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Geschichte des Moments
Eine Weihnachtsnacht von Loki Slytherin
(keine Altersempfehlung)

Beitrag zum Adventskalender 2008

Zitat des Tages

[Dumbledore] »Ein Glück, dass es so dunkel ist. So rot bin ich nicht mehr geworden, seit Madam Pomfrey mir gesagt hat, ihr gefielen meine Ohrenschützer.«

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.1

Eine Alterseinschränkung (ab 16) wurde für "Er liebt mich, er liebt mich nicht" angegeben

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Er liebt mich, er liebt mich nicht ( von )

5. Kapitel: Teil 5: Donnerstag 4. September

Betaleser:
1 Reviews
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Betaleser: Christina Malfoy, und noch n`paar andere Leutchen, die die Story ganz lustig fanden
Disclaimer: Natürlich gehören alle Personen (und die Welt in der sie leben) aus der Story JKR, und Sachen aus meiner Story kommen sich auch woanders vor, also sorry… aber die story selbst ist schon von mir *schmeil*
Kommentare: Kritik und Anregungen wie immer bitte an genannten E-Mailadressen. Danke dafür im Voraus. Natürlich freue ich mich auch wenn ihr hier reviewt. ;)
Widmung: Hm…schwer zu sagen…allen die gerne über Harry und Draco lesen J und dem Annabelli, weil die genauso auf so Storys steht wie ich *gg*
Anmerkung: Also, wie gesagt ist das ne Geschichte über Harry und Draco als Pärchen- irgendwann mal… also sollte das nur wer lesen, dem dieses Pairing auch gefällt
An die Leser: viel Spaß, mal vor allem! Kritik, Verbesserungsvorschläge, aber auch Lob (hihi) nehm ich gerne an, also eifrig Feedback schreiben, ja? J (ist ja meine erste Geschichte…)

*********************

Donnerstag 4. September


Nur wenige Stunden später erwachte Harry mit dröhnendem Kopf und war schon am überlegen, ob er den Tag nicht lieber im Bett bleiben sollte, als ihn die grüne Decke daran erinnerte, in welchem Bett er eigentlich war. Langsam setzte er sich auf und beugte sich über Malfoy. Lange Zeit sah er ihn einfach nur an, ohne über die vergangene Nacht nachzudenken, er wusste sowieso, was mehr oder weniger passiert war. Malfoys Brust hob und senkte sich in tiefen gleichmäßigen Atemzügen. Er hatte seine Decke weggestrampelt und so lag sein schlanker schutzloser Körper fast regungslos vor Harry, als warte er nur darauf, berührt zu werden. Vorsichtig strich Harry ihm über den Unterarm, und die feinen blonden Härchen sträubten sich unter dieser Berührung. Dann drehte sich Malfoy plötzlich zur Seite und vergrub seine Finger in Harrys Hemdzipfel. Der verfolgte diese Bewegung erschrocken, doch als Malfoy keine Anstallten machte, ihn wieder loszulassen oder aufzuwachen, richtete Harry sich weiter auf und zog kurz entschlossen sein Hemd aus. Zum Glück hatte er ein T-Shirt darunter an, und so störte es ihn nicht weiter, sein Hemd zurückzulassen. Jedes Geräusch vermeidend nahm er seine Brille und Zauberstab vom Nachtkästchen und schlich zur Tür, die sich mit einem leisen `Alohomora` öffnete.

Verhalten ausatmend lehnte er sich einen Moment dagegen, nachdem er sie geschlossen hatte und machte sich dann auf den Weg in den Gryffindor-Turm. Es dauerte eine Weile bis er den richtigen Weg fand und als er endlich im Gemeinschaftsraum ankam war es schon halb sieben. Er wollte gerade nach oben schleichen, als ein "Harry!" ihn zurückhielt.

Er wirbelte herum und sah Hermine, die von einem Sofa aufgesprungen war, auf dem Ron sich gerade verschlafen aufsetzte.

"Harry, wo warst du denn die ganze Nacht?", rief sie und rannte auf ihn zu. Einen Meter entfernt von ihm blieb sie atemlos stehen und fuhr sich durch die zerzausten Haare, die Zeugen davon waren, dass sie die Nacht auf dem Sofa verbracht hatte. "Und wo hast du deinen Umhang gelassen?", fragte sie bestürzt und sah an ihm herauf und hinab.

"Ich…ähm", stotterte Harry, dem erst jetzt auffiel, dass Malfoy ihm den anscheinend ausgezogen haben musste, als er ihn ins Bett gelegt hatte.

"Was ähm?", fragte Ron, der hinter Hermine aufgetaucht war und sich ebenfalls die Haare raufte.

"Ich…bin in der Bibliothek eingeschlafen", meinte Harry und war sich dessen bewusst, dass er alles andere als glaubwürdig klang. "Den hab ich im Schlafsaal gelassen, wegen dem Tarnumhang… verbotene Abteilung…" Seine Knie gaben nach und er sackte in den nächst besten Sessel.

Seine Freunde starrten ihn genauso misstrauisch wie besorgt an. "Und das solln wir dir glauben?", fragte Hermine und setzte sich dann neben ihn. Ron schüttelte nur fassungslos den Kopf. "Was ist denn los mit dir Harry, verdammt noch mal?"

"Ich weis nicht…", oh doch er wusste es, und trotzdem konnte er es ihnen nicht sagen. "Voldemort hat diese Nacht getötet….ich habs gespürt und bin in die Bibliothek…"

"Das ist doch nicht alles", sagte Hermine und sah ihn eindringlich an.

Es war nicht mal ein Bruchteil.

"Können wir das später bereden? Ich muss mich umziehen und meine Sachen holen", sagte Harry und stand wackelig auf.

"Aber…", fingen die beiden gleichzeitig an, doch Harry war schon auf dem Weg in den Schlafsaal. Dort angekommen lies er sich erst mal aufs Bett fallen. Er musste seine Gedanken ordnen, denn er wusste genau, dass er Ron und Hermine nicht alles erzählen konnte. Er wollte es auch nicht. Was war heute Nacht und die Tage davor los gewesen? Warum schien er sich auf einmal mit Malfoy zu verstehen? Und warum, verflixt und zugenäht hatte er ihn gestern…geküsst??

Harry seufzte laut. Es konnte doch unmöglich sein, dass Malfoy etwas von ihm wollte. Von ihm, seinem Erzfeind, den er bis vor wenigen Monaten noch getriezt hatte wann er nur konnte. Und es konnte auch unmöglich sein, dass Malfoy…schwul war. Das gab's doch nicht. Harry schüttelte den Kopf und wünschte sich nichts sehnlichster als ein Aspirin, so weh tat er. Aber in Hogwarts gab es keins und in den Krankenflügel wollte er auch nicht. Er wollte viel mehr wissen, was um alles in der Welt plötzlich mit ihm los war! Hatte Trelawny vielleicht recht gehabt?

Er wälzte sich im Bett herum und stand schließlich wieder auf. Es nützte sowieso nichts, sich über so belangloses Zeug den Kopf zu zerbrechen. Er machte seinen Kleiderschrank auf und blieb eine halbe Ewigkeit davor stehen, bis ihm endlich wieder einfiel, dass er sich ja umziehen wollte.

Als er vom Bad zurückkam ging Ron unruhig im Schlafsaal auf und ab. Zielstrebig ging er auf Harry zu und beförderte ihn etwas unsanft aufs Bett und baute sich vor ihm auf. "Du erzählst mir jetzt, was los ist!", sagte er und sah ihm fest in die Augen. "Ich mein, dass dus Hermine nicht unbedingt erzählen willst kann ich verstehen, aber nicht mal mir?"

