“, knirschte Harry und winkte ab. Jetzt war dieses Stechen in seiner Brust wieder da, viel heftiger als zuvor. „Erzähl einfach weiter.“
Draco schüttelte nur den Kopf. Er schien es wohl auch nicht gerade lustig zu finden, vor allem, da ihm Harrys Reaktionen ja nicht entgingen. „Also… dann war da noch ein Mädchen aus Hufflepuff, das unbedingt ihr erstes Mal mit mir haben wollte… und danach anhänglich wie eine Klette war“, erzählte Draco. „Ich hab sie mit ihrer Schwester aus Gryffindor betrogen, daraufhin war ich beide wieder los…“, er grinste. War er etwa stolz auf diesen Trick?
„Schön…“, Harry wagte es langsam wieder, aufzuatmen, immerhin blieb nur noch eine übrig.
„Freu dich nicht zu früh“, Draco hatte seine Erleichterung wohl bemerkt. „Vor den Sommerferien hat Pansy sich eingebildet, mich zurückerobern zu müssen und als sie bemerkt hat, dass ich keine Lust hatte, hat sie es mit nem Dreier probiert…“
„Ein Dreier?“, wiederholte Harry ziemlich tonlos und ungläubig. „Mit wem?“ Das war ja wirklich ernüchternd.
„Ach, irgendner kranken Freundin von ihr“, Draco hob die Schultern. „Ich fands ziemlich langweilig…“
„Aha..“, Harry verzog das Gesicht. Er brauchte nen Puff, irgendwas. Das war ja nicht mehr normal! Was wollte Draco mit ihm, wenn er…
„Was willst du dann eigentlich von mir?“, sprach Harry seine Gedanken aus. Sein Gegenüber sah ihn leicht verständnislos an. „Ich mein, ich hab keine Ahnung, überhaupt keine Erfahrung in irgendwas und…“
„Na und?“, unterbrach Draco ihn. „Weißt du eigentlich, wie egal mir das ist? Außerdem hab ich doch auch keine Ahnung!“
„Naja…“, Harrys Einwand war ja wohl berechtigt.
„Von Sex zwischen Männern hab ich zum Beispiel genauso wenig Ahnung wie du“, sagte Draco ungerührt und Harry verschluckte sich fast an seiner eben erst angezündeten Zigarette. Kein Wunder, wenn er hier anfing, wie ein Schlot zu rauchen! „Deshalb hab ich auch grade was beschlossen.“
„Hä, was denn?“, wollte Harry ahnungslos wissen und nahm vorsichtig einen Zug von seiner Zigarette um sich ja nicht dran zu verschlucken, egal, was jetzt kommen mochte.
„Wenn wir irgendwann mal… also“, Draco räusperte sich und Harry musterte ihn unruhig. Auf was wollte er hinaus? „Also, falls wir irgendwann mal miteinander… schlafen sollten… wollen, dann will ich, dass du, also…nein“, der blonde Junge schüttelte den Kopf.
„Was soll ich?“, Harry überlegte, ob er seine Zigarette weglegen sollte. Deswegen dauerte es auch ein wenig, bis der nächste Satz den Draco von sich gab, bei ihm durchsickerte. „Du sollst mich…“, was war denn das für eine Handbewegung?
„Oh“, machte Harry schließlich. Dann klappte ihm der Mund auf. „Was?! Ich?!“
„Ja“, Draco hob mit einem leichten Rotschimmer auf den Wangen die Schultern. „Dann wär’s für uns beide das… erste Mal…“
Harry lachte trocken auf. „Klar… vergiss es, ich kann das nicht.“ Er schüttelte heftig den Kopf.
„So ein Quatsch!“, der Slytherin verdrehte nur die Augen und nahm Harry seine Zigarette aus der Hand, bevor er sie noch fallen ließ. „Außerdem brauchst du jetzt noch keine Angst zu kriegen…“
„Wieso, erst nächste Woche?“, ob Sarkasmus jetzt wohl angebracht war? Klar war er das.
„Ich hätte gar nicht damit anfangen sollen…“, meinte Draco da und Harry versuchte schnell, sich wieder einzukriegen.
„Ist schon okay… ist ja eigentlich keine schlechte Idee, nur…“, plötzlich hatte er ein anderes Bild, als die ganzen anderen vorher im Kopf. „Naja, lassen wir das mal“, er winkte ab und dachte dann angestrengt darüber nach, was er eigentlich noch von Draco wissen wollte. Doch ihm fiel in seiner plötzlichen Panik nichts ein. Kein Wunder, wenn Draco Malfoy ihm auf einmal eröffnete, dass… nur nicht dran denken!
„He, du brauchst nicht gleich anfangen, zu zittern“, der blonde Junge kletterte zu ihm in den Sessel und gab Harry einen kleinen Stups auf die Stirn. Das leichte Grinsen, das seine Lippen umspielte, trug allerdings nicht sonderlich dazu bei, dass Harry sich entspannte. Im Gegenteil, in seinem Bauch begann es ungut zu kribbeln und sein Herzschlag beschleunigte sich noch mehr, als er es sowieso schon in Dracos Gegenwart tat. Dann machte der Slytherin plötzlich etwas, was Harry in diesem Moment am wenigsten von ihm erwartet hätte. Er zog die Beine an und kuschelte sich an ihn, sodass er fast zusammengerollt auf Harrys Schoß lag, mit den Armen um seinen Hals.
„Harry?“
„Ja?“, kam es unsicher zurück.
„Mach dir keinen Kopf“, Draco lehnte seinen eigenen an Harrys Schulter, der ohne darüber nachzudenken, sein Gesicht in den blonden Haaren vergrub.
„Okay“, murmelte er und schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, hatte er kurzerhand beschlossen, sich jetzt nicht fertig machen zu lassen und hob Dracos Kinn an. Der sah ihn aus klaren grauen Augen an und über Harrys Gesicht huschte ein Lächeln. Dann verdüsterte sich sein Blick wieder, und mit ihm auch Dracos.
„Was ist“- denn jetzt schon wieder?, hätte Harry an seiner Stelle noch hinzugefügt, doch so hob er nur leicht die Schultern an.
„Früher hast du mich ganz anders angesehen“, sagte er frei heraus und wunderte sich über seine Ehrlichkeit.
Der Slytherin senkte den Blick. „Ich weiß. Früher hätte ich dir auch bei jeder Gelegenheit einen Fluch auf den Hals gehetzt.“
„Und das nur, weil ich deine Freundschaft ausgeschlagen hab?“, wie konnte man sich wegen so was nur jahrelang immer wieder in die Haare kriegen?
„Ich hätte Weasley wohl nicht beleidigen sollen“, meinte der blonde Junge. „Aber früher hatte ich auch noch die selbe Meinung wie mein Vater.“
„Kein Wunder mit elf Jahren“, Harry überlegte. „Wer weiß, wenn mein Vater noch gelebt hätte, vielleicht hätte er mir alle möglichen Schauergeschichten über Malfoys erzählt…“
„Wahrscheinlich“, Draco grinste schwach. „Trotzdem. Einfach nur bescheuert.“
„Ja“, stimmte Harry ihm zu. „Irgendwann lachen wir vielleicht drüber.“
„Haha“, machte Draco und Harry musste grinsen. Dann löste er die Arme des Slytherins von seinem Hals und schob ihn sachte von seinem Schoß, so dass er aufstehen konnte.
„Komm mit“, er nahm ihn an der Hand und Draco sah ihn fragend an.
„Wohin?“
„Da“, Harry wies aufs Bett und zog den blonden Jungen mit sich, bis sie sich gleichzeitig in die weichen Kissen fallen ließen.