Harry atmete tief durch. Er konnte es ja mal probieren. Wenn Ron völlig außer sich geriet konnte er ja noch immer sagen, es wäre ein Scherz gewesen und sich etwas anderes einfallen lassen. "Also…", fing er an und Rons Ohren wurden kaum merklich größer. "Ich hab heute bei Malfoy geschlafen, er hat mir praktisch gestanden, dass er schwul ist und jetzt bin ich ziemlich verwirrt. Außerdem hat er mich geküsst und ich hab mich nicht gewehrt, was mich noch mehr wundert. Mein Umhang liegt bei ihm im Zimmer, ach und übrigens hab ich ihn nackt gesehen." Ron konnte ihm ja gar nicht glauben, in so einem sarkastischen Ton hatte er ihm alles erzählt. Harry glaubte es ja selbst kaum, und so war er ziemlich erleichtert, als sich ein breites Grinsen über Rons Gesicht ausbreitete.

"Das war echt gut Harry!", sagte er und klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. Dann wurde er schlagartig wieder ernst. "Das lenkt mich aber trotzdem nicht vom eigentlichen Thema ab. Was ist los?"

Harry holte Luft. Wenn ihm jetzt nicht ganz schnell was einfiel, würde Ron bemerken, dass das gar kein Scherz gewesen war und würde wahrscheinlich das restliche Schuljahr kein Wort mehr mit ihm reden.

"Ähm…ich hab in den Ferien ein Mädchen kennen gelernt", fing Harry unsicher an und bemerkte wie Ron verwundert die Augenbrauen hob. "Und…ich vermisse sie…" Er sah zu Boden. Das war wirklich das schäbigste, was er Ron je gesagt hatte. Und der schien es auch noch zu schlucken und hatte Mitleid mit ihm!

"Ach deswegen hast du so schlecht geschlafen!", meinte der. "Und hattest keinen Hunger…du hast Liebeskummer!"

"Jaa…", Harry stöhnte innerlich laut auf und schwor sich, Ron nie wieder wegen irgendwas so zu belügen. Oder wenn dann würde er sich wenigstens eine bessere Ausrede einfallen lassen. Das war ja wirklich zu billig.

"Wieso schickst du ihr nicht eine Eule?", fragte Ron aufmunternd.

"Sie ist ein Muggel", antwortete Harry düster. Allerdings nicht darüber, dass er seiner angeblichen Liebe nicht schreiben konnte, sondern eher darüber, dass ihm das Lügen so leicht fiel.

"Oh", machte Ron etwas ratlos und tätschelte Harrys Arm.

"Aber das wird schon wieder", meinte Harry und stand entschlossen auf. Jetzt reichte es aber wirklich.

"Soll ich's Hermine erzählen?", fragte Ron als sie die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinuntergingen.

"Ja, bitte", sagte Harry dankbar. Er war sich nicht sicher, ob er Hermine so leicht was vormachen konnte.

Anscheinend hatten sie sich ausgemacht, dass Ron mit Harry reden sollte, denn auf dem Weg in die große Halle, verlor sie kein Wort mehr über ihn. Stattdessen machte sie sich Sorgen darüber, ob sie auch alle Aufgaben für den heutigen Tag erledigt hatte und dadurch angeregt kramte Harry seinen Stundenplan hervor. Pflege Magischer Geschöpfe und Zaubertränke am Nachmittag hatten sie zusammen mit den Slytherins. Er begann ernsthaft zu überlegen, ob er sich krank melden sollte. Dann beschloss er, dass das ziemlich kindisch wäre und ging, ohne einen Blick auf den Tisch der Slytherins zu werfen, hinter Ron und Hermine her.

Am Tisch angekommen häufte er alle Schüsseln um sich herum an, die er finden konnte, nur nicht hinüber sehen zu müssen und begann langsam zu Essen. Ron tuschelte unterdessen ziemlich auffällig mit Hermine, wovon Harry sich allerdings nicht stören lies.

Gerade als er sich Kaffee eingoss um wach zu werden, kam die morgendliche Post. Ron und Hermine sahen verwundert zu, wie eine große schwarze Schleiereule auf Harry zusteuerte und er duckte sich erschrocken.

"Von wem isn die?", fragte Ron und beäugte sie misstrauisch.

Harry hob unschuldig die Schultern, während er krampfhaft überlegte, wie er den Brief von seinen Freunden geheim halten könnte. Gleichzeitig wurde ihm heiß, wenn er daran dachte, was da drin stehen könnte. Vorsichtig nahm er Malfoys Eule das zusammengerollte Pergamentstück ab und starrte es unschlüssig an, nachdem sie wieder weggeflogen war.

"Willst du ihn nicht lesen?", fragte Ron neugierig. Hermine hielt sich im Hintergrund.

"Ach nö, ich hab Hunger", murmelte Harry und stopfte sich eilig Toast in den Mund.

"Na wenigstens irgendwas hier ist wieder normal!", meinte Ron und tat es ihm gleich.

Nach dem Frühstück, als sie auf dem Weg in Verwandlung waren, lies Harry sich ein Stück von seinen Freunden zurückfallen und zog die Pergamentrolle aus seiner Tasche. Mit leicht zittrigen Händen rollte er sie auf und las:


Hi Harry

Du hast deinen Umhang und dein Buch vergessen. Falls du sie holen willst- das Passwort zu meinem Zimmer ist `Schnatz`


Keine Unterschrift, und trotzdem wusste Harry, dass der Brief natürlich von Malfoy war. Jetzt wusste er das Passwort zu seinem Zimmer. Das hieß, er konnte jederzeit hinein und das hieß…das Malfoy anscheinend nichts dagegen hatte. Und das wiederum hieß, dass er ihm vertraute. Früher hätte er ihm doch nie irgendwas gesagt, was etwas über ihn verraten hätte und jetzt das. Harry schüttelte den Kopf und überlegte gleichzeitig, wann er seine Sachen holen sollte. Vielleicht, während alle, eingeschlossen Malfoy beim Essen waren?

Vor dem Klassenzimmer angekommen zückte Harry seinen Zauberstab, hielt ihn an das Pergament und flüsterte `Fir`. Das Pergament ging sofort in Flammen auf und Mac Gonagall, die gerade um die Ecke bog rief: "Mr. Potter! Keine Zauberei in den Gängen, und schon gar kein Feuer!", sie löschte es mit einem Wink ihres Zauberstabs. "5 Punkte Abzug, das kommt nicht noch einmal vor!" Hiermit rauschte sie an ihm vorbei in die Klasse, vorbei an Ron und Hermine.

"Was sollte denn das, Harry?!", zischte die ihm zu und schob ihn in die Klasse.

"Tschuldigung", murmelte er und setzte sich neben Ron, der sich schwer das Grinsen verkneifen musste.

Diese Stunde verlangte die Professorin von ihnen, aus einem Wollfaden einen Besen zu Zaubern und alle außer Hermine stöhnten laut auf. "Das ist doch ganz einfach", meinte sie, allerdings wurde sie ziemlich kleinlaut, als Mac Gonagall verkündete, dass man sich für diesen Zauber jedes einzelne Stück des Besens vorstellen musste, sogar, wie er flog.

Harry runzelte kurz die Stirn, dann kniff er die Augen zusammen und- voila - vor ihm schwebte eine Mischung aus Nimbus 2000 und Feuerblitz. "So`n Käse" murmelte er. Ron daneben ärgerte sich gewaltig darüber, dass sein Besen einen Schweif aus Wollfäden hatte und nicht schwebte. Hermine war verzweifelt. "Ich kann das nicht!", jammerte sie. "Ich bin noch nie auf einem Besen geflogen und ich hab auch keine Ahnung, wie die im Detail aussehen!"

"Versuchs doch einfach mal?", meinte Ron und verwandelte seinen Besen zurück.

Nach kurzem Zögern versuchte sie es. Heraus kam ein komisches Etwas, das nur entfernt an einen Besen erinnerte.