„Und jetzt?“, Draco drehte sich zu Harry und sah ihn erwartungsvoll an.
„Hm…“, Harry hob nachdenklich eine Augenbraue, dann robbte er einfach näher zu dem Jungen neben ihm und kuschelte sich an ihn. Dann fiel ihm Dracos Hals ins Auge, der ziemlich verlockend aussah. In letzter Sekunde konnte er sich davon abhalten, hinein zubeißen und so küsste er ihn nur, was dem Slytherin einen wohligen Laut entlockte.
„Aha, das willst du also“, vernahm er noch, bevor er sich auf dem Rücken wieder fand.
„Was auch immer du damit meinst“, murmelte er, dann küssten sie sich. Harry fiel wieder ein, was er Draco noch hatte fragen wollen, nämlich wo denn der Unterschied zwischen ihm und all den Mädchen lag, nur irgendwie hatte er im Moment nicht die geringste Lust dazu. Er war eher viel zu sehr damit beschäftigt, Draco davon abzuhalten, sich an seinem Hals festzusaugen. Und erst als er sagte: „He, das tut weh!“, ließ der Slytherin mit etwas schuldbewusster Miene von ihm ab und widmete sich wieder seinem Mund. Daran konnte er sich von Harry aus ruhig für ewig festsaugen, fühlte sich auch so an, als würde er es versuchen. Dem Gryffindor war das nur recht.
„Was hast du denn für ein T-Shirt an?“, fragte Draco verdutzt, als er Harry nach einer Weile das Hemd ausgezogen hatte.
Der zuckte mit den Schultern. „Ein ganz normales, wieso?“
„Hm…“, der Slytherin runzelte nur die Stirn, dann wollte er es nach oben schieben, doch er wurde von Harry aufgehalten.
„Wieso hast du’s eigentlich immer so eilig?“, wollte er endlich wissen. Er war doch wirklich jedes Mal, eher er sich’s versah ausgezogen!
„Ups“, Draco rollte sich von Harry, der sein T-Shirt wieder zurecht zog und hob dann entschuldigend die Schultern. „Ich glaub, dass ist Angewohnheit…“
„Merk ich…“, Harry setzte sich auf und fuhr sich durch die Haare. Dann stand er auf und holte sich Zigaretten. Als er sich wieder hingesetzt und sich eine angezündet hatte, sah er Draco an. „Mir ist langweilig.“
Der hob nur, diesmal ganz Malfoy typisch, eine Augenbraue. „Und was soll ich da machen? Du kannst auch gehen, wenn…“
„So hab ich das nicht gemeint!“, sagte Harry schnell und reichte seinem Gegenüber die Zigarette. „Es ist nur…“
„Was?“, der blonde Junge sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an, nur wusste Harry nicht, ob das vom Rauch kam, oder ob er schlicht und einfach sauer war.
„Ich weiß nicht…“, er überlegte angestrengt, während er sich eine eigene Zigarette anzündete, da Draco nicht so aussah, als würde er seine wieder hergeben. Was passte ihm denn an der Situation denn schon wieder nicht? War es, dass sie seit einer Woche immer das selbe machten? Rauchen, ok das war nicht schlimm, reden und knutschen? Wirklich sehr abwechslungs- und einfallsreich. Deshalb hatte es Harry wahrscheinlich auch so gut getan, mit den anderen zusammen am See zu sitzen. Nur wollte Draco nichts anderes mehr, reichte ihm das? „Willst du eigentlich nur das von mir?“, Harry wies um sie herum auf das Bett.
„Was? Nein!“, Draco schüttelte mit einem Gesichtsausdruck den Kopf, als würde er an Harrys Verstand zweifeln. Dann hob er plötzlich eine Augenbraue, als würde er eine Idee haben und stand auf. Harry verfolgte mit gerunzelter Stirn mit, wie er zu seinem Schrank ging und mit der Zigarette zwischen den Lippen begann, darin herum zu kramen.
„Ähm… was suchst du denn?“, fragte Harry schließlich und der blonde Junge sah kurz auf. Dann fischte er endlich etwas aus dem Schrank und warf es Harry zu.
„Das da“, es war eine giftgrüne Badehose.
„Oh mein Gott“, Harry musste fast husten. „Du willst schwimmen gehen? In den See?“
„Nein, aufs Klo zur Maulenden Myrthe!“, sagte Draco sarkastisch. „Du solltest lieber in den Gryffindorturm gehen und deine Sachen holen, bevor ich’s mir anders überlege…“, Harry wog das ab. Es war schon ein bisschen kühl... nein es war warm… immerhin war noch Sommer… oder war schon Herbst? Ach, was wusste er schon!
„Okay“, er erhob sich vom Bett und zog sein Hemd wieder an. „Reg dich dann aber nicht bei mir auf…“
Draco schüttelte nur den Kopf. „Würde ich doch nie wagen“, Harry warf sich seinen Umhang um und machte sich auf den Weg zum Portrait. „Holst du mich ab?“, der Slytherin war ihm gefolgt und hatte seine Hände um Harrys Hüften gelegt.
„Wieso das?“, wunderte sich Harry. „Wir können uns doch genauso gut in der Eingangshalle…“
„Ich renne sicher nicht alleine mit einer Badehose durch Hogwarts um dann in der Eingangshalle zu stehen und mich anglotzen zu lassen!“, sagte Draco bestimmt und Harry musste bei der Vorstellung grinsen.
„Okay, ich komm gleich wieder“, er wurde in einen Kuss gezogen und komischerweise hätte er sich jetzt wieder nach einem kuscheligen Bett gesehnt… Das war so typisch! Man wollte doch immer das, was man grade nicht haben konnte! Oder ging es nur Harry so?
Schwermütig löste er sich von Draco und warf ihm noch einen letzten Blick zu, bevor er aus dem Zimmer und der andere Junge in Richtung Bad verschwand. Harry beeilte sich, in seinen Turm zu kommen und so lief er fast Neville über den Haufen, der gerade aus dem Gemeinschaftsraum kam. Hastig entschuldigte er sich und eilte dann hoch in den Schlafsaal, so dass er gar nicht mitbekam, dass Justin ihm etwas nachrief. Als Harry dann vor seinem Schrank stand, überlegte er. Besaß er überhaupt eine Badehose? Doch, beim Trimagischen Tunier hatte er doch eine gehabt, oder? Darüber grübelnd, was Draco so plötzlich dazu gebracht hatte, seine Meinung übers Schwimmen zu ändern, wühlte er in seinen Sachen und fand endlich, was er gesucht hatte. Schnell verschwand er im Bad, zog sich um und schnappte sich ein großes Handtuch. Justin saß auf seinem Bett, als er wieder zurück in den Schlafsaal kam.
„Wieso hast du’s denn so eilig?“, wollte der grinsend wissen, dann stutzte er. „Hast du eine Badehose an?“
“Ja, wir wollen schwimmen… im See“, sagte Harry und schlüpfte in seine Schuhe.
„Wer, wir?“, ob Justin überlegte, ob er mitkommen sollte?
„Äh… na, Ron, Hermine… Ginny vielleicht auch, Mark…“, fing Harry ungeduldig an.
„Ach, haben die jetzt was miteinander?“, fragte der Teamkapitän überrascht.
„Ja“, Harry nickte. „Ich muss dann mal…“
“Ach so, klar“, Justin stand von Harrys Bett auf und ging mit ihm in den Gemeinschaftsraum. „Morgen Nachmittag ist übrigens wieder Quidditchtraining!“
„Alles klar“, Harry war schon am Portrait angekommen, da fiel ihm noch etwas ein. „Mark hat übrigens vorgeschlagen, dass wir mal zusammen trainieren sollten…“
„Hat er?“, Justin runzelte die Stirn. „Hm… er ist auch am See? Dann komm ich später vielleicht mal mit dem Rest des Teams runter…“
„Na dann“, Harry winkte kurz, wodurch ihn einige Leute komisch ansahen, immerhin trug er nur eine Badehose und ein T-Shirt. „Bis später!“, schleunigst machte er, dass er in die Kerker kam und fragte sich, was er da wieder angerichtet hatte. Wenn er Pech hatte, dann kreuzte noch halb Gryffindor am See auf und dann… Du meine Güte…
Ziemlich außer Atem kam er endlich wieder beim Schwanenportrait an und keuchte das Passwort.
„Na, das hat ja gedauert“, begrüßte Draco ihn und warf sich ein Handtuch über die Schulter. „Gehen wir schnell… sonst wird’s noch kalt draußen…“
„Justin hat mich aufgehalten“, erzählte Harry. „Ich hab ihm gesagt, dass Mark mit ihm trainieren will, deshalb kommt er später vielleicht zum See.“
„Na toll“, der Slytherin griff sich an die Stirn und langsam bekam Harry das Gefühl, dass er nervig war.
„Sag mal, nerv ich dich irgendwie?“, fragte er so etwas säuerlich, gerade als sie von den Kerkern in die Eingangshalle einbogen.
„Hä?“, Draco schüttelte den Kopf. „Manchmal benehm’ ich mich eben bescheuert…“
„Typisch Malfoy“, Harry grinste, erleichtert darüber, dass er sich mal wieder unnötig Sorgen gemacht hatte. Irgendwie tat er das immer.
„Merlin“, Draco wurde plötzlich bleich um die Nase und Harry folgte seinem Blick zu Dumbledore, der gerade aus der großen Halle kam und auf sie zuschritt, nachdem er sie gesehen hatte.
„Mr. Malfoy, Mr. Potter!“, für Harry war es ganz ungewohnt, dass der Schulleiter ihn mit seinem Nachnamen ansprach. Überhaupt wurde ihm bewusst, dass dies das erste einigermaßen private Gespräch war, das sie in diesem Schuljahr im Begriff waren zu führen. „Wohin des Weges?“
„Ähm… zum See“, sagte Harry, nachdem Draco nicht so aussah, als ob er auch nur den Mund aufmachen wollen würde.
„Aja, schwimmen, hm?“, der grauhaarige Mann warf einen Blick nach draußen, nachdem er sie beide kurz mit einem Funkeln in den Augen gemustert hatte „Ja, das würde ich jetzt auch gerne… Wenn ich nur nicht so viel zu tun hätte…“
„Tja…“, Harry kratzte sich am Kopf. Irgendwie wusste er nicht groß, was er sagen sollte.
„Dann wünsche ich ihnen viel Spaß“, Dumbledore zwinkerte. „Im übrigen bin ich froh und äußerst überrascht darüber, sie einmal nicht streitend vorzufinden…“, er winkte vergnügt und erklomm dann, mit bauschendem Umhang die nächste Treppe.
Die beiden Jungen sahen ihm nach, bis er um die Ecke verschwunden war, dann schüttelten sie synchron den Kopf. Sie standen noch immer wie versteinert da, als Draco plötzlich zu grinsen begann. „Glaubst du, er hat deinen Knutschfleck bemerkt?“
„Was?!“, Harry griff sich erschrocken an den Hals und setzte dann eine resignierte Miene auf. „Na toll…“ Er stapfte aus dem Schloss und der Slytherin musste sich beeilen, ihn wieder einzuholen. Es tummelten sich einige Schüler auf den Ländereien und um den See und sie wurden ziemlich schräg angegafft, als sie zu dem Baum gingen, wo die anderen noch immer saßen. Immerhin kam es nicht alle Tage vor, dass Harry Potter und Draco Malfoy friedlich nebeneinander, noch dazu mit Badehosen bekleidet, in der Gegend rum liefen.
„Glaubst du, sie gewöhnen sich irgendwann dran?“, fragte Draco, der die ganzen Blicke bemerkt hatte.
„Keine Ahnung“, Harry hob die Schultern und erkannte Hermine und Ginny, die ihnen winkend entgegenkamen. „Wo habt ihr eure Freunde gelassen?“, fragte Harry, als sie bei ihnen ankamen.
„Ron droht Mark gerade“, grinste Ginny, dann stutzte sie. „Habt ihr Badehosen an?“
„Sieht wohl so aus“, war Dracos trockener Kommentar und Hermine runzelte die Stirn.
„Ich dachte, es ist zu kalt zum Schwimmen…“, dann musste sie allerdings auch grinsen.
„Oh ja!“, Ginny hüpfte auf Hermine zu und packte sie am Arm. „Komm, wir holen auch unsere Badesachen!“ Und weg waren sie.
Draco sah ihnen nach. „Mark wird sich freuen…“
“Ron nicht“, Harry sah hinüber zum Baum, wo der Gryffindor und Mark sich gerade erhoben hatten. Letzterer winkte begeistert.
„Ha! Wer von euch hatte diese grandiose Idee?“, fragte Mark, nachdem sie ihre Handtücher unter dem Baum zu Boden fallen gelassen hatten.
„Na, wer wohl?“, Draco hob eine Augenbraue und wies auf sich.
„Wo ist Ginny?“, fragte Ron. „Und Hermine?“
„Die holen ihre Badesachen“, sagte Harry grinsend, während er die Seeoberfläche mit Unbehagen betrachtete. Sah nicht gerade warm aus…
„Was?“, Ron sah Mark böse an. „Das hast du ja toll hingekriegt!“
„Ich, wieso ich?“, machte der unschuldig und hob die Hände.
„Das war deine Schnapsidee!“, der rothaarige Junge schüttelte den Kopf, dann sah er den Slytherin-Kapitän eindringlich an. „Wenn ich deine Hände nachher irgendwo sehen, wo sie nicht hingehören, dann…“
„Fass dir lieber mal an die eigene Nase“, rutschte es Harry heraus.
„Wieso?“, wollte Ron mit gefährlichem aber ahnungslosen Gesichtsausdruck wissen.
„Was war denn gestern in den Drei Besen?“, Rons Ohren wurden kaum merklich röter. „Und Ginny hat im Gemeinschaftsraum sehr interessante Beobachtungen gemacht… gestern Nacht…“ Draco verkniff sich ein Lachen.
„Also…“, Ron friemelte an seinen Haaren herum. „Die kann was erleben!“
Harry konnte nur grinsend den Kopf schütteln, dann sah er Draco fragend an. „Sollen wir?“
„Jepp“, der zog sich sein T-Shirt über den Kopf und marschierte zum See, Rons missbilligende Blicke im Rücken, vor allem nachdem er gesehen hatte, wie Harry den Slytherin gemustert hatte. Der hatte sich unterdessen ebenfalls sein T-Shirt und die Schuhe ausgezogen und machte vorsichtige Schritte zum Seeufer, wo Draco gerade seine große Zehe ins Wasser steckte.
„Und?“, Harry sah ihn gespannt an.
„Geht…“, der blonde Junge grinste hämisch. „Du wirst später so froh sein, wenn wir wieder im Bett sind…“
„Oh ja“, Harry hatte einen Schritt ins Wasser gemacht und spürte, wie er eine Gänsehaut bekam. Dann sah er sich um und erkannte einige Schüler, überwiegend weibliche, die ihnen interessiert zusahen. „Wir sollten machen, dass wir da rein kommen“, sagte er und watete mit zusammengebissenen Zähnen tiefer in den See. Draco folgte ihm zitternd, da er sich ebenfalls umgesehen hatte.