Am Ende der Stunde gab sie auf. Immerhin hatte sie es zu einem gewöhnlichen Küchenbesen geschafft und grummelte darüber, dass Harry einen Feuerblitz und einen Nimbus 2000 zustande gebracht hatte. Ron hielt sich mal wieder zurück, was Harry langsam auf die Nerven ging.

In Geschichte der Zauberei langweilte er sich zu Tode, bis ihm einfiel, dass er ja heute mit Hagrid und Lupin zum Tee verabredet war, und absolut keine Lust hatte hinzugehen. Den Rest der Stunde verbrachte er damit, sich eine Ausrede einfallen zu lassen, doch als sie bereits zu Hagrids Hütte hinunter gingen, war ihm noch immer nichts eingefallen. Der Rest seiner Gedanken verflog, als er Malfoy erblickte, der gerade ziemlich mürrisch Grabbe und Goyle anfauchte. Die beiden trollten sich mit bösen Mienen wieder und ließen sich auf der anderen Seite der Wiese vor Hagrids Hütte im Gras nieder. Harry blieb unentschlossen stehen, doch Hermine und Ron nahmen ihm die Entscheidung ab. Sie schienen Grabbe und Goyle Malfoy vorzuziehen und ließen sich schließlich aber doch in der Mitte der Wiese nieder. Harry saß auf der Seite von Malfoy, doch er traute sich nicht, zu ihm rüber zusehen.

Hagrid hatte unterdessen sein Buch aufgeschlagen und deutete ihnen, das selbe zu tun. Harry gähnte. Wenn sie das ganze Jahr nur Theorie in Pflege magischer Geschöpfe machen würden, würde er sich erschießen. Doch dann sah er zu seiner Überraschung den Arm einer Krake aus seinem Buch kommen, die ihn irgendwie an die aus dem See erinnerte.

"Das ist eine Riesenkrake!", meinte Hagrid stolz. "Und wie es der Zufall will, haben wir eine in unserem Schlosssee. Also folgt mir mal hinauf!"

Ächzend, aber nicht uninteressiert erhob sich die ganze Klasse und stapfte hinter Hagrid den Hügel zum See hinauf. Harry ging etwas langsamer und landete schließlich neben Malfoy, der mit gesenktem Kopf hinter den anderen herging. Als er Harry bemerkte, sah er auf. Seine Stirn lag in tiefen Falten und auch sonst sah er nicht gerade happy aus.

"Was ist denn mit dir los?", fragte Harry erschrocken und dachte sich gleichzeitig, dass ihn das ja eigentlich nichts anging.

"Grabbe und Goyle haben mir gesagt, dass zu Halloween ein Todessertreffen ist und ich auch erwartet werde", schnaubte er. "Ich denk ja gar nicht dran, hinzugehen, aber wie soll ich das denen klar machen?!"

"Puh!", machte Harry ratlos.

"Die hetzen mir noch Mac Nair auf den Hals, ich wette!", sagte Malfoy düster und ging plötzlich schneller. Sie waren am See angekommen. Ron und Hermine sahen sich schon nach Harry um, der sich, "Kopfschmerzen", murmelnd wieder zu ihnen gesellte. Malfoy wollte anscheinend wirklich kein Todesser werden und das überraschte ihn.

"So, jetzt passt mal alle auf!", rief Hagrid der Klasse zu und schmiss etwas, was verdächtig nach einem seiner selbstgebackenen Kekse aussah in den See.

"Jetzt wissen wir, was er mit denen macht, wenn sie sogar ihm zu hart werden", flüsterte Ron und Harry und Hermine lachten leise auf.

Eine Weile passierte nichts, dann schoss ein langer Fangarm aus dem Wasser empor, griff sich den Keks und verschwand wieder.

"Du musst schon rauskommen, wenn du noch mehr haben willst, Kraki!", rief Hagrid laut und wedelte mit noch einem Keks in der Luft herum. Bei dem Spitznamen begann die halbe Klasse zu lachen, was Hagrid schlichtweg überhörte. Gerade als er kopfschüttelnd den Keks wieder in den See werfen wollte, begann das Wasser sich zu kräuseln und der riesige Kopf des Kraken und unzählige Fangarme erschienen an der Wasseroberfläche.

"Na da sind wir ja!", meinte Hagrid, tätschelte einen Fangarm und gab ihm dann den Keks.

"Wer weis denn was über Riesenkraken?", fragte er in die Runde. Hermines Hand schnellten als erste in die Höhe.

"Riesenkraken leben in sehr tiefen, dunklen Gewässern und sind normalerweise Einzelgänger", berichtete sie. "Sie sind Allesfresser. Über ihr Paarungsverhalten ist nur wenig bekannt, da so gut wie nie zwei Kraken gleichzeitig gefunden werden. Sie werden mehrere hundert Jahre alt und wachsen ihr ganzes Leben.!"

"Sehr schön, 5 Punkte!", sagte Hagrid. "Kraki hier, ist noch sehr Jung. Dumbledore hat ihn als er noch so groß wie ein Stecknadelkopf war eines Tages in seinem Wasserglas gefunden, als er selbst noch Schüler hier war. Damals waren wohl die Leitungen ziemlich verschmutzt…."

"Igitt!", machten ein paar Mädchen und andere kicherten. Hagrid fuhr fort: "Wie ihr seht, wächst er sehr schnell, das gibt sich aber mit der zeit und er wächst langsamer. Ich hab hier ein bisschen Essen mitgebracht und ihr könnt jetzt mal rausfinden, was er am liebsten frisst." Hagrid deutete auf ein paar Säcke, die ihnen noch gar nicht aufgefallen waren. Zögernd gingen die Schüler darauf zu und begannen schließlich, darin herumzustöbern. Harry ging zu Hagrid.

"Ah, Harry!", sagte der erfreut. "Kraki ist toll, hm? Geht alles klar mit heute Nachmittag?"

"Ähm…na ja, deswegen bin ich hier", fing Harry an. "Ich hab schon den ganzen Tag ziemliches Kopfweh. Ich werd eher…"

"Siehst auch ganz schlecht aus", meinte Hagrid. "Willst du in den Krankenflügel?"

"Nee…", Harry winkte schnell ab. "Geht schon, ich werde dann nur heute Nachmittag lieber im Turm bleiben…"

"Ach, ist kein Problem! Wir sehn uns ja das ganze Jahr", sagte Hagrid und tätschelte ihm die Schulter. "Jetzt geh mal Kraki füttern. Er hat gestern extra nichts gekriegt."

Erleichtert ging Harry zum Seeufer zurück und sah Ron und Hermine, die sich zu Hagrid gestohlen hatten um ihm wahrscheinlich den `wahren` Grund zu erzählen, wieso Harry nicht kommen konnte.

Er fischte einen Apfel aus dem Sack vor ihm und drehte ihn unschlüssig in den Händen.

"Äpfel mag er nicht besonders", meinte Malfoy da plötzlich neben ihm. "Aber auf die hier steht er total", er warf eine Banane in die Luft, die Kraki auffing und geschickt, wie ein Affe, anfing, sie zu schälen.

Harry grinste und sah Malfoy scheu von der Seite an. Der sah kurz zurück und drehte sich dann weg, als Ron und Hermine von Hagrid zurückkamen.

"Hat er schon wieder blöde Meldungen geschoben?", fragte Ron und zeigte auf Malfoy.

"Nö", sagte Harry nur und schmiss den Apfel zurück in den Sack.

Nachdem die Säcke leer waren und Kraki vollgefressen im See verschwunden war, versammelte sich die Klasse rund um Hagrid, der auf einem großen Stein am Ufer saß und hörte ihm zu. Er erzählte kurz, wieso Kraki nicht gefährlich war - er war unter Menschen aufgewachsen - und was es sonst noch zu wissen gab.