„Irgendwie komme ich mir vor, wie auf dem Präsentierteller“, klapperte er und schlang die Arme um sich. „Ist ja schrecklich!“, damit meinte er wohl die Temperatur des Wassers und die Mädchen.
„Wir könnten uns küssen, dann haben wir unsere Ruhe“, überlegte Harry, nahe dran am Galgenhumor. Ob es Wärmezauber gab?
„Ha, sicher nicht“, Draco schüttelte den Kopf. „Dann eröffnen sie mit Weasley und Granger ’nen Fanclub!“
„Das kann natürlich auch sein“, Harry nickte und schüttelte sich dann. Mittlerweile standen sie bis zum Bauch im Wasser und sahen sich frierend an. „Sollen wir untertauchen? Bei drei?“
„Gut“, Draco holte tief Luft. „Eins…“, und weg war er. Harry schüttelte den Kopf und tauchte dann ebenfalls unter. Als die Wellen des kühlen Nass über ihm zusammenschlugen, dachte er zuerst, er würde wohl einen Kälteschock bekommen, doch nachdem er ein paar Meter getaucht war, wurde es besser. Zum Glück hatte er seine Brille am Ufer gelassen. Er tauchte wieder auf und fand es schon merklich wärmer, immerhin schien die Sonne und erwärmte wenigstens die Wasseroberfläche. Dann bekam er plötzlich einen Schwall Wasser ins Gesicht und als er sich hustend umsah, erkannte er Draco, der sich soeben lachend die Haare aus dem Gesicht strich.
„Wie solls auch anders sein…“, überlegte Harry resigniert, musste aber auch grinsen. Dann spritzte er den blonden Jungen ebenfalls an, bis sie beide so viel Wasser geschluckt hatten, dass sie aufhörten.
„Merlin, ich krieg keine Luft mehr…“, Draco hielt sich keuchend an seiner Schulter fest und ließ ihn dann schleunigst wieder los, als er sich der immer noch zahlreichen Zuschauern bewusst wurde. „Das nervt.“ Er zog Harry unter Wasser, der sich zuerst wehrte, dann aber ahnte, was der Slytherin vorhatte. Mühsam öffnete er die Augen, doch ohne seine Brille sah er unter Wasser so gut wie nichts. Zum Glück schien Draco ihn gefunden zu haben, denn plötzlich berührten weiche Lippen seine Wange und einen Augenblick später seinen Mund. Harry hatte noch nie unter Wasser geküsst, wie denn auch, doch er fand es erstaunlich… aufregend… So war es kein Wunder, dass beide erst dann wieder auftauchten, als ihnen die Luft knapp wurde.
„Ich will nicht wissen, was ihr da unten jetzt gemacht habt!“, rief Mark ihnen vom Ufer her zu. Er hatte mittlerweile eine Badehose an, wo auch immer er sie her hatte und Ron saß unter dem Baum. Wahrscheinlich wartete er auf Hermine.
„Ich weiß nicht, was du meinst!“, rief Harry grinsend zurück, dann zog er scharf die Luft ein, als etwas seine Badehose streifte. „Draco!“
„Ja?“, er stand ziemlich nahe bei ihm, und zum Glück waren sie mittlerweile so tief im Wasser, dass hoffentlich keiner mitbekam, was unter der Oberfläche passierte.
„Du kannst es auch nicht lassen, oder?“, Harry versuchte böse dreinzuschauen, was ihm irgendwie nicht ganz gelang, da die Hand des Slytherin gerade in seine Badehose schlüpfte.
„Wie könnte ich?“, fragte der leise und wenn Harry seinen Blick richtig deutete, dann hätte er ihn jetzt genauso gerne geküsst, wie er ihn. Zu verflixt auch! Wieso musste er auch so bescheuert sein und damit anfangen, dass ihm langweilig war. Jetzt standen sie hier mitten im See, halbnackt und Harry hätte den Slytherin gegenüber von ihm am liebsten auf der Stelle überfallen! Wie konnte man nur so doof sein?!
Zu allem Überfluss kamen jetzt auch noch Ginny und Hermine vom Schloss herunter. Die kleine Weasley hatte ein riesiges Handtuch um sich geschlungen, unter dem etwas Knallgelbes hervorlugte. Harry wollte eigentlich gar nicht wissen was es war, allerdings bekam er es unweigerlich mit, als das Mädchen das Handtuch von sich warf und sich zwei Jungen gleichzeitig auf sie stürzten. Ron mit einem Handtuch in den Händen, um sie wieder zu verdecken und Mark, um sie zu beschützen. Oder wollte Ron sie auch nur beschützen? Auf jeden Fall entstand ein kleiner Kuddelmuddel, den Hermine erst dadurch beenden konnte, dass sie ihren Freund schlicht und einfach von seiner kleinen Schwester wegzog. Die bekam mit hochroten Kopf von Mark den Rücken getätschelt, der sie dann auch mit zum See zog. Ron wurde unterdessen unter dem Baum festgehalten. Zum Glück besaß seine Freundin das unglaubliche Talent, ihn immer wieder abzulenken und zu bändigen, sonst wäre er in Zeiten wie diesen wohl wirklich noch durchgedreht. Aber wie gesagt, Harry konnte es ihm nicht verübeln.
Ginny hüpfte währenddessen in diesem gelben etwas, das wirklich zum schreien, war im Wasser herum, und zu seinem Schreck musste Harry feststellen, dass sie genau auf sie zu kam. Mark im Schlepptau.
„Ähm… vielleicht solltest du mal aufhören…?“, flüsterte der Gryffindor dem blonden Jungen zu, der mit einem Grinsen seine Hand wieder aus dessen Badehose nahm.
Erleichtert aber auch etwas frustriert sah Harry nun Ginny und Mark entgegen. Der Slytherin hatte von irgendwoher einen Wasserball hergezaubert, der nun in hohem Bogen auf ihn und Draco zuflog. Geistesgegenwärtig duckte sich der blonde Junge, doch dadurch bekam Harry den Ball auf den Kopf. „Danke Malfoy!“, knurrte er und schwamm dem Ball nach, der langsam davon dümpelte.
„Ups…“, der grinste nur fies, sah Harry dann aber einen Augenblick entschuldigend an. „Was willst du denn mit dem Ding?“, fragte er Mark dann, der den Ball wieder auffing, als Harry ihn ihm zuwarf.
„Na, spielen!“, sagte der kopfschüttelnd und Harry hätte es wissen müssen. Was denn sonst? „Du bist mit Harry in einem Team!“, bestimmte der Slytherin dann und dirigierte Draco zu dem Gryffindor hinüber.
„He, wir sind hier nicht auf dem Quidditchfeld!“, beschwerte sich Draco, gesellte sich aber trotzdem zu Harry, der gerade versuchte sich vorzustellen, was sie jetzt machen würden, wenn dieser See eine riesige Badewanne wäre und sie ganz alleine wären… Er wurde durch den Ball abgelenkt, der etwas zu schnell für seinen Geschmack auf ihn zukam und wurde von Draco gerettet, der ihn vor seiner Nase auffing. „Wo bist du denn mit deinen Gedanken?“, fragte er. „Hier spielt die Musik!“
„Ja leider“, grummelte Harry, woraufhin er ein Grinsen erntete und es gerade noch schaffte, den nächsten Ball, der diesmal von Ginny kam, abzufangen, bevor er wieder an seinem Kopf abprallte.
„Ach, bereust du’s schon, dass wir hergekommen sind?“, wollte der Slytherin unschuldig wissen und Harry funkelte ihn an, während er den Ball zu Mark zurückpfefferte.