Harry langweilte sich ziemlich und hatte sich von Hermine und Ron weg nach hinten gestohlen, wo er sich schließlich zurück ins Gras legte und die Augen schloss. Als er sie ein paar Minuten später wieder aufmachte um nicht noch einzuschlafen, lag Malfoy neben ihm.

"Was machst du denn hier?", flüsterte Harry möglichst leise, damit die Klasse nicht auf sie aufmerksam wurde.

Malfoy machte ein Auge auf und musterte ihn. "Rumliegen", meinte er dann. "Hab diese Nacht irgendwie nicht viel geschlafen."

Harry errötete leicht, fasste sich aber wieder.

"Wann kommst du denn deinen Umhang und dein Hemd und so holen?", fragte Malfoy schließlich.

"Ssscht!", machte Harry und sah ängstlich nach vorne, doch die Klasse war viel zu sehr damit beschäftigt, Hagrid zu lauschen, der gerade irgendwas von seinem Großvater erzählte. "Weis nicht, wann passts dir denn?"

"Immer", sagte Malfoy nur mit geschlossenen Augen. "Wozu hast du denn dein Hemd dagelassen?"

"Du hast dich dran festgeklammert!", zischte Harry und beobachtete mit Genugtuung, wie Malfoys Ohren sich leicht rosa färbten.

"Hättest mich ja aufwecken können", flüsterte er dann leise.

"Und wieder überfallen werden?", fragte Harry und im selben Moment tat es ihm auch schon Leid, denn Malfoy stand beleidigt auf und setzte sich drei Meter von ihm entfernt wieder hin.

"Sorry!", deutete ihm Harry, doch Malfoy funkelte nur böse zurück. Dann nach einer Weile stand er wieder auf und ging rüber zu Harry.

"Wie würds dir gefallen, wenn ich dich gleich hier und jetzt überfallen würde?", raunte er ihm zu und setzte sich wieder neben ihn. Harry fuhr erschrocken hoch und rückte ein Stück weg.

"Angsthase", meinte Malfoy dazu und diesmal fing er sich einen bösen Blick von Harry ein.

"Dann mach doch!", forderte er ihn heraus und Malfoy sah sich kurz um. Dann tippte er sich an die Stirn und Harry grinste. Dann wurde ihm heiß. Was redete er da für eine Scheiße mit Malfoy? Und hatte er ihn grade wirklich dazu herausgefordert ihn in aller —ffentlichkeit zu küssen? Er hatte doch nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Das selbe dachte sich anscheinend auch Malfoy, denn er stand kopfschüttelnd auf. Harry fragte sich schon wieso, als Ron und Hermine vor ihm auftauchten.

"Da bist du!", sagte Ron und zog ihn hoch. "Komm, gehen wir schnell, ich sterbe vor Hunger!"

"Ist schon aus?", fragte Harry und sah verwundert zu, wie die Klasse den Berg hinaufmarschierte.

"Jo", machte Ron und eilte ihnen hinterher. Harry winkte noch Hagrid zu, der die Säcke zusammenräumte und folgte dann seinen Freunden.

Im Speisesaal angekommen stürzte Ron sich sofort auf einen Kartoffelauflauf, da der am nächsten Stand, doch hörte nach ein paar Minuten zu Essen auf, als er Harry sah. Der saß da und stocherte lustlos auf seinem vollem Teller herum.

"Harry…", fing Ron mit vollem Mund an.

"Ich weis, ich soll was essen", sagte Harry und steckte sich mühsam die Gabel in den Mund.

Als sie jedoch den Saal wieder verließen, war nicht mal die Hälfte von seinem Teller verschwunden und Ron versuchte vergebens ihm einen Muffin aufzudrängen. "Komm Harry, iss ihn, ich platz gleich!"

"Wozu hast du ihn dann mitgenommen?", fragte Harry und steuerte in Richtung Gryffindor-Turm.

"Hat so lecker ausgesehen", murmelte Ron und sah dann Hermine an. "Willst du ihn?"

"Besten Dank", sagte sie kopfschüttelnd.

"Alles bleibt mal wieder an mir hängen!", grummelte Ron und steckte sich den Muffin in den Mund. "Lecker!", mampfte er dann und lies sich in einen Sessel fallen. "Aber Harry, fall du doch noch Hunger kriegst, ich hab da noch…"

"Ron!", riefen Harry und Hermine gleichzeitig und er hielt schnell den Mund.


Nach einer Stunde erhoben sie sich mühsam wieder und machten sich auf den Weg in den Kerker um noch zwei Stunden Zaubertränke über sich ergehen zu lassen. Harry war schwer am überlegen und Ron am rummaulen, weil er zu viel gegessen hatte. Sollte er gleich nach Zaubertränke zu Malfoy gehen? Oder lieber erst nach dem Abendessen, wenn es unauffälliger war? Er entschied sich vorerst für letzteres und betrat mit klopfendem Herzen den dunklen Kerker Snapes. Der war schon da und sobald es geläutet hatte sammelte er die Aufgaben ab und begann mit der Wiederholung der letzten Stunde.

"Wer kann mir erläutern, was wir letzte Stunde durchgenommen haben?", fragte er in die Runde. Er achtete nicht auf die, die aufzeigten, sondern sein Blick blieb an Neville hängen, der verzweifelt versucht hatte, sich irgendwie unsichtbar zu machen. "Mr. Longbottom, können sie mir weiterhelfen?"

"Äh…", fing Neville an und wurde puterot im Gesicht. "Wir…wir haben Heiltränke gegen…gegen Flüche durchgenommen…Sir…"

"Richtig…und was sollte man bei Heiltränken besonders genau einhalten?", fragte Snape weiter.

"Äh…die Köchelzeit?", fragte Neville und duckte sich.

"Genau, Mr. Longbottom, es geht doch wenn sie wollen", meinte Snape und wandte sich an die Tafel.

Die ganze Klasse, Harry eingeschlossen, starrte ihm nach. Snape hatte Neville zwar keine Punkte gegeben, obwohl die Antworten richtig gewesen waren, aber er hatte ihm auch keine abgezogen, was noch wahrscheinlicher gewesen wäre.

Snape begann unterdessen die Zutatenliste für den heutigen Trank an die Tafel zu kritzeln, so schnell, dass sie Mühe hatten, ihm nachzukommen.

"Was bewirkt das Wansserum?...Mrs. Granger?", fragte er.

"Das Wansserum macht die Aura derjenigen Person sichtbar, die es einnimmt", verkündete sie prompt, bekam aber wie Neville keine Punkte.

"Stimmt, fangen sie jetzt an, das Serum zu brauen, beachten sie die Reihenfolge und die genaue Mengendosierung der Zutaten!", sagte Snape und setzte sich an sein Pult um ihre Aufgaben durchzusehen.

Mit gesenkten Köpfen begann die Klasse, zu arbeiten. Harry standen schon nach wenigen Minuten die Schweißperlen an der Stirn, denn die getrockneten Alraunenwurzeln mussten zu feinem Pulver gestampft werden und nebenbei musste er auch noch das Feuer auf der immer selben Temperatur halten.

Als es endlich zur Pause läutete flüchtete die halbe Klasse hinaus in die Kühle des Ganges. Harry lehnte sich gegen die Wand. Er hatte in der vergangen Stunde tatsächlich Kopfschmerzen bekommen und ihm graute schon davor zurück in den stickigen, aufgeheizten Kerker zu gehen. Neben ihm tauchte Ron auf, der sich die Ärmel seines Shirts hochgekrempelt hatte.

"Sag mal, ist dir auch schon aufgefallen, dass wir in so gut wie jedem Fach immer das selbe machen?", fragte er.