„Oh ja, aber erst, seitdem du deine Hände nicht bei dir lassen konntest!“, zischte er und Draco sah doch tatsächlich ein ganz kleines bisschen zerknirscht aus. Aber auch wirklich nur ein kleines bisschen, immerhin war er ein Malfoy.
Besagter Malfoy legte einen Moment den Kopf schief und musterte Harry, dann meinte er: „Ich mach’s wieder gut…“
„Das will ich sehen!“, sagte Harry prompt, gerade, als der Ball über sie hinwegsegelte.
„He! Vielleicht solltet ihr euch mal auf das Spiel konzentrieren, anstatt hier tiefsinnige Gespräche zu führen!“, rief Mark ihnen tadelnd zu, zwinkerte aber und wandte sich in der Zeit, die Draco brauchte um den Ball wieder zu holen, Ginny zu. So war es auch kein Wunder, dass er kurze Zeit später eben diesen an den Kopf bekam.
„Wer führt hier tiefsinnige Gespräche?“, der blonde Junge schüttelte den Kopf und Harry hob nur grinsend die Schultern. Irgendwie konnte er das Mark nicht verübeln, immerhin wäre er genauso von Ginnys Bikini angetan gewesen, hätte es ihn interessiert. Schon schlimm, dass es das nicht tat.
Eine Weile spielten sie noch Ball, bis Mark immer mehr von der rothaarigen Gryffindor abgelenkt wurde und auch Harry einige Schwierigkeiten hatte, sich richtig auf das Spiel zu konzentrieren. Immerhin tänzelte ein nasser Draco die ganze Zeit vor seiner Nase herum, weshalb es nicht weiter verwunderlich war, dass er den Ball des —fteren übersah, da er damit beschäftigt war, nach etwas ganz anderem Ausschau zu halten.
„So, genug gespielt!“, meinte Mark da endlich und warf den Ball ans Ufer, wo er um ein Haar Ron getroffen hätte, der sich mittlerweile mit Hermine dazu bequemt hatte, seine Beine ins Wasser zu hängen. Der Weasley schimpfte irgendetwas und ließ die Luft aus dem Ball, was keinen der Spielenden wirklich störte. Immerhin waren alle froh, dass sie sich nun anderen Sachen zuwenden konnten. Nur wie sollte Harry das tun? Er befand sich wirklich in einem Dilemma. Überall Leute und er und Draco mittendrin. Echt toll. Der Gryffindor tauchte kurzerhand unter und diesmal sah er sogar einigermaßen etwas unter Wasser. Er konnte Dracos verschwommenen Körper vor sich ausmachen und umfasste seine Taille, um ihn in den Bauch zu beißen. Der Slytherin wirbelte herum und es dauerte nur Sekunden, bis er ebenfalls untergetaucht war, um Harry an sich zu ziehen und ihn zu küssen. Dem blieb mal wieder die Luft weg, was vielleicht auch daran lag, dass es hier nicht wirklich Sauerstoff gab. Außerdem spürte er eine gefährliche Enge in seiner Badehose aufkommen, die ihn bald wieder auftauchen ließ.
„Ich will hier raus“, sagte er heiser, nachdem Draco neben ihm an die Oberfläche gekommen war.
„Ich auch“, der Slytherin hatte wieder dieses Glitzern in den Augen und so bewegten sie sich langsam auf das Ufer zu. Langsam genug, sodass sie sich wieder beruhigen konnten. Harry war ziemlich kribbelig, als sie wieder aus dem Wasser kamen und so fiel es ihm auch nicht besonders schwer, die ganzen Schüler zu ignorieren, die ihnen noch immer ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. Ohne weiter darüber nachzudenken hob er ihre Handtücher vom Boden und warf eins davon Draco zu. Dummerweise war es sein Gryffindor rotes, was doch zu einigen verwunderten Blicken führte.
Erst als Ron die Stirn in seine Handfläche fallen ließ, wurde Harry bewusst, dass er sich vielleicht ein ganz kleines bisschen komisch verhielt. Auf jeden Fall für den Rest der Schule, der keine Ahnung hatte, dass die alte Feindschaft zwischen Harry Potter und Draco Malfoy nicht mehr bestand - eher war sie etwas anderem gewichen, was wohl keiner glauben würde, würde er es erfahren. Besser so.
Der schwarzhaarige Junge zuckte mit den Schultern, als auch Draco grinsend den Kopf schüttelte, aber keine Anstalten machte, ihm sein Handtuch wieder zu geben.
„Was hältst du davon, wenn wir von hier verschwinden?“, fragte er stattdessen und Harry konnte nur nicken. Schnell zog er sein T-Shirt über und schlüpfte in seine Schuhe, um dann doch nur auf den Slytherin zu warten, der versuchte, seine Haare zu glätten.
„Mensch, lass es doch einfach!“, riss Harry schließlich der Geduldsfaden. Er zog Dracos Hand aus seinen Haaren und fuhr dann
mit seiner eigenen durch. „Sieht viel besser aus“, nickte er dann und machte eine Kopfbewegung zum Schloss rauf. „Gehen wir jetzt endlich?“
„Ja ja…“, der blonde Junge winkte Mark zu, genauso wie Harry seinen Freunden winkte. Dann machten sie sich endlich auf den Weg nach oben, vorbei an Leuten, die wohl keine Ahnung mehr hatten, was sie denken sollten. Harry war es gleich.
Im Moment wollte er eigentlich nur noch jede unerwünschte Menschenseele hinter sich lassen um mit Draco alleine zu sein. Es war wirklich schrecklich, in der —ffentlichkeit nicht das tun zu können, was man wollte. Vor allem weil er sowieso immer angestarrt wurde, immerhin war er Harry Potter, der Junge, der lebt. Und wenn er und Draco sich auf einmal abknutschen würden, würde das wohl noch für ein bisschen mehr Aufmerksamkeit sorgen. Schon krank, wenn sie sich bis jetzt geprügelt hatten, hatte sich kein Mensch darum geschert… Aber jetzt, wo sie sich auf einmal verstanden, verfolgten sie gleich alle Blicke auf Schritt und Tritt.
Harry war heilfroh, als sie endlich die Schlossmauern passierten. Hier waren kaum Schüler unterwegs, und wenn, dann wollten die nur raus aus dem Schloss, solange die Sonne noch schien. Also beachtete sie fast niemand und so kam es, dass Harry Draco schon küsste, sobald sie unten in den Kerkern waren. Der Slytherin war so überrascht und Harry so stürmisch, dass sie gegen die nächste Wand krachten, von der sie wieder weg zum Schwanenportrait taumelten.