Harry nickte. "Irgendwie arbeiten die hier alle zusammen", meinte er und es läutete. Stöhnend schlurften die zwei zurück in den Kerker und verbrachten die restliche Stunde damit, Froschzungen zu schmurgeln, und alles mögliche Zeugs kleinzuschnippeln. Als es dann endlich wieder läutete füllte Harry gerade sein Serum in eine Phiole und lieferte sie bei Snape ab. Zwei Drittel der Klasse waren noch immer nicht fertig, unter ihnen auch Ron, der sich mit den Schwanenfedern vertan hatte. Hermine saß kopfschüttelnd neben ihm und half ihm so gut sie konnte. Snape stand neben Neville und - Harry traute seinen Ohren nicht - erklärte ihm gerade, was er falsch gemacht hatte. Unschlüssig warf er Hermine einen Blick zu, die ihm andeutete, dass er ruhig schon gehen konnte. Harry sah sich um, von Malfoy war nichts zu sehen, also war er vielleicht schon in seinem Zimmer.

Harry beschloss, gleich seine Sachen zu holen, so hatte er es wenigstens hinter sich und Ron und Hermine würde es auch nicht auffallen, wenn er weg wäre. Er brauchte eine Weile, bis er das Portrait wieder gefunden hatte, das in Malfoys Zimmer führte. Es war das Portrait eines Schwanes - Harry musste an das Serum denken - der den Kopf unter seine Flügel gesteckt hatte und schlief.

"Ähm…", Harry räusperte sich und der Schwan blinzelte. "Schnatz?"

Das Portrait klappte zur Seite und gab die Tür frei, hinter der Malfoys Zimmer lag. Harry holte tief Luft und drehte den Knauf nach links, bis die Tür aufsprang. Zögernd machte er einen Schritt nach drinnen und machte die Tür hinter sich wieder zu. Malfoy saß im Sessel vor dem Kamin, in dem ein schwaches Feuer flackerte und las. Er hatte eine qualmende Zigarette im Mund und sein Umhang lag unordentlich vor dem Sessel auf dem Boden.

Gerade als Harry sich zu fragen begann, ob er ihn bemerkt hatte oder nicht, drehte er sich zu ihm. "Ich dachte nicht, dass du jetzt schon kommst", sagte er und klappte das Buch zu. "Ist ganz interessant."

Er stand auf und gab es Harry, der entdeckte, dass es das war, was er sich aus der Bibliothek ausgeborgt hatte. "Ah, gut zu wissen", meinte er und sah sich nach dem Rest seiner Sachen um.

"Die Hauselfen dachten wohl, das Zeug gehört mir und haben's zum Waschen mitgenommen", sagte Malfoy, der Harrys Gedanken erraten haben musste. "Muss aber jeden Moment wieder da sein…"

Oh…ok", machte Harry noch immer ratlos. Was sollte er hier so lange machen?

"Willst du nen Tee?", fragte Malfoy da und wies auf seinen Schreibtisch auf dem eine Teekanne und eine Tasse standen.

"Ähm…ok", sagte Harry.

"Noch eine Tasse!", sagte Malfoy zum Kamin und Harry hielt ihn schon für bescheuert, als dort eine Tasse erschien und in der Luft schweben blieb, bis Malfoy sie mit einem Wink seines Zauberstabes auf den Schreibtisch beförderte. Dann goss die Kanne mit einem weiteren Wink den Tee ein und schwebte zu Harry. Malfoy hatte unterdessen seine Zigarette in seiner Tasse ausgedämpft und beobachtete Harry, der verlegen, an seinem Tee nippte. Er kam sich ziemlich verloren vor, so mitten im Raum stehend, mit einer Teetasse in den Händen und seinem Buch unter den Arm geklemmt. Dann fiel ihm etwas ein.

"He! Snape hat uns heute zum ersten mal in der Geschichte keine Hausaufgaben aufgegeben!"

Malfoy sah ihn einen Augenblick lang etwas verwirrt an, dann nickte er. "Hast recht…genial", eine Weile sah er noch verblüfft aus der Wäsche, dann schien er sich einen Ruck zu geben. "Willst du dich hinsetzen?", er wies auf den Sessel vor dem Kamin und lies sich selber verkehrt rum auf seinen Schreibtischstuhl fallen, sodass er seine Arme und seinen Kopf auf die Rückenlehne legen konnte. Harry lies sich in den Sessel sinken, erleichtert darüber, dass er nicht mehr blöd im Zimmer rumstehen musste. Seine Tasse trank er leer und stellte sie auf den Boden.

"Zigarette?", fragte Malfoy, der sich bereits wieder eine angezündet hatte.

"Ok", Harry nickte. Malfoy stand auf und ging zu ihm, um ihm eine zu geben, dann zündete er sie ihm an. Während er seinen Zauberstab wegsteckte fragte er, ohne Harry anzusehen: "Wie hast du heute eigentlich geschlafen?"

"Ganz gut", sagte Harry etwas überrumpelt. "Du nicht", stellte er dann fest, als er an Pflege Magischer Geschöpfe denken musste.

"Wieso, ich hab nur gesagt, dass ich nicht viel geschlafen habe", meinte Malfoy und setzte sich vor Harry auf den Boden um seine leere Teetasse als Aschenbecher zu benutzen.

"Stimmt", machte Harry. "Wieso?"

Malfoy zuckte mit den Schultern. "Konnte nicht schlafen."

"Nicht?", fragte Harry. Er hatte den Eindruck gehabt, dass Malfoy sofort nachdem er Gute Nacht gemurmelt hatte, eingeschlafen war. Da hatte er sich anscheinend geirrt.

"Nee", sagte Malfoy. "Du dagegen hast gepennt wie ein Stein."

"Woher weist du denn das schon wieder?", fragte Harry und wusste im gleichen Moment, dass das eine überflüssige Frage gewesen war.

"Ein Hauself hat's mir zugeflüstert", sagte Malfoy und seine Stimme troff vor Sarkasmus.

"Aja", meinte Harry. "Hatte der zufällig blonde Haare und graue Augen?"

Malfoy hob eine Augenbraue. Dann nickte er andächtig. "Ja, und er war auch ein bisschen größer als ein normaler Hauself."

"Hab ich mir schon gedacht", sagte Harry und nickte auch. Dann musste er grinsen und Malfoy wurde angesteckt.

"Weist du, dass du schnarchst?", fragte er dann und nahm einen tiefen Zug.

"Was?", fragte Harry. "Also Ron hat sich noch nie beschwert…"

"Ron?", wiederholte Malfoy verächtlich.

"Ja, weist du Malfoy, wir schlafen nämlich noch immer im selben Schlafsaal", meinte Harry flachsend.

"Aja", machte Malfoy und sah Harry dann an. "Übrigens heiße ich Draco."

"Angewohnheit", sagte Harry schulterzuckend. "Du sagst doch auch immer Potter zu mir."

"Sorry, Harry", meinte Malfoy und Harry atmete tief ein. Dass Malfoy oder Draco - wie auch immer - ihn Harry nannte, war ein komisches Gefühl. So komisch, dass er eine leichte Gänsehaut bekam und um ein Haar vergessen hätte seine Zigarette auszudämpfen, bevor er noch die Bude abfackelte.

"Was ist denn?", fragte Draco, dem Harrys merkwürdige Reaktion nicht entgangen war.

"Nichts", meinte der schnell. "Es ist nur ungewohnt, meinen Vornamen aus deinem Mund zu hören."

Malfoy hob eine Augenbraue, wie er es so oft tat. "Ich kann dir ja auch Kosenamen geben…Was hältst du von Potti oder Harrylein?" Er grinste, als Harry ihn entgeistert ansah.

"Und ich soll dich Draci nennen, oder was?"

"Nimm doch nicht alles so ernst!", sagte Malfoy beschwichtigend.