Draco keuchte zwischen zwei Küssen das Passwort, es schwang zur Seite und gab die Tür frei, durch die sie stolperten, nachdem Harry hinter Dracos Rücken ewig am Türknauf rumgefummelt hatte. Das Bett kam in Reichweite, von dem sie fast wieder runter gefallen wären, weil es ziemlich federte und sie einigen Schwung drauf hatten. Doch endlich lagen sie da, eng umschlungen und Harry war einmal mehr dankbar, dass Draco ein eigenes Zimmer hatte. Der nahm ihm gerade die Brille ab und beförderte sie ziemlich mühsam auf das Nachtkästchen, bevor er sich wieder auf den Gryffindor stürzte um ihn, im wahrsten Sinne des Wortes zu vernaschen. Bald schon, wie sollte es auch anders sein, war Harry sein T-Shirt los, das zu ihren Handtüchern auf den Boden segelte und er begann ebenfalls ungeduldig am T-Shirt des blonden Jungen zu zerren, bis der es sich selber über den Kopf zog. Dann, bevor Harry irgendwas machen konnte, spürte er weiche Lippen auf seinem Oberkörper, die rauf und runter küssten und gar nicht mehr genug von ihm zu kriegen schienen. Verständlich, denn der Gryffindor bekam selbst nicht genug davon und so hatte er auch gar nichts dagegen, dass Draco seine Badehose immer weiter nach unten schob und auch hier jedes freigelegte Stückchen Haut küsste. Harry beobachtete den Slytherin durch halb geschlossene Augenlider und stellte teils verwundert, teils erfreut fest, dass Draco das was er da tat zu genießen schien. Er hatte die Augen geschlossen und Harry verlor sich fast beim Anblick seiner Lippen, die zärtlich über seine empfindliche Haut strichen und ein Gefühl hinterließen, als würden tausend brennende Schmetterlinge um ihn tänzeln. Wenn er nur niemals damit aufhören würde… Draco schien Harrys stumme Gebete erhört zu haben, denn er hörte auch nicht auf, als er ihm die Badehose von den Hüften schob, küsste nur immer weiter nach unten, bis er sein Ziel erreicht hatte und es tief in den Mund nahm. Doch, da hörte er auf, doch das bekam Harry nicht mehr mit. Eigentlich bekam er ab diesem Zeitpunkt gar nichts mehr um sich herum mit, wahrscheinlich hätte es ihn nicht mal gestört, wenn Snape auf einmal einen Quickstepp neben ihm auf dem Bett aufgeführt hätte. Das einzige, was er wirklich spürte, war wohl zu intensiv um es beschreiben zu können. Nein, es war zu gut, zu…
„Oh fuck!“, war wohl das einzige, was Harry seit geraumer Zeit von sich gab, besser gesagt, stöhnte und das beschrieb wohl genau seine Situation. Scheiße… dieser Kerl war der personifizierte Teufel, nein eher ein Engel… beides… Himmel, Hölle - wo war der Unterschied? Das waren himmlisch süße Qualen, höllisch folternder Genuss… das war Draco… Als Harry das so richtig bewusst wurde, zog sich alles in ihm zusammen und brach dann in einer leuchtend hell explodierenden Supernova aus ihm heraus.
Er blinzelte, atmete schwer, hörte das Blut in seinen Ohren rauschen und sein Herz in seinem ganzen Körper pochen. Draco richtete sich auf und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er sah irgendwie komisch aus.
„Was… ist?“, fragte der schwarzhaarige Junge schwer atmend und fand schon alleine Sprechen anstrengend.
Der Slytherin deutete auf seinen Mund und Harry verstand. „Willst du ins Bad rennen?“, sollte das etwa lustig sein, was er da von sich gab?
Draco schüttelte den Kopf und Harry konnte sehen, dass er schluckte. Dann hustete er und Harry hätte um ein Haar aufgelacht, wäre er nicht zu erschöpft gewesen. „Komm her“, er winkte den blonden Jungen zu sich, der sich mit der Decke im Schlepptau an ihn kuschelte. Harrys Herz machte einen Sprung und er drehte sich zur Seite, sodass er den Jungen neben sich ansehen konnte.
„Danke“, flüsterte er und wollte Draco eigentlich nur kurz auf den Mund küssen, doch der ließ ihn nicht mehr los, sodass aus einem Kuss ein langer Kuss wurde, der dadurch endete, dass Harry sich in der Decke verhedderte. „So ein Scheiß auch!“
Draco grinste, dann fragte er: „Willst du auch ne Zigarette?“
„Oh ja…“, Harry nickte und so stand der Slytherin auf um kurz darauf mit dem Aschenbecher und einer Packung Zigaretten zurückzukehren.
„Sag mal, wieso hast du eigentlich ne giftgrüne Badehose?“, wollte Harry wissen, nachdem seine Blicke dem Slytherin durch das halbe Zimmer gefolgt waren. „Naja, eigentlich ist sie neongrün!“
„Ach…“, Draco sah an sich hinab, dann fischte er seinen Zauberstab vom Nachtkästchen. „Die hab ich in den Sommerferien in einem Anflug von Wahnsinn gekauft…“ Er hob die Schultern und zündete Harry seine Zigarette an. Erst jetzt fiel dem Gryffindor ein, dass er seinen Zauberstab in seinem Schlafsaal gelassen hatte und er musste feststellen, dass ihm das nicht das Geringste ausmachte. Komischerweise fühlte er sich in Dracos Gegenwart sicherer als sonst wo in Hogwarts. Schon merkwürdig, vor allem, wenn er an früher dachte.
„An was denkst du?“, fragte Draco und sah Harry mit schief geneigtem Kopf an.
„Daran, dass ich mich früher wohl umgebracht hätte, wenn ich in deiner Gegenwart meinen Zauberstab nicht dabei gehabt hätte“, antwortete Harry frei heraus und über das Gesicht des blonden Jungen huschte ein halbherziges Grinsen.
„Das hätte schon ich übernommen“, meinte er und Harry wusste, dass das an die Wahrheit ziemlich nahe herankam. Verdammt. Und jetzt lagen, beziehungsweise saßen sie hier, nachdem Harry ’nen Blowjob gekriegt hatte und rauchten. Er musste grinsen. Draco runzelte die Stirn, da er ja nicht wissen konnte, was Harry gerade dachte und so erklärte der Gryffindor: „Hättest du dir früher jemals so was wie jetzt hier vorstellen können?“
Endlich grinste der Slytherin auch, dann schüttelte er allerdings ernst den Kopf. „Nein, aber ich will jetzt auch nicht an früher denken…“ Er dämpfte seine Zigarette aus und lehnte sich zu Harry um ihn auf den Hals zu küssen, dann arbeitete er sich weiter hinauf, bis er an seinem Mund ankam. „Ich…“, flüsterte er, sodass sich ihre Lippen berührten. „Ich…“, Harry brachte ihn zum Schweigen, indem er ihn einfach küsste. Draco hätte den Satz wahrscheinlich eh nicht zu Ende gebracht.
„Was wolltest du sagen?“, fragte Harry schließlich doch, nachdem sie nach einer Weile wieder eng nebeneinander lagen.
„Ich wollte sagen, dass ich dich…“, fing Draco wohl etwas unüberlegt an, dann stockte er und sah Harry an. Seine Augen erinnerten den Gryffindor an Quecksilber, nicht mehr an kaltes Grau, wie früher. Wieso musste er nur immer an früher denken?
„Dass ich dich…“, fuhr der Slytherin in diesem Moment fort und hielt wieder kurz inne. „…lieb… hab“, er schüttelte den Kopf. „Nein…“
„So was sagt ein Malfoy nicht“, beendete Harry seinen Satz und erntete einen verblüfften Blick. Anscheinend hatte er ins Schwarze getroffen.
„Genau“, Draco nickte. Dann sagte er nach einer langen Pause: „Je t’aime.“
„Hä?“, Harry ärgerte sich, dass er kein Französisch verstand, denn das war es wohl gewesen. Allerdings konnte er sich wage denken, was es in etwa heißen sollte. Draco grinste fies, dann lächelte er. Harry beschloss, wenn möglich noch am selben Abend in die Bibliothek zu gehen und nach einem Französisch Wörterbuch zu suchen. Ob’s da so was gab? Oder konnte Hermine Französisch? So ein Mist auch. „Machst du das extra?“, fragte er den Slytherin.
Der hob eine Augenbraue, während er sich eine neue Zigarette anzündete. „Hm, was?“ Also ob er so ein Unschuldslamm wäre…
„Das du Sachen sagst, die ich nicht verstehe“, erklärte Harry ihm, dabei hatte er so im Gefühl, dass Draco sehr wohl wusste, dass er nicht auf den Kopf gefallen war und sich deshalb zusammenreimen konnte, was es bedeuten sollte. Aber was, wenn… wenn nicht? Was wenn das irgendwelche Schimpfwörter waren? Oder sonst was hieß? Scheiße! Er musste in die Bibliothek! Was war mit Dumbledore? Der sprach doch sicher nicht nur eine Sprache… oder Snape… Ach Quatsch, wieso fragte er nicht einfach den Menschen der gerade am nächsten war und noch dazu wusste, was er selbst gesagt hatte? Manchmal benahm Harry sich wirklich bescheuert, jedenfalls dachte er das über sich selbst…
„Kannst du dir nicht denken, was es heißt?“, Draco blies den Rauch seiner Zigarette an Harry vorbei, der sie ihm aus der Hand nahm. Er hatte keine Lust, sich jetzt eine anzuzünden.
„Weiß nicht“, sagte er schulterzuckend. „Es könnte alles Mögliche heißen, auf irgendwelche blöden Anspielungen oder Hoffnungen will ich mich da jetzt nicht stürzen… also geh ich später in die Bibliothek.“
Zu der ersten gehobenen Augenbraue gesellte sich eine zweite, dann nickte der Slytherin allerdings andächtig. „Wird wohl das Beste sein… Auf ’ner Sprache die du verstehst kriegst du das in nächster Zeit wahrscheinlich nicht aus mir raus…“
Harry musste schwach grinsen… oder lächeln, er wusste nicht genau, was er tat. „Dachte ich mir“, gab er nur von sich und gab dem blonden Jungen die Zigarette zurück, bevor er sie noch ganz wegrauchte. Diese ganze Raucherei war wirklich seltsam. Vor zwei Wochen hatte er noch nie eine Zigarette im Mund gehabt und jetzt… Naja, an dem schlechten Einfluss den Slytherins hatten, war wohl doch was dran… Solange es bloß das war, war’s Harry nur recht… Außerdem mochte er einen rauchenden Draco Malfoy und er mochte es, mit ihm zu rauchen. Egal ob sie nur rum saßen und redeten oder schwiegen oder im Bett lagen so wie jetzt… Harry sah an sich hinab und ihm fiel auf, dass er völlig nackt, ohne Decke dalag. Die hatte Draco, den es natürlich nicht störte, dass der Gryffindor nichts anhatte. Komischerweise musste der feststellen, das ihm die ganze Situation nicht das geringste ausmachte… Gut, ein ganz kleines bisschen peinlich war es ihm vielleicht, wenn er darüber nachdachte und er fand es auch etwas ungerecht. Immerhin wurde ihm langsam kalt und außerdem trug der Slytherin noch immer seine Badehose. So ging das nun wirklich nicht!
„Gib das mal her“, Harry nahm Draco die fast fertig gerauchte Zigarette wieder weg, zog noch einmal dran und dämpfte sie dann im Aschenbecher aus, den er anschließend auf den Boden stellte. Dann schlüpfte er zu dem Slytherin unter die warme Decke und ihm wurde sofort noch merklich wärmer, als der sich an ihn drängte und ihn küsste. Mit der freien Hand, die andere hatte er in Dracos Nackenhaaren vergraben, schob Harry dessen Badehose nach unten, bis sie irgendwo am Fußende des Bettes lag. Von dem blonden Jungen erntete er einen erstaunten Blick, was wohl daran lag, dass er sonst derjenige war, der es, zumindest in Harrys Augen, eilig hatte. Naja, solche vermeintlichen Regeln waren da um gebrochen zu werden. Fand Harry, was der andere Junge im Moment dachte, war ihm ziemlich egal. Das erschreckte ihn. So zwang er seinen Gegenüber sanft dazu, ihm in die Augen zu sehen. „Wenn ich irgendwas mache, was dir nicht passt, dann sag’s, ja?“
Harry konnte alleine an Dracos Augen erkennen, dass der lächelte, dann nickte er. „Klar, was hast du denn gedacht?“
Harry hob nur die Schultern, er wusste es selbst nicht. Was machte er sich eigentlich Sorgen? Unter ihm lag ein Malfoy, der würde sich kaum irgendwelche Dinge gefallen lassen, die ihm nicht passten. Allerdings lag er unter ihm… Das hieß doch schon mal, dass… Harry hätte fast den Kopf geschüttelt, als ihn so etwas wie Machtgefühl durchströmte und versuchte, schnell an etwas anderes zu denken. Irgendwelche kranken Machtspielchen gehörten nun wirklich nicht hierher!
Draco zog ihn zu sich. „Hör auf zu denken…“, flüsterte er, dicht an Harrys Ohr, unterließ es aber diesmal erstaunlicherweise, hinein zubeißen, so wie es der Gryffindor eigentlich fast schon erwartet hätte.
Der hatte leicht reden! Dachte er denn nie über so was nach? Wahrscheinlich nicht. Harry hatte das Gefühl, dass solche Situationen eine der wenigen waren, in denen der Malfoy nicht nachdachte und einfach das tat, was ihm in den Sinn kam. Das sollte er vielleicht auch mal versuchen… So, was wollte er machen, bevor er angefangen hatte, zu grübeln? Hm, ja richtig… nein, Draco ausgezogen hatte er ja schon… aber, ja genau - er wollte ihn spüren, ganz nah bei sich… und ihn berühren, schmecken und… Wie von selbst hatte Harry seine Lippen auf Dracos Hals gesenkt, wie von selbst wanderten seine Hände über den Körper des Slytherins und er hatte schon vergessen, dass er gerade noch wild am Grübeln gewesen war, als er Draco den ersten kleinen Seufzer entlockte. Doch nicht einmal das nahm er richtig war, registrierte nur den wohl positiven Ausdruck der dahinter stecken mochte und machte einfach weiter. Verlor sich völlig darin, einem anderem Menschen so nahe zu sein. Dass dieser andere Mensch ein Junge und noch dazu Draco Malfoy war, erreichte sein Gehirn nicht wirklich und wenn, dann hätte ihn das wohl nur noch mehr beflügelt. Doch im Moment brauchte Harry sowieso keine zusätzliche Beflügelung, ihm reichte das alles völlig. Draco war viel zu interessant und er viel zu neugierig um sich jetzt noch groß Gedanken zu machen. Da war zum einen seine Haut, weich und warm, gespannt über Muskeln, die sich anspannten und wieder entspannten, je nachdem, was Harry tat. Und da waren feine blonde Härchen, die sich sträubten, wie Gras im Wind, wenn Harry leicht darüber blies. Und manchmal, da bekam Draco sogar eine Gänsehaut, zum Beispiel, als Harry ein Brustwarze fand und spielerisch hinein biss, nur um herauszufinden, ob der andere Junge da genauso empfindlich war wie er. Da waren auch Hände, die sich in seinen Haaren und in den Bettlaken vergruben, als er tiefer wanderte, Hände, die ihn ungeduldig nach unten drückten, was dem Gryffindor ein Grinsen entlockte. Doch nein, das wollte er eigentlich noch nicht… da gab es noch so viel mehr… so viel mehr herauszufinden… Irgendwie kam Harry sich vor wie der Entdecker eines wunderschönen neuen Landes, das den Namen Draco Malfoy trug. Ein Land mit Bergen und Tälern, unsichtbaren Flüssen und Seen, die er mit seiner Zunge malte und erforschte…
„Merlin, Harry…“
„Was ist?“
„Folterst du alle Leute so?“, der Slytherin klang irgendwie erschöpft und quengelig, dabei machte Harry doch gar nichts schlimmes…
Er hob kurz den Kopf um den anderen Jungen anzusehen und meinte dann, ohne sich ein Grinsen verkneifen zu können: „Nein… diese Folter lasse ich nur meinen allergrößten Feinden zuteil werden…“
„Ah, wie viele Feinde hast du denn noch? Machst du das bei Voldemord auch?“, langsam wurde Draco wohl sarkastisch, oder war er nur frustriert?