"Ach, und was soll ich dann ernst nehmen und was nicht?", fragte Harry plötzlich aufgebracht. "Vielleicht ist das ja alles nur ein blöder Scherz!?"

"Hättest du das denn gerne?", fragte Malfoy und sah ihn forschend an.

"Keine Ahnung…", Harry lies die Schultern sinken, Malfoy legte den Kopf schief.

"Kranke Sache", meinte er schließlich und steckte sich noch eine Zigarette an. Harry, der bis jetzt seine Knie angestarrt hatte sah auf.

"Was ist krank?", fragte er.

"Na, was wohl?", Malfoy sah ihn an. Harry sah schulterzuckend zurück.

"Diese ganze Geschichte hier."

"Welche Geschichte?", fragte Harry weiter.

Malfoy atmete tief ein und aus. "Das mit u… dir und…mir…"

"Was ist denn da?", langsam fand Harry das Frage- Antwort- Spiel lustig.

"Tja, das frag ich mich auch die ganze Zeit", sagte Malfoy und blitzte Harry an. Der wusste genau, dass er jetzt an der Reihe war, etwas zu sagen.

"Ähm…", wenn er jetzt was falsches sagen würde… "Ich glaub, das…wissen wir beide nicht…", sagte er schließlich und sah Malfoy unsicher an. Doch zu seiner Überraschung oder auch zu seinem Erschrecken nickte der. Bis jetzt hatte er immer gedacht, Draco wüsste genau warum er was tat. Aber da hatte Harry anscheinend mal wieder falsch gedacht.

Draco zog energisch an seiner Zigarette.

"Eigentlich weis ich's schon", platzte es plötzlich aus ihm heraus und Harry sah, dass er sich am liebsten die Hand vor den Mund geschlagen hätte. Er sah ihn fragend an. "Ich mag dich…seit letzter Zeit…"

"Aha", machte Harry. Das war ja noch nichts ungewöhnliches. Er mochte Malfoy seit letzter Zeit auch ganz gern, was eigentlich schon wieder ungewöhnlich war, wenn er an früher dachte. Er sah Malfoy wieder an, der war nämlich noch nicht fertig.

"Und…ich weis nicht…du bist ein Kerl, aber…ich…find dich ganz ok…vom Aussehen her…" Harry hob die Augenbrauen. Sollte das eine verschlüsselte Botschaft dafür sein, dass Malfoy fand, dass er gut aussah??

"Äh…"

"Das heißt, ich find dich attraktiv- so, du bist dran", sagte Malfoy und Harry starrte ihn völlig überrumpelt an.

"Äh…", war das denn das einzige, was er heute zustande brachte? Was sollte er denn dazu sagen? `Malfoy ich hab mich in dich verknallt!`, oder was? Harry versuchte ruhig zu atmen, als er zu sprechen begann.

"Also…", er holte noch mal tief Luft. "Ich find dich seit letzter Zeit auch netter als früher, wenn das überhaupt ein Vergleich ist. Und das alleine ist irgendwie schon merkwürdig…" Harry sah Malfoy unsicher an, doch der wartete nur darauf, dass er weiterredete. "Ähm…Naja…schlecht ausgesehen hast du noch nie…jedenfalls nicht so wie Grabbe und Goyle…"

"Oh, danke, für das Kompliment", meinte Malfoy trocken, doch Harry wusste, dass er es nicht so meinte, sondern ganz genau verstanden hatte, was Harry damit hatte sagen wollen.

"Allerdings…", Harry suchte nach Worten. "Allerdings hab ich sonst überhaupt keine Ahnung…von gar nichts."

Malfoy sah etwas enttäuscht aus, denn er hatte in etwa das selbe gesagt. Allerdings, hatte er nicht weitergeredet, als sich Harry sicher gewesen war, dass er noch viel zu sagen hatte.

"Du bist wieder dran", sagte er deshalb und sah ihn gespannt an.

"Schon wieder?", stöhnte Malfoy und schien zu überlegen. "Hab ich nicht schon alles gesagt, was es zu sagen gibt?"

"Müsstest du das nicht selber wissen?", fragte Harry. "Außerdem hast du mir bis jetzt nur verkündet, dass du mich…attraktiv…", das Wort kam ihm kaum über die Lippen. "…findest."

Draco sah ziemlich unbehaglich drein und schien zu überlegen. "Glaubst du, ich weis, was ich davon halten soll, wenn ich dich auf einmal mag und…finde das du nicht schlecht aussiehst? Das braucht ja auch gar nichts bedeuten, aber…"

"Aber?", Harry hatte schon seit längerem das Gefühl, dass sie um den heißen Brei herumredeten. Kein Wunder.

"Naja…Mein Verstand sagt mir, dass ich ein bisschen bescheuert bin, und der Rest…spielt verrückt", stellte Malfoy fest.

So wie bei mir, dachte sich Harry und schluckte. Was tat er hier denn schon wieder? Über was für kranke Sachen redete er denn mit Malfoy, Draco hier??

"Ich will gar nicht wissen, für wie krank du mich hältst", meinte Malfoy, sich die nächste Zigarette anzündend.

"Nicht für kränker als mich selber", sagte Harry nur. Seit wann kümmerte es Malfoy, was Harry von ihm dachte? Seit wann überhaupt, machte er sich Gedanken um ihn? Tat er das überhaupt? Und was tat Harry selber?

Er hatte solche Kopfschmerzen, dass er dachte, sein Kopf würde im nächsten Moment zerspringen.

Umso unerwarteter kam plötzlich ein Stapel hauptsächlich schwarzer Klamotten aus dem Kamin auf ihn zugeschwebt. Harry fing ihn verdutzt auf.

"Wäsche", meinte Draco nur. "Deine Sachen müssen irgendwo da drin sein."

Nach wenigen Sekunden hatte Harry sein Hemd und seinen Umhang aus dem Stapel gefischt und den Rest auf den Boden gelegt.

"Du wirst dann mal gehen, oder?", fragte Malfoy und stand auf. Harry beeilte sich, ihm nachzukommen.

"Jaa", meinte er. Wollte er überhaupt gehen? Ja, am liebsten würde er sofort hier und jetzt im Erdboden verschwinden. Aber wollte Draco, dass er ging? Wozu war das `oder` da gewesen?

"Ähm…willst du denn, das ich gehe?", brachte Harry hervor und ging unbewusst schon mal in Deckung, vor dieser blöden Frage.

"Äh…", Malfoy schien überrumpelt, ertappt? "Hast du denn nicht noch was zu tun?"

"Snape hat uns keine Hausaufgaben aufgegeben", meinte Harry nur. "Und das Essen beginnt erst in einer dreiviertel stunde."

"Na dann", meinte Draco und hielt ihm eine Zigarette hin.

"Wo gibt's die eigentlich zu kaufen?", fragte Harry.

"Hogsmead, schätz ich mal", Draco hob die Schultern. "Hab hier noch keine gekauft. Wehe, es gibt keine. Sonst muss ich meiner Mutter schreiben, dass sie mir Zigaretten schickt. Echt nicht."

Harry lachte auf und setzte sich wieder in den Sessel. Malfoy hob den Kleiderstapel vom Boden auf und schmiss ihn in den Schrank. Dann setzte er sich wieder auf den Boden. Harry musterte ihn. Dann zündete er sich die Zigarette an und blies unschlüssig den Rauch in die Luft.

"Sag mal, hast du eigentlich ne, Ahnung, was mit Snape dieses Jahr los ist?", fragte Harry schließlich.

"Hä, wieso?", fragte Malfoy.

"Na, er hat Neville heute keine Punkte abgezogen, und am Ende der Stunde hat er ihm sogar geholfen!", meinte Harry.

"Tja…", machte Draco. "Siehst du, ich bin nicht der einzige, der sich verändert hat."

"Wieso, ist Snape auch schwul geworden, oder was?", fragte Harry und schlug sich die Hand vor den Mund. Jetzt hatte er sich eindeutig verplappert.

Malfoy hob langsam beide Augenbrauen. "Ich hab nie gesagt, dass ich schwul bin."

"Ach so? Was denn dann?", fragte Harry.

"Das…weis ich noch nicht…so genau", meinte Malfoy dann.

"Du streitest es also nicht ab!", Harry spürte, dass der Triumph nahe war.

"Wieso sollte ich?", fragte Malfoy. "Aber wo wir gerade dabei sind…die Frage hab ich dir gestern schon gestellt, und ich hab bis jetzt keine eindeutige Antwort darauf gekriegt."

"Eindeutig?", wiederholte Harry. Soweit er wusste hatte er dazu gar nichts gesagt, was eindeutig oder nicht sein konnte. Aber sein Verhalten sprach ja wohl auch für sich.

"Naa?", machte Malfoy.

"Sag mal, was wird das hier eigentlich?", fragte Harry auf einmal.

"Ha, wenn ich das wüsste, würde ich hier nicht länger blöd rum sitzen", murmelte Malfoy.

"Na, dann kann ich ja auch gleich gehen", sagte Harry und stand auf.

"Benimm dich nicht kindisch…", sagte Draco.

"Wer benimmt sich hier kindisch?", fragte Harry. "Wenn dann wohl wir beide! Wir reden hier drüber, als obs verboten wäre, dabei geht es doch nur um…um Gefühle!"

"Ach zu dem Schluss bist du auch endlich gekommen, ja?", machte Malfoy und funkelte ihn an.

"Zu dem Schluss bin ich schon lange gekommen, und du auch, nur können wir nicht drüber reden", stellte Harry düster fest und ging zum Schreibtisch um seine Zigarette auszudämpfen.

"100 Punkte", sagte Malfoy und erhob sich vom Boden. "Tut mir leid."

"Was tut dir leid?", fragte Harry verblüfft.

"Das ich's dir so schwer mach, dabei könnte ich's dir doch einfach sagen", meinte Malfoy und sah an Harry vorbei.

"Was könntest du mir einfach sagen?", fragte Harry voller ängstlicher Erwartung.

"Dass…dass ich mich…glaub ich…in dich…", Malfoy holte tief Luft. "…in dich verknallt hab." Er wagte es nicht, Harry anzusehen, der dastand, als wäre er geradewegs versteinert worden. Wäre eigentlich ganz praktisch, dachte Harry bei sich. Dann müsste er nichts sagen, sich nicht mal bewegen. Und auch nichts fühlen.

"Nur zu, wenn du mich umbringen willst, tus gleich", vernahm er da plötzlich Dracos Stimme, der ziemlich betreten aussah. Vielleicht sollte Harry mal was sagen? Nur was?

"Ich…muss zum Essen", sagte er da. Zum Essen? Was sollte denn das jetzt? War das echt das beste was er drauf hatte? Malfoy hatte gerade das ausgesprochen, worum es dich ganze Zeit gegangen war und Harry hatte nichts besseres zu antworten, als das er zum Essen musste?? Oh Mann…

"O…ok", meinte Malfoy dann. "Ich geb dir 10 Minuten Vorsprung, damit du nicht wieder Lügengeschichten erzählen musst."

Oh, wie oft hatte Harry in den letzten Tagen wegen Draco gelogen, da kam es darauf auch nicht mehr an.

"Gut", sagte er. "Wir sehen uns…ja dann eh beim Essen."

"Ja", sagte Draco knapp. "Bis später." Er hielt Harry die Tür auf, der wie ein Schlafwandler nach draußen ging.

Er blieb nicht stehen, bis er vor dem Portrait der Fetten Dame ankam.

"Na, dich hat's aber erwischt!", gluckste sie, als sie seinen Gesichtsausdruck sah.

"Klappe", sagte Harry barsch. "Grindeloh."

Sie warf ihm noch einen bitterbösen Blick zu, bevor sie nach innen schwankte und einen leeren Gemeinschaftsraum preisgab. Harry brachte seine Sachen nach oben und machte sich dann auf den weg in die große Halle. Noch immer wagte er es nicht, über das eben gehörte nachzudenken.

Ron und Hermine saßen schon am Tisch und schienen nicht sonderlich überrascht darüber zu sein, dass er zu spät kam. Anscheinend gewöhnten sie sich langsam daran.

"Alles ok, Harry?", fragte Ron nur, als er sich setzte.

"Glaub schon", sagte Harry und begann, ziemlich mechanisch seinen Teller mit Kartoffeln zu füllen und zu essen.

"Was ist denn mit dem los?", fragte Ron auf einmal, und wies auf den Sytherintisch, geradewegs auf Malfoy. Der saß genauso da, wie Harry, stopfte mechanisch eine Bratkartoffel nach der anderen in den Mund und schien den Rest seiner Umgebung nicht wahrzunehmen.

Hermine kicherte. "Harry scheint nicht der einzige mit Liebeskummer zu sein! Oh, sorry…", zerknirscht sah sie Harry an, der jedoch abwinkte.

"Sag mal, Hermine, was machst du heute Abend eigentlich? Snape hat uns soweit ich weis, keine Aufgaben gegeben.", fragte er sie schließlich. "Du könntest mit Ron Schach spielen oder so, er würde sich sicher freuen." Beide starrten ihn an, als ob er einen kompletten Dachschaden hätte. "Sorry…", murmelte Harry dann und riss sich zusammen.

Hermine winkte ab. "Es ist allerdings wirklich seltsam, dass Snape uns keine Hausaufgaben aufgegeben hat. Wetten wir kriegen nächste Stunde doppelt so viel?"

"Aber hundert pro!", sagte Ron zustimmend und nahm Harry seinen Teller weg. "Du isst das doch eh nicht mehr, oder?"

"He!", Harry zog ihn wieder zu sich.

"Du wirst noch mal aufgehen wie ein Pfannkuchen, Ron", sagte Hermine tadelnd und der starrte sie an.

"Das kann dir doch wohl egal sein!" Sie zuckte nur mit den Schultern. Dann sah sie zu Harry hinüber. "Wenn ich mir dich dagegen anschaue…"

Harry sah sie fragend an.

"Du isst seit letzter Zeit echt wenig…", meinte sie. "Aber ich weis natürlich, ich bin nicht eure Mutter, also misch ich mich auch nicht weiter ein."

"Danke!", sagte Ron und schob sich vor ihren Augen eine besonders große Kartoffel in den Mund, woraufhin sie nur die Augen verdrehte.

Harry grinste und fast hätte er Malfoy vergessen, bis er wieder zu ihm rübersah. Er stellte gerade seinen Becher hin und sah Harry dann auch an. Mit einem undefinierbaren Blick, doch Harry hatte Malfoys Blicke noch nie deuten können. Nicht mal jetzt, wo er es zu gerne gekonnt hätte. Draco hatte das doch grade eben noch, in seinem Zimmer nicht ernst gemeint? Das konnte doch nicht sein. Das war einfach zu absurd. Was, wenn das alles wirklich nur ein Scherz war? Dann war es bis jetzt eindeutig der beste, und Harry nahm es auch noch ernst!

Grübelnd steckte er sich eine kalte Kartoffel in den Mund und schob den Teller dann angewidert von sich um sich eine Nachspeise zu nehmen. Irgendwas musste er ja essen. Vor allem da das Quidditchtraining nächste Woche beginnen würde. Auch das noch! Wenn sie gegen Slytherin spielten, war er verloren! Wie sollte er sich bei Malfoys kranken Spielchen denn auf den Schnatz konzentrieren?