„Das mach ich nur bei dir“, grinste der Gryffindor und Draco ließ seinen Kopf wieder nach hinten fallen.
„Na, da bin ich ja beruh…igt!“, gerade hatte Harry den Schatz des Landes gefunden, was den Slytherin scharf die Luft einziehen ließ. Es war auch in der Tat ein wirklich leckerer Schatz… Denn sogar dieser nicht gerade kleine Schatz musste entdeckt und erforscht, liebkost und gestreichelt werden… Zu spät bemerkte Harry, dass es sich bei diesem Schatz wohl eher um einen Vulkan handelte, doch noch hatte es Zeit. Noch konnte er Entdecker spielen und jeden Zentimeter mit Hilfe seiner Zunge tief in sich aufnehmen. Nie wieder würde er dieses Land und diesen Schatz, diesen brodelnden Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch stand, vergessen. Dracos Hände in seinen Haaren würden sich auf ewig in ihm einprägen, wie sie fast schon schmerzhaft an ihnen rissen, nur um ihn näher an sich zu ziehen. Und er würde sich auch ewig an den heißen Geschmack in seinem Mund erinnern, als Draco kam, mit Harrys Namen auf den Lippen. Selbst seinen Namen könnte er jetzt niemals wieder vergessen.
„Merlin… Gott… Harry…“, Dracos Stimme war nur noch ein Flüstern. Harry legte seinen Kopf auf den Bauch des blonden Jungen, hörte sogar dort sein Herz schlagen und schloss die Augen. Er öffnete sie erst wieder, als Draco die Decke über sie zog und robbte ein Stück höher.
„Hat dir das gefallen?“, fragte er und wusste selbst nicht, wieso er das jetzt wissen wollte. Er konnte Draco nicken spüren und wie er ihm eine Haarsträhne aus der Stirn zupfte. Dann richtete sich der Slytherin mühsam auf, was wohl auch zum Teil daran lag, dass Harry noch immer halb auf ihm lag.
„Soll’n wir noch duschen gehen?“, Harry wunderte sich, dass der Kerl in so einem Moment an duschen denken konnte.
„Jetzt?“, machte er so nur ungläubig.
Draco machte eine Kopfbewegung zur Uhr. „Das Abendessen hat schon angefangen…“
„Oh…“, der Gryffindor machte sich daran, umständlich aus dem Bett zu klettern. „Scheiß Zeit.“
“Allerdings“, Draco folgte ihm träge ins Bad, wo Harry es ihm überließ, den Duschhahn aufzudrehen. Einen Kälteschock konnten sie jetzt wohl beide nicht gebrauchen. Obwohl… Er stieg zu dem blonden Jungen unter die Dusche, genoss das heiße Wasser und den Körper, der sich an ihn schmiegte. Dann nahm der Slytherin eine Flasche von einer Halterung an der Wand und fragte: „Soll ich dir die Haare waschen?“
Harry horchte verdattert auf, dann nickte er und konnte ein Lächeln nicht verbergen. „Okay…“
Zwei Minuten später standen sie da und wuschen sich gegenseitig die Haare. Auch so was hatte der schwarzhaarige Junge noch nie gemacht, doch er musste verwundert feststellen, dass es bei ihm die selbe Ladung Glückshormone hervorrief, wie eine heftige Knutscherei. Na obwohl, anders war es schon… anders schön, vielleicht sogar noch schöner, da es nichts mit körperlicher Lust zu tun hatte. Das war einfach nur… Ok, jetzt wurde er sentimental. Demnächst würden sie sich noch anfangen zu entlausen… Er musste grinsen und so bemerkte er gar nicht, dass er Schaum in die Augen bekam. Noch was Gutes an der Zaubererwelt, denn es brannte nicht. Sollte er sich vielleicht mal merken und kein dämliches Muggelshampoo mehr benutzen…
Nachdem sie sich die Haare abgespült hatten, blieben sie noch eine Weile unter der Dusche stehen. Eng umarmt standen sie da und Draco hatte sein Kinn auf Harrys Schulter gelegt. „Ich bin froh, dass ich mit dir zusammen bin“, sagte der Slytherin plötzlich leise in das Rauschen des Wassers hinein und Harry hätte ihn um ein Haar nicht verstanden. Fast. So konnte er nur glücklich lächeln.
„Ich auch…“, sie drehten die Dusche ab und hüllten sich in flauschige Handtücher, die Harry im vergleich zu Dracos Haut richtig kratzig vorkamen. Verrückte Welt.
Als sie ins Zimmer zurückkamen und auf die Uhr sahen, bekamen sie einen kleinen Schock. „Fuck, haben wir so lange geduscht?“, wollte der Slytherin wissen, ließ sein Handtuch fallen und ging eilig zum Schrank.
„Ups…“, Harry musste grinsen, dann sah er seine Badehose am Boden liegen. „Scheiße, ich hab ja gar nichts zum Anziehen da!“
„Tja, dann musst du wohl nackt in die große Halle gehen“, grinste Draco und warf ihm eine Boxershorts zu. Dazu gesellten sich ein T-Shirt, nicht schwarz, sondern grün “ komischerweise genau die selbe Farbe wie Harrys Augen und eine schwarze Jean.
Der Slytherin war schon fertig angezogen, als Harry gerade seinen zweiten Schuh suchte. Wenigstens die hatte er nicht vergessen! „Willst du auch nen Umhang?“, fragte er, während er sich seinen eigenen umwarf.
„Ne, das ist auch wieder nicht nötig“, Harry kam mit seinem Schuh unter dem Bett hervor und bekam ein Hemd an den Kopf. Beinahe hätte er es zurückgeworfen, dann fiel ihm ein, dass sie sich beeilen mussten und schlüpfte hinein. „Gehen wir.“
“Gut“, Draco grinste noch immer, als sie hinter dem Portrait hervorkamen und nahm sogar Harrys Hand, bis sie in der Eingangshalle ankamen. Dort ließ er sie mit einem bedauernden Blick los und steuerte unverzüglich auf die große Halle zu. Bevor sie die Flügeltüren aufstießen, sahen sie sich an und bevor Harry irgendetwas tun konnte, war es ihm auch schon herausgerutscht: „Je t’aime“, wie bescheuert konnte man eigentlich sein? So fügte er schnell hinzu: „Was auch immer das heißen soll…“
Der blonde Junge grinste. „Es heißt schon das richtige… Vorausgesetzt, du meinst es so…“
„Tu ich, glaub ich“, Harry grinste auch, dann sahen sie sich um, erspähten niemanden und küssten sich. Dann erst betraten sie die gut besuchte große Halle, sich sehr wohl der vielen Blicken bewusst, die zu ihnen flackerten. Tja, was sollte man machen? Das hier war Hogwarts, die Schule für Hexerei und Zauberei. Da würden die Bewohner es ja auch verkraften, wenn aus den zwei größten Erzfeinden plötzlich ein Liebespaar wurde…

THE END


... so, das wars! die story ist hier zu ende... ich hoffe, es ist nicht zu aprupt! vielleicht gibts mal ein sequel oder ne fortsetzung dazu, mal sehen, was ihr sagt!
und vielen dank, für die ganzen lieben kommentare! es freut mich immer wieder, wenn ich sehe, dass jemandem meine story gefällt! hoffe, ihr hattet spaß beim lesen!
ganz viele lieb grüßlies,
schmaunz
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Sonorus
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