Mal wieder verfluchte er sich dafür, dass er überhaupt angefangen hatte, diesen ganzen Käse ernst zu nehmen. Wie konnte er bloß glauben? Das Malfoy auch nur das geringste für ihn…fühlte? Schon der Gedanke daran hätte früher einen Lachanfall in ihm ausgelöst. Und dann auch noch zu denken, dass er selber…nein, völlig ausgeschlossen.

Harry biss nachdenklich in seinen Kürbiskuchen und dann kam ihm die Idee. Er würde einfach was mit einem Mädchen anfangen. So konnte er der ganzen Sache ein Ende machen. Das war's.

"Sag mal, Ron, gehen wir dieses Wochenende nach Hogsmead?", fragte Harry.

Ron sah ihn verblüfft an. "Klar, was dachtest du denn?"

Harry zuckte mit den Schultern. "Hab nur gefragt…" Dann fiel ihm Ginny ins Auge, die er dieses Jahr noch gar nicht beachtet hatte. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass Ron nichts mehr mit ihr redete, seit er sie diese Ferien mit einem Jungen erwischt hatte. Zwar nicht im Flagranti, aber es war schon ziemlich nah dran, wie er eisern behauptete, Ginny aber abstritt.

Zufällig saß sie heute nur zwei Plätze von Harry entfernt und so winkte er ihr zu. "He Ginny, Lust dieses Wochenende mit nach Hogsmead zu kommen?", fragte er über den Tisch.

Sie sah ihn erstaunt an. "Ach Harry, dich gibt's auch noch? Oder sollst du statt Ron mit mir reden?", fragte sie argwöhnisch.

"Beides", sagte er etwas verlegen. Er war in den letzten Tagen so von Malfoy abgelenkt gewesen, dass er die Menschen um sich herum völlig vergessen hatte. "Ich dachte mir, vielleicht solltet ihr mal wieder miteinander reden…nur du kennst Ron ja…"

"Allerdings!", sie warf ihrem Bruder einen giftigen Blick zu, der gerade versuchte, Hermine dazu zu überreden sich auch mal Scherzartikel zu kaufen. "Aber du hast eh recht…"

"Eben!", machte Harry und freute sich insgeheim. "Also sehen wir uns am Wochenende in Hogsmead, ja?"

"Ok", meinte sie. "Aber erwarte nicht von mir, dass ich mich bei Ron entschuldige- das sollte lieber er machen!" Mit diesen Worten redete sie mit ihrer Freundin weiter, die Harry immer wieder schüchterne Blicke zugeworfen hatte.

Harry aß zufrieden mit sich selbst seinen Kürbiskuchen auf und ging dann mit Ron und Hermine aus der großen Halle. Ron redete noch immer auf sie ein und so konnte Harry ungestört zu Malfoy hinübersehen, dem seine Unterhaltung mit Ginny vorhin, scheinbar nicht entgangen war, so griesgrämig wie er dasaß.


Gut so, dachte sich Harry und ging dann seinen Freunden hinterher. Am Portraitloch angekommen hatte Ron Hermine doch tatsächlich davon überzeugt, sich eine Zuckerfeder zu kaufen. Das war zwar nicht verboten, allerdings noch immer schlecht für die Zähne, meinte sie.

"Wehe du lutscht dann nicht dran!", hörte Harry Ron sagen, als er sich auf ein Sofa setzte und musste grinsen.

"Was hab ich denn jetzt schon wieder gesagt?", fragte Ron verwirrt, als Hermine sich mit der Hand gegen die Stirn schlug und Harry kopfschüttelnd ansah.

"Nichts, nichts, Ron", meinte Harry nur und ärgerte sich darüber, wie fixiert er war. Dann meinte er: "Ich hab übrigens vorhin mit Ginny geredet. Es ist Zeit, dass ihr euch mal wieder vertragt. Am Wochenende kommt sie mit nach Hogsmead."

"Was?", fragte Ron entgeistert, dann nickte er allerdings bedächtig. "Hast eh Recht…", murmelte er. "Aber du hättest das sehen solln!"

"Lieber nicht", sagte Harry nur und sah dann Hermine an. "Und, spielst du jetzt mit Ron Schach, oder was?"

"Harry!", sagte Hermine empört. "Freundlicher geht's auch nicht mehr, was?"

"Oh, tschuldigung", machte Harry. "Ich will doch nur, dass ihr endlich mal Schach miteinander spielt…"

"Ich…kann aber nicht Schach spielen", gab Hermine schließlich zu.

"Was?", Ron starrte sie an. "Es gibt etwas, dass du nicht kannst? Das ist ja ganz was neues!"

"Ich finds auch witzig, Ron", machte Hermine beleidigt und wollte sich schon ein Buch nehmen.

"Ach komm, ich brings dir bei!", sagte Ron schnell und zog sie an den Tisch auf dem das Schachbrett stand. Alle Figuren schliefen und wachten erst auf, nachdem Ron jeden einzelnen von ihnen angestupst hatte.

Die folgenden zwei Stunden sah Harry zuerst amüsiert, dann ziemlich gelangweilt den beiden beim Schachspielen zu und beschloss dann, schlafen zu gehen. Er sagte seinen Freunden Gute Nacht und verschwand nach oben. Dort angekommen setzte er sich aufs Bett und schlug endlich das Buch über Quidditch auf, dass er sich aus der Bibliothek ausgeliehen hatte.

Es war wirklich interessant, fand Harry und so war er ziemlich verdutzt, als er nach einiger Zeit des Lesens zwischen zwei Seiten ein Stück Pergament fand. Als er es umdrehte, sah er, dass etwas darauf stand:


Meine Seele wandert

Von einem Ort zum nächsten

Unwissend

Was zu tun

Zu glauben

Und zu lieben

Verloren

In einem Meer aus

Ungewissheit und Fragen

Für die es scheinbar

Keine Antworten gibt

Ich bin verloren…


Harry starrte das Pergament an. Das war Malfoys Schrift. Eindeutig, er hatte es auf dem Brief, den er ihm gestern geschrieben hatte, genau gesehen. Hätte er ihn nur nicht abgefackelt….

Aber seit wann schrieb der denn so was wie Gedichte? Und auch noch solche, die auch auf Harry hätten zutreffen können? Er beschloss, Malfoy am nächsten Tag zu fragen, wie das Pergament in sein Buch gekommen war und steckte es in seine Tasche. Dann ging er ins Bad.

Als er wieder zurückkam, lies Ron gerade die Tür zum Schlafsaal hinter sich ins Schloss fallen und lehnte sich tief ausatmend dagegen.

"Sag bloß, du hast verloren?", fragte Harry verdutzt und sah ihn an.

"Viel schlimmer", sagte Ron schwach und starrt Harry dann an. "Sie hat mich…"

"Geküsst?", fragte Harry fassungslos, aber mit einem kleinen Anflug von Freude.

"Nee…na ja, fast…auf die Wange", sagte Ron und erst jetzt bemerkte Harry, wie rot Rons Ohren waren.

"Warum denn das?", fragte er schließlich neugierig.

"Ich hab verloren, Harry, verloren! In Schach, ja?!", sagte Ron aufgebracht. "Ich glaub, sie wollte mich trösten…"

"Na, das ist ihr ja wohl gelungen!", sagte Harry, während sich langsam ein Grinsen über seinem Gesicht ausbreitete.

Ron sah ihn zuerst böse an, dann nickte er aber ergeben und stieß sich von der Tür ab. "Frauen…", murmelnd, verschwand er im Bad und ließ einen über beide Ohren grinsenden Harry zurück, der das erste mal seit drei Tagen wieder richtig schlafen konnte.

Das lag wahrscheinlich daran, dass er nicht an Malfoy denken musste, weil er abgelenkt war. Einerseits von Ron und Hermine, und andererseits hatte er einen Plan…


©2005 Schmaunz
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